{"id":948646,"date":"2026-04-15T22:05:18","date_gmt":"2026-04-15T22:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/948646\/"},"modified":"2026-04-15T22:05:18","modified_gmt":"2026-04-15T22:05:18","slug":"hortet-china-oel-wer-wuerde-in-chinas-lage-nicht-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/948646\/","title":{"rendered":"Hortet China \u00d6l? Wer w\u00fcrde in Chinas Lage nicht kaufen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Welt ist in ihrer schwersten Energiekrise seit mindestens einem halben Jahrhundert. Eine \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus ist nicht abzusehen, stattdessen gibt es nun gleich zwei Blockaden durch Iran und die USA. Bisher richteten sich die Vorw\u00fcrfe vor allem gegen die USA und Israel, die die Krise mit ihrem Angriff auf Iran ausgel\u00f6st haben, und Iran, das sie durch die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus bewusst herbeif\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nun ger\u00e4t verst\u00e4rkt das Verhalten <a data-rtr-index=\"8\" title=\"China\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/china\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chinas<\/a>, des gr\u00f6\u00dften \u00d6limporteurs der Welt, ins Visier. Anfang der Woche hatten der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) die Staatengemeinschaft aufgerufen, keine Energie zu horten und keine Exportkontrollen einzuf\u00fchren. \u201eDas erste Prinzip sollte sein: F\u00fchrt keine Exportrestriktionen ein\u201c, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. L\u00e4nder hatten die internationalen Organisationen zwar nicht genannt. Doch es war ein Aufruf, der sich offensichtlich an das Reich der Mitte richtet, das schon seit Anfang M\u00e4rz die Ausfuhr von \u00d6lprodukten beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Offshore-\u00d6lplattform in China: Das Reich der Mitte f\u00f6rdert auch erhebliche Mengen \u00d6l im Inland.\" height=\"1534\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/offshore-oelplattform-in-china.webp.webp\" width=\"2300\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Offshore-\u00d6lplattform in China: Das Reich der Mitte f\u00f6rdert auch erhebliche Mengen \u00d6l im Inland.dpa<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nun legte US-Finanzminister Scott Bessent nach. China sei in der Energiekrise ein \u201eunzuverl\u00e4ssiger globaler Partner\u201c, weil es weiter viel \u00d6l kaufe, horte und die Ausfuhr beschr\u00e4nke, sagte Bessent. Er habe mit der chinesischen Seite schon dar\u00fcber gesprochen. Die Volksrepublik verhalte sich \u00e4hnlich wie in der Pandemie.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die chinesische Botschaft in Washington spielte den Ball zur\u00fcck zu den Amerikanern und entgegnete, es gehe darum, die Milit\u00e4roperationen zu beenden. Peking hat in dieser Woche seine Rhetorik gegen\u00fcber den USA aufgrund des Irankriegs versch\u00e4rft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Passanten vor einer Tankstelle in Shanghai.\" height=\"5163\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/passanten-vor-einer-tankstelle.webp.webp\" width=\"7799\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Passanten vor einer Tankstelle in Shanghai.EPA<\/p>\n<p>Was die Fakten sagen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Tatsache ist, dass China anders als die IEA-L\u00e4nder seine strategischen \u00d6lreserven bisher kaum angezapft hat, weiterhin viel \u00d6l einf\u00fchrt und Exportbeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt hat. Die \u00d6lreserven sind \u00e4hnlich gro\u00df wie die gesamten Reserven der IEA-Mitgliedstaaten, zu denen fast alle Industriel\u00e4nder z\u00e4hlen, darunter Japan, Deutschland und die USA. Chinas staatliche \u00d6lkonzerne haben laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg aber gr\u00fcnes Licht bekommen, auf ihre kommerziellen \u00d6lreserven zur\u00fcckzugreifen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Schon wenige Tage nach Kriegsausbruch hatte Peking die Ausfuhren beschr\u00e4nkt. Vom 4. M\u00e4rz an habe China keine Genehmigungen f\u00fcr den Export raffinierter \u00d6lprodukte mehr vergeben, hie\u00df es vom Analysehaus S&amp;P Global. Eine Woche sp\u00e4ter verbot Chinas oberster Wirtschaftsplaner, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, sogar s\u00e4mtliche Ausfuhren von Benzin, Diesel und Kerosin, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ende M\u00e4rz hie\u00df es dann, das Verbot werde bis in den April verl\u00e4ngert. Mit einigen s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern, die besonders unter den Folgen leiden, liefen aber Verhandlungen f\u00fcr geringe Mengen an Ausfuhren von Benzin, Diesel und Kerosin.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das Verbot schlug sich im M\u00e4rz schon in den chinesischen Zollstatistiken nieder. Die Ausfuhren von Mineral\u00f6lerzeugnissen sanken um mehr als zw\u00f6lf Prozent auf 4,6 Millionen Tonnen. Chinas \u00d6leinfuhren waren im M\u00e4rz dagegen kaum von den globalen Turbulenzen getroffen und lagen mit knapp 50 Millionen Tonnen nur um knapp drei Prozent niedriger als im M\u00e4rz 2025. Die Gaseinfuhren gaben mit gut einem Zehntel st\u00e4rker nach. Weil die Schiffe aus dem Nahen Osten zwei bis drei Wochen brauchen, um an den H\u00e4fen in Ostchina anzukommen, werden die Auswirkungen der Hormus-Blockade aber erst in den April-Daten richtig sichtbar.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u201eDie Zahlen sind schwer zu bestreiten\u201c, sagte Han Lin, China-Leiter des Beratungshauses The Asia Group und Wirtschaftsprofessor am Shanghaier Ableger der New York University. China habe nicht nur hohe \u00d6lreserven, sondern kaufe weiterhin zu. \u201eManche w\u00fcrden argumentieren: Das ist keine Energiesicherheit, sondern Marktverzerrung. Aber realistisch betrachtet: Wer w\u00fcrde in Chinas Lage nicht kaufen?\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die US-Vorw\u00fcrfe drohen den anstehenden Besuch von US-Pr\u00e4sident Donald Trump in Peking zu belasten, der f\u00fcr Mitte Mai ansteht. Trump versicherte am Mittwoch gegen\u00fcber dem Fernsehsender Fox Business, der Krieg in Iran werde den Besuch nicht beeinflussen. Xi \u201ebraucht \u00d6l, wir nicht\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In der Stra\u00dfe von Hormus drohen jedoch direkte Konfrontationen zwischen chinesischen Tankern und der US-Marine. Finanzminister Bessent sagte, man lasse keine chinesischen Schiffe durch. Trump schw\u00e4chte dagegen eine Drohung ab, Z\u00f6lle in H\u00f6he von 50 Prozent gegen China zu verh\u00e4ngen. Xi habe ihm gesagt, China liefere Iran keine Waffen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dagegen bot Russlands Au\u00dfenminister Sergej Lawrow China bei einem Besuch in Peking h\u00f6here Energielieferungen an. Lawrow war dort, um seinerseits eine Reise vorzubereiten. Wenige Tage nach Trump wird Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin in Peking erwartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Welt ist in ihrer schwersten Energiekrise seit mindestens einem halben Jahrhundert. 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