{"id":953395,"date":"2026-04-17T19:45:26","date_gmt":"2026-04-17T19:45:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/953395\/"},"modified":"2026-04-17T19:45:26","modified_gmt":"2026-04-17T19:45:26","slug":"thalia-theater-manches-stueck-welttheater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/953395\/","title":{"rendered":"Thalia Theater: Manches St\u00fcck Welttheater"},"content":{"rendered":"<p>Intendantin Sonja Anders nimmt den Schwung ihrer erfolgreichen ersten Spielzeit mit in die kommende Saison. Die Besucherzahlen des Thalia Theaters bleiben auf hohem Niveau, die Zahl der Abonnenten steigt. Auftaktinszenierung im September ist die Urauff\u00fchrung von \u201eDeutsches Haus\u201c nach Annette Hess \u00fcber die Frankfurter Auschwitz-Prozesse.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nur wenige Jahrzehnte, bevor Berlin und Hamburg zu einer Metropole zusammenwachsen, beginnen das Deutsche Theater in Berlin (DT) und das Thalia Theater in Hamburg mit einer ersten gemeinsamen Inszenierung \u2013 eine zukunftsweisende Kooperation. Da die Berliner sich mit Kabale herausragend auskennen und die Hamburger mit Liebe, entschied sich Regisseurin Anne Lenk, die seit Jahren an beiden H\u00e4usern t\u00e4tig ist, f\u00fcr \u201eKabale und Liebe\u201c von Friedrich Schiller. In einem gemischten Ensemble kehrt bei dieser Gelegenheit die ehemalige Thalia-Schauspielerin Maren Eggert auf die Hamburger B\u00fchne zur\u00fcck. Das St\u00fcck wird abwechselnd in beiden St\u00e4dten laufen.<\/p>\n<p> Vielzahl von Kooperationen<\/p>\n<p>Der Klassiker von Schiller ist nur eine von mehreren Kooperationen in der kommenden Spielzeit, wie Intendantin Sonja Anders vom Thalia Theater bei der Vorstellung des neuen Spielplans ank\u00fcndigte: \u201eEs wird immer wichtiger, sich mit gesellschaftlichen Akteuren und anderen Kultureinrichtungen zu vernetzen\u201c, sagt Anders. Neben der Zusammenarbeit mit dem DT ist \u201eDer Menschenfeind\u201c in der Regie von Jette Steckel als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen geplant. Auch innerhalb Hamburgs gibt es verst\u00e4rkt gemeinsame Projekte. Gleich zweimal arbeitet das Thalia mit der Hamburgischen Staatsoper zusammen, die St\u00fccke hei\u00dfen \u201eDornr\u00f6schen\u201c und \u201eCaspar David Friedrich\u201c, letzteres ein Projekt von Lisaboa Houbrechts, das im M\u00e4rz 2027 zur Urauff\u00fchrung gelangen wird.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es gemeinsam mit Kampnagel ein St\u00fcck, das den weisen Titel tr\u00e4gt \u201eDas Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht\u201c sowie eine Zusammenarbeit mit der werkgruppe 2 unter dem Titel \u201eFeierabend\u201c, das offenbart, dass die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit nicht so gut mit Krokodilen und Schlangen gesichert ist wie jene zwischen Indien und Bangladesch. Die St\u00fccke, die das Thalia Theater in der kommenden Saison in kompletter Eigenregie herausbringt, lassen sich grob in zwei Schwerpunkte und eine dritte Gruppe unterteilen: F\u00fcnf Werke \u201egegen Hass und Populismus\u201c mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der \u201eGefahren von zunehmendem Rechtsruck\u201c sowie vier Dramen aus dem Spektrum \u201eErz\u00e4hlungen der pluralistischen Gesellschaft\u201c werden erg\u00e4nzt um St\u00fccke, die \u201edas individuelle Gef\u00fchl als Reaktion auf Ausschluss oder normativen Druck\u201c (Sonja Anders) in den Blick nehmen. <\/p>\n<p>Borchert, Moli\u00e8re und Horv\u00e1th<\/p>\n<p>Die Werke der ersten Gruppe befassen sich mit \u201efaschistischer Ideologie, Autoritarismus und der Zeit des Nationalsozialismus\u201c. Die Spielzeit wird mit der Urauff\u00fchrung \u201eDeutsches Haus\u201c nach dem Roman von Annette Hess am 11. September er\u00f6ffnet, Regie f\u00fchrt Jorinde Dr\u00f6se. Es folgen zwei Werke, die sich intensiv Gef\u00fchlen widmen: \u201eDie Vegetarierin\u201c nach dem Roman von Han Kang im Thalia in der Gau\u00dfstra\u00dfe (Regie: Lilja Rupprecht) und \u201eDer Menschenfeind\u201c von Moli\u00e8re mit seiner Hamburger Premiere am 18. September, seinem gef\u00fchlt aktuellsten und wichtigsten Werk.<\/p>\n<p>Die Dramen, die sich intensiv mit der deutschen und europ\u00e4ischen Geschichte befassen, sind nach dem Saisonauftakt \u201eDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201c von Wolfgang Borchert in einer Inszenierung des israelischen Regisseurs Ran Chai Bar-zvi (21. November), die \u201eGeschichten aus dem Wienerwald\u201c von \u00d6d\u00f6n von Horv\u00e1th (17. April 2027) in der Regie von Anne Lenk und \u201eDie Nash\u00f6rner\u201c von Eug\u00e8ne Ionescu zum Abschluss der Saison von Luise Voigt in Szene gesetzt (29. Mai 2027). Christian Lollikes \u201eDer fremde Blick\u201c kommt am 27. April in der BOX in der Gau\u00dfstra\u00dfe heraus. <\/p>\n<p>\u201eTimm Thaler oder das verkaufte Lachen\u201c<\/p>\n<p>Als gro\u00dfes Familienst\u00fcck in der Vorweihnachtszeit steht zu des Autors hundertstem Geburtstag \u201eTimm Thaler oder das verkaufte Lachen\u201c von James Kr\u00fcss im erfolgreichen Programm. In der ersten Saison der Intendantin Sonja Anders werden voraussichtlich rund 233.000 Besucher im Thalia Theater gez\u00e4hlt werden (so viele wie in der Abschiedssaison von Joachim Lux), aktuell sind es bereits 196.000, wie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Tom Till erkl\u00e4rte. Ein weiterer Beweis f\u00fcr die aktuelle Beliebtheit des Hauses ist die auf niedrigem Niveau deutlich steigende Abonnentenzahl von 3200. Weiterhin bleibt der Spielbetrieb durch anstehende Renovierungsma\u00dfnahmen, zum Beispiel die Erneuerung der Drehb\u00fchne 2028, leicht beeintr\u00e4chtigt. <\/p>\n<p>Von den insgesamt 20 Premieren der Saison 2026\/27 werden 14 von Regisseurinnen inszeniert, darunter neben den bereits erw\u00e4hnten Anna Stiepani, die in der Gau\u00dfstra\u00dfe \u201eGym\u201c nach dem Roman von Verena Ke\u00dfler herausbringt. Die deutschkurdische Regisseurin und Autorin Emel Aydo\u011fdu wird beim St\u00fcck \u201eGro\u00dfe Elbstra\u00dfe 275a\u201c von Mazlum Nergiz in der Gau\u00dfstra\u00dfe Regie f\u00fchren. <\/p>\n<p>\u201eLessingtage\u201c im Febraur 2027<\/p>\n<p>Weitere Premieren im kommenden Spielplan sind unter anderem \u201eDschinns\u201c nach dem Roman von Fatma Aydemir, der die Migration vom Hintergrund in den Vordergrund r\u00fcckt sowie \u201eNation of Strangers\u201c nach dem Roman von Ece Temelkuran sowie \u201eDeutschland im Winter\u201c mit Texten von May Ayim als dritter Erz\u00e4hlung aus dem Pluralismus der Offenen Gesellschaft. Zum Pluralismus beitragen sollen auch die kommenden \u201eLessingtage\u201c, die nach dem Erfolg des \u201eProzess gegen Deutschland\u201c von Milo Rau in der laufenden Saison weiter politisch bleiben. Dramaturgin Christina Bellingen \u00fcbernimmt die Leitung des Festivals von Matthias Lilienthal und wird ihr Programm im November vorstellen, es soll wieder \u201eetwas internationaler werden\u201c, wie Bellingen sagte. Die Lessingtage finden vom 30. Januar bis zum 14. Februar 2027 statt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Intendantin Sonja Anders nimmt den Schwung ihrer erfolgreichen ersten Spielzeit mit in die kommende Saison. 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