{"id":944009,"date":"2026-04-14T01:53:17","date_gmt":"2026-04-14T01:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/944009\/"},"modified":"2026-04-14T01:53:17","modified_gmt":"2026-04-14T01:53:17","slug":"promi-gastronom-kaefer-vermisst-das-besondere-flair-der-muenchner-schickeria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/944009\/","title":{"rendered":"Promi-Gastronom K\u00e4fer vermisst das besondere Flair der M\u00fcnchner Schickeria"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Herr K\u00e4fer, k\u00f6nnen Sie loslassen? Sie sind 68 Jahre alt und haben verk\u00fcndet, bis mindestens 2030, also weit \u00fcber 70 hinaus,\u00a0arbeiten zu wollen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">MICHAEL K\u00c4FER:<\/strong> Ja, denn 2030 wird unser Feinkost-, Event- und Catering-Unternehmen 100 Jahre alt. Ich werde sogar noch ein klein wenig l\u00e4nger als 2030 arbeiten, weil meine Kinder noch relativ jung sind. Ich erkenne bei unseren Zwillingss\u00f6hnen Raphael und Nikolas zwar Talent f\u00fcr das Unternehmertum, sie sind aber erst 15 Jahre alt. Doch ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass wir bei K\u00e4fer gute Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer haben, die mir viel Arbeit abnehmen. Ich kann immer mehr Aufgaben abgeben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">K\u00f6nnen Sie wirklich Arbeit delegieren?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> In einem Dienstleistungsberuf wie unserem zu delegieren, ist wahnsinnig schwierig. Denn Dienstleistung, insbesondere Gastronomie und Catering, besteht aus vielen Details. Wir sind kein Industrie-Unternehmen, bei dem man nach einem klaren Plan produziert. Bei K\u00e4fer ist jeder Tag anders, je nach Veranstaltung. Wir sind ja auch vom Wetter abh\u00e4ngig. Da muss man schnell umdisponieren k\u00f6nnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">So ganz klappt das mit dem Loslassen also nicht, oder?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Auch weil ich als Chef in einem Unternehmen wie unserem vorleben muss, wie wir die hohen K\u00e4fer-Qualit\u00e4tsstandards einhalten k\u00f6nnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sind Sie ein Perfektionist? Vor unserem Gespr\u00e4ch haben Sie in einem Raum hier am Stammsitz in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe \u00fcberpr\u00fcft, ob der Heizk\u00f6rper stark genug aufgedreht ist. Sie sollen ja selbst Gl\u00fchbirnen, die kaputt sind, selbst auswechseln.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Ich achte auf Details. Das mit den Gl\u00fchbirnen stimmt. Bei einer Veranstaltung stellte ich fest, dass die St\u00fchle eiskalt waren. Ich habe mir dann F\u00f6hne bringen lassen und die St\u00fchle warm gef\u00f6hnt.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie haben selbst St\u00fchle gef\u00f6hnt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, denn solche Details sind so wichtig in der Dienstleistungswelt. Ich hatte schlie\u00dflich die St\u00fchle vor der Veranstaltung \u00fcberpr\u00fcft und habe beim Probesitzen festgestellt, dass sie ausgek\u00fchlt sind.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie sind als Chef eines Gastro-Imperiums mit 1600 Besch\u00e4ftigten ein Probesitzer?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, und das versuche ich auch, unseren Mitarbeitenden zu vermitteln. Es ist ratsam, sich vor einer Veranstaltung an einen der Tische zu setzen, um zu begreifen, wie sich ein Gast f\u00fchlt, was er sieht und was ihn vielleicht st\u00f6ren k\u00f6nnte.\u00a0Das ist sehr lehrreich. Manchmal sehe ich Staub in einem Fenster. Den putze ich dann weg.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Bei aller Service-Mentalit\u00e4t: Ist es nicht \u00fcbertrieben, St\u00fchle vor einer Veranstaltung zu f\u00f6hnen? Das k\u00f6nnte fast eine Szene aus einem Dietl-Film sein.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Nein, das ist nicht \u00fcbertrieben. Denn bei der Veranstaltung habe ich durch das Probesitzen herausgefunden, dass die Holzst\u00fchle l\u00e4nger im Freien standen und deswegen stark ausgek\u00fchlt waren. Ich fragte mich damals: Was empfinden\u00a0insbesondere Frauen, wenn sie sich mit eleganten\u00a0d\u00fcnnen Kleidern auf solche St\u00fchle setzen? Mir war klar, dass gerade Frauen sich dann unwohlf\u00fchlen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Und wie haben Sie so schnell F\u00f6hne organisiert?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das war ein privates Fest. Wir haben alle F\u00f6hne, die wir schnell in der N\u00e4he auftreiben konnten, genommen und rasch losgelegt. Das hat ein wenig geholfen. Die Summe der Kleinigkeiten l\u00e4sst G\u00e4ste sich wohlf\u00fchlen und einen sch\u00f6nen Abend erleben. Und dann haben Sie mich noch gefragt, warum ich die Heizung in einem Raum vor unserem Gespr\u00e4ch selbst hochgedreht habe.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Nach der Stuhl-Episode liegt Ihre Antwort nahe.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, ich wusste, dass dort in zwei Stunden eine Veranstaltung beginnt. Der Raum war zu k\u00fchl. Ich dachte, wenn G\u00e4ste in einen solch k\u00fchlen Raum kommen, dr\u00fcckt das auf ihre Stimmung. Da hilft das tollste Essen und der beste Service nichts. Ich lebe diesen Sinn f\u00fcr entscheidende Kleinigkeiten meinen Besch\u00e4ftigten vor. Mir macht diese Arbeit eben Spa\u00df. Und ich sage durchaus auch mal etwa einem Kellner, dass er selbst\u00a0erkennen m\u00fcsste, dass ein Raum zu k\u00fchl ist oder G\u00e4ste Zugluft ausgesetzt sind. Und schauen Sie mal nach oben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Was sieht man da in Ihrem B\u00fcro?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Zwei Lampen sind ausgebrannt. Das habe ich gerade erst gesehen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie sind also ein Perfektionist. So lautet eine Ihrer Devisen f\u00fcr Veranstaltungen wie etwa Hochzeiten: \u201eAuch das letzte Bier morgens um halb f\u00fcnf muss schmecken.\u201c\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das ist meine Philosophie, weil der Gastgeber auch f\u00fcr das letzte Bier morgens um halb f\u00fcnf Geld bezahlt und eine entsprechende Erwartungshaltung hat. Wenn das Bier morgens um halb f\u00fcnf perfekt serviert wird, ist der Gastgeber umso mehr \u00fcberrascht und beh\u00e4lt unseren Service in guter Erinnerung. Nat\u00fcrlich funktioniert bei uns nicht immer alles optimal. Mit Checklisten versuchen wir aber, Fehler zu vermeiden.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sta52532.jpg\" alt=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer macht mit seinem Unternehmen auch in Krisenzeiten gute Gesch\u00e4fte.\" title=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer macht mit seinem Unternehmen auch in Krisenzeiten gute Gesch\u00e4fte.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer macht mit seinem Unternehmen auch in Krisenzeiten gute Gesch\u00e4fte.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer macht mit seinem Unternehmen auch in Krisenzeiten gute Gesch\u00e4fte.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Wie darf man sich Michael K\u00e4fer als Gast vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Wenn ich bei einer Veranstaltung eingeladen bin, f\u00fcr die wir nicht den Auftrag bekommen haben, ist das ein Problem f\u00fcr mich. Und wenn ich in ein Restaurant gehe, beobachte ich alle Details. So richtig entspannen kann ich dann nicht. So sehe ich etwa, ob Tee richtig serviert wird oder ob wir etwas von anderen Restaurants lernen k\u00f6nnen. Ich bin eben mit der Gastronomie und dem Catering aufgewachsen. Das sch\u00e4rft den Blick.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Auf alle F\u00e4lle sollte man daf\u00fcr sorgen, dass Ihr Unternehmen die Feier ausrichtet, wenn Sie Gast der Veranstaltung sind. Sind Sie ein ehrgeiziger Mensch?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja. So \u00e4rgert es mich als treuen Fan des FC Bayern bis heute, dass wir nicht das Catering f\u00fcr die Allianz-Arena bekommen haben und sich ein Konkurrent durchgesetzt hat. Ich gebe jedoch niemals auf und hoffe, dass wir irgendwann den Zuschlag erhalten. Was das Schlimmste f\u00fcr mich ist: Der Kollege macht einen guten Job in der Allianz-Arena.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Beim Wettbewerb um den Auftrag f\u00fcr die Allianz-Arena sollen Sie am Ende zu vorsichtig gewesen sein und der Konkurrent hat Sie ausgestochen. Stimmt diese in M\u00fcnchen kursierende Geschichte?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, das stimmt. Damals habe ich einen Fehler gemacht. Das geh\u00f6rt zum Gesch\u00e4ft. Das Allianz-Thema arbeitet jedenfalls nach wie vor in mir. Wer wei\u00df, pl\u00f6tzlich tun sich unerwartete Chancen auf. So habe ich das Catering f\u00fcr die Oper in M\u00fcnchen zur\u00fcckgewonnen. Ich liebe jedenfalls diesen Beruf, auch weil Kundinnen und Kunden meistens positiv auf unsere Arbeit reagieren. Gibt es kein direktes Feedback, sehe ich etwa an den Tellern, ob die G\u00e4ste zufrieden sind.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie inspizieren also die Teller nach einer Veranstaltung.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, haben die Kunden aufgegessen, sehe ich, dass sie zufrieden sind.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Und was k\u00f6nnen Sie sonst noch alles aus Tellern herauslesen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Unl\u00e4ngst habe ich einen Teller von uns ausgemacht, der mir weniger gefiel.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Warum das denn?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Weil ich erkannte, dass der Lachs nicht so geschnitten ist, wie das K\u00e4fer-Standard ist.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Worin besteht der K\u00e4fer-Lachs-Standard?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Graved\u00a0Lachs wird bei uns in Scheiben geschnitten. Auf besagtem Teller wurde er jedoch in St\u00fccken\u00a0serviert. Am n\u00e4chsten Tag habe ich die Verantwortlichen darauf angesprochen. Und ich habe Ihnen gesagt, dass ich bei Graved Lachs erwarte, dass immer eine kleine Kartoffel dabei ist. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/bayerns-gaststaetten-praesidentin-inselkammer-warnt-vor-dem-verlust-der-haelfte-der-wirtshaeuser-07-08-110528113\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Die Kartoffel fehlte indes. F\u00fcr mich war der Teller nicht K\u00e4fer-like, sondern nur in Ordnung.<\/a>\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">So viel ist bislang klar geworden: Sie begn\u00fcgen sich nicht damit, dass Dinge in Ordnung sind.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Genau. So weit es geht, bin ich eben Perfektionist. Nat\u00fcrlich macht es in unserem Beruf auch einen gewissen Charme aus, wenn die Dinge nicht ganz so perfekt sind. Der Lachs h\u00e4tte aber perfekt sein m\u00fcssen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Damit ist die K\u00e4fer-Lachsfrage gekl\u00e4rt. Was z\u00e4hlt f\u00fcr Sie am Ende am meisten im Service?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Eine charmante, l\u00e4chelnde Servicekraft, die ausnahmsweise einmal Gerichte von der falschen Seite aus serviert, ist mir lieber als ein charmbefreiter Stursch\u00e4del, der stets von der richtigen Seite serviert. Perfektion allein reicht nicht. Der Gast muss auch ein gutes Gef\u00fchl haben. Zuletzt bekam ich einen mit der Hand geschriebenen Brief \u00fcber eine Seite von einem liebenswerten Kunden, der sich bei uns bedankt hat. Das ist sch\u00f6ner, als Geld zu verdienen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir aber\u00a0auch Geld verdienen, zumal wir weiter wachsen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Wie schaut es mit dem Geldverdienen aus?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Gut. So konnten wir im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 250 Millionen Euro einen Gewinn von rund zehn Prozent erzielen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sp\u00fcren Sie die Wirtschaftskrise gar nicht? Die Menschen m\u00fcssten doch in Deutschland weniger feiern.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Wir sind zufrieden. Unser Gesch\u00e4ft ist stabil. Der Veranstaltungsbereich bewegt sich auf einem Umsatz-Niveau wie im vergangenen Jahr.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Wie erkl\u00e4ren Sie sich diese f\u00fcr K\u00e4fer \u00fcberraschend positive Entwicklung?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ich habe einen Erkl\u00e4rungsansatz daf\u00fcr gefunden, weshalb unser Veranstaltungs- und Eventbereich nach wie vor gut l\u00e4uft. Das hat etwas mit dem Siegeszug von Social Media zu tun. Du brauchst heute Content.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Doch Sie servieren etwa bei einem fliegenden Buffet H\u00e4ppchen, also N\u00e4hrwerte, und keinen inhaltlichen Content.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Aber durch Veranstaltungen, bei denen wir das Catering \u00fcbernehmen, entsteht Content.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Das m\u00fcssen Sie erkl\u00e4ren.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Wenn Unternehmen etwa ein neues Parf\u00fcm oder eine neue Mode-Kollektion vorstellen, ist es f\u00fcr sie am g\u00fcnstigsten, die Produkte im Rahmen einer kleinen Veranstaltung zu pr\u00e4sentieren. Dann k\u00f6nnen Sie diesen Anlass nutzen, um entsprechende Beitr\u00e4ge auf Social Media zu posten. Und Influencer, die auf der Party dabei sind, berichten auf sozialen Medien dar\u00fcber. Die Rechnung ist ganz einfach: Mit einer Veranstaltung f\u00fcr 200 Leute, die ein Unternehmen f\u00fcr das Catering\u00a0vielleicht 20.000 Euro kostet, steigert es dank all der Influencer die Reichweite so stark, dass sich das Investment locker rentiert.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Somit werden Influencer als neue digitale Schickeria zu guten Freunden von K\u00e4fer. Sie nennen sich einen \u201egeliehenen Freund\u201c, was die Beziehung zu Ihrer Kundschaft ausmacht. Haben Sie noch Zeit, selbst tiefgehende Freundschaften zu schlie\u00dfen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das ist schwierig. Durch meinen Beruf lerne ich unglaublich viele Menschen kennen. Doch tiefe Freundschaften, in denen man sich dem anderen weit \u00f6ffnet, schlie\u00dft man eigentlich\u00a0nur in der Jugend. Einige Freunde wie Lothar Matth\u00e4us habe ich dann sp\u00e4ter noch gewonnen. Doch meist bin ich ein Freund auf Zeit, der Kundinnen und Kunden bei Veranstaltungen zur Seite steht.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie sollen in Ihrem Leben auf \u00fcber 30.000 Partys und Veranstaltungen gewesen sein. Kann das stimmen?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, diese Zahl habe ich hochgerechnet. Aber ich habe auch mit zw\u00f6lf Jahren angefangen, im Betrieb meines Vaters Gerd K\u00e4fer zu arbeiten. Ich arbeite seit 56 Jahren in der Gastronomie.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Wie \u00fcbersteht man so viele Partys, wenn man wie Sie h\u00e4ufig zu sp\u00e4t ins Bett kommt? Sie haben ja auch die Zeit als Chef der legend\u00e4ren M\u00fcnchner Diskothek P1 \u00fcberlebt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Ich habe das geschafft, weil ich durch solche Veranstaltungen, aber auch bei den Events im P1 immer wieder einen Adrenalinschub bekommen habe, wenn sich Erfolg eingestellt hat. Dann wiegt auch der Stress nicht mehr so stark. Ich schlafe halt a bisserl weniger. Das geht schon. In den vergangenen Jahren habe ich auch etwas zur\u00fcckgesteckt, weil ich mich auf unsere guten Leute verlassen kann. So besteht mein Job immer mehr darin, Kunden Wertsch\u00e4tzung sp\u00fcren zu lassen und auf Details zu achten.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Bei \u00fcber 30.000 Veranstaltungen: Was war die beste Party Ihres Lebens?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Keine Ahnung. Das Gesch\u00e4ft ist schnelllebig. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/bayerns-brauer-praesident-schneider-kasten-bier-eines-mittelstaendischen-brauers-muesste-20-bis-25-euro-kosten-13-02-113343649\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Eine Party folgt auf die andere.<\/a>\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Aber an manche Partys werden Sie sich doch besonders erinnern.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, so haben wir einmal f\u00fcr einen M\u00fcnchner Kunden in Marokko ein Fest ausgerichtet. Teil des Festes war ein Ritt mit Kamelen. Nach zehn Minuten sahen die G\u00e4ste ein Schild mit der Aufschrift \u201eOase\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Das w\u00e4re auch eine Episode f\u00fcr Dietls Meisterst\u00fcck \u201eKir Royal\u201c gewesen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (L\u00c4CHELT):<\/strong> Zumal die Oase in Marokko ein bayerisches Bier-Zelt war. Das war genial: Da standen die Kamele vor dem Bierzelt. Die marokkanischen Kellner trugen Lederhosen. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bestand f\u00fcr uns darin, bayerisches Bier nach Marokko einzuf\u00fchren. Zwar gab es in Marokko Heineken-Bier. Aber kann man Heineken-Bier in einem bayerischen Bierzelt ausschenken?\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Das geht gar nicht.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Genau. Das w\u00e4re das Schlimmste, was man sich antun kann. Und ich bin ja auch Wiesn-Wirt. Irgendwie ist es uns doch gelungen, bayerisches Bier am marokkanischen Zoll vorbei zu lotsen. Seitdem m\u00fcssen wir aber als K\u00e4fer in Marokko auf dem Index stehen. Es gab immer wieder Stress.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Nun w\u00e4re es interessant, wer damals auf Kamelen zur bayerischen Bier-Oase geritten ist und was dort noch so alles passiert ist.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das sage ich Ihnen aber nicht. Diskretion ist ein wesentlicher Bestandteil meines Gesch\u00e4fts.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Der geliehene Freund ist also ein diskreter Freund.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Der geliehene Freund muss diskret sein. Zu Zeiten meines Vaters Gerd K\u00e4fer war das noch anders. Da war es am wichtigsten, nach einer Party am n\u00e4chsten Tag in der Zeitung zu stehen. Sonst war die Party nicht gut. Heute wollen Promis in Zeiten von Social Media anonym bleiben. Und das versuchen wir, Ihnen zu erm\u00f6glichen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">In Ihren P1-Zeiten war das noch ganz anders.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Damals zwischen Mitte der 80er-Jahre bis hinein in die 90er-Jahre war M\u00fcnchen eine tolle Stadt.\u00a0\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">M\u00fcnchen leuchtete damals noch, w\u00e4hrend es heute allenfalls schimmert.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Es ist ein ganz anderes M\u00fcnchen geworden. M\u00fcnchen ist eine Wirtschaftsstadt geworden. Es ist mehr Geld in der Stadt. Fr\u00fcher, in den 80er-Jahren, war M\u00fcnchen eine Kunst- und Kulturstadt. Man sah noch die Kriegssch\u00e4den. Bayerischer Charme pr\u00e4gte die Stadt. Wir hatten das Gl\u00fcck, dass der Musik-Riese Ariola in M\u00fcnchen sa\u00df. Viele Schauspieler lebten in M\u00fcnchen, weil in Geiselgasteig viele Filme gedreht wurden. Daraus entwickelte sich eine spannende Szene. Diese Szene gibt es heute so nicht mehr. M\u00fcnchen ist anders, aber nach wie vor eine wunderbare Stadt. Ich m\u00f6chte nirgendwo anders leben.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">In Erinnerung an die 80er-Jahre kann man als M\u00fcnchner wehm\u00fctig werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, es ist schade, dass es all diese Typen nicht mehr gibt. Typen wie den Vorstadt-Stenz Monaco Franze von Helmut Dietl existierten wirklich in M\u00fcnchen. Manchmal kommt auch bei mir Wehmut auf, weil ich das alte M\u00fcnchen so gut kenne.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sta52529.jpg\" alt=\"Michael K\u00e4fer schaut aus einem Fenster des Stammsitzes in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe.\" title=\"Michael K\u00e4fer schaut aus einem Fenster des Stammsitzes in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Michael K\u00e4fer schaut aus einem Fenster des Stammsitzes in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Michael K\u00e4fer schaut aus einem Fenster des Stammsitzes in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Ist das Schickimicki-M\u00fcnchen mit der Bussi-Bussi-Gesellschaft Geschichte? Wird in M\u00fcnchen noch kr\u00e4ftig wie in den 80er- und 90er-Jahren gefeiert?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das Schickimicki-M\u00fcnchen ist verschwunden, auch wenn sich der Nimbus aus vergangenen Zeiten h\u00e4lt. Auf alle F\u00e4lle ist das Oktoberfest nach wie vor das beste Fest, das ich kenne. M\u00fcnchen ist insofern keine zur\u00fcckhaltende Stadt wie norddeutsche St\u00e4dte. Doch M\u00fcnchen gl\u00e4nzt nicht mehr so wie fr\u00fcher.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Woran liegt das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das liegt auch daran, dass es all diese schimmernden Pers\u00f6nlichkeiten wie Rudolph Moshammer, Walter Sedlmayr, Helmut Fischer oder Helmut Dietl nicht mehr gibt. Ich vermisse diese M\u00fcnchner Originale. Ich vermisse auch Franz Josef Strau\u00df. Die CSU-Legende war gut f\u00fcr M\u00fcnchen und Bayern. In diesem positiven Klima ist unsere Firma gro\u00df geworden. Doch die bayerische Lebensart mit ihrem gro\u00dfen Charme verschwindet immer mehr. Es gibt sie noch ein wenig am Tegernsee. Das war\u2018s dann aber auch. Ich w\u00fcnsche mir ein wenig mehr Helmut Dietl f\u00fcr M\u00fcnchen. Leben und leben lassen, darauf kommt es an.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Einst zog M\u00fcnchen Stars magnetisch an.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Damals kamen Freddie Mercury, Tina Turner, Whitney Houston oder Mick Jagger nach M\u00fcnchen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Haben Sie Jagger kennengelernt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Jagger stand bei uns im P1 an der Bar, sprach mit einer Frau und keiner hat sich um ihn gek\u00fcmmert. Das w\u00e4re heute unm\u00f6glich, w\u00fcrde doch sofort jemand ein Foto von ihm samt der Frau mit seinem Handy knipsen und via Social Media \u00f6ffentlich machen. Dann w\u00fcrde \u00fcberall geschrieben: Jagger hat eine neue Freundin. Fr\u00fcher war das alles unkomplizierter. Wir waren damals der beste Club in der Stadt. Nach Schallplattenaufnahmen\u00a0oder Filmdrehs in Geiselgasteig kamen die Stars zu uns ins P1.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Kam auch Freddie Mercury von seinem geliebten Glockenbach-Viertel r\u00fcber zu Ihnen ins P1?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Selten. Die anderen Mitglieder von Queen waren h\u00e4ufiger da. Doch es gab einen legend\u00e4ren Auftritt von Queen mit Freddie Mercury im P1, als die Band-Mitglieder dort ihre letzte Welt-Tournee verk\u00fcndet haben. Da kamen Journalisten\u00a0aus aller Welt zu uns.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie hatten damals schon ein H\u00e4ndchen daf\u00fcr, wie man als Unternehmer Aufmerksamkeit erzeugt. Waren Sie in j\u00fcngeren P1-Jahren ein Provokateur?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (SCH\u00dcTTELT DEN KOPF):<\/strong> Ganz und gar nicht.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Wirklich? Hing da nicht ein Jesus am Kreuz im P1? Das war doch ein pfundiger Skandal.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Wenn, dann wurde ich ganz unbewusst zum Provokateur. Als junger Mann habe ich in New York in Clubs verr\u00fcckte Partys kennengelernt. Das Konzept habe ich mit nach M\u00fcnchen gebracht. Und dann\u00a0gab es in M\u00fcnchen noch reichlich Klatsch-Journalisten wie Michael Graeter. Der hat viel f\u00fcr uns im P1 getan.<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/trotz-sinkendem-bierkonsum-hofbraeu-beschert-bayern-millionen-gewinne-102992429\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> Das vergesse ich ihm nie.<\/a>\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Und wie war das mit dem Jesus?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Manchmal sind im P1 Dinge passiert, die ich im Nachhinein bereue. So haben wir damals keine Jesus-, sondern eine R\u00f6mer-Party veranstaltet. Im Zuge dessen habe ich viel \u00fcber Journalismus gelernt.\u00a0\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Erz\u00e4hlen Sie.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Wie gesagt, es sollte eine R\u00f6mer-Party werden. Wir haben Schauspieler engagiert, die sich als R\u00f6mer verkleidet haben. Einer darunter hatte sich als Jesus verkleidet, was ich zun\u00e4chst gar nicht bemerkt habe. Dann erschien ein cleverer Fotograf und bat den Schauspieler in Jesus-Aufmachung, f\u00fcr ein Foto mit zwei Frauen, die nicht ganz bedeckt angezogen waren, zu posieren.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Der Skandal war perfekt.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Aber unbeabsichtigt. Ich schaffte es damals mit dem P1 in das Streiflicht der S\u00fcddeutschen Zeitung auf der ersten Seite. Darauf bin ich bis heute stolz. Aber nach der Sache hatte ich wirklich ein schlechtes Gewissen, was ich einem Journalisten einer Zeitung gestand. Ich sagte ihm dann auch, dass ich alles wieder gutmachen m\u00f6chte, indem ich die Einnahmen der R\u00f6mer-Party f\u00fcr einen sozialen Zweck spende. Am n\u00e4chsten Tag erschien die Schlagzeile: \u201eKatholische Kirche: Wir lassen uns von den Schickimickis nicht kaufen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Das ist journalistisch gut gedreht.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Die haben mich gut reingelegt. Das war aus Sicht der Journalisten perfekt gemacht. Wir vom P1 haben damals der Abendzeitung drei Tage lang Geschichten f\u00fcr die Titelseite beschert. Ich war selbst schuld. Aber auch eine andere Motto-Party lief aus dem Ruder.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Spielen Sie auf die legend\u00e4re Fred-Feuerstein-Party an?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ja, ein Jahr nach der R\u00f6mer-Party haben wir uns vorgenommen, mal eine Feier zu veranstalten, bei der nichts passieren kann, aber auch gar nichts. So entschieden wir uns f\u00fcr das harmlose Motto \u201eFred Feuerstein\u201c. Dann kamen wir auf die Idee, einen Knochen samt einem netten Brief als Einladung zu verschicken. Dummerweise haben wir die Knochen bei einem Metzger bestellt. Sie\u00a0wurden gefroren geliefert und wir haben nicht gesehen, dass\u00a0noch ein wenig Fleisch dran war.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Was sich als fatal erwies.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Denn es war damals sehr warm in M\u00fcnchen. So lagen in den\u00a0Briefk\u00e4sten pl\u00f6tzlich blutverschmierte Plastikbeutel mit einem Knochen als Einladung f\u00fcr die Feuerstein-Party im P1. Unter anderem bekam ein Arzt auf diese Weise Post von uns. Seine Arzthelferin rief bei der Polizei an, weil sie bef\u00fcrchtete, dass irgendjemand einen Finger verschickt hat. An dem Tag muss in M\u00fcnchen sonst gar nichts los gewesen sein, fand der Knochen, der wie ein Finger aussah, doch Eingang in den Polizeibericht.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Was ein Journalist wiederum kundig ausschlachtete.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Und wir hatten wieder Stress. Und wieder geschah es unbeabsichtigt. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/interview-innegrit-volkhardt-chefin-des-bayerischen-hofs-id67173921.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Heute kann ich dar\u00fcber lachen<\/a>.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Damit sind Sie ein unbeabsichtigter Provokateur.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Die Dinge sind einfach so passiert.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Es war jedenfalls alles andere als einfach, als Normalsterblicher ins P1 zu kommen, musste man sich doch einen Weg an der h\u00e4rtesten T\u00fcr der Republik vorbeibahnen. Heute k\u00f6nnen Sie es ja verraten: Wie kam man ins P1? Im Jahr 2017 haben Sie sich von Ihren Anteilen am P1 getrennt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sta52530.jpg\" alt=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer trinkt Tee w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs.\" title=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer trinkt Tee w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer trinkt Tee w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer trinkt Tee w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ich wei\u00df es nicht. Jan Klophaus verantwortete einst die T\u00fcr. Mich h\u00e4tte er auch nicht ins P1 gelassen, wenn er mich nicht gekannt h\u00e4tte.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie w\u00e4ren damals also als unbekannter Michael K\u00e4fer nicht ins P1 gekommen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ich w\u00e4re nicht ins P1 gekommen. Jan Klophaus war damals voll auf dem intellektuellen Trip. Sein liebster Gast war der Dichter Wolf Wondratschek. Im Nachhinein war die harte T\u00fcr des P1 ein geniales Marketing-Instrument. Das geschah wiederum nicht bewusst, sondern hat sich so ergeben. Auf alle F\u00e4lle konnte Jan Klophaus Lederhosen und Dirndl nicht ausstehen. Wer w\u00e4hrend der Wiesn-Zeit bayerisch angezogen war, durfte nichts\u00a0ins P1 rein. So haben sich am Parkplatz vor dem Haus der Kunst reihenweise Menschen ihrer Tracht entledigt und sich umgezogen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Trotz aller P1-Erfolge standen Sie irgendwann vor der Frage, ob Sie Nachtclub-K\u00f6nig oder Unternehmer werden wollen. Warum haben Sie sich f\u00fcr Letzteres, also die komplette \u00dcbernahme des Familienunternehmens entschieden?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Das war die richtige Entscheidung. Der Anfang war hart, geriet das Unternehmen im Zuge der Rezession Anfang der 90er-Jahre in Schieflage. Ich hatte damals meinen Vater ausgezahlt und viel in die Firma investiert. Geld wurde knapp und Banken fragten kritisch bei mir nach. Interessenten machten sich Hoffnungen, unser Unternehmen f\u00fcr einen Schn\u00e4ppchenpreis zu ergattern. So habe ich gelernt, dass ausreichende Liquidit\u00e4t das Wichtigste f\u00fcr einen Unternehmer ist. Zum Gl\u00fcck ging es gut aus. Das war der entscheidende Punkt in meiner unternehmerischen Karriere. Ich habe mir gesagt: Jetzt erst recht.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Was sagte Ihr Vater zu Ihrem Geschick als Unternehmer?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Unser Verh\u00e4ltnis war damals angespannt. Er hatte Angst, dass ich sein Lebenswerk kaputtmache.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie haben bekannt, dass Sie erst am Sterbebett Ihres Vaters erkannt haben, wie sehr er Sie liebt.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Heute\u00a0ist mir klar, dass mein im Jahr 2015 verstorbener Vater in einer Zeit aufgewachsen ist, in der M\u00e4nner oft die Liebe zu ihren Kindern anders als heute nicht so sehr zeigen konnten. Ich wollte auf alle F\u00e4lle meinem Vater beweisen, dass ich es drauf habe. Hierin liegen sicher auch die Wurzeln meines Ehrgeizes.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Hat Sie Ihr Vater gef\u00f6rdert?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Er hat mir viele Freiheiten gelassen. Mit 15, 16 war ich auf dem Oktoberfest sozusagen der verantwortliche Bauleiter, also K\u00fcmmerer f\u00fcr unsere K\u00e4fer-Sch\u00e4nke. Und mein Vater hat mich fr\u00fch zu den Beh\u00f6rden geschickt. Dabei habe ich ungeheuer viel gelernt. Mein Vater war gro\u00dfz\u00fcgig. Ich habe gutes Geld verdient. Aber er hat mich nicht einfach mal in den Arm genommen, wie ich das mit meinen Kindern mache.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Noch eine Einlass-Frage: Wie kriegt man bei Ihnen einen Tisch auf der Wiesn? Das scheint noch schwieriger zu sein, als fr\u00fcher ins P1 zu kommen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Die Tische werden im wahrsten Sinne des Wortes vererbt. Wenn jemand einen Tisch hat, gibt er ihn nicht mehr\u00a0her. Und wenn doch mal ein Tisch frei werden sollte, haben nat\u00fcrlich langj\u00e4hrige Kunden von uns Vorrang.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Also ist es selbst f\u00fcr diejenigen, die \u201ein\u201c sind, schwer, beim K\u00e4fer auf der Wiesn drin zu sein.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Zumal in unserer Wiesn-Sch\u00e4nke exakt nur 1.500\u00a0G\u00e4ste Platz finden. Mein Tipp ist: Wir haben\u00a0auf der Wiesn zus\u00e4tzlich 200 Pl\u00e4tze im \u00fcberdachten Freisitz und bis zu 1.900 im Garten. Wer etwa am Nachmittag\u00a0kommt, sollte bei uns im Freien einen Platz finden. Am Mittag oder Nachmittag gef\u00e4llt es mir bei sch\u00f6nem Wetter und wei\u00df-blauem Himmel auf der Wiesn ohnehin am besten. Ich gehe dann drau\u00dfen immer wieder durch die Reihen, setze mich auch mal hin, um zu sp\u00fcren, wie es den G\u00e4sten gef\u00e4llt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Jetzt hat M\u00fcnchen mit dem 35-j\u00e4hrigen Gr\u00fcnen Dominik Krause einen neuen Oberb\u00fcrgermeister und Chef-Anzapfer auf der Wiesn. Reiter und M\u00fcnchen haben nicht mehr zusammengepasst. Wie schmeckt Ihnen das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Dieter Reiter hat als Oberb\u00fcrgermeister sehr viel f\u00fcr M\u00fcnchen getan. Er war ein gro\u00dfartiger Oberb\u00fcrgermeister.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">So gro\u00dfartig fanden ihn viele M\u00fcnchner dann auch wegen seiner FC-Bayern-Aff\u00e4re nicht mehr.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Ich finde, dass man mit Dieter Reiter nicht fair umgeht. Als Demokrat akzeptiere ich aber die Entscheidung der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler. Jetzt m\u00fcssen wir Dominik Krause, der einen sympathischen Eindruck macht, eine Chance geben. Es wird vermutlich nicht ganz einfach f\u00fcr ihn, eine so gro\u00dfe Stadt mit all ihren Beh\u00f6rden und in der aktuellen Haushaltslage zu f\u00fchren. Aber wir M\u00fcnchner m\u00fcssen ihm Zeit geben, in die gro\u00dfen Stiefel seines Vorg\u00e4ngers hinein zu wachsen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sta52531.jpg\" alt=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer hat in seiner P1-Zeit viel erlebt. Manche Party geriet zum Skandal.\" title=\"Der Gastronom Michael K\u00e4fer hat in seiner P1-Zeit viel erlebt. Manche Party geriet zum Skandal.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer hat in seiner P1-Zeit viel erlebt. Manche Party geriet zum Skandal.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der Gastronom Michael K\u00e4fer hat in seiner P1-Zeit viel erlebt. Manche Party geriet zum Skandal.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Sie sind auf alle F\u00e4lle ein Menschenfreund, lautet Ihr Credo doch: \u201eMan muss Menschen lieben.\u201c Machen uns viele Menschen die\u00a0Liebe zu ihnen nicht oft allzu schwer?<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Meine Frau Clarissa und ich versuchen, unseren Kindern immer wieder zu vermitteln, dass man Menschen gern haben muss. Wer Menschen nicht gerne hat, kann unseren Beruf nicht aus\u00fcben. Die Liebe zu Menschen kann man sich nicht antrainieren. Diese Liebe muss in einem heranwachsen. Man muss sie sp\u00fcren. Ich kenne nicht viele Menschen, die ich nicht mag.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Zu Ihnen in die K\u00e4fer-Sch\u00e4nke in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe kommen jedenfalls auch immer wieder Politiker. So sa\u00dfen einst der CSU-Grande Edmund Stoiber und Angela Merkel, als sie noch Kanzlerin war, in Ihrem nur sechs Quadratmeter gro\u00dfen, holzvert\u00e4felten B\u00fcrost\u00fcberl. Heute k\u00f6nnen Sie ja erz\u00e4hlen, was die beiden damals besprochen haben.<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER (LACHT):<\/strong> Da m\u00fcssen Sie schon die Stube befragen. Wenn sie reden k\u00f6nnte, w\u00e4re das Stoff f\u00fcr spannende B\u00fccher. Das B\u00fcrost\u00fcberl hei\u00dft so, weil es einst das Abrechnungsb\u00fcro war. Dort kann man wunderbar Gespr\u00e4che f\u00fchren, ohne dass jemals einer davon erf\u00e4hrt.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Es gab also nicht nur das Wolfratshauser Fr\u00fchst\u00fcck, zu dem die Stoibers Frau Merkel eingeladen haben, sondern auch das K\u00e4fer-B\u00fcrost\u00fcberl-Treffen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold font-sans\">K\u00c4FER:<\/strong> Nicht nur unser B\u00fcrost\u00fcberl, auch unsere Besteck-Stube ist legend\u00e4r. Dort sitzt Uli Hoene\u00df gerne. Ich habe aber den Eindruck, dass in dieser Stube nicht mehr wie fr\u00fcher entscheidende Gespr\u00e4che etwa mit Spielerberatern \u00fcber das Engagement von Fu\u00dfballern gef\u00fchrt werden. Die Zeiten haben sich auch hier in M\u00fcnchen ge\u00e4ndert. Uli Hoene\u00df kritisiert zu Recht, dass viele Spielerberater nur noch Dollar-Zeichen in den Augen haben.\u00a0\n  <\/p>\n<p>    Zur Person<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Michael K\u00e4fer, 68, <\/strong>ist Vorstand der M\u00fcnchner K\u00e4fer AG, einem f\u00fchrenden Gastronomie-, Catering- und Feinkost-Unternehmen. Er f\u00fchrt den von seinen Gro\u00dfeltern als Kolonialwarenhandel gegr\u00fcndeten Betrieb in dritter Generation. K\u00e4fer schloss ein Studium an der Fachhochschule M\u00fcnchen als Diplom-Betriebswirt ab. Als Inhaber und Betreiber des M\u00fcnchner Clubs P1 wurde er bekannt. 1984 trat er in das Familienunternehmen ein, das er ab 1995 komplett \u00fcbernahm. Zum K\u00e4fer-Imperium mit rund 1600 Besch\u00e4ftigten geh\u00f6ren neben dem Restaurant und dem Feinkostladen in der M\u00fcnchner Prinzregentenstra\u00dfe etwa das Gut Kaltenbrunn am Nordufer des Tegernsees. Das Unternehmen zeichnet unter anderem auch f\u00fcr die Gastronomie in der M\u00fcnchner BMW-Welt\u00a0oder f\u00fcr das Dachgarten-Restaurant im Berliner Reichstag verantwortlich. Der K\u00e4fer-Party-Service ist eine feste Gr\u00f6\u00dfe der Branche in Europa.\u00a0\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefan Stahl<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Schickeria<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    M\u00fcnchen<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr K\u00e4fer, k\u00f6nnen Sie loslassen? 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