{"id":958012,"date":"2026-04-19T19:14:24","date_gmt":"2026-04-19T19:14:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/958012\/"},"modified":"2026-04-19T19:14:24","modified_gmt":"2026-04-19T19:14:24","slug":"debanking-sparkasse-lehnt-kontoeroeffnung-fuer-bda-treptow-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/958012\/","title":{"rendered":"Debanking \u2013 Sparkasse lehnt Kontoer\u00f6ffnung f\u00fcr BdA Treptow ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img320794\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/320794.jpeg\" alt=\"Der BdA organisiert im Berliner Bezirk Treptow-K\u00f6penick die Verlegung von Stolpersteinen.\"\/><\/p>\n<p>Der BdA organisiert im Berliner Bezirk Treptow-K\u00f6penick die Verlegung von Stolpersteinen.<\/p>\n<p>Foto: Maurizio Gambarini<\/p>\n<p>Dem Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (BdA) Treptow ist die Er\u00f6ffnung eines Kontos bei der Sparkasse verweigert worden. In einem Schreiben vom Freitag nannte das Geldinstitut keine Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entscheidung. Damit verf\u00fcgt der BdA-Bezirksverband weiterhin \u00fcber keine eigene Kontoverbindung. Bereits im M\u00e4rz war dem Verein das Konto bei der Postbank \u2013 einer Tochter der Deutschen Bank \u2013 gek\u00fcndigt worden.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbWir sind die Koordinierungsstelle f\u00fcr Stolpersteine im Bezirk, daf\u00fcr ben\u00f6tigen wir ein Konto.\u00ab<\/p>\n<p>Ellen H\u00e4ndler\u2003BdA Treptow e.V.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00bbUnsere Arbeit wird dadurch erheblich behindert\u00ab, erkl\u00e4rte die Bezirksvorsitzende des Vereins, Ellen H\u00e4ndler, dem \u00bbnd\u00ab. \u00bbWir sind die Koordinierungsstelle f\u00fcr Stolpersteine im Bezirk, daf\u00fcr ben\u00f6tigen wir ein Konto, weil wir sonst keine Spenden von \u00dcberlebenden oder Hinterbliebenen z.B. aus dem Ausland annehmen k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Miete f\u00fcr das B\u00fcro im Rathaus Treptow-K\u00f6penick m\u00fcsse sie wohl dem Bezirksb\u00fcrgermeister Oliver Igel (SPD) bar \u00fcbergeben, berichtet sie. Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, organisiert der Verband regelm\u00e4\u00dfig Erinnerungsveranstaltungen am Sowjetischen Ehrenmal Treptow, diesmal ist ein Musikfestival geplant \u2013 ohne Kontoverbindung sei das jedoch nur schwer zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p><strong>Mehrere Kontok\u00fcndigungen im M\u00e4rz<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem BdA Treptow hatte die Postbank im Februar auch dem Berliner Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes \/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sowie dem Kreisverband Wei\u00dfensee-Hohensch\u00f6nhausen die Konten gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Dass die Sparkasse dem BdA Treptow nun kein Konto er\u00f6ffnet, \u00fcberrascht Ellen H\u00e4ndler. Denn dem VVN-VdA aus dem Berliner Westen hatte das Geldinstitut erst im M\u00e4rz die Er\u00f6ffnung eines Kontos erm\u00f6glicht. F\u00fcr H\u00e4ndler sind diese unterschiedlichen Entscheidungen nicht nachvollziehbar.<\/p>\n<p><strong>Gysi interveniert<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Linke in Treptow-K\u00f6penick protestiert gegen den Vorfall. \u00bbDas ist ein Angriff auf die Erinnerungskultur\u00ab, erkl\u00e4rte Moritz Warnke, Vorsitzender der Partei im Bezirk. Er k\u00fcndigte gegen\u00fcber dem \u00bbnd\u00ab an, dass der Linke-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi aus Treptow-K\u00f6penick Kontakt mit der Sparkasse aufnehmen werde, um doch noch zu einer Einigung zu kommen. Gysis Eltern wurden als Verfolgte des NS-Regimes einst von einer Vorg\u00e4ngerorganisation des BdA Treptow betreut.<\/p>\n<p>Falls Gysi keinen Erfolg hat, pr\u00fcft der Verband auch eine Klage gegen die Sparkasse, erkl\u00e4rte Ellen H\u00e4ndler. Sparkassen h\u00e4tten als Anstalten des \u00f6ffentlichen Rechts schlie\u00dflich einen Versorgungsauftrag.<\/p>\n<p>Hoffnung macht ihr ein weiterer Debanking-Fall: Die Rote Hilfe hatte gegen eine Kontok\u00fcndigung durch die Sparkasse vor Gericht zun\u00e4chst Erfolg. Das Landgericht G\u00f6ttingen entschied, dass die K\u00fcndigung nicht wirksam ist und das Konto vorerst weitergef\u00fchrt werden muss, bis im Hauptverfahren entschieden wird. Dieses steht noch aus.<\/p>\n<p>Im Fall der Roten Hilfe argumentierte das Geldinstitut mit einem erh\u00f6hten Pr\u00fcfaufwand bei \u00dcberweisungen infolge der US-Einstufung der \u00bbAntifa-Ost\u00ab als Terrororganisation. Mit dieser Fremdzuschreibung sind in Deutschland agierende Antifaschist*innen gemeint. Au\u00dferdem habe man Sorge, vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen zu werden, und bef\u00fcrchte einen Reputationsverlust.<\/p>\n<p>Auch Ellen H\u00e4ndler vermutet hinter den aktuellen Debanking-F\u00e4llen in Berlin einen solchen Hintergrund und w\u00fcnscht sich eine politische Intervention. \u00bbWenn Kontosperrungen dazu f\u00fchren, dass die Verlegung von Stolpersteinen verhindert wird, dann ist das auch ein Politikum.\u00ab Die Linke im Bezirk k\u00fcndigte an, den BdA in der Auseinandersetzung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der BdA organisiert im Berliner Bezirk Treptow-K\u00f6penick die Verlegung von Stolpersteinen. 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