{"id":934613,"date":"2026-04-10T06:29:13","date_gmt":"2026-04-10T06:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/934613\/"},"modified":"2026-04-10T06:29:13","modified_gmt":"2026-04-10T06:29:13","slug":"frankreichs-240-millionen-plan-mehr-ladesaeulen-waermepumpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/934613\/","title":{"rendered":"Frankreichs 240-Millionen-Plan: mehr Lades\u00e4ulen, W\u00e4rmepumpen"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich will seine Elektrifizierung deutlich beschleunigen. Der Krieg gegen Iran f\u00fchrt die Risiken der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen erneut drastisch vor Augen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>In Europa d\u00fcrften die Preise f\u00fcr \u00d6l und Gas trotz leichter R\u00fcckg\u00e4nge nach der Ank\u00fcndigung einer zweiw\u00f6chigen Waffenruhe vorerst hoch bleiben. <\/p>\n<p>Wochenlange Angriffe auf Anlagen im Golf d\u00fcrften die Gasversorgung \u00fcber Jahre belasten. Die Stra\u00dfe von Hormus, \u00fcber die rund ein F\u00fcnftel der weltweiten \u00d6llieferungen l\u00e4uft, ist seit Kriegsbeginn faktisch geschlossen. <\/p>\n<p>Die explodierenden Preise treiben viele Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er in Richtung heimischer, sauberer Energie. In mehreren L\u00e4ndern boomen Elektroautos, W\u00e4rmepumpen und Solaranlagen auf den Hausd\u00e4chern. Das Vereinigte K\u00f6nigreich ist zudem das j\u00fcngste europ\u00e4ische Land, das <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/04\/07\/deutschland-vorn-bei-stecker-solar-warum-hinken-andere-eu-lander-hinterher\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Steckersolaranlagen<\/a> f\u00fcr Privathaushalte offiziell erm\u00f6glicht hat, um die Energierechnungen zu senken. <\/p>\n<p>Kehrtwende in Frankreich: Abschied von fossilen Energien?<\/p>\n<p>Am ersten April hat die franz\u00f6sische Regierung angek\u00fcndigt, die Elektrifizierung der Wirtschaft zu beschleunigen und die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energieimporten schrittweise zu beenden.<\/p>\n<p>\u201eEs geht nicht mehr nur ums Klima, es ist zu einer Frage des nationalen Interesses geworden\u201c, sagte Premierminister S\u00e9bastian Lecornu damals. <\/p>\n<p>Die Regierung will Frankreichs Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern bis 2030 von 60 auf 40 Prozent senken. Den Gro\u00dfteil sollen elektrifizierter Verkehr und Geb\u00e4ude bringen, au\u00dferdem eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Verbreitung von Elektroautos und W\u00e4rmepumpen. <\/p>\n<p>\u201eDer Elektrifizierungsplan der franz\u00f6sischen Regierung kann f\u00fcr Europa ein wichtiges Signal sein. Er zeigt, wie sich die aktuelle Energiekrise strukturell angehen l\u00e4sst\u201c, sagt Neil Makaroff, Direktor des paneurop\u00e4ischen Thinktanks Strategic Perspectives.<\/p>\n<p>\u201eFrankreich ist in einer besonderen Ausgangslage, um die Elektrifizierung des Kontinents anzuf\u00fchren: Das Land verf\u00fcgt \u00fcber reichlich CO2-arme Stromerzeugung, einen etablierten Atomkraftwerkspark und gro\u00dfe Ausbauchancen bei erneuerbaren Energien \u2013 vor allem bei Offshore-Wind und Solarenergie.\u201c<\/p>\n<p>Zu Jahresbeginn k\u00fcndigte Frankreich an, den Anteil des Stroms am gesamten Endenergieverbrauch bis 2030 auf 60 Prozent zu erh\u00f6hen. Sechs neue Atomreaktoren und ein breiter Mix erneuerbarer Energien sollen diesen Umbau tragen. <\/p>\n<p>Mehr Lades\u00e4ulen und Zusch\u00fcsse f\u00fcr W\u00e4rmepumpen<\/p>\n<p>In dieser Woche, am achten April, hat der staatliche Energiekonzern \u00c9lectricit\u00e9 de France (EDF-Gruppe) ein Investitionspaket von 240 Millionen Euro vorgestellt, das die Elektrifizierung Frankreichs voranbringen soll. <\/p>\n<p>Rund 30 Millionen Euro sind als Kaufzusch\u00fcsse f\u00fcr Transportunternehmen vorgesehen, die dieselbetriebene Lastwagen auf elektrische Nutzfahrzeuge umstellen. Pro Fahrzeug betr\u00e4gt die durchschnittliche F\u00f6rderung 15.000 Euro.<\/p>\n<p>Weitere 50 Millionen Euro flie\u00dfen in den Aufbau von 180 Ladestationen f\u00fcr elektrische Langstrecken-Lkw in ganz Festlandfrankreich innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre. <\/p>\n<p>80 Millionen Euro sind f\u00fcr Projekte vorgesehen, mit denen neue stromintensive Industrien in Frankreich angesiedelt werden sollen. EDF will zudem \u201eschl\u00fcsselfertige Standorte mit Netzanschluss\u201c anbieten, um die Anlaufzeiten f\u00fcr neue Fabriken deutlich zu verk\u00fcrzen. Unternehmen m\u00fcssen dann nicht mehr jahrelang auf die Genehmigung zum Netzanschluss warten, sondern k\u00f6nnen deutlich schneller den Betrieb aufnehmen. <\/p>\n<p>Der Unterst\u00fctzungsfonds sieht au\u00dferdem einen Pauschalzuschuss von 1.000 Euro vor, der zusammen mit bestehenden Programmen an 80.000 einkommensschwache Haushalte ausgezahlt werden soll. Das Geld ist f\u00fcr die Installation einer <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/30\/warmepumpen-im-visier-von-falschinfos-funktionieren-sie-bei-kalte-und-in-altbauten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">W\u00e4rmepumpe<\/a> gedacht, die eine Gas- oder \u00d6lheizung ersetzt. <\/p>\n<p>\u201eHeute wollen wir mehr denn je die Elektrifizierung des Energieverbrauchs beschleunigen, um dem Land zu helfen, seine Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energien, insbesondere von Gas und \u00d6l, zu verringern\u201c, sagt Bernard Fontana, Vorstandschef der EDF-Gruppe. <\/p>\n<p>Fontana betont, die Zusage \u00fcber 240 Millionen Euro zeige, dass EDF mit \u201ekonkreten Ma\u00dfnahmen\u201c Frankreichs Energie- und Industriesouver\u00e4nit\u00e4t st\u00e4rke. <\/p>\n<p>Weitere Informationen \u00fcber den EDF-Fonds finden Sie <a href=\"https:\/\/www.jepassealelectrique.fr\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">hier (Quelle auf Englisch)<\/a>. <\/p>\n<p>Reicht Frankreichs Elektrifizierungsplan?<\/p>\n<p>Im Jahr 2024 stammte fast die H\u00e4lfte, n\u00e4mlich 47,5 Prozent, des in der EU erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Das waren 2,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. <\/p>\n<p>Laut Eurostat lag \u00d6sterreich mit einem Anteil von 90,1 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen an der Spitze, gefolgt von Schweden mit 88,1 Prozent und D\u00e4nemark mit 79,7 Prozent.<\/p>\n<p>Frankreich kam 2024 lediglich auf 31,3 Prozent erneuerbare Energien und liegt damit deutlich hinter dem Nachbarn Spanien, der 59,7 Prozent erreichte. Das Land setzt weiterhin stark auf Atomkraft, die rund 67 Prozent seines Energiemixes ausmacht. <\/p>\n<p>Der Premierminister weist die Gegen\u00fcberstellung \u201eAtomkraft oder erneuerbare Energien\u201c immer wieder zur\u00fcck. Eine solche Debatte sei eine \u201eSackgasse\u201c \u2013 trotz anhaltender Sorgen \u00fcber Atomm\u00fcll, hohe Investitionskosten und das Risiko schwerer Sabotageakte.<\/p>\n<p>\u201eDie eigentliche Aufgabe besteht darin, aus CO2-intensiven Energien auszusteigen und unsere Abh\u00e4ngigkeit von Importen zu verringern\u201c, erkl\u00e4rte er Anfang des Jahres. <\/p>\n<p>Atomenergie setzt zwar keine Treibhausgase frei und gilt daher als CO2-arme Energiequelle. Erneuerbar ist sie jedoch nicht, denn sie beruht auf Uran, einem begrenzten Rohstoff in der Erdkruste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich will seine Elektrifizierung deutlich beschleunigen. 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