{"id":951235,"date":"2026-04-16T22:40:35","date_gmt":"2026-04-16T22:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951235\/"},"modified":"2026-04-16T22:40:35","modified_gmt":"2026-04-16T22:40:35","slug":"koeln-berlin-heuschnupfen-im-job-diese-rechte-haben-arbeitnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951235\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/Berlin | Heuschnupfen im Job: Diese Rechte haben Arbeitnehmer"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Niesen, tr\u00e4nende Augen, Konzentrationsprobleme: F\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte wird der Arbeitsalltag im Fr\u00fchjahr zur Herausforderung. Heuschnupfen kann die Leistungsf\u00e4higkeit deutlich beeintr\u00e4chtigen.\u00a0<\/p>\n<p>Was gilt dann eigentlich im Job? M\u00fcssen Betroffene trotzdem arbeiten, wann ist eine Krankschreibung m\u00f6glich und worauf sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sonst noch achten? Arbeitsmedizinerin Vera Stich-Kreitner und Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht Volker G\u00f6rzel geben Antworten zum Thema Pollenallergie.<\/p>\n<p>In manchen Jobs geh\u00f6rt drau\u00dfen sein einfach dazu. Zum Beispiel als Erzieher. Muss ich mit den Kindern raus auf die Wiese, wenn ich Heuschnupfen habe?<\/p>\n<p>\u00abNein. Der Arbeitgeber tr\u00e4gt daf\u00fcr Sorge, dass ich bei Heuschnupfen nicht in gro\u00dfem Ma\u00dfe Pollen ausgesetzt bin\u00bb, sagt Anwalt Volker G\u00f6rzel. \u00abIst ein Mitarbeiter massiv von Heuschnupfen betroffen, hei\u00dft das, der Erzieher bleibt drinnen \u2013 drastisch ausgedr\u00fcckt: egal, wo die Kinder sind.\u00bb<\/p>\n<p>Unter Umst\u00e4nden reicht es allerdings nicht, sich drinnen aufzuhalten und weitere Ma\u00dfnahmen sind n\u00f6tig. \u00abEin B\u00fcroarbeiter mit Heuschnupfen muss etwa die M\u00f6glichkeit haben, sein Fenster zu schlie\u00dfen, wenn drau\u00dfen das Gras gem\u00e4ht wird\u00bb, so G\u00f6rzel.<\/p>\n<p>Voraussetzung ist, dass der betroffene Arbeitnehmer ein \u00e4rztliches Attest (etwa vom Hausarzt oder Betriebsarzt) vorlegt. Dort ist festgelegt, welche T\u00e4tigkeiten nicht ausge\u00fcbt werden k\u00f6nnen beziehungsweise welche Belastungen zu vermeiden sind. Eine Diagnose ist \u00fcbrigens nicht Teil des Attests.<\/p>\n<p>Kann ich mich wegen meiner Pollenallergie krankschreiben lassen?<\/p>\n<p>\u00abDas ist m\u00f6glich\u00bb, so G\u00f6rzel. \u00abSo wie bei jeder anderen Krankschreibung auch gilt als Ma\u00dfgabe: Die Krankheit h\u00e4lt mich davon ab, meine Arbeit zu verrichten.\u00bb Das k\u00f6nnte zum Beispiel bei Menschen der Fall sein, die unter schwerer Atemnot leiden. Der Arbeitnehmer muss sich dann wie gewohnt, meistens ab dem dritten Tag der Krankheit, um eine Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung (AU) k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Was kann ich perspektivisch machen, damit ich weiter meinen Job aus\u00fcben kann?<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass Besch\u00e4ftigte nicht etwa aus Angst vor Jobverlust die Symptome ignorieren, so die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf ihrem Portal \u00abArbeit &amp; Gesundheit\u00bb. Betriebe und auch die Besch\u00e4ftigten selbst k\u00f6nnten oft zahlreiche Stellschrauben drehen, um die Arbeitsf\u00e4higkeit zu erhalten.<\/p>\n<p>Wer eine Allergie am Arbeitsplatz vermutet, sollte unbedingt zum Arzt gehen. Mithilfe einer Gef\u00e4hrdungsbeurteilung m\u00fcssen dann alle Arbeitsprozesse auf Risiken durch allergische Reaktionen gepr\u00fcft und Schutzma\u00dfnahmen nach dem STOP-Prinzip abgeleitet werden. Hier gilt: Substitution vor technischen, organisatorischen und personenbezogenen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Eine Substitution, also das Beseitigen der Pollen d\u00fcrfte schwer m\u00f6glich sein. Technische Schutzma\u00dfnahmen dagegen schon: zum Beispiel in Form von Pollenschutzgittern. Als organisatorische Ma\u00dfnahme ist zum Beispiel eine Schichtplanumstellung denkbar.\u00a0<\/p>\n<p>Muss ich bei der Einstellung schon sagen, dass ich unter einer Pollenallergie leide?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abNein, das m\u00fcssen Sie nicht\u00bb, so Volker G\u00f6rzel. \u00abIhr Heuschnupfen geht den Arbeitgeber erst mal nichts an.\u00bb<\/p>\n<p>Ist es ratsam, Medikamente gegen die Allergie, sogenannte Antihistaminika, zu nehmen?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs gibt sehr gute antiallergische Medikamente, mit denen man weitgehend symptomfrei ist\u00bb, so Arbeitsmedizinerin Vera Stich-Kreitner. Zur Wahl stehen Augentropfen, Nasenspray und Tabletten. \u00abGerade die neueren Antihistaminika machen nicht mehr oder nur noch gering m\u00fcde.\u00bb Auch eine Desensibilisierung ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Darf der Arbeitgeber mich zwingen, Medikamente zu nehmen oder mich einer Desensibilisierung zu unterziehen?<\/p>\n<p>Nein. Zwar gilt f\u00fcr den Arbeitnehmer eine Schadenminderungspflicht, er muss also alles Zumutbare tun, um den Schaden so klein wie m\u00f6glich zu halten. \u00abAber wenn ein Mitarbeiter keine Medikamente nehmen m\u00f6chte, darf der Chef ihn dazu auch nicht zwingen\u00bb, so Arbeitsrechtler Volker G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist, wenn ich Antihistaminika nehmen m\u00f6chte &#8211; muss ich dem Arbeitgeber sagen, dass ich Medikamente nehme?<\/p>\n<p>Eine prinzipielle Einschr\u00e4nkung der Bedienung von Maschinen oder Fahrzeugen bei Einnahme von Antihistaminika besteht laut Arbeitsmedizinerin Stich-Kreitner nicht. Allerdings seien Nebenwirkungen, insbesondere M\u00fcdigkeit, individuell unterschiedlich ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Falls Besch\u00e4ftigte wissen, dass sie ein Medikament einnehmen (dies gilt nicht nur f\u00fcr Antihistaminika), durch das sie m\u00fcde werden, ist Eigenverantwortung gefragt. \u00abSie m\u00fcssen dann auf ihren Arbeitgeber zugehen, wenn Sie nicht mehr arbeitst\u00fcchtig sind\u00bb, so Arbeitsrechtler Volker G\u00f6rzel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Niesen, tr\u00e4nende Augen, Konzentrationsprobleme: F\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte wird der Arbeitsalltag im Fr\u00fchjahr zur Herausforderung. Heuschnupfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":951236,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,1140,296,1937,630,4941,29,30,141,13600,837,1940,1938,39478,624,1009,137402],"class_list":["post-951235","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-arbeit","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-beruf","tag-cjab","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-heuschnupfen","tag-medizin","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-pollenallergie","tag-ratgeber","tag-recht","tag-tmn2701"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116416799075934262","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/951235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=951235"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/951235\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/951236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=951235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=951235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=951235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}