{"id":940113,"date":"2026-04-12T11:56:15","date_gmt":"2026-04-12T11:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/940113\/"},"modified":"2026-04-12T11:56:15","modified_gmt":"2026-04-12T11:56:15","slug":"borussia-dortmund-pfiffe-und-aerger-schlotterbecks-verlaengerung-spaltet-den-bvb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/940113\/","title":{"rendered":"Borussia Dortmund: Pfiffe und \u00c4rger \u2013 Schlotterbecks Verl\u00e4ngerung spaltet den BVB"},"content":{"rendered":"<p>Vertragsverl\u00e4ngerungen mit wichtigen Spielern werden von den Fans h\u00e4ufig bejubelt. Nico Schlotterbeck wurde nun ausgepfiffen \u2013 der Anhang nimmt ihm die Identifikation mit dem BVB nicht mehr ab. Das dokumentiert die zunehmenden Widerspr\u00fcchlichkeiten im Profifu\u00dfball.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Carsten Cramer was not amused. Es gebe zwar \u201eeine freie Meinungs\u00e4u\u00dferung\u201c, sagte der Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des BVB: \u201eAber wir sind eine Gemeinschaft und als Vertreter von Borussia Dortmund m\u00f6chte ich einfach nicht, dass Spieler von uns auf dem Rasen mit schwarz-gelbem Trikot mit Pfiffen konfrontiert werden.\u201c So etwas, erkl\u00e4rte Cramer, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/article69da719fd37b53a6197c785c\/borussia-dortmund-pfiffe-schweigen-verschwinden-nico-schlotterbecks-duesteres-heimspiel.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/article69da719fd37b53a6197c785c\/borussia-dortmund-pfiffe-schweigen-verschwinden-nico-schlotterbecks-duesteres-heimspiel.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201egeh\u00f6rt sich nicht.\u201c<\/a><\/p>\n<p>Ein nicht unerheblicher Teil der Fans des Tabellenzweiten sieht das ganz anders. Nico Schlotterbeck, noch vor geraumer Zeit ein Publikumsliebling in Dortmund, wurde ausgepfiffen. Bereits als Stadionsprecher Norbert Dickel vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen den Namen des Abwehrspielers verlesen hatte, gab es laute Unmutsbekundungen \u2013 vor allem von der S\u00fcdtrib\u00fcne. Sowie anschlie\u00dfend bei vielen seiner Ballber\u00fchrungen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article69da2103d37b53a6197c73aa\/bundesliga-bei-der-niederlage-des-bvb-gegen-bayer-leverkusen-pfeifen-die-fans-nico-schlotterbeck-aus.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article69da2103d37b53a6197c73aa\/bundesliga-bei-der-niederlage-des-bvb-gegen-bayer-leverkusen-pfeifen-die-fans-nico-schlotterbeck-aus.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auch nach dem 0:1 (0:1) der Dortmunder gab es nur ein Thema: <\/a>Was ist von der Vertragsverl\u00e4ngerung, auf die sich der BVB und Schlotterbeck nach einem fast halbj\u00e4hrigen Gezerre geeinigt haben und die am Freitag verk\u00fcndet wurde, zu halten? Der Innenverteidiger, der noch bis Juni 2027 unter Vertrag gestanden hatte, bleibt nun bis 2031 ein Borusse \u2013 falls nicht doch eine vereinbarte Klausel greifen sollte. Die soll besagen, dass bestimmte Spitzenvereine den 26-J\u00e4hrigen f\u00fcr eine fixe Summe aus dem Vertrag herauskaufen k\u00f6nnen. Die Rede ist von 50 bis 60 Millionen Euro, die dann f\u00e4llig w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Klausel ist offenbar der Knackpunkt<\/p>\n<p>F\u00fcr die BVB-Verantwortlichen \u2013 Cramer, Sportgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lars Ricken und der neue Sportdirektor Ole Book \u2013 war diese Ausstiegsklausel offenbar die einzige M\u00f6glichkeit, einen drohenden wirtschaftlichen Verlust zu vermeiden. Denn sonst h\u00e4tte Schlotterbeck nicht verl\u00e4ngert und zum Ablauf seines alten Vertrages abl\u00f6sefrei gehen k\u00f6nnen. Der Knackpunkt ist jedoch: Die Klausel kann offenbar jederzeit aktiviert werden \u2013 also wohl auch schon <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/wm\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/wm\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nach der Weltmeisterschaft im Sommer (11. Juni bis 19. Juli)<\/a> und damit unmittelbar vor Beginn der kommenden Bundesligasaison.<\/p>\n<p>Sollte dieser Fall eintreten, w\u00fcrde der BVB zwar gutes Geld einnehmen \u2013 d\u00fcrfte aber unter Zugzwang stehen, in relativ kurzer Zeit einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Dies ist die Achillesferse eines Deals, der ansonsten aus \u00f6konomischer Sicht alternativlos f\u00fcr den Verein war.<\/p>\n<p>Deshalb gibt es massive Kritik. Sind die Dortmunder Schlotterbecks Interessen zu weit entgegengekommen? Haben sie, statt sich Planungssicherheit zu verschaffen, genau das Gegenteil erreicht? Nach Informationen von WELT soll Sebastian Kehl, der Vorg\u00e4nger von Book als Sportdirektor, in den vergangenen Monaten dagegen gewesen sein, dass solch eine Klausel bereits vor der kommenden Spielzeit greift.<\/p>\n<p>\u201eWir haben das Szenario vermieden, dass er im Zweifel im Sommer unter seinem Wert wechseln kann. Oder das noch gr\u00f6\u00dfere Szenario: einen auslaufenden Vertrag\u201c, erkl\u00e4rte dagegen Ricken. Unmittelbar nach Schlotterbecks R\u00fcckkehr von der Nationalmannschaft habe man sich zusammengesetzt. Book, Schlotterbeck und er seien die sportlichen Perspektiven durchgegangen. Dann habe der Spieler seine grunds\u00e4tzliche Bereitschaft zu einer Verl\u00e4ngerung signalisiert. In den folgenden Tagen seien vertragliche Details geregelt worden. \u201eEr hatte seine Erwartungshaltung, wir hatten Bedingungen, und wir haben uns dann in ein paar Tagen immer mehr angen\u00e4hert.\u201c Ricken bezeichnete die Vereinbarung als \u201eWin-win-Situation\u201c f\u00fcr beide Seiten.<\/p>\n<p>Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dieses Gesch\u00e4ft zu erkl\u00e4ren \u2013 in einer Branche, in der nach wie vor Emotionen eine gro\u00dfe Rolle spielen. Besonders bei Traditionsvereinen wie dem BVB erheben Fans Anspruch auf Identifikation \u2013 und die Verantwortlichen haben ihnen oft genug suggeriert, bei den Spielern darauf zu achten. Die Erwartungshaltung der Anh\u00e4nger an Schlotterbeck war, dass er sich bedingungslos bekennt \u2013 und sich nicht mehrere Hintert\u00fcrchen offenh\u00e4lt. Deshalb wurde er ausgepfiffen.<\/p>\n<p>\u201eWir sind sehr froh, dass Schlotti verl\u00e4ngert hat. Er hat sich das verdient. Ich glaube, es hat keiner verdient, ausgepfiffen zu werden, vor allem nicht hier im eigenen Stadion. Das schadet uns als Mannschaft, das muss jeder auf der Trib\u00fcne wissen\u201c, sagte Waldemar Anton. Der Verteidiger-Kollege von Schlotterbeck wirkte am Samstag fast noch angefasster als der Betroffene selbst. \u201eSo etwas k\u00f6nnen wir als Mannschaft nicht akzeptieren, das ist ein Unding\u201c, so Anton.<\/p>\n<p>Zuspruch bekam Schlotterbeck, der es am Samstag vorzog, zu schweigen, auch von Julian Brandt. \u201eDas Wichtigste f\u00fcr ihn ist, klar zu bleiben. Er ist ein sehr, sehr anerkannter Spieler bei uns in der Mannschaft, wir m\u00f6gen ihn. F\u00fcr den Verein ist es sensationell, dass es hinbekommen wurde, eine L\u00f6sung zu finden. Alles andere sind dann immer ein paar Echos, die dazugeh\u00f6ren\u201c, erkl\u00e4rte der Mittelfeldspieler. Das ist die Sichtweise eines Profis \u2013 die von vielen Fans jedoch nicht geteilt wird.<\/p>\n<p>Brandt hatte vor ein paar Monaten \u00fcbrigens ebenfalls vor der Frage gestanden, wie es weitergehen wird. Er hat sich, anders als Schlotterbeck, f\u00fcr einen klaren Schnitt entschieden und erkl\u00e4rt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Eine interessante Randnotiz, die aber die ganze Widerspr\u00fcchlichkeit des Profifu\u00dfballs offenbart, gibt es auch noch zu vermelden. Borussia Dortmund hat ausgerechnet in diesen Tagen zwei Sondertrikots auf den Markt gebracht: eines von Brandt und eines von Schlotterbeck. Auf der R\u00fcckseite des Schlotterbeck-Shirts, das sowohl in der Heim- als auch in der Ausw\u00e4rtsversion verf\u00fcgbar ist, ist in die R\u00fcckennummer vier ein Portr\u00e4t Schlotterbecks eingearbeitet \u2013 auf dem der Nationalspieler bei einem Torjubel seinen Bizeps zeigt. Es ist ein Bild, das St\u00e4rke zum Ausdruck bringt \u2013 und Identifikation.<\/p>\n<p>Es gibt halt nichts, was sich nicht irgendwie doch kommerzialisieren l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vertragsverl\u00e4ngerungen mit wichtigen Spielern werden von den Fans h\u00e4ufig bejubelt. 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