{"id":937395,"date":"2026-04-11T08:46:22","date_gmt":"2026-04-11T08:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/937395\/"},"modified":"2026-04-11T08:46:22","modified_gmt":"2026-04-11T08:46:22","slug":"wer-hilft-wenn-die-fette-stromrechnung-kommt-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/937395\/","title":{"rendered":"Wer hilft, wenn die fette Stromrechnung kommt? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Da war nicht nur die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper erschrocken, als sie von der Staatsregierung die Zahlen f\u00fcr die Stromsperren bekam, die 2025 in Sachsens Gro\u00dfst\u00e4dten verh\u00e4ngt wurden. Besonders in Leipzig schoss diese Zahl wieder in die H\u00f6he, machte deutlich, wie viele Haushalte mit so wenig Geld auskommen m\u00fcssen, dass selbst die Stromrechnung zum Problem wird. Im Leipziger Stadtrat fragte die Linksfraktion deshalb nach, woran das eigentlich lag und ob Stadt und Stadtwerke sich \u00fcberhaupt bem\u00fchen, diesen Menschen aus der Klemme zu helfen.<\/p>\n<p>\u201eVon Energiearmut sind Menschen h\u00e4ufiger betroffen, die wenig Geld haben und relativ viel Zeit zu Hause verbringen, etwa Empf\u00e4nger\/-innen von Leistungen wie B\u00fcrgergeld, Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe, Rentnerinnen und Rentner oder Studierende. Dadurch f\u00e4llt ihr Energieverbrauch h\u00f6her aus. Gleichzeitig k\u00f6nnen sie sich aber keine neuen, effizienteren Ger\u00e4te leisten\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029277&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2193899\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">begr\u00fcndete die Linksfraktion ihre Anfrage.<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/7f825084bb8a430ca4ef1e933f740129.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2026\/04\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Betroffenen sind Stromsperren eine erhebliche soziale und gesundheitliche Belastung, weil zentrale Grundlagen des t\u00e4glichen Lebens \u2013 etwa Licht, Kochen und die K\u00fchlung von Lebensmitteln und Medikamenten oder digitale Kommunikation \u2013 wegfallen. Besonders schlimm sind die Folgen f\u00fcr Kinder sowie f\u00fcr \u00e4ltere, kranke oder pflegebed\u00fcrftige Menschen. F\u00fcr die Jahre 2023 und 2024 hatten wir mit <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/VO020?VOLFDNR=2024576\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Anfrage VIII-F-00995<\/a> nachgefragt.\u201c<\/p>\n<p>Laut der<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2026\/03\/energiearmut-in-sachsen-zahl-stromsperren-leipzig-2025-verdreifacht-650094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> Anfrage der Landtagsabgeordneten Susanne Schaper (Fraktion Die Linke)<\/a> stieg die Zahl der Stromabschaltungen bei Privathaushalten in Leipzig von 1.200 im Jahr 2024 auf 3.600 im Jahr 2025 (Landtagsdrucksache-Drucksache Nr.: 8\/5701).<\/p>\n<p>Was war da los? Wie kam es zu diesem rapiden Anstieg?<\/p>\n<p>Das abrupte Ende eines Moratoriums<\/p>\n<p>\u201eIn den Jahren 2020 bis 2022 wurden infolge eines gesetzlichen Moratoriums und des Verzichts auf Liefersperren aufgrund der Pandemie zeitweise keine Liefersperren angedroht oder durchgef\u00fchrt. F\u00fcr Kundinnen und Kunden mit Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nden wurde bei Wiederaufnahme des Mahnverfahrens der Mahnstatus zur\u00fcckgesetzt und das Mahnverfahren von vorn begonnen\u201c, versucht <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029358&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">das Sozialamt in seiner Antwort<\/a> den starken Anstieg 2025 erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>\u201eZudem musste im Jahr 2023 die gesetzlich festgelegte Strompreisbremse gegen\u00fcber den Kundinnen und Kunden abgerechnet werden. Dies war mit erheblichen Herausforderungen f\u00fcr die IT-Systeme der Leipziger Stadtwerke verbunden. Aufgrund der damit verbundenen Verz\u00f6gerungen und des erh\u00f6hten R\u00fcckfrageaufkommens der Kundinnen und Kunden haben die Leipziger Stadtwerke bis Mitte 2024 keine Liefersperren angedroht oder durchgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-653411\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stromsperren.jpg\" alt=\"Entwicklung der Stromsperren in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig\" width=\"2250\" height=\"342\"  \/>Entwicklung der Stromsperren in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig<\/p>\n<p>Die Forderungen haben sich also gestaut. 2025 gab es dann einen Nachholeffekt. Aber eben einen sehr heftigen. Der die betroffenen Haushalte dann unter Druck setzte, schnellstm\u00f6glich das ausstehende Geld aufzutreiben. Denn erst wenn die Zahlung erfolgt ist, wird die Sperre wieder aufgehoben.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt k\u00f6nnen 70 Prozent der Liefersperren innerhalb von 15 Tagen aufgehoben werden. Sie werden unverz\u00fcglich aufgehoben, sobald der Grund f\u00fcr die Sperre entf\u00e4llt, also die Forderung ausgeglichen ist\u201c, teilt das Sozialamt mit. Was eben auch hei\u00dft: 30 Prozent der Haushalte sa\u00dfen deutlich l\u00e4nger im Dunkeln, weil sie das Geld schlichtweg nicht auftreiben konnten.<\/p>\n<p>Ein Darlehen vom Sozialamt<\/p>\n<p>In solchen F\u00e4llen geht es dann nicht ohne Hilfe der Stadt, wie das Sozialamt erl\u00e4utert: \u201eBei drohender oder eingetretener Stromsperre verweisen die Leipziger Stadtwerke Kundinnen und Kunden an das Sozialamt. In allen bekannten F\u00e4llen drohender Liefereinstellung findet eine enge Abstimmung zwischen der Abteilung Soziale Wohnhilfen des Sozialamtes und den Leipziger Stadtwerken statt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2025 wurde in 738 F\u00e4llen ein Antrag auf Gew\u00e4hrung eines Darlehens zur \u00dcbernahme von Energieschulden beim Sozialamt gestellt. Davon wurden 345 Antr\u00e4ge positiv beschieden, sodass die Haushalte wieder mit Energie versorgt wurden bzw. eine Unterbrechung verhindert werden konnte.\u201c<\/p>\n<p>In der Antwort wird dann auch deutlich, um welche Betr\u00e4ge es da geht \u2013 f\u00fcr Gutverdiener-Haushalte sind das alles Peanuts. F\u00fcr die vielen Haushalte mit niedrigen Einkommen in Leipzig aber sind das existenzielle Summen: Bis zu 130 F\u00e4lle pro Woche sind mit bis zu 200 Euro im R\u00fcckstand, um die 140 Haushalte fallen mit bis zu 300 Euro an, 53 Haushalte mit bis zu 400 Euro und 94 mit noch h\u00f6heren Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nden. Das ist \u2013 wie das Sozialamt angibt \u2013 ein durchschnittlicher Wochenwert und l\u00e4sst ahnen, wie schnell ein einkommensschwacher Haushalt offene Stromrechnungen mit mehreren hundert Euro offenstehen hat.<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00fcrden da vorbeugende Beratungen helfen, best\u00e4tigt auch das Sozialamt. Aber im Vergleich mit den verh\u00e4ngten Stromsperren nutzen doch recht wenige Haushalte dieses Angebot.<\/p>\n<p>\u201eDie Anzahl der Beratungen wird nicht zentral statistisch erfasst. Zwischen 2023 und 2025 erfolgten 52 Beratungen im Beratungszentrum der Stadtwerke Leipzig\u201c, stellt das Sozialamt fest. \u201eDie KEB erreichte mit den angebotenen Beratungen und Informationsveranstaltungen im Jahr 2024 durchschnittlich 40 Interessentinnen und Interessenten. Im Jahr 2025 waren es durchschnittlich 45 Interessentinnen und Interessenten.\u201c<\/p>\n<p>Die KEB ist die Kommunale Energiesparberatung der Caritas.<\/p>\n<p>Wenn es stimmt, dass in den 3.600 Stromabschaltungen ein Nachholeffekt f\u00fcr die Vorjahre steckt, m\u00fcsste diese Zahl 2026 wieder sinken. Aber sie erz\u00e4hlt trotzdem davon, dass gerade die einkommensschwachen Haushalte derzeit besonders unter den deutlich gestiegenen Energiepreisen leiden und eine wirkliche Entlastung nicht in Sicht ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da war nicht nur die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper erschrocken, als sie von der Staatsregierung die Zahlen f\u00fcr die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":937396,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859,169673],"class_list":["post-937395","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen","tag-stromsperren"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116385204703857179","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937395","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=937395"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937395\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/937396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=937395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=937395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=937395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}