{"id":945642,"date":"2026-04-14T17:27:16","date_gmt":"2026-04-14T17:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/945642\/"},"modified":"2026-04-14T17:27:16","modified_gmt":"2026-04-14T17:27:16","slug":"starke-sachen-im-sinfoniekonzert-der-augsburger-philharmoniker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/945642\/","title":{"rendered":"Starke Sachen im Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Gott sei Dank gibt es den Fr\u00fchling nicht nur bei den Jahreszeiten, sondern auch in \u00fcbertragenen Zusammenh\u00e4ngen. Etwa, wenn ein Herz um sch\u00f6ner Dinge willen h\u00f6her schl\u00e4gt; oder wenn uns fr\u00fchlingshaft zumute ist, weil wir Musik h\u00f6ren, die uns herrlich leicht und belebend entgegenweht. In solch erweitertem Sinn war auch das \u201eFr\u00fchlingserwachen\u201c-Motto des 6. Sinfoniekonzerts der Augsburger Philharmoniker zu verstehen. Denn Robert Schumanns 1. Sinfonie, die zwar den Beinamen \u201eFr\u00fchlingssinfonie\u201c tr\u00e4gt, jedoch in einem Winter entstand, bildet nicht die knospende Jahreszeit musikalisch nach, sondern hebt auf das Gl\u00fccksgef\u00fchl infolge der Beziehung Schumanns zu seiner hei\u00df geliebten Clara ab. Aber auch die beiden im Konzert vorausgehenden St\u00fccke franz\u00f6sischer Provenienz, C\u00e9cile Chaminades \u201eCallirhoe\u201c-Suite und das Fl\u00f6tenkonzert von Jacques Ibert, setzten ebenso wenig die Jahreszeit in Szene, dennoch sind sie in ihrer klingenden Anmutung, zumindest teilweise, fr\u00fchlingshaft durchpulst.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u00a0C\u00e9cile Chaminade war als Komponistin schon eine Gr\u00f6\u00dfe <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/komponistinnen-erhalten-mit-raphaela-gromes-buch-fortissima-neue-sichtbarkeit-112198612\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">lange bevor sich der Interessensfokus verst\u00e4rkt wie nun seit ein paar Jahren auf komponierende Frauen richtete.<\/a> Und dies mit Recht, wie Chaminades \u201eCallirhoe\u201c \u2013 benannt nach einer Figur der griechischen Mythologie \u2013 zeigt: Daf\u00fcr, dass es sich bei der viers\u00e4tzigen Suite um hinrei\u00dfend saftige Musik handelt, kommt sie zumindest hierzulande viel zu selten auf die Spielpl\u00e4ne. Wunderbar quirlig die Skalen der Violinen gleich im Pr\u00e9lude, bet\u00f6rende \u00c9l\u00e9gance im folgenden Walzersatz, das Scherzettino ein feingliedrig s\u00e4uselnder Feen-Spuk, w\u00e4hrend der Finalsatz dann zwar etwas wuchtigere Saiten aufzieht, mit seiner t\u00e4nzerischen Rhythmik aber nichts weniger als mitrei\u00dfend ist.\n  <\/p>\n<p>            Dirigent Beykirch legt Wert auf transparenten Klang<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dominik Beykirch als Gastdirigent legt viel Wert auch das Herausarbeiten eines hellen, transparenten, Chaminades Musik passend einkleidenden Kolorits. Vielleicht h\u00e4tte er das Orchester an der ein oder anderen Stelle (beim Walzer etwa) noch ein wenig mehr schwelgen lassen k\u00f6nnen, h\u00e4tte der finale \u201ePas des Cymbales\u201c durch ein Quentchen zus\u00e4tzlicher artikulatorischer Finesse noch spritziger geraten k\u00f6nnen. Doch egal, die \u201eCallirhoe\u201c gelang als \u2013 wenn man so will: fr\u00fchlingshaft \u2013 hochgestimmte Er\u00f6ffnung des Programms im Kongress am Park.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Jacques Iberts Konzert f\u00fcr Fl\u00f6te und Orchester ist in seinem ersten Satz ein St\u00fcck, das sich kaum fassen l\u00e4sst, so sehr wuseln die Passagen der Solofl\u00f6te und der orchestralen Register hier kunstvoll zusammen. Vor diesem Hintergrund nimmt sich der langsame Satz in der Mitte des Konzerts regelrecht befriedet aus. Gerade hier gelingt es der Solistin Roz\u00e1lia Szab\u00f3, die melodischen B\u00f6gen voll inwendiger Spannung zu formulieren. Auch bei diesem Auftritt \u00fcberzeugt die Fl\u00f6tistin \u2013 <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/floetenklang-und-donnerschall-bei-den-augsburger-philharmonikern-112820153\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">in dieser Saison Artist in Residence der Philharmoniker<\/a> \u2013 durch ihren festgef\u00fcgten, nie diffundierenden Ton, aber auch durch den sp\u00fcrbaren Primat des Ausdruck vor aller Virtuosit\u00e4t. Die Philharmoniker unter Dominik Beykirch begleiten pr\u00e4zise gerade auch im Finalsatz mit seinem pr\u00e4gnanten Wechsel zwischen solistisch-kadenzierenden und orchesterbegleiteten Abschnitten. Am Ende Jubel f\u00fcr die sympathische Solistin, die es in ihrer Zugabe, nunmehr unbegleitet, wieder ruhiger angehen lie\u00df mit einer \u201eM\u00e9ditation\u201c von Jind\u0159ich Feld.\n  <\/p>\n<p>            Das Scherzo kernig, aber nicht massig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nach dem franz\u00f6sischen Doppel dann der Wechsel aufs andere Rheinufer mit Schumanns 1. Sinfonie. Wo dann nicht wenig \u00fcberraschte, in welch ergiebiger Weise der dirigierende Gast \u2013 Dominik Beykirch leitete etliche Jahre die Staatskapelle Weimar, inzwischen arbeitet er frei \u2013 und Augsburgs Philharmoniker zusammenfanden, geradezu harmonierten. Das pr\u00e4gnante punktierte Motiv der langsamen Einleitung blieb den ganzen ersten Satz hindurch als musikalisches Motto kenntlich, die Durchf\u00fchrung war hervorragend gestaffelt und von bezwingender musikalischer Stringenz. Beykirch, stets energisch in der Zeichengebung, versteht sich vor allem darauf, den Orchesterklang abzud\u00e4mpfen und damit zugleich Spannung zu erzeugen. So war im langsamen Satz neben dem Thema auch der Variantenreichtum der rahmenden Begleitfiguren stets h\u00f6rbar, kam das Scherzo zwar kernig, aber nicht massig daher. Das Finale b\u00fcndelt dann hoch \u00fcberzeugend Beykirchs Bem\u00fchen um Transparenz bei griffigem Klang, um artikulatorische Leichtigkeit, nicht zuletzt um formale Schl\u00fcssigkeit des sinfonischen Gebildes. Auch dieser dritte und letzte Programmpunkt des Abends: Ein starkes St\u00fcck von Dirigent und Orchester.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefan Dosch<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Robert Schumann<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Sinfoniekonzert<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gott sei Dank gibt es den Fr\u00fchling nicht nur bei den Jahreszeiten, sondern auch in \u00fcbertragenen Zusammenh\u00e4ngen. 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