{"id":960014,"date":"2026-04-20T15:25:27","date_gmt":"2026-04-20T15:25:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/960014\/"},"modified":"2026-04-20T15:25:27","modified_gmt":"2026-04-20T15:25:27","slug":"olympia-abstimmung-wie-koeln-die-auszaehlung-vermasselte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/960014\/","title":{"rendered":"Olympia-Abstimmung: Wie K\u00f6ln die Ausz\u00e4hlung vermasselte"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die B\u00fcrgerbefragung zu einer Bewerbung der Region K\u00f6ln-Rhein-Ruhr f\u00fcr Olympische Spiele ab 2036 ist \u00fcberschattet worden von einer z\u00e4hen Ausz\u00e4hlung der Stimmen in K\u00f6ln bis tief in die Nacht hinein und einem verpassten Quorum in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/herten\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Herten<\/a>. Dennoch sieht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in dem Votum aus NRW ein \u201eklares, bundesweites R\u00fcckenwind-Signal f\u00fcr eine deutsche Bewerbung um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044\u201c. Ministerpr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hendrik-wuest\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hendrik W\u00fcst<\/a> (CDU) hatte noch am Abend von einem spektakul\u00e4ren Ergebnis gesprochen: \u201eEin historischer R\u00fcckhalt f\u00fcr eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute aus NRW.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In den 17 abstimmenden Kommunen wurde jeweils eine Mehrheit f\u00fcr die Teilnahme am weiteren Bewerbungsprozess erzielt. In Herten verpasste die Befragung jedoch die ben\u00f6tigte Mindestanzahl von 15 Prozent der Abstimmungsberechtigten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist bereits das zweite Mal, dass die Ruhrgebietsstadt Herten eine unr\u00fchmliche Rolle im Zuge der Olympia-Bewerbung einnimmt. Im Vorfeld hatte die SPD-Ratsfraktion bei einer Abstimmung die B\u00fcrgerbefragung abgelehnt. Nur weil die Abstimmung wiederholt wurde und die AfD mitstimmte, gelang es doch noch, die Befragung durchzusetzen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">B\u00fcrgermeister Fred Toplak zeigte sich zerknirscht: \u201eNat\u00fcrlich tut es ein St\u00fcck weit weh, weil wir viel Engagement in die Vorbereitung gesteckt haben und die Idee, Teil eines solchen internationalen Ereignisses zu sein, viele begeistert hat\u201c, sagte er. \u201eAber solche Entscheidungen geh\u00f6ren zur Demokratie dazu.\u201c Zwar erkl\u00e4rte Toplak, es m\u00fcsse noch gepr\u00fcft werden, welche Folgen das f\u00fcr den Austragungsort Herten habe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der DOSB hatte jedoch im Vorfeld erkl\u00e4rt, dass bei einem Nichtzustandekommen des Quorums die Mountainbike-Wettbewerbe an andere St\u00e4dte gingen. Hertens Bewerbung fand gemeinsam mit der Nachbarstadt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/recklinghausen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Recklinghausen<\/a> statt. Dort wurde das n\u00f6tige Quorum erreicht und auch die Zustimmung fiel deutlich aus. B\u00fcrgermeister Axel Tschersich (SPD) erkl\u00e4rte, man wolle sich auch ohne Herten die Chance erhalten, Austragungsort zu werden.<\/p>\n<p>Ausz\u00e4hlung in K\u00f6ln erst am Montagmorgen um 3.01 Uhr beendet      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u00dcberschattet wurde die Party in K\u00f6ln von der schleppenden Ausz\u00e4hlung in der Domstadt. Erst am Montagmorgen um 3.01 Uhr waren alle 141 Bezirke in K\u00f6ln ausgez\u00e4hlt, die anderen St\u00e4dte waren da schon seit Stunden fertig. Und dann fiel die Zustimmung in K\u00f6ln auch noch besonders mager aus: Hier votierten nur 57,4 Prozent mit Ja. In keiner Stadt war das Votum so knapp. K\u00f6ln soll als \u201eLeading City\u201c der Region ein tempor\u00e4res Leichtathletikstadion und das Athletendorf beherbergen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eigentlich sollte die Hohenzollernbr\u00fccke in K\u00f6ln am Sonntagabend in den Olympiafarben leuchten. Auch daraus wurde erst viel sp\u00e4ter etwas. Die (Ober-)B\u00fcrgermeister der anderen St\u00e4dte waren zur gemeinsamen Verk\u00fcndung eines Ergebnisses nach K\u00f6ln gereist, doch K\u00f6ln lie\u00df sie warten. Was ist der Grund f\u00fcr die Pannen-Ausz\u00e4hlung? Die Stadt K\u00f6ln verweist auf die hohe Zahl an abgegeben Stimmen \u2013 hier wurden 322.000 Stimmen ausgez\u00e4hlt. Zudem habe man nicht wie sonst in den Messehallen ausz\u00e4hlen k\u00f6nnen, wo die Sportmesse Fibo lief, sondern habe in ein Berufskolleg in Deutz ausweichen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Organisatoren haben nun bis zum 4. Juni Zeit, ihre Bewerbung zu konkretisieren und beim DOSB einzureichen.  Auch M\u00fcnchen, Hamburg und Berlin bewerben sich um die Spiele. In M\u00fcnchen gab es bereits im Oktober eine Abstimmung \u2013 hier haben 66 Prozent f\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/olympia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olympia<\/a> gestimmt. In Hamburg entscheiden die B\u00fcrger am 31. Mai. In Berlin ist bislang kein Referendum angesetzt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im September entscheiden, wer von den vier deutschen Bewerbern in das internationale Rennen geht. Kiel ist als Standort der Segelwettbewerbe bei allen vier nationalen Bewerbungen an Bord. Hier sprachen sich am Sonntag 63,5 Prozent der Teilnehmer f\u00fcr eine Bewerbung aus. Eine finale Entscheidung soll dann am 26. September bei einer au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB erfolgen. Dann liegt die Entscheidung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).<\/p>\n<p>BUND: \u201eK\u00f6lner brauchen nicht noch mehr Verkehrschaos und Geldverschwendungssucht\u201c       <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gegner der Olympia-Bewerbung erneuerten am Montag ihre Kritik. So sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender der Naturschutzorganisation BUND NRW, man m\u00fcsse das mehrheitlich positive Votum anerkennen: \u201eZur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch, dass die Zustimmung in der ,Leading City\u2018 K\u00f6ln nicht das klare Signal pro Olympiade ist, von welchem Hendrik W\u00fcst am Vorabend gesprochen hatte.\u201c Das Signal sei zu schwach, um gegen\u00fcber Mitbewerbern konkurrieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDie K\u00f6lner kennen das Verkehrschaos und die Geldverschwendungssucht aus t\u00e4glicher Erfahrung und brauchen davon nicht noch mehr. Diejenigen, die am st\u00e4rksten betroffen sind, zeigen keine klare Zustimmung pro Olympia.\u201c Der Ministerpr\u00e4sident sei gut beraten, die Notbremse zu ziehen und das Konzept zu \u00fcberarbeiten. \u201eDas neue Stadion und olympische Dorf in K\u00f6ln mit seinen gigantischen Neuversiegelungen passen nicht zu der angeblichen Nachhaltigkeit der Bewerbung Rhein-Ruhr. Und es reicht auch nicht auf Dauer, nur die Karte Emotionen zu spielen.\u201c<\/p>\n<p>Linke will Bewerbung weiter kritisch begleiten      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die Linke in NRW h\u00e4lt den Druck weiter aufrecht. Deren Landessprecherin, Kathrin Vogler, sagte unserer Redaktion, man sei von dem Ausgang der Befragung weniger beeindruckt als der Ministerpr\u00e4sident. \u201eIn mehreren St\u00e4dten war die Beteiligung nur knapp \u00fcber 25 Prozent, und an unseren Infost\u00e4nden haben wir immer wieder geh\u00f6rt, dass viele Menschen in NRW ganz andere Sorgen und Probleme haben als die Austragung der Olympischen Spiele.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Man werde die weiteren Schritte der Rhein-Ruhr-Bewerbung jetzt kritisch begleiten, sagte Vogler. \u201eDenn die Gr\u00fcnde f\u00fcr unser Nein sind ja nicht durch die Abstimmungen vom Tisch. Nun ist die Landesregierung in der Pflicht, ein tragf\u00e4higes Finanzkonzept zu erarbeiten, das die Kommunen nicht noch mehr belastet, und die Versprechen, die sie den Menschen gemacht hat, umzusetzen.\u201c Die Linke will vor allem darauf achten, dass in den beteiligten Kommunen keine sozialen Projekte gestrichen w\u00fcrden, um die Kosten der Olympiabewerbung zu stemmen, und dass kein Wohnraum vernichtet oder noch weiter verteuert werde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der NRW-Landesvorsitzende der Jungen Union, Kevin Gniosdorz, attackierte hingegen das Lager der Kritiker. \u201eVon <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/jan-boehmermann\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jan B\u00f6hmermann<\/a> bis zur Gr\u00fcnen Jugend und Linkspartei haben viele versucht, die Bewerbung l\u00e4cherlich zu machen \u2013 am Ende sind die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in NRW weiter als die \u00fcblichen Sp\u00f6tter und Nein-Sager.\u201c Die Menschen an <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rhein\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rhein<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ruhr\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruhr<\/a> h\u00e4tten gezeigt, so Gniosdorz, dass sie trotz schwieriger Zeiten Lust auf Zukunft h\u00e4tten und dem Land wieder etwas Gro\u00dfes zutrauten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die B\u00fcrgerbefragung zu einer Bewerbung der Region K\u00f6ln-Rhein-Ruhr f\u00fcr Olympische Spiele ab 2036 ist \u00fcberschattet worden von einer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":958441,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1828],"tags":[31483,114166,1706,69607,29,12214,30,1420,1209,176,52572,53278,130072,5522,3856,15084,37675],"class_list":["post-960014","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-koeln","tag-herten","tag-auszaehlung","tag-bewerbung","tag-bewerbungsprozess","tag-deutschland","tag-dosb","tag-germany","tag-koeln","tag-nordrhein-westfalen","tag-nrw","tag-olympiabewerbung","tag-olympische","tag-quorum","tag-ruhr","tag-ruhrgebiet","tag-ruhrgebietsstadt","tag-signal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116437734368613928","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/960014","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=960014"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/960014\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/958441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=960014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=960014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=960014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}