{"id":949727,"date":"2026-04-16T08:40:14","date_gmt":"2026-04-16T08:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/949727\/"},"modified":"2026-04-16T08:40:14","modified_gmt":"2026-04-16T08:40:14","slug":"30-jahre-queergottesdienst-in-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/949727\/","title":{"rendered":"30 Jahre Queergottesdienst in Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>Eingeladen sind Angeh\u00f6rige aller Konfessionen. Viele der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher waren fr\u00fcher in der christlichen Jugendarbeit engagiert, wie Heiko Hauger, der seit 20 Jahren dabei ist. \u201eZu uns kommen Menschen aus Stuttgart und dar\u00fcber hinaus. In der Regel kennt man sich und wei\u00df umeinander, es ist ein sch\u00f6nes Miteinander\u201c, erz\u00e4hlt der Theologe, der inzwischen bei der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart als Referent f\u00fcr M\u00e4nnerarbeit &amp; Queersensible Pastoral arbeitet. F\u00fcr ihn und viele andere war der Gottesdienst ein entscheidender Schritt, um in der katholischen Kirche wieder eine spirituelle Heimat zu finden.<\/p>\n<p>\u201eVor 30 Jahren lebten wir in einer anderen Zeit\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon Anfang an war klar, dass es ein gewisses Bed\u00fcrfnis nach einem solchen Angebot gibt\u201c, erinnert sich Josef Gloning, der bereits beim ersten Gottesdienst f\u00fcr Schwule und Lesben dabei war. \u201eVor 30 Jahren lebten wir in einer anderen Zeit. Gesellschaftlich hat sich viel ver\u00e4ndert, die Lehre der Kirche jedoch nicht. Diese Diskrepanz zwischen gelebter Spiritualit\u00e4t und offizieller Haltung ist f\u00fcr viele nach wie vor schwer auszuhalten.\u201c<\/p>\n<p>Offen f\u00fcr alle<\/p>\n<p>\u201eWir sind offen, auch f\u00fcr alle, die auf der Suche sind\u201c, betont Heiko Hauger. K\u00fcrzlich besuchte eine Familie mit ihrem jugendlichen Kind, das sich als queer bezeichnet, den Gottesdienst. \u201eZu sehen, dass man willkommen ist, dass man als Mensch gesehen wird, tut gut\u201c, sagt Heiko Hauger. Wichtig sind auch der Austausch und die Gemeinschaft. Manche kommen einmal im Jahr, manche monatlich, manche sind auch in ihrer Ortsgemeinde aktiv und f\u00fcr manche ist es der einzige Andockpunkt zur Kirche. \u201eMenschen sind mit ihrem Coming-out an unterschiedlichen Punkten unterwegs. Es ist nat\u00fcrlich nicht jedes Mal das Thema, aber es darf ein Thema sein. Wir sind miteinander und f\u00fcreinander da\u201c, so Heiko Hauger.<\/p>\n<p>Begegnung im Gottesdienst und danach<\/p>\n<p>Ein besonderes Symbol ist die Regenbogenstola, die die Kirchengemeinde dem Team zum 25-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um schenkte. Etwa zehn Priester zelebrieren abwechselnd die Eucharistiefeier. Der Queergottesdienst lebt von der Begegnung im Gottesdienst und danach. \u201eEs ist eine Best\u00e4rkung, die man mit in den Alltag nimmt. \u00dcber den Gottesdienst erleben die Menschen wieder Zugang zum Glauben und zur Kirche und dass sie sich hier \u00f6ffnen d\u00fcrfen\u201c, sagt Josef Gloning, der zum Sprecherkreis des Gottesdienstes geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Homosexualit\u00e4t und geschlechtliche Identit\u00e4t in der Kirche sichtbar<\/p>\n<p>\u201eDer engere Kreis aus der Anfangszeit hat sich \u2013 auch durch #outinchurch \u2013 geweitet. Es gibt gro\u00dfe Unterst\u00fctzung, das finde ich gut und wichtig. Wenn ich mit meinem Mann in einen anderen Gottesdienst gehe, habe ich kein komisches Gef\u00fchl mehr\u201c, so Heiko Hauger. Trotzdem bleibe der Gottesdienst wichtig, damit die Themen Homosexualit\u00e4t und geschlechtliche Identit\u00e4t weiter in der Kirche sichtbar sind.<\/p>\n<p>Der Queergottesdienst findet immer am dritten Sonntag im Monat um 17.30 Uhr in der St.-Fidelis-Kirche (Seidenstra\u00dfe 41, Stuttgart-West) statt. Alle Termine sind unter <a href=\"http:\/\/queergottesdienst-stuttgart.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">queergottesdienst-stuttgart.de<\/a> abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eingeladen sind Angeh\u00f6rige aller Konfessionen. 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