{"id":95002,"date":"2025-05-08T19:10:09","date_gmt":"2025-05-08T19:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/95002\/"},"modified":"2025-05-08T19:10:09","modified_gmt":"2025-05-08T19:10:09","slug":"deutschland-noch-im-zielkorridor-prognose-fuer-abstuerzende-venussonde-praezisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/95002\/","title":{"rendered":"Deutschland noch im Zielkorridor: Prognose f\u00fcr abst\u00fcrzende Venussonde pr\u00e4zisiert"},"content":{"rendered":"<p>Die gescheiterte sowjetische Venussonde Kosmos 482 wird wohl am fr\u00fchen Samstagmorgen auf die Erde st\u00fcrzen, wo genau, ist aber weiterhin unklar. Das geht aus verschiedenen Prognosen unter anderem <a href=\"https:\/\/blogs.esa.int\/rocketscience\/2025\/05\/07\/reentry-prediction-soviet-era-venera-venus-lander-cosmos-482-descent-craft\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">der Europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.eusst.eu\/newsroom\/eu-sst-monitors-reentry-object-cosmos-482\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">der Europ\u00e4ischen Weltraum\u00fcberwachung EU SST<\/a> und <a href=\"https:\/\/aerospace.org\/reentries\/6073\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">der Aerospace Corporation<\/a> hervor. Den Vorhersagen gemein sind immense Unsicherheiten um etwa 10 Stunden in beiden Richtungen auf der Zeitachse. Damit ist auch ein Absturz \u00fcber Deutschland und anderen europ\u00e4ischen Staaten noch m\u00f6glich, die Schweiz und \u00d6sterreich bleiben laut EU SST aber schon sicher verschont. Erwartet wird \u2013 etwa von Forschenden der TU Braunschweig \u2013 ein rein ballistischer Eintritt der Sonde &#8222;mit anschlie\u00dfendem Aufprall auf die Erdoberfl\u00e4che&#8220;.<\/p>\n<p>Kosmos 482 ist der zentrale Teil einer sowjetischen Venussonde, die am 31. M\u00e4rz 1972 mit dem Ziel Venus startete. Wegen eines Problems mit der Tr\u00e4gerrakete hat sie aber nie die Erdumlaufbahn verlassen und ist auf ihrem Orbit langsam abgesunken. Darauf, dass der Absturz nun bevorsteht, hat zuerst der niederl\u00e4ndische Satellitenexperte Marco Langbroek aufmerksam gemacht, inzwischen wird das Objekt ausgiebig beobachtet. Weil es schon seit Jahrzehnten keine Verbindung mehr zu der Sonde gibt, wird sie unkontrolliert abst\u00fcrzen. Wegen ihrer hohen Geschwindigkeit wird sich erst kurz vorher abzeichnen, wo genau. Weil die Erde gr\u00f6\u00dftenteils von Wasser bedeckt ist, ist ein Absturz \u00fcber einem Ozean am wahrscheinlichsten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/magazin.tu-braunschweig.de\/pi-post\/kosmos-482-vor-wiedereintritt-tu-braunschweig-berechnet-eintrittszeitraum\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Wie eine Forschungsgruppe der TU Braunschweig zusammengetragen hat<\/a>, hat die Kapsel eine Masse von 495 Kilogramm und einen Durchmesser von etwa einem Meter. F\u00fcr die geplante Landung auf der Venus wurde ihr ein Hitzeschild verpasst, der daf\u00fcr sorgen d\u00fcrfte, dass sie den Absturz durch die Erdatmosph\u00e4re \u00fcberstehen d\u00fcrfte. Unbekannt ist aber, wie stark dieser Schutzschild in den vergangenen 50 Jahren durch Alterungsprozesse besch\u00e4digt wurde. Urspr\u00fcnglich verf\u00fcgte die Sonde auch \u00fcber einen Fallschirm, aber es wird eher nicht erwartet, dass der sich \u00f6ffnet und ernsthaft Einfluss auf die Bahn des abst\u00fcrzenden Objekts nimmt.<\/p>\n<p>Unkontrollierte Abst\u00fcrze wie der von Kosmos 482 geschehen immer wieder, au\u00dfergew\u00f6hnlich ist aber die Erwartung, dass das Objekt die Erdoberfl\u00e4che vergleichsweise intakt erreichen k\u00f6nnte. Dort w\u00fcrde es mit einer Geschwindigkeit von etwa 242 km\/h einschlagen, <a href=\"https:\/\/sattrackcam.blogspot.com\/2025\/04\/kosmos-842-descent-craft-reentry.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">hat Langbroek ermittelt<\/a>. Sollte das Objekt tats\u00e4chlich zerbrechen, w\u00fcrde das aber auch das Risiko verringern, weil nur ein St\u00fcck einschl\u00e4gt und nicht mehrere, wie etwa j\u00fcngst nach <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Siebter-Starship-Test-Raumschiff-nach-dem-Start-explodiert-Booster-eingefangen-10246168.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dem Zerbrechen eines Starship von SpaceX<\/a>. Langbroek hat au\u00dferdem schon darauf hingewiesen, dass es an Bord kein radioaktives Material gibt. Gefahr besteht also nur f\u00fcr das direkt getroffene Gebiet \u2013 das h\u00f6chstwahrscheinlich aber eben nicht sicher im Ozean liegt.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mho@heise.de\" title=\"Martin Holland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mho<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die gescheiterte sowjetische Venussonde Kosmos 482 wird wohl am fr\u00fchen Samstagmorgen auf die Erde st\u00fcrzen, wo genau, ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":95003,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[10075,29,30,426,190,189,4958,194,191,591,193,192],"class_list":{"0":"post-95002","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-absturz","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-raumfahrt","12":"tag-science","13":"tag-science-technology","14":"tag-sowjetunion","15":"tag-technik","16":"tag-technology","17":"tag-wissen","18":"tag-wissenschaft","19":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114473797207476279","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95002\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/95003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=95002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=95002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}