{"id":939609,"date":"2026-04-12T06:54:17","date_gmt":"2026-04-12T06:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/939609\/"},"modified":"2026-04-12T06:54:17","modified_gmt":"2026-04-12T06:54:17","slug":"hoellenritt-paris-roubaix-fressen-oder-gefressen-werden-tadej-pogacar-jagt-den-letzten-mythos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/939609\/","title":{"rendered":"H\u00f6llenritt Paris &#8211; Roubaix: Fressen oder gefressen werden \u2013 Tadej Pogacar jagt den letzten Mythos"},"content":{"rendered":"<p>H\u00f6llenritt Paris &#8211; Roubaix Fressen oder gefressen werden \u2013 Tadej Pogacar jagt den letzten Mythos12.04.2026, 06:51 Uhr <img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autor-fallback.svg\" alt=\"image\"\/>Von Martin Armbruster<\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(07:58 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Cycling-122th-Paris-Roubaix-World-Champion-Tadej-Pogacar-SVN-UAE-Team-Emirates-XRG-powers-over-the-l.webp\" alt=\"Cycling-122th-Paris-Roubaix-World-Champion-Tadej-Pogacar-SVN-UAE-Team-Emirates-XRG-powers-over-the-legendary-cobbles-of-sector-4-Carrefour-de-l-Arbre-on-his-way-to-a-2th-place-finish-122th-Paris-Roubaix-1\"\/>Tadej Pogacar will sich am Sonntag bei Paris &#8211; Roubaix unsterblich machen. (Foto: IMAGO\/Content Curation)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Tadej Pogacar dominiert den Radsport wie vor ihm nur \u00dcber-Ikone Eddy Merckx. Am Sonntag will der Slowene das einzige &#8222;Monument&#8220; gewinnen, das ihn noch vom Belgier trennt. Seine Form ist be\u00e4ngstigend.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Eddy Merckx nannte man den &#8222;Kannibalen&#8220;, weil der Belgier im Radsport einfach alles so oft gewann, ohne seine Gier nach noch mehr Siegen je zu befriedigen. Miguel Indurain, in den Neunzigern f\u00fcnfmal in Serie Triumphator bei der Tour de France und zweimal beim Giro d&#8217;Italia, ging als &#8222;M\u00f6rder mit den zw\u00f6lf Z\u00e4hnen&#8220; in die Geschichte ein. Der imposante Baske ging nie aus dem Sattel und l\u00e4chelte anscheinend, w\u00e4hrend er seine leidenden Rivalen im Gebirge eliminierte. Der Sizilianer Vincenzo Nibali, der im vergangenen Jahrzehnt den Grand-Tour-Hattrick schaffte, firmierte als &#8222;Hai von Messina&#8220;, weil er sich wie ein Raubtier anschlich, um im entscheidenden Moment in Form einer Attacke zuzubei\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und Tadej Pogacar, der Slowene, der den Radsport seit ein paar Jahre eisern im Griff hat? Wird von Fans, Medien und im Peloton &#8222;Pogi&#8220; gerufen. Das klingt wie die Figur aus einem Cartoon f\u00fcr Kinder, passt aber durchaus zum Charakter des 27-J\u00e4hrigen. Auf Pogacar blicken zwar alle mit Ehrfurcht. Aber Abneigung oder gar Abscheu, die Dominatoren \u00e0 la Merckx oder Lance Armstrong einst entgegenfuhr, zieht &#8222;Pogi&#8220; nicht auf sich. Dabei haben seine Rivalen jeden Grund, Pogacar im Stillen zu verteufeln.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Denn Tadej Pogacar ist sehr wohl ein &#8222;Kannibale&#8220;. Genau wie Merckx (und anders als etwa Indurain oder sein Hauptkonkurrent Jonas Vingegaard) begn\u00fcgt er sich nicht mit Erfolgen bei den gro\u00dfen, dreiw\u00f6chigen Rundfahrten in Frankreich, Italien oder Spanien. Pogacar will mehr. Einfach alles. Die Tour de France hat er schon viermal gewonnen, im Sommer kann er mit den Rekordsiegern Jacques Anquetil, Merckx, Bernard Hinault und Indurain gleichziehen. Im Radsport-Kosmos zweifelt keiner daran, dass Pogacar dies gelingt, zu sehr hat der Profi des UAE Teams Emirates in den vergangenen beiden Jahren die Tour der Leiden in Alpen und Pyren\u00e4en dominiert. <\/p>\n<p>Im Vorjahr tadelte &#8222;K\u00f6nigin der Klassiker&#8220; Pogacar unsanft<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das wichtigste Rennen f\u00fcr Tadej Pogacar ist ein anderes. Ein Eintagesrennen. Das ber\u00fchmteste und h\u00e4rteste der Welt. Eine Hatz \u00fcber 30 Sektoren Kopfsteinpflaster, je nach Wetter durch Staub oder Matsch. Eine Tortur f\u00fcr die menschliche Haut, die \u00fcber 258,3 Kilometer fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zerfetzt. Ein Fiasko f\u00fcr Pumpe, Lunge und Waden. Im schlimmsten Fall ein Knochenbrecher-Rennen. Paris &#8211; Roubaix, die &#8222;K\u00f6nigin der Klassiker&#8220;. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Radsport hat f\u00fcnf &#8222;Monumente&#8220;, alles Mythen f\u00fcr sich. Alle sind sie enorm bedeutsam, allesamt kn\u00fcppelhart. Paris &#8211; Roubaix sticht heraus. Das Rennen in der &#8222;H\u00f6lle des Nordens&#8220; ist der Gipfel der Monumente. Wer im Velodrom von Roubaix gewinnt und den legend\u00e4ren Pflasterstein bekommt, wird selbst Teil des Mythos&#8216;. Eddy Merckx hat den Klassiker dreimal gewonnen (1968, 1970 und 1973), Tadej Pogacar noch nie. Aber er hat bei der H\u00f6llenjagd ja auch erst einmal mitgemacht. Das war im Vorjahr und der Weltmeister musste direkt leidvoll erfahren, warum dieses teuflische Radrennen so schwer zu gewinnen ist wie kein anderes. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Pogacar k\u00e4mpfte \u2013 wie h\u00e4tte es anders sein k\u00f6nnen \u2013 direkt um den Sieg, lieferte sich ein packendes Duell mit seinem Rivalen Mathieu van der Poel. Im gef\u00fcrchteten Wald von Arenberg hatten sie angegriffen und die Spreu vom Weizen getrennt, der Klassiker-Spezialist Wout van Aert lie\u00df abrei\u00dfen. Auf Kopfsteinpflaster-Sektor 15 erh\u00f6hte Pogacar die Schlagzahl derart, dass nur noch van der Poel zu folgen vermochte. Doch dann passierte es. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">38 Kilometer vor dem Ziel tadelte die K\u00f6nigin den ungeheuerlichen Pogacar. Auf Sektor neun fuhr der Mann im Regenbogentrikot zu schnell in eine Rechtskurve und kam zu Fall. Nicht schlimm, aber rennentscheidend. Van der Poel nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich 20 Sekunden ab. Danach baute der Belgier sein Polster auf den aus dem Tritt gekommenen Pogacar aus. Van der Poel erreichte das Velodrom 1:18 Minuten eher. Der geschlagene K\u00f6nig wurde nur Zweiter. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am Sonntag fordert Pogacar Revanche. Und die einzige Frage, die sich vor der 123. Auflage der &#8222;Reine des Classiques&#8220;, stellt, lautet: Ist Tadej Pogacar in seiner derzeitigen Form \u00fcberhaupt zu schlagen (immer unter der Pr\u00e4misse, dass das stets lauernde H\u00f6llenschicksal nicht allzu stark zuschl\u00e4gt)? Zwei der vier Fr\u00fchjahrs-Monumente hat Pogacar dieses Jahr schon gewonnen. Am 21. M\u00e4rz siegte er zum ersten Mal bei Mailand &#8211; Sanremo, der 300 Kilometer langen Fahrt von der Lombardei nach Ligurien, und schloss die erste L\u00fccke in seiner monumentalen Bilanz. Vor zwei Wochen jubelte Pogacar zum dritten Mal bei der Flandern-Rundfahrt. In einem atemberaubenden Katz-und-Maus-Spiel sch\u00fcttelte der Slowene die zwei M\u00e4nner ab, die ihm f\u00fcr gew\u00f6hnlich am ehesten gef\u00e4hrlich werden: van der Poel und Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wer nach der Machtdemonstration in Flandern eine Kampfansage des Weltmeisters erwartet hatte, den entt\u00e4uschte Pogacar. &#8222;Die Motivation ist hoch, der Druck niedrig &#8211; so niedrig wie der Reifendruck sein wird&#8220;, wiegelte er mit Blick auf Paris &#8211; Roubaix ab. Ein Understatement ganz nach &#8222;Pogi&#8220;-Art. Man werde sehen, was in &#8222;L\u2019Enfer du Nord&#8220; passiere. &#8222;Es stehen jetzt zwei von f\u00fcnf&#8220;, machte er zugleich keinen Hehl daraus, in diesem Jahr alle Monumente kassieren zu wollen (nach Paris &#8211; Roubaix folgt L\u00fcttich &#8211; Bastogne &#8211; L\u00fcttich). Die Lombardei-Rundfahrt vom vergangenen Herbst mitgez\u00e4hlt, hat Pogacar vier Klassiker in Serie gewonnen. Insgesamt triumphierte er schon zw\u00f6lfmal bei den wichtigsten Eintagesrennen des Radsports, nur Merckx hat mit 19 mehr auf dem Konto. Und die \u00dcber-Ikone ist Pogacars Ma\u00dfstab, die letzte Dimension, in die es vorzusto\u00dfen gilt.<\/p>\n<p>Bremst das Wetter den K\u00f6nig?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">2026 soll das Jahr des Tadej Pogacar werden, die ultimative Kr\u00f6nung. Gewinnt er Paris &#8211; Roubaix und im Sommer ein f\u00fcnftes Mal die Tour, s\u00e4\u00dfe er im Pantheon der gr\u00f6\u00dften Radfahrer endg\u00fcltig in Reihe eins der Loge neben dem &#8222;Kannibalen&#8220;. Alles spricht daf\u00fcr, dass Pogacar am Sonntag die ersten Tritte zur Unsterblichkeit macht. Das Niveau des Dominators, &#8222;nimmt jede Hoffnung \u2013 so gro\u00df ist der Unterschied&#8220;, seufzte Pogacars Mitbewerber Oliver Naesen. Es ist wie zu Zeiten Merckx&#8216;. Pogacar mag \u00e4u\u00dferlich nicht als Kraftpaket wie einst der Belgier daherradeln. Doch ist der 1,76 Meter gro\u00dfe und 65 Kilogramm leichte Mann mit den schmalen Schultern nicht weniger Kannibale. Pogacar kann \u2013 f\u00fcr eine kurze, aber entscheidende Zeit \u2013 Wattzahlen treten wie niemand sonst. Ob im Gebirge oder auf t\u00fcckischen Klassikerpassagen. Wenn &#8222;Pogi&#8220; antritt, h\u00e4lt die Konkurrenz allenfalls kurz mit. Legt Pogacar den n\u00e4chsten Gang ein, frisst er einen nach dem anderen auf, bis keiner mehr am Hinterrad h\u00e4ngt. Tadej Pogacar \u2013 das ist eine monstr\u00f6se Einsamkeit des Seins auf zwei R\u00e4dern. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am ehesten trauen die Experten noch van der Poel zu, Pogacar das letzte Teil im Monumenten-Puzzle weiter vorzuenthalten. &#8222;In manchen Szenarien hat van der Poel noch einen kleinen Vorteil \u2013 besonders wenn das Wetter nass wird&#8220;, h\u00e4lt Rennleiter Therry Gouvenou die Hoffnung auf einen spannenden Sonntag hoch. Historisch betrachtet ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Himmel \u00fcber der H\u00f6lle seine Schleusen \u00f6ffnet. Legenden, Husarenritter und Hasardeure sind dann schon oft gefallen. Und doch ist es eine Sache der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass sich der K\u00f6nig am Sonntag mit der K\u00f6nigin verm\u00e4hlt \u2013 und Tadej Pogacar den letzten Mythos auf seiner Speisekarte verputzt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"H\u00f6llenritt Paris &#8211; Roubaix Fressen oder gefressen werden \u2013 Tadej Pogacar jagt den letzten Mythos12.04.2026, 06:51 Uhr Von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":939610,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[136],"tags":[29,30,9408,265,9410],"class_list":{"0":"post-939609","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sport","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-radsport","11":"tag-sport","12":"tag-tadej-pogacar"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116390426874955421","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/939609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=939609"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/939609\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/939610"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=939609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=939609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=939609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}