{"id":939305,"date":"2026-04-12T03:48:16","date_gmt":"2026-04-12T03:48:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/939305\/"},"modified":"2026-04-12T03:48:16","modified_gmt":"2026-04-12T03:48:16","slug":"hamburg-schleswig-holstein-guenther-und-die-macht-optionen-nach-der-landtagswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/939305\/","title":{"rendered":"Hamburg &#038; Schleswig-Holstein: G\u00fcnther und die Macht &#8211; Optionen nach der Landtagswahl"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg &amp; Schleswig-HolsteinG\u00fcnther und die Macht &#8211; Optionen nach der Landtagswahl<img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Waehlen-die-Menschen-in-Schleswig-Holstein-Daniel-Guenther-CDU-ein-drittes-Mal-Archivbild.webp.webp\" alt=\"Waehlen-die-Menschen-in-Schleswig-Holstein-Daniel-Guenther-CDU-ein-drittes-Mal-Archivbild\"\/>TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Wer wird Schleswig-Holstein nach 2027 regieren? Ein Politikwissenschaftler nennt die Lage &#8222;ziemlich offen&#8220; \u2013 und rechnet mit dem Comeback einer Partei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kiel (dpa\/lno) &#8211; Regiert die CDU in Schleswig-Holstein nach der Landtagswahl weiter mit den Gr\u00fcnen? Oder wechselt Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther (CDU) den Koalitionspartner? Und was wird aus der AfD, die vor f\u00fcnf Jahren wieder aus dem Landtag geflogen ist? &#8222;Die Situation ist insgesamt eigentlich ziemlich offen&#8220;, sagt der Kieler Politikwissenschaftler Wilhelm Knelangen gut ein Jahr vor der Wahl.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit 43,4 Prozent verfehlte die Union 2022 nur um ein Mandat die absolute Mehrheit. Am 18. April 2027 w\u00e4hlen die Norddeutschen den Landtag neu. Selbst wenn die CDU Prozentpunkte in zweistelliger H\u00f6he verlieren sollte, bliebe sie mutma\u00dflich st\u00e4rkste Kraft an der Waterkant.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wegen der Beliebtheit des Ministerpr\u00e4sidenten bleibe die Union eindeutig in der Favoritenrolle, sagt Knelangen. &#8222;Wenn man seine Reden h\u00f6rt: Das ist wirklich der Bundespr\u00e4sident von Schleswig-Holstein.&#8220; Es gehe um die Vermittlung eines Schleswig-Holstein-Gef\u00fchls, konkrete politische Ziele st\u00fcnden eher im Hintergrund.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Derzeit sind neben CDU und Gr\u00fcnen nur SPD, FDP und SSW im Landtag vertreten. Doch das wird sich voraussichtlich \u00e4ndern. &#8222;Die Chancen der AfD auf einen Wiedereinzug sind sehr gut&#8220;, sagt Knelangen. Zuletzt erzielte sie bei der Bundestags- und der Europawahl auch im Norden zweistellige Ergebnisse.<\/p>\n<p>Comeback der SPD?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Forscher der Kieler Christian-Albrechts-Universit\u00e4t h\u00e4lt es nicht f\u00fcr ausgemacht, dass G\u00fcnther seinem Koalitionspartner \u00fcber April 2027 hinaus treu bleibt. &#8222;Denn bis in die Kernklientel der CDU hinein gibt es eine Verunsicherung \u00fcber den Kurs der Partei. Zum Teil auch mit dem klaren Argument: Wenn ihr weiter mit den Gr\u00fcnen Politik macht, dann ist das nicht mehr unsere Partei&#8220;, sagt Knelangen. Ehrgeiziger als der Bund will Schwarz Schleswig-Holstein bis 2040 und damit f\u00fcnf Jahre fr\u00fcher klimaneutral werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Parteien suchen nach Themen, um es auf inhaltlicher Ebene mit der Union aufzunehmen. &#8222;Es wird schwierig, den Ministerpr\u00e4sidenten als Person ins Visier zu nehmen&#8220;, sagt Knelangen. Wahlstrategen suchten deshalb nach M\u00f6glichkeiten, den Regierungschef inhaltlich in Verlegenheit zu bringen, denn schlie\u00dflich trage er die Verantwortung f\u00fcr die Politik der Landesregierung. Das sei eine Gratwanderung. &#8222;Die SPD hat nur eine Chance, wenn es ihr gelingt, G\u00fcnther beim Schlafittchen zu nehmen, ohne dabei selbst unter die R\u00e4der zu kommen.&#8220; Bei G\u00fcnther habe er nicht den Eindruck, dass die Luft raus ist.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Als Schaltzentrale im System G\u00fcnther gilt der m\u00e4chtige Staatskanzlei-Chef Dirk Schr\u00f6dter. G\u00fcnther und SPD-Gegenkandidat Ulf K\u00e4mpfer eine das erz\u00e4hlerische Talent, sagt Knelangen. &#8222;Eine solche Person haben die Gr\u00fcnen im Moment nicht.&#8220; Das sei aber auch kein Problem. &#8222;Denn man wird in Deutschland nicht nur deshalb gew\u00e4hlt, weil man nett ist, sondern weil eine ansprechende Person \u00fcberzeugende politische Ideen verk\u00f6rpert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Sozialdemokraten lagen 2022 mit 16 Prozent noch hinter den Gr\u00fcnen (18,3 Prozent). K\u00e4mpfer war fr\u00fcher Staatssekret\u00e4r unter dem damaligen Umweltminister Robert Habeck (Gr\u00fcne). Er kann sich nach seinem Ausscheiden als Kieler Oberb\u00fcrgermeister am 21. April ganz dem Wahlkampf widmen.<\/p>\n<p>Was die Opposition denkt<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">K\u00e4mpfer sieht die Partei in einer herausfordernden, aber chancenreichen Position. &#8222;Wenn die letzten Landtagswahlen eines gezeigt haben, dann, dass man mit alltagsrelevanten Forderungen und einem \u00fcberzeugenden Kandidaten schnell aufholen und auf Tuchf\u00fchlung mit dem vermeintlichen Favoriten kommen kann.&#8220; Er hofft auf eine Mehrheit der bis 2017 im Land regierenden K\u00fcstenkoalition aus SPD, Gr\u00fcnen und SSW.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Daniel G\u00fcnther hat in fast zehn Jahren wenig Bleibendes hinterlassen und gerade in der zweiten Amtszeit vor allem die Macht f\u00fcr die CDU verwaltet, nicht zuletzt mit vielen zus\u00e4tzlichen Posten im Regierungsapparat&#8220;, sagt K\u00e4mpfer. Leidenschaft entfalte G\u00fcnther nur bei seinem inszenierten Dauerzwist mit dem bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Markus S\u00f6der (CSU) oder bei Themen, die gar nicht in Schleswig-Holstein entschieden w\u00fcrden wie eine Zuckersteuer oder Social-Media-Verbote.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die dr\u00e4ngenden Probleme vernachl\u00e4ssige die Regierung str\u00e4flich. Ob Bildung, Bauen oder Bahn: \u00dcberall passiere zu wenig. &#8222;Am dringendsten ist die Aufgabe, in Schleswig-Holstein wieder Aufbruchsstimmung und einen kr\u00e4ftigen Wirtschaftsaufschwung hinzukriegen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie steht das Land im Vergleich zu 2017?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nach fr\u00fcheren Angaben des Statistikamtes gab es damals preisbereinigt 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum im Norden. Deutschlandweit stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent. Das BIP bildet den Wert aller erzeugten G\u00fcter und Dienstleistungen ab. Nach vorl\u00e4ufigen Berechnungen legte es in Schleswig-Holstein 2025 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 0,9 Prozent zu. Bundesweit stieg es dagegen real nur um 0,2 Prozent.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Seit 2017 legte das BIP im Norden um gut 41 Prozent zu und damit st\u00e4rker als im Bundesschnitt von knapp 37 Prozent. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnte die \u00fcberwiegend mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gte Wirtschaft zwischen Nord- und Ostsee sein, die in der Vergangenheit auf Krisen nicht ganz so stark reagierte wie eher industriell gepr\u00e4gte Regionen. Das Land setzt stark auf gr\u00fcne Energien. Allerdings klappt l\u00e4ngst nicht alles, wie das finanzielle Desaster bei der Ansiedlung einer Batteriefabrik von Northvolt zeigte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Schleswig-Holstein hat im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern weniger Steuerkraft, daf\u00fcr h\u00f6here Schulden. Das macht es Koalitionen jedweder Couleur schwer zu gestalten. Und dabei muss das Land mit zwei K\u00fcsten und mehreren Inseln mehr Infrastukur-Kosten stemmen.<\/p>\n<p>Was folgt<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">FDP-Landeschef Christopher Vogt vermisst neue Impulse in der Wirtschaftspolitik. &#8222;Vom &#8222;ersten klimaneutralen Industrieland&#8220; ist \u00fcberhaupt nichts zu sehen. Es boomt eigentlich nur die Wehrtechnikbranche, ansonsten droht eine zunehmende De-Industrialisierung, durch die viele qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze wegfallen.&#8220; Schwarz-Gr\u00fcn stehe f\u00fcr Stillstand und habe keine gemeinsamen Projekte mehr.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Die versprochenen Entlastungen f\u00fcr die Familien sind ausgefallen, es wurden stattdessen verfassungswidrige Haushalte verabschiedet und viele Millionen bei der gescheiterten Northvolt-Ansiedlung in den Sand gesetzt&#8220;, sagt Vogt. Beide Seiten gefielen sich in der Rolle als Regierungspartei, die bei Problemen vor allem an den Bund appelliert. &#8222;Das ist viel zu wenig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Gr\u00fcnen-Landeschef Gazi Freitag sieht das nat\u00fcrlich anders. &#8222;Wir stehen f\u00fcr ein soziales, \u00f6kologisches Schleswig-Holstein, das zusammenh\u00e4lt &#8211; in Stadt und Land.&#8220; Die Menschen w\u00fcssten, wie wichtig gr\u00fcne Politik sei &#8211; &#8222;gerade in Zeiten, in denen Krisen, Kriege und Klimakatastrophen vieles ins Wanken bringen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und was sagt die Partei der d\u00e4nischen und friesischen Minderheit? &#8222;Das Fell wird erst verteilt, wenn der B\u00e4r erlegt ist&#8220;, mein SSW-Fraktionschef Christian Dirschauer. \u00dcber Koalitionen spreche er erst nach der Wahl.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">AfD-Landeschef Kurt Kleinschmidt reagierte nicht auf eine Anfrage, G\u00fcnther wollte sich nicht zur Landtagswahl \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg &amp; Schleswig-HolsteinG\u00fcnther und die Macht &#8211; Optionen nach der LandtagswahlTeilenFolgen auf: Wer wird Schleswig-Holstein nach 2027 regieren?&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":939306,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692],"class_list":{"0":"post-939305","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116389695142025516","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/939305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=939305"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/939305\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/939306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=939305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=939305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=939305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}