{"id":93875,"date":"2025-05-08T09:03:11","date_gmt":"2025-05-08T09:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93875\/"},"modified":"2025-05-08T09:03:11","modified_gmt":"2025-05-08T09:03:11","slug":"leitzins-unveraendert-us-notenbank-fed-bietet-praesident-trump-erneut-die-stirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93875\/","title":{"rendered":"Leitzins unver\u00e4ndert: US-Notenbank Fed bietet Pr\u00e4sident Trump erneut die Stirn"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.05.2025 10:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die US-Notenbank Fed hat den Forderungen von Pr\u00e4sident Trump nach Zinssenkungen erneut getrotzt. Damit demonstriert sie auch ihre Unabh\u00e4ngigkeit &#8211; nur zu welchem Preis? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie W\u00e4hrungsh\u00fcter um Fed-Chef Jerome Powell haben den Leitzins gestern Abend in einer einstimmigen Entscheidung in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Das klingt erst einmal wenig spannend. Doch in diesem Nichtstun der US-Notenbank liegt eine wichtige Botschaft.<\/p>\n<p>    Der Elefant im Raum hei\u00dft Trump<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn der gro\u00dfe Elefant im Raum war auch bei diesem Zinsentscheid Donald Trump. Der US-Pr\u00e4sident hatte Powell zuletzt h\u00e4ufig verbal attackiert; erst vor wenigen Tagen dr\u00e4ngte er den Fed-Chef erneut, die Zinsen zu senken. Das z\u00f6gerliche Vorgehen der Fed ist dem selbsternannten &#8222;Niedrigzinstyp&#8220; Trump (&#8222;low interest guy&#8220;) ein Dorn im Auge, hatte er doch noch im Wahlkampf Zinssenkungen versprochen, &#8222;wie Sie sie noch nie zuvor gesehen haben&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf der Pressekonferenz zeigte sich Powell dann &#8222;sichtlich bem\u00fcht, keinerlei Aussagen zu treffen, die ihm weitere Kritik einbringen k\u00f6nnte&#8220;, wie Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister betont. &#8222;Lediglich einmal rutschte er aus seiner Rolle, als er darauf hinwies, dass die Fed der Fiskalpolitik keine Tipps zu geben hat, wie sie das Defizit reduziert, \u00e4hnlich wie sich die Geldpolitik auch keine Ratschl\u00e4ge aus der Fiskalpolitik erhofft.&#8220;<\/p>\n<p>    Fed-Chef demonstriert Unabh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Fed-Chef betonte \u00fcberdies, die Zwischenrufe aus dem Wei\u00dfen Haus h\u00e4tten keinen Einfluss auf die Arbeit der Zentralbank: &#8222;Wir sind in einer guten Position um abzuwarten und haben es nicht eilig.&#8220; Die gestrige Pressekonferenz war damit nicht zuletzt eine Demonstration der Unabh\u00e4ngigkeit der US-Notenbank. Eine Demonstration, die angesichts eines Pr\u00e4sidenten Trump offenbar bitter n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei ist das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Fed-Chef und dem US-Pr\u00e4sidenten schon seit l\u00e4ngerem besch\u00e4digt. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte sich Trump wiederholt \u00f6ffentlich \u00fcber Powell lustig gemacht. Einmal verglich Trump den Fed-Vorsitzenden mit &#8222;einem Golfer, der nicht putten kann&#8220;. Ein anderes Mal beschimpfte er die Fed-Banker als &#8222;Dummk\u00f6pfe&#8220;.<\/p>\n<p>    Z\u00f6gert die Fed nur wegen Trump so lange?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie spannende Frage ist nun: Agiert die Fed wom\u00f6glich falkenhafter, bef\u00fcrwortet also eher h\u00f6here Zinsen, als sie es bei einem anderen Pr\u00e4sidenten t\u00e4te &#8211; nur um ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu demonstrieren? Einige \u00d6konomen hatten die US-Notenbank zuletzt kritisiert, die Fehler aus der Pandemie zu wiederholen und zu lange mit einer Anpassung der Geldpolitik, sprich Zinssenkungen, zu z\u00f6gern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFakt ist: Die Unabh\u00e4ngigkeit der US-Notenbank ist ein hohes Gut. W\u00fcrde man sie in Zweifel ziehen oder gar besch\u00e4digen, dann verl\u00f6ren der Dollar und US-Staatsanleihen schlagartig ihren Status als sicherer Hafen. Eine globale Finanzkrise w\u00e4re die Folge.<\/p>\n<p>    Doppelmandat bereitet Fed Kopfzerbrechen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDieser Gefahren d\u00fcrfte sich Powell mehr als bewusst sein. Das Problem, vor dem die Fed steht: Der von Trump angezettelte Zollkonflikt spiegelt sich noch nicht so recht in den harten Wirtschaftsdaten wider. So stiegen die US-Verbraucherpreise im M\u00e4rz im Jahresvergleich lediglich um 2,4 Prozent nach 2,8 Prozent im Februar. Die Arbeitslosenrate lag zuletzt stabil bei 4,2 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Unsicherheit \u00fcber den Konjunkturausblick habe aber weiter zugenommen, erkl\u00e4rten die W\u00e4hrungsh\u00fcter gestern Abend. Dabei bereitet der Fed auch ihr Doppelmandat Kopfzerbrechen, soll sie doch sowohl f\u00fcr Preisstabilit\u00e4t als auch f\u00fcr Vollbesch\u00e4ftigung sorgen.<\/p>\n<p>    Fed warnt vor Stagflation<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFed-Chef Powell erkl\u00e4rte nun aber, dass wegen der Z\u00f6lle &#8222;die Risiken h\u00f6herer Arbeitslosigkeit und h\u00f6herer Inflation gestiegen&#8220; seien &#8211; ein toxisches Duo, das als Stagflation bekannt ist. Dies ist bislang die deutlichste Warnung einer US-Beh\u00f6rde vor dem Schaden, den die Trumpschen Z\u00f6lle anrichten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Stagflation ist ein Horrorszenario, das jeder Notenbanker gerne vermeiden m\u00f6chte. Das Dilemma f\u00fcr die W\u00e4hrungsh\u00fcter: Steigende Verbraucherpreise m\u00fcssten sie mit steigenden Zinsen bek\u00e4mpfen, w\u00e4hrend ein Konjunkturabschwung und steigende Arbeitslosigkeit f\u00fcr sinkende Zinsen spr\u00e4chen.<\/p>\n<p>    N\u00e4chster Zinsschritt im Juli?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten gehen daher davon aus, dass die Fed weiterhin auf Sicht fahren wird, also von Sitzung zu Sitzung in Abh\u00e4ngigkeit der dann vorliegenden neuen Konjunkturdaten entscheiden wird. Die Notenbanker rechnen f\u00fcr 2025 im Mittel mit einem Leitzins von 3,9 Prozent. Das deutet auf zwei kleine Zinsschritte in diesem Jahr hin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut dem Fed Watch Tool der CME Group d\u00fcrfte die US-Notenbank auf der n\u00e4chsten Sitzung im Juni nochmals die F\u00fc\u00dfe stillhalten und dann im Juli die Zinsen senken; davon gehen aktuell 56 Prozent der Marktteilnehmer aus. Sollte es soweit kommen, k\u00f6nnte Trump diese Zinssenkung als pers\u00f6nlichen Sieg verkaufen &#8211; bleibt zu hoffen, dass die Anleger an den globalen Finanzm\u00e4rkten auch dann noch an eine unabh\u00e4ngige US-Notenbank glauben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 08.05.2025 10:02 Uhr Die US-Notenbank Fed hat den Forderungen von Pr\u00e4sident Trump nach Zinssenkungen erneut getrotzt.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93876,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,11397,30,13,871,19654,14,15,25547,12,38329,113,64,5025,211],"class_list":{"0":"post-93875","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-fed","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-inflation","16":"tag-jerome-powell","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-notenbank","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-stagflation","22":"tag-trump","23":"tag-usa","24":"tag-zinsen","25":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114471410395083580","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93875"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93875\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}