{"id":93428,"date":"2025-05-08T04:59:11","date_gmt":"2025-05-08T04:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93428\/"},"modified":"2025-05-08T04:59:11","modified_gmt":"2025-05-08T04:59:11","slug":"unterwasserkraftwerke-im-aermelkanal-frankreich-geht-neue-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93428\/","title":{"rendered":"Unterwasserkraftwerke im \u00c4rmelkanal &#8211; Frankreich geht neue Wege"},"content":{"rendered":"<p> <a href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/aktuelles\/Bild von Normandie Hydroliennes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/unterwasserkraftwerke-im-armelkanal-frankreich-geht-neue-wege-1746434261213_1024.jpg\"  width=\"768\" height=\"432\" data-image=\"j46tmsgpp6jy\"\/><\/a>Gezeitenkraftwerke &#8211; neuer Antrieb f\u00fcr die Energiewende   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ralf-roschlau.jpg\" alt=\"Ralf Roschlau\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/ralf-roschlau\/\" title=\"Ralf Roschlau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ralf Roschlau<\/a>       08.05.2025 &#8211; 06:00 Uhr   6 min   <\/p>\n<p>Wirft man einen ersten Blick auf die <strong>Planungsdokumente <\/strong>des Unternehmens, erkennt man Anlagen, die aussehen, als ob sich <strong>Windr\u00e4der unter dem Meeresspiegel<\/strong> drehen. Die <strong>bis 2028 <\/strong>geplanten <strong>vier gro\u00dfen Anlagen <\/strong>im \u00c4rmelkanal werden die <strong>gewaltigen Gezeiten des Meeres<\/strong> nutzen, um sehr <strong>sauberen Strom aus Wasserkraft<\/strong> herzustellen.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/aktuelles\/nukleares-revival-in-deutschland-teil.html\" title=\"Sollen stillgelegte Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen? Ein Experte geht dieser Frage nach- das ist die Antwort\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/nukleares-revival-in-deutschland-teil-1736777472562_320.jpg\"  width=\"320\" height=\"225\" alt=\"Sollen stillgelegte Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen? Ein Experte geht dieser Frage nach- das ist die Antwort\"\/><\/a><\/p>\n<p>Das Pilotprojekt tr\u00e4gt den Namen NH1. Die Turbinen sollen in <strong>mindestens 38 Meter Tiefe<\/strong> vor der <strong>K\u00fcste der Normandie <\/strong>entstehen. Ihr Standort ist eine Zone im \u00c4rmelkanal, die f\u00fcr ihre <strong>starken Gezeitenstr\u00f6mungen<\/strong> bekannt ist, und zwar <strong>Stra\u00dfe von Alderney.<\/strong><\/p>\n<p>Str\u00f6mungsstrom<\/p>\n<p>Die <strong>Str\u00f6mungsgeschwindigkeit<\/strong> kann am geplanten Standort <strong>zw\u00f6lf Knoten<\/strong> (etwa 22 Stundenkilometer) erreichen. Mit den vier geplanten Anlagen l\u00e4ge die <strong>j\u00e4hrlich produzierte Leistung bei 34 Gigawattstunden<\/strong> (GWh) an sauber produziertem Strom. <\/p>\n<p>Grundlage des Unterwasserparks vor der K\u00fcste ist eine <strong>Nennleistung von insgesamt zw\u00f6lf Megawatt (MW)<\/strong>, die sich auf die vier Anlagen von jeweils drei MW pro Gezeitenkraftwerk verteilen. <\/p>\n<p>Diese Nennleistung liegt unterhalb der von modernen Windr\u00e4dern an Land, die oft schon sieben MW an Nennleistung aufweisen. Gro\u00dfe <strong>Offshore-Windkraftanlagen<\/strong> erreichen <strong>teilweise 15 MW<\/strong> Nennleistung pro Anlage.<\/p>\n<p><strong>Gleichm\u00e4\u00dfige Produktion<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Unternehmen Normandie Hydroliennes<\/strong> betont die hohe Bedeutung von Solarenergie und Windkraft beim Ausstieg aus den fossilen Energietr\u00e4gern. Der <strong>gro\u00dfe Vorteil von NH1<\/strong> sei aber, dass <strong>Gezeitenkraftwerke ihre Energieausbeute gleichm\u00e4\u00dfig und vorhersehbar produzieren<\/strong> w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die <strong>Gezeiten als Wasserbewegungen der Ozeane<\/strong> entstehen in genau berechenbaren Zyklen im <strong>Zusammenspiel von Sonne, Mond und Erddrehung<\/strong>. Bestehende Gezeitenkraftwerke, die diese Wasserbewegungen zur Stromgewinnung nutzen, gibt es bereits in Frankreich und S\u00fcdkorea. <\/p>\n<p><strong>Seit 1967<\/strong> ist in <strong>Rance bei Saint-Malo in der Bretagne<\/strong> das <strong>erste kommerzielle Gezeitenkraftwerk<\/strong> in Betrieb. Eine <strong>750 Meter lange Absperranlage<\/strong> trennt die M\u00fcndungsbucht der Rance vom offenen Meer. Bei Flut flie\u00dft Meerwasser durch Turbinen in den Speichersee, bei Ebbe l\u00e4uft es durch die Turbinen wieder ab. Bis zu <strong>240 Megawatt Leistung<\/strong> kann das Kraftwerk <strong>maximal <\/strong>erzeugen. Dem Bau ging ein <strong>gewaltiger Eingriff in die Natur<\/strong> mit Folgen voraus. So ist die <strong>M\u00fcndung der Rance stark verlandet<\/strong>, der <strong>Tidenhub ist deutlich geringer als vor dem Bau<\/strong> des Kraftwerks und die Tierwelt hat sich deutlich ver\u00e4ndert. <strong>\u00c4hnliche Kritik<\/strong> gab es beim Bau des <strong>Gezeitenkraftwerks im s\u00fcdkoreanischen Seoul.<\/strong><\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/wissenschaft\/ebbe-und-flut-gezeiten-energiewende-potential.html\" title=\"Riesiges Potential von Ebbe und Flut! K\u00f6nnten uns die Gezeiten bei der Energiewende helfen?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ebbe-und-flut-gezeiten-energiewende-erneuerbare-1698055094369_320.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\" alt=\"Riesiges Potential von Ebbe und Flut! K\u00f6nnten uns die Gezeiten bei der Energiewende helfen?\"\/><\/a>Besserer Natur- und Landschaftsschutz als Argument<\/p>\n<p>Das <strong>bisherige Konzept \u00fcberirdischer Gezeitenkraftwerke<\/strong> wie in Frankreich und S\u00fcdkorea ist wegen der Auswirkungen auf Natur und Landschaft <strong>sehr umstritten<\/strong>. <\/p>\n<p><strong>Vorteil<\/strong> des nun vorgestellten Projekts <strong>NH1<\/strong> ist die Verlegung der <strong>Stromgewinnung unter Wasser.<\/strong> Das Unternehmen betont, dass die <strong>Turbinen in ihrer Konzeption den Schutz des Lebens im Meer nicht gef\u00e4hrden<\/strong> w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Generell sind <strong>Frankreichs Meeresgebiete f\u00fcr die zweitschnellsten Str\u00f6mungen in Europa<\/strong> bekannt. Das Unternehmen sch\u00e4tzt das <strong>m\u00f6gliche Potenzial von Energie aus Unterwasserstr\u00f6mungen f\u00fcr Frankreich auf 15 bis 16 Terawattstunden <\/strong>(TWh). Damit k\u00f6nnte man acht Millionen Menschen, also rund acht Prozent der Bev\u00f6lkerung, mit Gezeitenstrom versorgen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz gab das Start-up bekannt, dass es f\u00fcr sein Projekt NH1 eine <strong>F\u00f6rderung von 31,3 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds der EU <\/strong>bekommen w\u00fcrde. Diese Mittelzuwendung sei eine gro\u00dfe Anerkennung f\u00fcr die Projektidee. <\/p>\n<p>Normandie Hydroliennes plant mit den neuartigen Anlagen die Schaffung von 400 Arbeitspl\u00e4tzen, \u00fcberwiegend in Frankreich. <\/p>\n<p>Alte Idee \u2013 mit neuem Ansatz<\/p>\n<p>Die <strong>Kraft des Meeres<\/strong> nutzt der Mensch <strong>schon seit Jahrhunderten<\/strong>. In Europa stehen am Atlantik noch <strong>M\u00fchlen, die den Wechsel des Wasserstandes zwischen Ebbe und Flut nutzen<\/strong>, um Energie zu erzeugen. Sie dienen zum Teil noch heute als Getreidem\u00fchle, Schmiede oder als S\u00e4gewerk.<\/p>\n<p>Neben den Gezeitenkraftwerken gab es auch Versuche, <strong>Meeresstr\u00f6mungen zur Energiegewinnung<\/strong> zu nutzen. Auch bei Meeresstr\u00f6mungskraftwerken befinden sich die Turbinen, die Strom erzeugen wie auch bei NH1 frei im Wasser. Allerdings galten <strong>Meeresstr\u00f6mungskraftwerken bisher als wenig wirtschaftlich<\/strong>. Sie wurden bisher nicht in Serie gebaut und setzen eine hohe Widerstandsf\u00e4higkeit gegen voraus.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/aktuelles\/starker-anstieg-der-wachstumsrate-weltweiter-energienachfrage-im-jahr.html\" title=\"Starker Anstieg der Wachstumsrate weltweiter Energienachfrage im Jahr 2024\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/starker-anstieg-der-wachstumsrate-weltweiter-energienachfrage-im-jahr-1742837161497_320.jpg\"  width=\"320\" height=\"225\" alt=\"Starker Anstieg der Wachstumsrate weltweiter Energienachfrage im Jahr 2024\"\/><\/a><\/p>\n<p>Das <strong>erste Meeresstr\u00f6mungskraftwerk trug den Namen SeaGen<\/strong>. Es stand in <strong>Nordirland in der Meerenge von Strangford <\/strong>und lieferte von 2008 bis 2016 elektrischen Strom mit einer maximalen Leistung von 1,2 Megawatt. Die Anlage funktionierte \u00e4hnlich den NH1-Anlagen. An einem vierzig Meter hohen Turm waren zwei Rotoren mit einem Durchmesser von je 16 Metern montiert. Diese drehten sich ja nach Str\u00f6mungsgeschwindigkeit bis zu 14-mal in der Minute und erzeugten mit einem angeschlossenen Generator Strom. <\/p>\n<p>Der Betrieb von SeaGen endete 2016. Die <strong>Anlage wurde bis 2019 abgebaut<\/strong>. Noch im <strong>Ausbau befindet sich dagegen das Meeresstr\u00f6mungskraftwerk MeyGen<\/strong> zwischen dem schottischen Festland und den Orkney-Inseln. Seit 2016 liefern die ersten Turbinen Strom. <strong>Voll ausgebaut<\/strong> soll MeyGen <strong>bis zu 398 Megawatt Leistung<\/strong> erbringen. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es ist <strong>gut und wichtig<\/strong>, dass Unternehmen wie Normandie Hydroliennes mit staatlicher und europ\u00e4ischer Hilfe <strong>Projekte wie NH1 vorantreibt<\/strong>. <\/p>\n<p><strong>Besserer Natur- und Landschaftsschutz sowie die berechenbare Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Gezeiten<\/strong> als Energiequelle sind Argumente, die auf den ersten Blick f\u00fcr sich sprechen. Die Praxis wird wie immer beweisen m\u00fcssen, ob das franz\u00f6sische Start-Up seine gro\u00dfen Erwartungen erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Links<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/normandiehydroliennes.fr\/en\/le-projet-nh1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Projekt NH1 &#8211; Normandie Hydroliennes<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/saerenewables.com\/tidal-stream\/meygen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Projekt MeyGen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gezeitenkraftwerke &#8211; neuer Antrieb f\u00fcr die Energiewende Ralf Roschlau 08.05.2025 &#8211; 06:00 Uhr 6 min Wirft man einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93429,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,9700,548,663,3934,3980,156,13,952,14,15,12,2185,38168],"class_list":{"0":"post-93428","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-erneuerbare-energien","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-france","15":"tag-frankreich","16":"tag-headlines","17":"tag-klimawandel","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-strom","22":"tag-stroemung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114470451028828510","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93428\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93429"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}