{"id":95350,"date":"2025-05-08T22:15:09","date_gmt":"2025-05-08T22:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/95350\/"},"modified":"2025-05-08T22:15:09","modified_gmt":"2025-05-08T22:15:09","slug":"vorzeigeunternehmerin-rutscht-wegen-russland-sanktionen-in-die-pleite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/95350\/","title":{"rendered":"Vorzeigeunternehmerin rutscht wegen Russland-Sanktionen in die Pleite"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Cathleen Reimer (47) hat in diesem Jahr die schlimmsten Wochen ihres Lebens erlebt, wie sie selbst erz\u00e4hlt. Ab Mitte Januar war klar, dass es f\u00fcr die traditionsreiche \u201eReimer Holz und Platten GmbH\u201c ums \u00dcberleben geht. Am 1. April war mit dem Insolvenzantrag dann der Kampf verloren und zehn Arbeitspl\u00e4tze vernichtet. Nicht, weil etwa die Kunden abgesprungen waren oder gar Auftr\u00e4ge fehlten. Am Ende brachen die Folgen der Russland-Sanktionen den Holzverarbeitern in <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/ludwigslust\/\" rel=\"noopener\">Tewswoos<\/a> das Genick. Denn durch die Russland-Sanktionen kamen die Reimers nicht mehr an ihr wichtigstes Material, die sibirische L\u00e4rche, heran. Gut die H\u00e4lfte aller Produkte wurden aus diesem Holz gefertigt.<\/p>\n<p>\u201eWir wurden behandelt wie Schwerverbrecher\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Urteil der Unternehmerin: \u201eDie kleinen Unternehmen gehen drauf, den Gro\u00dfen hilft man. Wir wurden teilweise behandelt wie Schwerverbrecher. Hilfe kam so gut wie keine. Am Ende lag es an 50.000 Euro \u00dcberbr\u00fcckung, die uns das \u00dcberleben gesichert h\u00e4tten. Doch die gab es schlicht nicht.\u201c<\/p>\n<p>Bis zu den Sanktionen lief es gut in Tewswoos<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Firma Reimer war ein klassischer Lohnfertiger, der vor allem Holz f\u00fcr Terrassen herstellte und viele Auftraggeber hatte. Daneben war das 1902 gegr\u00fcndete Unternehmen auf den Bau von h\u00f6lzernen Kabeltrommeln spezialisiert. Und auch die bekannten Holzkisten des Vielanker Brauhauses wurden in dem kleinen Dorf in traditionsreichen Hallen gefertigt, immerhin 1200 St\u00fcck in der Woche. \u201eIch kann sagen, es lief richtig gut, jeden Tag kam ein Lkw auf den Hof und wir \u00fcberlegten schon, ob wir nicht eine zweite Anlage kaufen sollten.\u201c<\/p>\n<p>Holz aus Kanada kam zu sp\u00e4t<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mit den Sanktionen war es dann ab Mitte 2023 mit den sibirischen H\u00f6lzern vorbei. Die sind eigentlich wegen ihrer Qualit\u00e4t nicht zu ersetzen, dennoch setzte Cathleen Reimer mit ihrem Mann Mario alles auf die neue Hoffnung, die kanadische Douglasie. Doch der Kampf um die neuen Importe zog sich, war kompliziert, zumal jetzt ja viele in der Welt auf das kanadische Holz setzten. \u201eIch will gar nicht sagen, dass wir alles richtig gemacht h\u00e4tten. Aber in der \u00dcbergangsphase fehlten dann doch die Hilfen. F\u00fcr kleine Unternehmen, wie wir es waren, gibt es da nichts. Nur die Rechnungen liefen weiter.\u201c Das kanadische Holz kam dann irgendwann, doch es war zu sp\u00e4t. Die laufenden Kosten fra\u00dfen das Unternehmen auf, zumal auch die Kunden vorsichtiger mit ihren Bestellungen wurden.<\/p>\n<p>Niemand sollte wegen der Sanktionen pleitegehen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dabei hatte es der fr\u00fchere Wirtschaftsminister des Landes der jungen Frau in die Hand versprochen, dass niemand im Land wegen der Sanktionen pleitegehen werde. So erinnert es Cathleen Reimer. Das passierte dann aber doch, obwohl kein Kunde abgesprungen war. Da half der Unternehmerfamilie die private Zur\u00fcckhaltung beim Geld nicht. Der Fall sorgte f\u00fcr Aufsehen, denn Cathleen Reimer war auch Vizepr\u00e4sidentin des Unternehmerverbandes Norddeutschland.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Beim Unternehmerverband sorgte der Fall Reimer nur f\u00fcr Kopfsch\u00fctteln, mit Tom Henning ist ein weiteres Vorstandsmitglied von einer vorl\u00e4ufigen Insolvenz betroffen. Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Pamela Buggenhaggen: \u201eWir haben nat\u00fcrlich versucht zu helfen, Fakt ist aber, dass es die kleinen Unternehmen in den Krisen deutlich schwerer haben, als die Gro\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Familie versucht einen bescheidenen Neuanfang<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr die 47-j\u00e4hrige Frau hat sich das Leben deutlich gewandelt. Sie arbeitet jetzt als Angestellte f\u00fcr eine Physiotherapie. Ihr Mann Mario, der auch zweiter stellvertretender B\u00fcrgermeister in Tewswoos ist, hat eine neue Firma mit \u00e4hnlichem Namen gegr\u00fcndet und versucht einen bescheidenen Neuanfang. Bisher mit Erfolg. \u201eMein Mann muss jetzt zum Teil unsere alten Maschinen aus der Insolvenzmasse neu kaufen. Das st\u00f6\u00dft einem schon bitter auf, zumal es wirklich nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cathleen Reimer (47) hat in diesem Jahr die schlimmsten Wochen ihres Lebens erlebt, wie sie selbst erz\u00e4hlt. 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