{"id":938637,"date":"2026-04-11T21:00:16","date_gmt":"2026-04-11T21:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/938637\/"},"modified":"2026-04-11T21:00:16","modified_gmt":"2026-04-11T21:00:16","slug":"braunschweig-setzt-auf-bau-turbo-gegen-wohnungsnot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/938637\/","title":{"rendered":"Braunschweig setzt auf Bau-Turbo gegen Wohnungsnot"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt Braunschweig plant mit einem Bau-Turbo und vereinfachten Genehmigungen, den Wohnungsbau zu beschleunigen. Ein Stadtratsbeschluss im Mai soll die Weichen stellen.<\/p>\n<p>Braunschweigs Immobilienbranche diskutiert Modulbau und B\u00fcrokratieabbau, um die anhaltende Wohnungskrise zu l\u00f6sen. Ein entscheidender Stadtratsbeschluss steht im Mai an.<\/p>\n<p>Am gestrigen Freitag versammelten sich rund 150 Experten aus Politik, Bauwirtschaft und Stadtentwicklung im Haus der Wissenschaft. Beim 22. Braunschweiger Immobilienfr\u00fchst\u00fcck ging es um die dr\u00e4ngende Frage: Wie lassen sich mehr und bezahlbare Wohnungen schneller realisieren? Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thorsten Kornblum betonte trotz wirtschaftlicher Gegenwinde den Willen zur engen Kooperation zwischen \u00f6ffentlicher Hand und Privatwirtschaft.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die Grundsteuerreform und steigende Kosten belasten viele Immobilienbesitzer zus\u00e4tzlich. 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Beide Instrumente sollen B\u00fcrokratie abbauen und Planungssicherheit schaffen \u2013 eine entscheidende Voraussetzung f\u00fcr Investitionen im aktuellen Hochzinsumfeld.<\/p>\n<p>Stadtrat entscheidet im Mai \u00fcber Bau-Beschleuniger<\/p>\n<p>Ein formeller Beschluss des Braunschweiger Stadtrats zur Aktivierung des Bau-Turbos ist f\u00fcr den 12. Mai 2026 vorgesehen. Die Ma\u00dfnahme nutzt vereinfachte Planungsrechte des Bundes, um die Vergabe von Baugenehmigungen zu beschleunigen. \u201eDurch weniger B\u00fcrokratie k\u00f6nnen wir schneller bezahlbaren Wohnraum und zukunftsf\u00e4hige Gewerbefl\u00e4chen schaffen\u201c, so Oberb\u00fcrgermeister Kornblum.<\/p>\n<p>Transparenz und Geschwindigkeit in der Planungsphase sind laut Veranstaltern wie J\u00f6rg Meyer (Braunschweig Zukunft) und Ulf Streit (Grundst\u00fccksgesellschaft Braunschweig) entscheidend. Nur so lie\u00dfen sich Investoren im aktuellen Marktumfeld von neuen Projekten \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Modulbau als Schl\u00fcssel f\u00fcr kosteng\u00fcnstiges Bauen<\/p>\n<p>Als zentrale L\u00f6sung f\u00fcr nachhaltiges und kosteneffizientes Bauen pr\u00e4sentierte Sven Schmittb\u00fcttner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Krebs Group, den <strong>Modulbau<\/strong>. Die reduzierte Komplexit\u00e4t vorfabrizierter Bauteile f\u00fchre zu weniger Abstimmungsaufwand auf der Baustelle und damit zu reibungsloseren Abl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Branchenvertreter wie Matthias Gollmer (Gollmer-Bau) und Joachim D\u00fcppe (Deutsche Reihenhaus) unterstrichen: Kosteneffizienz ist das Gebot der Stunde. Standardisierte Module helfen, steigende Kosten f\u00fcr Material und Arbeit abzufedern. Der Fokus auf nachhaltige Materialien wie Holz verbindet zudem Klimaschutz mit bezahlbarem Wohnen. Diese Ans\u00e4tze sollen eine zentrale Rolle im <strong>\u201ewohnvision\u201c<\/strong>-Strategiemodell der Stadt spielen, das faire Standards f\u00fcr den sozialen Wohnungsbau definiert.<\/p>\n<p>Grundsteuerreform: Hebes\u00e4tze steigen deutlich<\/p>\n<p>Fiskalisch navigiert der Braunschweiger Immobilienmarkt durch die vollst\u00e4ndige Umsetzung der <strong>Grundsteuerreform<\/strong>, die seit 1. Januar 2025 gilt. Nach dem nieders\u00e4chsischen \u201eFl\u00e4chen-Lage-Modell\u201c hat die Stadt die Hebes\u00e4tze angepasst.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Grundsteuer B (bebaute und bebaubare Grundst\u00fccke) gilt 2026 ein Hebesatz von <strong>750 Prozent<\/strong> \u2013 ein Sprung von zuvor 600 Prozent. F\u00fcr land- und forstwirtschaftliche Fl\u00e4chen (Grundsteuer A) sind es 400 Prozent. Die Reform zielt zwar auf kommunale Gesamt-Neutralit\u00e4t ab, f\u00fcr einzelne Eigent\u00fcmer kann die Belastung jedoch je nach Lage und Gr\u00f6\u00dfe stark variieren.<\/p>\n<p>Die Grundsteuer bleibt eine tragende S\u00e4ule des Stadthaushalts. Allein aus der Grundsteuer B erwartet Braunschweig j\u00e4hrlich rund <strong>66 Millionen Euro<\/strong>. Diese Mittel sind essenziell f\u00fcr die Infrastruktur in neuen Quartieren, wie Schulen, Kitas und Sicherheitseinrichtungen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Grundsteuer steigt, versuchen viele Vermieter ihre Rendite durch Mietanpassungen stabil zu halten. 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Ein hoher \u201eBau\u00fcberhang\u201c genehmigter, aber nicht realisierter Projekte aus den Jahren 2024 und 2025 trifft auf verlangsamte Fertigstellungen durch hohe Zinsen und Energiekosten.<\/p>\n<p>Dieses lokale Spannungsfeld spiegelt die nationale Krise. Experten warnten beim \u201eWohnungsbau-Tag 2026\u201c in Berlin, dass die bundesweiten Fertigstellungen 2026 unter <strong>200.000 Einheiten<\/strong> fallen k\u00f6nnten \u2013 weniger als die H\u00e4lfte des urspr\u00fcnglichen Regierungsziels. Vor diesem Hintergrund sind Braunschweigs Initiativen wie \u201ewohnvision\u201c entscheidend, um Fachkr\u00e4ften bezahlbaren Wohnraum nahe dem Arbeitsplatz zu sichern.<\/p>\n<p>Ausblick: Entscheidungen im Mai geben Richtung vor<\/p>\n<p>Der Erfolg der Braunschweiger Strategie h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von den anstehenden Stadtratsbeschl\u00fcssen im Mai und der Bereitschaft der Privatwirtschaft zu innovativen Bauweisen ab. Die Stadt mit gezielten kommunalen Investitionen der Bauindustrie Stabilit\u00e4t bieten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte 2026 bleibt der Fokus auf der Fertigstellung neuer Quartiere und der Belebung von Leerst\u00e4nden in der Innenstadt. Durch das Zusammenspiel von Gesetzes-Turbo, Modulbau und transparenter Steuerpolitik will Braunschweig einen resilienten Immobilienmarkt schaffen, der die Interessen von Investoren, Steuerzahlern und Wohnungssuchenden in Einklang bringt. Der Dialog beim Immobilienfr\u00fchst\u00fcck soll Eckpfeiler dieser kooperativen Strategie bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt Braunschweig plant mit einem Bau-Turbo und vereinfachten Genehmigungen, den Wohnungsbau zu beschleunigen. 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