{"id":953096,"date":"2026-04-17T16:39:23","date_gmt":"2026-04-17T16:39:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/953096\/"},"modified":"2026-04-17T16:39:23","modified_gmt":"2026-04-17T16:39:23","slug":"75-jahre-institut-francais-ein-stueck-fronkreich-im-herzen-stuttgarts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/953096\/","title":{"rendered":"75 Jahre Institut fran\u00e7ais: Ein St\u00fcck \u201eFronkreich\u201c im Herzen Stuttgarts"},"content":{"rendered":"<p>Am 21. April 1951 wurde in Stuttgart das Institut fran\u00e7ais eingeweiht. Vielen Menschen hier hat es Frankreich n\u00e4her und nahe gebracht. Jetzt wird ausgiebig gefeiert.<\/p>\n<p>Bilder sagen manchmal mehr als Worte. Das gilt auch f\u00fcr das Plakat, mit dem das Institut fran\u00e7ais in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> f\u00fcr die 22. Franz\u00f6sischen Wochen vom 21. April bis 3. Mai wirbt. Es zeigt den Eiffelturm, der mit dem Fernsehturm verschlungen ist. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Frankreich\" title=\"Frankreich\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> und Stuttgart bilden eine Symbiose. Das war drei Generationen zuvor noch unvorstellbar. In zwei Weltkriegen und davor im Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg wurden tiefe Wunden geschlagen; Frankreich \u2013 das galt lange Zeit als der \u201eErzfeind\u201c. Auch noch als am 21. April vor 81 Jahren franz\u00f6sische Truppen Stuttgart besetzen, ehe die Stadt im Juli 1945 an die Amerikaner \u00fcbergeben wurde. <\/p>\n<p>Umso bahnbrechender ist, was sich in den Jahrzehnten danach entwickelte. Aus der vorsichtigen \u201eAnn\u00e4herung\u201c wurde Auss\u00f6hnung und Freundschaft. Seit Mai 1962 besteht eine St\u00e4dtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Stra\u00dfburg. Im September 1962 folgte die ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.60-jahre-nach-der-rede-an-die-deutsche-jugend-die-junge-liebe-zu-europa.b9f67c79-aa56-4e48-bd3b-385ff6658f3b.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eRede an die deutsche Jugend\u201c von Charles de Gaulles<\/a> in Ludwigsburg, die als ein Meilenstein in den deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen gilt. Vier Monate sp\u00e4ter wurde der deutsch-franz\u00f6sische Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Aus Feinden wurden Freunde. <\/p>\n<p>Dem Institut fran\u00e7ais, \u201eeine tragende S\u00e4ule der franz\u00f6sischen Kulturpr\u00e4senz in der Landeshauptstadt und das Sprachlernzentrum des franz\u00f6sischen Staates in Stuttgart und Umgebung\u201c, wie es offiziell hei\u00dft, kam in diesem Prozess fr\u00fchzeitig eine wichtige Rolle zu. Das ist anl\u00e4sslich des 75-Jahr-Jubil\u00e4ums auch an seinem Standort in der Schlossstra\u00dfe 11 ausgiebig zu besichtigen. Das Treppenhaus dort h\u00e4ngt voller Geschichte. Auf vier Stockwerken zu denen \u2013 ein Zufall! \u2013 exakt 75 Stufen f\u00fchren, ist dieses Dreivierteljahrhundert in Schlaglichtern abgebildet: die gro\u00dfen Themen wie die Kultur- und die Sprachvermittlung, die gro\u00dfen K\u00f6pfe, wie sein ehemaliger Direktor Jean-Baptiste Joly, die vielen franz\u00f6sischen Intellektuellen und Kunstschaffen, die im Laufe der Jahre nach Stuttgart kamen, auch die Freunde und F\u00f6rderer, angefangen von Manfred Rommel, Wolfgang Schuster und dem Verleger Michael Klett. Dazu die zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen, mit denen die Einrichtung h\u00e4ufig in Kooperation mit anderen Einrichtungen auf sich und die franz\u00f6sische Kultur aufmerksam macht. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.5d6402f4-f82d-4a31-960f-ae718ef29dbd.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Villa in der Diemershaldenstra\u00dfe 11. Dort war das Institut fran\u00e7ais\u2013 mit Unterbrechung \u2013 von 1951 bis 2012 untergebracht. Seit 2017 befindet sich hier das erste station\u00e4re Kinderhospiz Baden-W\u00fcrttembergs.    Foto: Institut fran\u00e7ais    <\/p>\n<p>Dokumentiert sind in der Ausstellung auch die verschiedenen Standorte des Instituts in der Stadt. Es begann am 21. April 1951 in der Villa in der Diemershaldenstra\u00dfe 11 oberhalb des Eugenplatzes, wo seit 2017 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.feier-mit-schwerkrankem-kind-heilig-abend-im-kinderhospiz-ich-kann-die-zeit-ganz-anders-geniessen.528c66fc-f4a4-469b-b288-4a3c55294bcb.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ein station\u00e4res Kinderhospiz<\/a> eingerichtet ist. Treibende Kraft war der erste franz\u00f6sische Botschafter in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>, Andr\u00e9-Fran\u00e7ois Poncet. <\/p>\n<p> Im Jahr zuvor war die Stiftung Institut fran\u00e7ais de Stuttgart gegr\u00fcndet worden, \u201eum der friedlichen Entwicklung der deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen zu dienen, die Verbreitung der franz\u00f6sischen Sprache und der franz\u00f6sischen Geisteskultur in Deutschland zu f\u00f6rdern\u201c. Bereits 1949 war in der Stauffenbergstra\u00dfe als Vorl\u00e4ufer ein \u201eCentre d\u2019Etudes fran\u00e7aises\u201c er\u00f6ffnet worden \u2013 als Au\u00dfenstelle einer gleichlautenden Einrichtung in T\u00fcbingen, das damals Sitz der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rregierung f\u00fcr W\u00fcrttemberg-Hohenzollern war.<\/p>\n<p>So repr\u00e4sentativ die von dem Schokoladenfabrikanten Karl Leos gebaute Villa in der Stuttgarter Halbh\u00f6henlage war, so weit weg war das Institut von den Adressaten seiner Kulturarbeit: den Menschen. Das ist heute ganz anders. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.institut-fran-ais-das-haus-soll-die-sehnsucht-nach-frankreich-wecken.ec6681c3-2e9b-48c3-8435-3dbd2c4f8e5d.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Seit 2013 ist das Institut fran\u00e7ais in der Schlossstra\u00dfe 51 am Berliner Platz untergebracht<\/a> und damit im Herzen der Stadt. Vorausgegangen waren Provisorien in der Augustenstra\u00dfe und am Roteb\u00fchlplatz. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.c145a0fc-5dc4-4da2-86c7-15baf69e5f27.original1024.media.jpeg\"\/>     Kulturbeauftragte Johanne Mazeau-Schmid und der franz\u00f6sische Generalkonsul Ga\u00ebl de Maisonneuve    Foto: Institut fran\u00e7ais    <\/p>\n<p>Seit 2006 folgte der Zusammenschluss mit dem Generalkonsulat. Der Generalkonsul \u00fcbernahm damit auch die Direktion des Instituts. Der aktuelle Vertreter Frankreichs, Ga\u00ebl de Maisonneuve, ist seit vier Jahren im Amt. Er hat nun das Vergn\u00fcgen, das Jubil\u00e4um zu begie\u00dfen und l\u00e4sst vorab verlauten: \u201eSeit 75 Jahren bauen wir Br\u00fccken zwischen Frankreich und Deutschland. Dieses Jubil\u00e4um ist ein Anlass zum Feiern und eine Einladung, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Die Feierlichkeiten sind f\u00fcr uns zugleich eine Gelegenheit, unsere Partner sowie die zahlreichen deutsch-franz\u00f6sischen Partnerschaften im Gro\u00dfraum Stuttgart zu w\u00fcrdigen und den gemeinsamen Austausch weiter zu vertiefen.\u201c<\/p>\n<p> Mehr als 3000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nehmen an Sprachkursen teil <\/p>\n<p>Zum Start 1951 berichteten die Stuttgarter Nachrichten \u00fcber den Amtsantritt des ersten Direktors des Instituts, Ren\u00e9 Cheval, und legten Wert auf die Feststellung, dass der Kauf der Villa in der Diemershalde (500.000 Mark) \u201enicht aus der Kasse f\u00fcr Besatzungskosten, wie \u00fcberhaupt die ganze Einrichtung des Instituts nichts mit der franz\u00f6sischen Besatzungsmacht zu tun hat\u201c. Johanne Mazeau-Schmid, die Kulturbeauftragte des Instituts, kann dar\u00fcber heute nur schmunzeln. Das Thema Geld ist allerdings sehr wohl relevant. Die vielen Aktivit\u00e4ten wollen finanziert sein. Zur Unterst\u00fctzung wurde 1997 ein Freundeskreis gegr\u00fcndet, die \u201eAmis d\u2018Institut fran\u00e7ais Stuttgart\u201c. Sponsorensuche ist Teil der Arbeit, heute vielleicht sogar mehr denn je. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.ae1a7731-13e7-4406-9a70-595138671acb.original1024.media.jpeg\"\/>     Eine Symbiose aus Eiffelturm und Fernsehturm: Werbung f\u00fcr die 22. Franz\u00f6sischen Wochen.    Foto: Jan Sellner    <\/p>\n<p>\u00dcber mangelnde Nachfrage kann sich das Haus, das auch mit einer gro\u00dfen Mediathek ausgestattet ist, nicht beklagen. \u201eVon Anfang an haben die Stuttgarter gro\u00dfes Interesse gezeigt\u201c, sagt die Kulturbeauftragte. Das dr\u00fcckt sich auch in Zahlen aus: Pro Jahr nehmen rund 3600 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an Sprachkursen teil. Die meisten in virtuellen Klassenzimmern, eine Entwicklung, die durch die Corona-Beschr\u00e4nkungen eingesetzt hat. \u201eBei den Online-Kursen sind wir unter den bundesweit 13 Standorten f\u00fchrend\u201c, sagt Mazeau-Schmid. <\/p>\n<p> Gala, Ausstellung, Tag der offenen T\u00fcr und Audioguide <\/p>\n<p>Auch das, ein Grund zu feiern. Das will das Institut fran\u00e7ais in Stuttgart nun ausgiebig tun. Am Einweihungstag, dem 21. April, findet in der Liederhalle ab 19.30 Uhr ein Galaabend statt, moderiert von dem Kabarettisten Alfons. Er bildet zugleich den Auftakt der 22. Franz\u00f6sischen Wochen im Gro\u00dfraum Stuttgart. Vier Tage sp\u00e4ter, am 25. April, ist Tag der offenen T\u00fcr in der Schlossstra\u00dfe 11 (14- 23 Uhr). Dort kann auch die Jubil\u00e4umsausstellung besichtigt werden (22. April bis 31. Juli). Als Besonderheit pr\u00e4sentiert das Institut fran\u00e7ais einen Audioguide \u201eBalado \u2013 La France \u00e0 Stuttgart\u201c. Dieser f\u00fchrt zu 24 Stationen in der Stadt, die Ber\u00fchrungspunkte mit Frankreich aufweisen und an denen sich \u201efranz\u00f6sische Kultur, Geschichte und pers\u00f6nliche Lebenswege in das Stadtbild eingeschrieben haben\u201c. Der zehn Kilometer lange Rundgang startet im Institut fran\u00e7ais und f\u00fchrt hinauf in die Villa in der Diemershaldenstra\u00dfe \u2013 zu den Anf\u00e4ngen einer Erfolgsgeschichte. <\/p>\n<p>Weitere Infos \u00fcber die Franz\u00f6sischen Wochen unter: <a href=\"https:\/\/www.franz%C3%B6sischewochen.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.franz\u00f6sischewochen.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 21. April 1951 wurde in Stuttgart das Institut fran\u00e7ais eingeweiht. 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