{"id":951459,"date":"2026-04-17T00:53:16","date_gmt":"2026-04-17T00:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951459\/"},"modified":"2026-04-17T00:53:16","modified_gmt":"2026-04-17T00:53:16","slug":"eu-klimazoll-cbam-trifft-jetzt-auch-autoteile-und-maschinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951459\/","title":{"rendered":"EU-Klimazoll CBAM trifft jetzt auch Autoteile und Maschinen"},"content":{"rendered":"<p>Die EU weitet ihren CO?-Grenzausgleich auf rund 180 neue Produktkategorien aus. Ab 2028 m\u00fcssen Importeure f\u00fcr Stahl- und Aluminiumwaren zahlen, was vor allem China und globale Lieferketten betrifft.<\/p>\n<p>Ab 2028 sollen Importeure f\u00fcr Stahl- und Aluminiumwaren wie Autoteile oder Maschinen zahlen. Das trifft vor allem China und zwingt globale Lieferketten zum gr\u00fcnen Umbau.<\/p>\n<p>Vom Rohstoff zur fertigen Ware: Ein Systemwechsel<\/p>\n<p>Die EU vollzieht einen strategischen Schwenk in ihrer Klimapolitik. Der <strong>CO?-Grenzausgleich (CBAM)<\/strong> wird von einer Abgabe auf Grundmaterialien zu einer umfassenden CO?-Steuer auf industrielle Fertigprodukte. Ein Entwurf des Umweltausschusses des Europ\u00e4ischen Parlaments (ENVI) vom 10. April 2026 sieht vor, rund <strong>180 neue Produktkategorien<\/strong> einzubeziehen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die Ausweitung der CBAM-Berichtspflichten stellt viele Importeure vor komplexe Herausforderungen bei der rechtssicheren Dokumentation. 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Auch Haushaltsger\u00e4te wie Waschmaschinen k\u00f6nnten erfasst werden.<\/p>\n<p>Der Zeitplan gibt der Industrie zwei Jahre Vorlauf. W\u00e4hrend der CBAM f\u00fcr Prim\u00e4rmaterialien wie Zement seit Januar 2026 gilt, sollen die neuen Fertigprodukte erst <strong>ab dem 1. Januar 2028<\/strong> unter die Regelung fallen. Diese Phase soll globalen Lieferketten Zeit geben, ihre CO?-Bilanzierung anzupassen.<\/p>\n<p>Strengere Regeln: Recycling verliert seinen Bonus<\/p>\n<p>Die Ausweitung geht mit deutlich versch\u00e4rften Bilanzierungsvorschriften einher. Eine zentrale Neuerung betrifft <strong>Schrottmetalle<\/strong>. K\u00fcnftig sollen auch Emissionen aus sogenanntem \u201ePre-Consumer\u201c-Schrott \u2013 also Abf\u00e4llen aus dem Produktionsprozess \u2013 in die CO?-Bilanz einflie\u00dfen. Das entfernt den bisherigen Klimabonus f\u00fcr viele Recyclingprodukte. Sekund\u00e4rproduzenten m\u00fcssen nun l\u00fcckenlos nachweisen, woher ihr Material stammt.<\/p>\n<p>Zudem pr\u00fcft die EU-Kommission, <strong>indirekte Emissionen<\/strong> aus dem Stromverbrauch bei der Herstellung st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. Das w\u00fcrde Exporteure aus Regionen mit kohlelastigem Strommix besonders hart treffen. Ein weiterer Paukenschlag: Die Nutzung internationaler <strong>CO?-Zertifikate<\/strong> zur Kompensation wird ausgeschlossen. Importeure m\u00fcssen Emissionen direkt reduzieren oder unter einem von der EU anerkannten nationalen CO?-Preis system produzieren.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Angesichts der versch\u00e4rften Meldepflichten fragen sich viele Unternehmen, ob ihre Waren bereits unter die neue CBAM-Regelung fallen. 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Auch die T\u00fcrkei, Gro\u00dfbritannien, die USA und Japan m\u00fcssten mit erheblichen Belastungen rechnen.<\/p>\n<p>In <strong>Indien<\/strong> warnte das Global Trade Research Initiative (GTRI) am 16. April 2026, dass mindestens Exporte im Wert von 1,1 Milliarden Dollar in den Geltungsbereich des erweiterten CBAM geraten k\u00f6nnten. Besonders verwundbar ist die Automobilzulieferindustrie, die fast 27 Prozent ihrer Produktion in die EU exportiert. Viele kleine und mittlere Unternehmen in diesen Lieferketten verf\u00fcgen jedoch nicht \u00fcber die komplexen Emissionsmesssysteme, die die EU-Verordnung 2023\/1773 vorschreibt.<\/p>\n<p>N\u00e4chste Schritte und Ausblick<\/p>\n<p>Die Ausweitung ist Ergebnis der gesetzlich vorgeschriebenen \u00dcberpr\u00fcfung des CBAM nach der Pilotphase. Der zust\u00e4ndige Berichterstatter des Parlaments, Mohammed Chahim, bef\u00fcrwortet die Erweiterung grunds\u00e4tzlich, dr\u00e4ngt aber auf noch strengere Methoden. Als Sicherheitsventil f\u00fcr den Binnenmarkt soll die Kommission die Befugnis erhalten, Produkte vor\u00fcbergehend von der Regelung auszunehmen, falls es zu extremen Marktverwerfungen kommt.<\/p>\n<p>Der Blick geht bereits weiter: Die EU-Kommission pr\u00fcft bereits die Einbeziehung von <strong>organischen Chemikalien und Polymeren<\/strong>. Sollte der CBAM irgendwann alle Sektoren des EU-Emissionshandels abdecken, k\u00f6nnte der Anteil der erfassten EU-Importe von derzeit f\u00fcnf auf \u00fcber 30 Prozent steigen. F\u00fcr globale Hersteller beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit, um ihre Produktion transparenter und klimafreundlicher zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU weitet ihren CO?-Grenzausgleich auf rund 180 neue Produktkategorien aus. 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