{"id":934707,"date":"2026-04-10T07:21:16","date_gmt":"2026-04-10T07:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/934707\/"},"modified":"2026-04-10T07:21:16","modified_gmt":"2026-04-10T07:21:16","slug":"ard-sendung-schnatterzone-einer-damentoilette-buchkritiker-scheck-loest-sexismus-debatte-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/934707\/","title":{"rendered":"ARD-Sendung: \u201eSchnatterzone einer Damentoilette\u201c \u2013 Buchkritiker Scheck l\u00f6st Sexismus-Debatte aus"},"content":{"rendered":"<p>Pointierte Kritik oder herablassender Ton? Nach umstrittenen Rezensionen von Denis Scheck werfen Autorinnen wie Ildik\u00f3 von K\u00fcrthy und Sophie Passmann der Sendung \u201eDruckfrisch\u201c Sexismus vor. Die ARD widerspricht \u2013 und stellt sich hinter ihren Moderator.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach zwei kontroversen Buchbesprechungen des Fernsehkritikers <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/denis-scheck\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/denis-scheck\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Denis Scheck<\/a> wehrt sich die ARD gegen Kritik an der Literatursendung <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/druckfrisch\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.ardmediathek.de\/druckfrisch&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eDruckfrisch\u201c<\/a>. \u201eIn der Sendung \u201aDruckfrisch\u2018 gibt es keinen Raum f\u00fcr Frauenfeindlichkeit. Der Redaktion ist der gro\u00dfe Verdienst von Frauen f\u00fcr die Literatur sehr bewusst\u201c, teilte der \u00f6ffentlich-rechtliche Sender der dpa auf Nachfrage mit. <\/p>\n<p>Zuvor hatten zwei negative Buchbesprechungen des Literaturkritikers Denis Scheck, der die Sendung seit \u00fcber 20 Jahren moderiert, eine Debatte um Sexismus ausgel\u00f6st. In der am 29. M\u00e4rz ausgestrahlten Folge l\u00e4sst der 61-J\u00e4hrige kein gutes Haar an den neu erschienenen Werken der Autorinnen Sophie Passmann und Ildik\u00f3 von K\u00fcrthy. Passmanns Buch etwa beschreibt Scheck mit den Worten: \u201eWasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines tr\u00fcben Bewusstseins\u201c. In dem Buch der Bestsellerautorin von K\u00fcrthy sieht der bekannte Fernsehkritiker vor allem \u201eNachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit.\u201c <\/p>\n<p>Passmann \u00e4u\u00dferte sich auf Instagram zu dem Verriss ihres Buches in der Sendung und warf Scheck Sexismus vor. \u201eDieser Verriss hat mich sehr besch\u00e4ftigt, weil der sehr b\u00f6se war, aber vor allem sehr sexistisch.\u201c Die 32-J\u00e4hrige sagte weiter, dass Scheck B\u00fccher von Frauen, \u201edie von weiblichen Lebensthemen\u201c handelten, grunds\u00e4tzlich mit Arroganz und Herablassung behandele. <\/p>\n<p>Die Bestsellerautorin Elke Heidenreich stellte Schecks Besprechungsstil i<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/16\/literaturkritik-misogynie-denis-scheck-ildiko-von-kuerthy\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.zeit.de\/2026\/16\/literaturkritik-misogynie-denis-scheck-ildiko-von-kuerthy&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">n einem aktuellen Beitrag f\u00fcr die \u201eZeit\u201c ebenfalls infrage<\/a> und kritisierte dabei auch die ARD: \u201eUm Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts. Im Guten nicht, im Schlechten nicht, dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos. Kulturauftrag sieht anders aus.\u201c <\/p>\n<p>\u201eSo eine Respektlosigkeit, so eine Verachtung\u201c, beklagt sich Ildik\u00f3 von K\u00fcrthy<\/p>\n<p>Wenige Tage zuvor hatte sich bereits die Autorin Ildik\u00f3 von K\u00fcrthy, ebenfalls in einem Beitrag f\u00fcr die \u201eZeit\u201c, zu Wort gemeldet und direkt auf den Verriss ihres Buches reagiert. \u201eViele meiner Leserinnen haben mir geraten, diese bem\u00fcht b\u00f6sartige Kritik zu ignorieren. Aber, ganz ehrlich? Das habe ich lange genug getan. Und jetzt bin ich endlich alt genug, um so eine Respektlosigkeit, so eine Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen nicht mehr kommentarlos hinzunehmen\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/literatur\/2026-04\/literaturkritik-ildiko-von-kuerthy-denis-scheck-streit-damentoilette\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/literatur\/2026-04\/literaturkritik-ildiko-von-kuerthy-denis-scheck-streit-damentoilette&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">schrieb die 58-J\u00e4hrige. <\/a><\/p>\n<p>Die von Scheck knapp vorgetragenen Besprechungen sind Teil der Rubrik \u201eTop Ten\u201c. Diese ist ein fester Bestandteil der Sendung. Scheck bespricht dabei in wenigen Minuten die derzeit zehn meistverkauften B\u00fccher der Spiegel-Bestsellerliste. Wenn er ein negatives Urteil \u00fcber ein Buch f\u00e4llt, wirft er es auf eine Rollenrutschbahn, die zu einer M\u00fcllkiste f\u00fchrt. So auch die beiden B\u00fccher der Autorinnen Passmann und von K\u00fcrthy. <\/p>\n<p>Auf dpa-Nachfrage sagte der 61-J\u00e4hrige, er bem\u00fche sich seit 23 Jahren bei der Besprechung der Bestsellerlisten \u201eauf engstem Raum um eine ebenso pointierte wie nachvollziehbare Bewertung h\u00f6chst unterschiedlicher Texte\u201c. Schecks Besprechungen gelten, so der Literaturkritiker, \u201eden Werken, nicht ihren Urhebern oder Lesern\u201c. \u201eIn der Liste der M\u00e4rz-Sendung habe ich vier B\u00fccher von Frauen teilweise enthusiastisch gelobt, drei negativ besprochen.\u201c <\/p>\n<p>Die ARD teilte weiter mit, dass das Geschlecht der Autorinnen und Autoren in der literarischen Beurteilung keine Rolle spiele. \u201eR\u00fcckblickend stellt die Redaktion fest, dass der Moderator bei der Liste der behandelten B\u00fccher mehr Autorinnen gelobt als kritisiert hat. Die ARD steht f\u00fcr Gleichberechtigung und eine vielf\u00e4ltige Darstellung von Perspektiven im Programm.\u201c<\/p>\n<p>dpa\/nw<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pointierte Kritik oder herablassender Ton? 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