{"id":952601,"date":"2026-04-17T11:34:23","date_gmt":"2026-04-17T11:34:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/952601\/"},"modified":"2026-04-17T11:34:23","modified_gmt":"2026-04-17T11:34:23","slug":"deutsche-bank-erneut-probleme-mit-russischen-kunden-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/952601\/","title":{"rendered":"Deutsche Bank: Erneut Probleme mit russischen Kunden &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> im Februar 2022 seinen Angriffskrieg auf die gesamte <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> ausweitete, reagierte die EU rasch: Sie verh\u00e4ngte Sanktionen gegen russische <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oligarchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oligarchen<\/a> und setzte f\u00fcr Einlagen russischer Staatsangeh\u00f6riger bei EU-Banken ein Limit von 100 000 Euro.\u00a0Seither hat die EU die Sanktionen immer wieder versch\u00e4rft;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/eu-sanktionen-2250316\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das 19. Sanktionspaket<\/a>, das vorerst letzte, datiert vom Oktober 2025.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Seit Kurzem gelten zudem strengere Regeln im Inland: Der deutsche Gesetzgeber hat das Au\u00dfenwirtschaftsgesetz auf Grundlage einer EU-Richtlinie novelliert und <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2026\/02\/20260206-deutschland-implementiert-eu-richtlinie-sanktionsstrafrecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das Sanktionsstrafrecht versch\u00e4rft<\/a>. Bu\u00dfgelder und Strafen fallen deutlich h\u00f6her aus, Verst\u00f6\u00dfe gegen Meldepflichten sind schneller strafbewehrt, Schonfristen entfallen. Banken m\u00fcssen z\u00fcgiger pr\u00fcfen, ob sie Gesch\u00e4fte mit sanktionierten Personen unterhalten \u2013 und im Zweifel Konten sperren, Transaktionen stoppen oder Verdachtsmeldungen erstatten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei der Deutschen Bank hat das offenbar Hektik ausgel\u00f6st. Insider best\u00e4tigten einen <a href=\"https:\/\/finanz-szene.de\/banking\/deutsche-bank-erstattet-selbstanzeige-wegen-problematischer-russland-kunden\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bericht des Branchendienstes Finanz-Szene<\/a>, wonach sich Deutschlands gr\u00f6\u00dftes Geldhaus j\u00fcngst bei der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bundesbank\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesbank<\/a> selbst \u201eangezeigt\u201c hat \u2013 weil es nach eigener Einsch\u00e4tzung den Vorschriften zur Sanktionsdurchsetzung bei Kunden mit Russland-Bezug nicht ausreichend nachgekommen sein k\u00f6nnte. Konkret soll es Einzahlungen gegeben haben, die das Guthabenlimit \u00fcberstiegen. Intern, so hei\u00dft es, bef\u00fcrchte man, solche und \u00e4hnliche F\u00e4lle nicht erkannt zu haben. Wegen des Umfangs und der Schwere der Vorg\u00e4nge hat die Bank dem Bericht zufolge sogar eine Taskforce gegr\u00fcndet, geleitet von einer Managerin des Privatkundengesch\u00e4fts, die direkt an Privatkunden-Vorstand Claudio de Sanctis berichtet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auf Anfrage teilte die Bank mit, man pr\u00fcfe die Prozesse zur Einhaltung von Sanktionen fortlaufend, und wann immer man m\u00f6gliche Schwachstellen identifiziere, verbessere man die Prozesse und informiere die Aufsichtsbeh\u00f6rden. Mehr k\u00f6nne man dazu nicht sagen. Offen bleibt die Frage: Seit wann wei\u00df die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutsche_Bank\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutsche Bank<\/a> von den Problemen, und warum brauchte es wom\u00f6glich die Versch\u00e4rfung der Gesetzgebung, ehe die Meldung an die Aufsicht erfolgte? Dazu gab es keine Stellungnahme. Dem Vernehmen nach geht es aber immerhin nicht um Personen auf Sanktionslisten oder um Kunden aus der Verm\u00f6gensverwaltung, sondern um F\u00e4lle aus dem Massenkundengesch\u00e4ft. Die Bundesbank \u00e4u\u00dferte sich nicht dazu.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Deutsche Bank \u201epflegte\u201c sp\u00e4testens seit der Jahrtausendwende eine <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/banken-sanktionen-russland-1.5538618\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">enge Verbindung zu Russland<\/a>, motiviert auch durch die damaligen Bundesregierungen. Erst 2014, nach der Annexion der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Krim\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krim<\/a>, war Schluss mit der Expansion in Russland: Das Institut fuhr sein Engagement dort nach eigener Aussage zur\u00fcck, beendete das Investmentbanking und die Verm\u00f6gensverwaltung vor Ort und k\u00fcndigte vielen Kunden. In der Verm\u00f6gensverwaltung au\u00dferhalb Russlands allerdings hielt die Bank wohl noch bis Fr\u00fchjahr 2022 an einigen Oligarchen-Kunden fest. Erst im Januar kam es offenbar in diesem Zusammenhang zu einer <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/deutsche-bank-razzia-staatsanwaltschaft-geldwaesche-roman-abramowitsch-li.3375868\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Razzia bei der Deutschen Bank<\/a>. Nach SZ-Informationen soll das Institut eine oder mehrere Geldw\u00e4scheverdachtsmeldungen zu Firmen des russischen Milliard\u00e4rs Roman Abramowitschs versp\u00e4tet an die Beh\u00f6rden \u00fcbermittelt haben. Abramowitschs Anwalt lie\u00df seinerzeit mitteilen, sein Mandant habe stets im Einklang mit nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften gehandelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Russland im Februar 2022 seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine ausweitete, reagierte die EU rasch: Sie verh\u00e4ngte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":952602,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[4013],"tags":[11805,331,332,147,5621,13923,3307,9218,29,548,158,13,3083,148,14,15,56348,4043,4044,850,307,12,149,317,55],"class_list":["post-952601","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-russland","tag-oligarchen","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-ausland","tag-banken-und-finanzindustrie","tag-bundesbank","tag-deutsche-bank","tag-deutsche-bundesbank","tag-deutschland","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-headlines","tag-krim","tag-leserdiskussion","tag-nachrichten","tag-news","tag-roman-abramowitsch","tag-russia","tag-russian-federation","tag-russische-foederation","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-ukraine","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116419839357037482","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/952601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=952601"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/952601\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/952602"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=952601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=952601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=952601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}