{"id":951865,"date":"2026-04-17T04:45:14","date_gmt":"2026-04-17T04:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951865\/"},"modified":"2026-04-17T04:45:14","modified_gmt":"2026-04-17T04:45:14","slug":"evangelischen-kirche-will-sexualisierte-gewalt-in-internaten-und-wohnheimen-aufarbeiten-haller-kreisblatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/951865\/","title":{"rendered":"Evangelischen Kirche will sexualisierte Gewalt in Internaten und Wohnheimen aufarbeiten | Haller Kreisblatt"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Bielefeld. Die evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) arbeitet mit einer wissenschaftlichen Studie sexualisierte Gewalt in kirchlichen Internaten und Wohnheimen auf dem Gebiet der Landeskirche auf. Damit die Ergebnisse der Studie unabh\u00e4ngig von kirchlichen Stellen sind, sind Forschende der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in M\u00fcnster mit den Untersuchungen beauftragt. Damit verbunden ist ein Aufruf an Betroffene und Zeitzeugen, die die Studie durch die Teilnahme an Interviews unterst\u00fctzen m\u00f6chten.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Die Studie, die am 1. April begonnen hat, sei ein Baustein der umfassenden Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, teilte die EKvW mit. Zuvor hatte die EKvW bereits mit der Evangelischen Kirche im Rheinland im Zuge einer vergleichbaren Studie zusammengearbeitet, weil sich ein Internat in wechselnder Tr\u00e4gerschaft der beiden Landeskirchen befand. Aus diesem Prozess gebe es bereits zahlreiche Erkenntnisse, die den nun in Westfalen begonnenen Prozess unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Die Beauftragte f\u00fcr den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung der EKvW, Charlotte Nie\u00dfe, begr\u00fc\u00dft, dass die EKvW insbesondere auch ihre eigenen Einrichtungen nun in den Blick nimmt. \u201eDie Kirche muss selbst die Initiative ergreifen und sexualisierte Gewalt aktiv aufarbeiten\u201c, sagte sie. \u201eWir m\u00f6chten Betroffene und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ermutigen, von ihren Erfahrungen zu berichten.\u201c<\/p>\n<p>Wer kann Informationen beitragen?<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Aufgerufen seien insbesondere Menschen, die in den Internaten und Schulheimen gelebt oder gearbeitet haben und dabei selbst sexualisierte Gewalt erfahren oder beobachtet haben oder andere Informationen zu diesen Einrichtungen beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">In den Interviews gehe es um das Wissen \u00fcber die Taten sowie um den pers\u00f6nlichen Umgang mit diesen Erfahrungen. \u201eAuch Menschen aus dem Umfeld, die nicht direkt betroffen sind, sind eingeladen, sich zu melden, wenn sie Hinweise oder Beobachtungen und Erfahrungen teilen m\u00f6chten\u201c, hei\u00dft es von der Landeskirche. Dabei sind sowohl aktuelle als auch l\u00e4nger zur\u00fcckliegende Erfahrungen von Interesse.<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Dabei bezieht sich die Studie zun\u00e4chst auf folgende Einrichtungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bochum: Ev. Pflegevorschule<\/li>\n<li>\nBreckerfeld: St. Jacobus-Realschule<\/li>\n<li>\nB\u00fcnde: Ev. Pflegevorschule<\/li>\n<li>\nEspelkamp: Birger-Forell-Realschule<\/li>\n<li>\nEspelkamp: S\u00f6derblom-Gymnasium<\/li>\n<li>\nG\u00fctersloh: Alumnat (I und II)<\/li>\n<li>\nHagen: Ev. Pflegevorschule (\u201eAmalie-Sieveking-Haus\u201c)<\/li>\n<li>\nHagen-Ernst: Oberlin-Institut (Fachschule f\u00fcr Kinderg\u00e4rtnerinnen und Hortnerinnen)<\/li>\n<li>\nHerne: Ev. Pflegevorschule<\/li>\n<li>\nHohenlimburg: Ev. Pflegevorschule (\u201eJustus-Winkelmann-Heim\u201c)<\/li>\n<li>\nH\u00f6xter: Ev. Pflegevorschule<\/li>\n<li>\nLippstadt\/Stift Cappel: Landheim f\u00fcr M\u00e4dchen des Ev. Gymnasiums<\/li>\n<li>\nL\u00fcbbecke: Ev. Pflegevorschule<\/li>\n<li>\nMeinerzhagen: Ev. Landesschule zur Pfort<\/li>\n<\/ul>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Die EKvW betont dabei, dass die Studie ergebnisoffen sei und darum jeder Hinweis zur Erkenntnisgewinnung beitrage. Da die Landeskirche selbst die Studie nur in Auftrag gegeben hat, sei es durchaus auch m\u00f6glich, dass der Rahmen der Studie, deren Ergebnisse voraussichtlich im Juli 2027 pr\u00e4sentiert werden sollen, im Laufe der Untersuchungen noch geweitet werden k\u00f6nne.<\/p>\n<\/p>\n<p> Lehren f\u00fcr Gegenwart und Zukunft<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">\u201eVon dieser Studie versprechen wir uns Erkenntnisse \u00fcber missbr\u00e4uchliche Machtstrukturen in kirchlichen Einrichtungen in der Vergangenheit, um daraus f\u00fcr die Gegenwart und die Zukunft zu lernen\u201c, sagte Pr\u00e4ses Adelheid Ruck-Schr\u00f6der.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Jede Kontaktaufnahme sowie die gesamte Kommunikation zwischen Menschen, die sich melden, und den Forschenden werden vollst\u00e4ndig vertraulich behandelt. Interviews k\u00f6nnen pers\u00f6nlich, telefonisch oder per Videogespr\u00e4ch gef\u00fchrt werden. Die Auswertung und sp\u00e4tere Ver\u00f6ffentlichungen erfolgen in anonymisierter Form. Auch die EKvW erhalte keinen Einblick in die Inhalte der Gespr\u00e4che, sondern lediglich Sachstandsberichte im Rahmen der Landessynoden sowie einen anonymisierten Abschlussbericht.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Alle Informationen zu Kontaktm\u00f6glichkeiten, Ansprechpersonen und Studienaufbau sind im gemeinsamen Aufruf von EKvW und DHPol zu finden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld. 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