{"id":943803,"date":"2026-04-13T23:59:14","date_gmt":"2026-04-13T23:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/943803\/"},"modified":"2026-04-13T23:59:14","modified_gmt":"2026-04-13T23:59:14","slug":"trotz-milliardenausgaben-rueckschlag-fuer-europas-superdrohne-frankreich-steigt-aus-projekt-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/943803\/","title":{"rendered":"Trotz Milliardenausgaben: R\u00fcckschlag f\u00fcr Europas Superdrohne \u2013 Frankreich steigt aus Projekt aus"},"content":{"rendered":"<p>Ein weiteres europ\u00e4isches Vorzeigeprojekt mit Problemen: Frankreich will sich nicht mehr an der sogenannten Eurodrohne beteiligen. Zur\u00fcckbleiben Deutschland, Spanien und Italien. Die Franzosen begr\u00fcnden den Ausstieg mit der ver\u00e4nderten Kriegsf\u00fchrung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es galt als Vorzeigeprojekt Europas f\u00fcr die angestrebte Souver\u00e4nit\u00e4t bei gro\u00dfen milit\u00e4rischen Aufkl\u00e4rungsdrohnen: Vor zehn Jahren fiel der Startschuss f\u00fcr die Entwicklung und den Bau der Eurodrohne, eines m\u00e4chtigen unbemannten Flugzeugs. Beteiligt sind neben Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Die Entwicklungs- und Produktionskosten werden auf knapp acht Milliarden Euro veranschlagt, f\u00fcr eine Drohne, die 2027 ihren Erstflug und 2030 einsatzbereit sein soll. Doch jetzt zieht Frankreich die Rei\u00dfleine und steigt aus dem Vorhaben aus.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckzug geht aus der Milit\u00e4rplanung der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte hervor und Verteidigungsministerin Catherine Vautrin best\u00e4tigte am Mittwoch vor der Nationalversammlung den Ausstieg. Er ist Teil einer Umschichtung von Verteidigungsausgaben, mit der Priorit\u00e4t auf Drohnen-Schw\u00e4rme, Cyber und autonome Systeme. Den Schwerpunkt legt Paris nunmehr auf g\u00fcnstigere, souver\u00e4ne Drohnen, also kleinere, taktische Systeme. Die Eurodrohne gilt als \u201eweniger geeignet f\u00fcr Konflikte hoher Intensit\u00e4t\u201c, womit offensichtlich gemeint ist, dass sie zu gro\u00df, zu schwer, zu teuer und zu verwundbar ist. Der Chef des franz\u00f6sischen Stabes der Luft- und Weltraumstreitkr\u00e4fte bezeichnete das System sogar als \u201egestrige Drohne\u201c, f\u00fcr deren Betrieb eine \u201eenorme Infrastruktur\u201c n\u00f6tig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rexperten verweisen auf den Ukraine-Krieg, der zeige, wie Drohnenschw\u00e4rme zum zentralen Faktor moderner Kriegsf\u00fchrung geworden sind. Eine neue \u00c4ra f\u00fcr unbemannte, kosteng\u00fcnstige und zunehmend autonome Systeme sei angebrochen, die traditionelle Taktiken, Luftabwehr und sogar die operative Planung grundlegend ver\u00e4ndere. Als die Planungen f\u00fcr die Eurodrohne vor zehn Jahren begannen, war diese Entwicklung noch nicht absehbar.<\/p>\n<p>Der Ausstieg Frankreichs aus dem Eurodrohne-Projekt kommt nicht v\u00f6llig \u00fcberraschend. Es gab von Anfang an Kritik aus Paris an der Gr\u00f6\u00dfe, dem Gewicht und dem Konzept der Drohne. Deutschland pochte auf zwei Motoren als Antrieb, um mehr Sicherheit bei Fl\u00fcgen im zivilen Luftraum zu haben. Frankreich wollte nur einen Motor, \u00e4hnlich wie bei den US-Modellen.<\/p>\n<p>Drei bis viermal so teuer wie das US-Modell MQ-9 Reaper<\/p>\n<p>Das Tauziehen um die Auslegung der Eurodrohne verz\u00f6gerte das Projekt um mindestens 18 Monate und sorgte f\u00fcr steigende Kosten. Inzwischen ist die Eurodrohne drei- bis viermal teurer als das US-Modell MQ-9 Reaper, das halb so schwer wie die Eurodrohne ist und nur einen Motor besitzt. Daf\u00fcr soll die elf bis 13 Tonnen schwere Eurodrohne mit 30 Meter Spannweite bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben dem Schwerpunkt der Aufkl\u00e4rung soll die Eurodrohne zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt auch bewaffnet sein, w\u00e4hrend das US-Modell bereits jetzt kampferprobt ist. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt soll die Eurodrohne \u201elange \u00fcber feindlichem Gebiet kreisen, alles sehen und abh\u00f6ren und Ziele finden \u2013 und bei Bedarf pr\u00e4zise zuschlagen\u201c.<\/p>\n<p>Deutschland will bisher 21 Eurodrohnen (sieben Systeme) beschaffen, Italien 15 (f\u00fcnf Systeme) und Spanien zw\u00f6lf (vier Systeme). Frankreich wollte ebenfalls zw\u00f6lf Drohnen (vier Systeme) kaufen. Angeblich wollen die nach dem Ausstieg Frankreichs verbleibenden drei Nationen das Programm fortsetzen, womit sich ihre Kosten um \u00fcber 700 Millionen Euro erh\u00f6hen w\u00fcrden. Das Eurodrohne-Projekt mit der Fachbezeichnung \u201eMale Rpas\u201c steht unter der Regie der europ\u00e4ischen R\u00fcstungsbeschaffungsorganisation Occar.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist die industrielle Beteiligung an dem Vorhaben. Die F\u00fchrung und das Sagen hat Deutschland mit der Airbus-R\u00fcstungssparte als Hauptauftragnehmer. Auch Airbus-Spanien ist eingebunden. Aus Frankreich ist der Luftfahrtkonzern Dassault Aviation beteiligt und aus Italien der R\u00fcstungskonzern Leonardo. Die Triebwerke stammen von Avio Aero aus Italien, Teil von GE Aviation. Pikant ist die bisherige Zusammenarbeit von Airbus und Dassault bei der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article249809846\/Eurodrohne-Rueckschlag-fuer-Europas-zweifelhaftes-Superdrohnen-Projekt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article249809846\/Eurodrohne-Rueckschlag-fuer-Europas-zweifelhaftes-Superdrohnen-Projekt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurodrohne<\/a>. Diese beiden Konzerne streiten aktuell um ihr B\u00fcndnis beim k\u00fcnftigen europ\u00e4ischen Kampfflugzeug im FCAS-Projekt. Wom\u00f6glich trennen sich auch bei diesem R\u00fcstungsprojekt Deutschland und Frankreich. Die Eurodrohne wird bislang als Bestandteil des vernetzten Luftkampfsystems <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article699c0ecac1f940724fddfdc8\/streit-um-fcas-die-bemerkenswerte-warnung-des-ex-airbus-chefs-vor-einem-deutschen-kampfjet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article699c0ecac1f940724fddfdc8\/streit-um-fcas-die-bemerkenswerte-warnung-des-ex-airbus-chefs-vor-einem-deutschen-kampfjet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FCAS<\/a> gesehen. Das gesamte Konzept d\u00fcrfte bei einer Trennung auf den Pr\u00fcfstand kommen. <\/p>\n<p>Bei Airbus will man den Ausstieg Frankreichs aus dem Eurodrohnen-Projekt nicht im Detail kommentieren. \u201eAirbus f\u00fchrt positive Gespr\u00e4che mit den Eurodrohne-Partnernationen \u00fcber die n\u00e4chsten Phasen des Programms. Diese Gespr\u00e4che sind vertraulich\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher auf Anfrage. <\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzcentrum von WELT und \u201e<\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\"><b>Business Insider Deutschland<\/b><\/a><b>\u201c erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/gerhard-hegmann\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/gerhard-hegmann\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Gerhard Hegmann<\/b><\/a><b> ist freier Wirtschaftsredakteur und berichtet seit Jahrzehnten insbesondere \u00fcber die R\u00fcstungs- und Raumfahrtindustrie.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein weiteres europ\u00e4isches Vorzeigeprojekt mit Problemen: Frankreich will sich nicht mehr an der sogenannten Eurodrohne beteiligen. 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