{"id":960498,"date":"2026-04-20T20:30:26","date_gmt":"2026-04-20T20:30:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/960498\/"},"modified":"2026-04-20T20:30:26","modified_gmt":"2026-04-20T20:30:26","slug":"bosetti-late-night-afd-ist-der-absolute-albtraum-jeden-arbeiters-bosetti-debattiert-mit-tuermer-die-zukunft-der-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/960498\/","title":{"rendered":"\u201eBosetti Late Night\u201c: \u201eAfD ist der absolute Albtraum jeden Arbeiters\u201c \u2013 Bosetti debattiert mit T\u00fcrmer die Zukunft der SPD"},"content":{"rendered":"<p>Bei \u201eBosetti Late Night\u201c geht es um die Rettung der SPD. Der Juso-Vorsitzende Philipp T\u00fcrmer fl\u00fcchtet sich argumentativ ins 19. Jahrhundert. F\u00fcr Gesine Schwan ist es keine \u00dcberraschung, dass Arbeiter \u201enach rechts\u201c gehen und die AfD w\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sarah Bosetti hat ein Herz f\u00fcr das althergebrachte deutsche Parteiensystem. In Anlehnung an <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article193928957\/Rezo-CDU-Abrechnung-auf-YouTube-geht-viral-so-reagieren-Politiker.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article193928957\/Rezo-CDU-Abrechnung-auf-YouTube-geht-viral-so-reagieren-Politiker.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rezos virales Anti-CDU-Video<\/a> setzte sie vergangenen Herbst unter dem Titel <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NiqahkR4OXg&amp;t=249s\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NiqahkR4OXg&amp;t=249s&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eDie Zerst\u00f6rung der Zerst\u00f6rung der CDU\u201c<\/a> zur Rettung der hiesigen Konservativen an. \u201eUnsere Demokratie braucht die CDU\u201c, insistierte die Moderatorin auch im Hinblick auf Aussagen des AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah, dessen Hoffnungen auf der \u201eImplosion\u201c ihres \u201estrategischen Hauptgegners\u201c liegen.  <\/p>\n<p>Am Sonntag hat sie eine weitere kriselnde Partei in den Fokus ihrer \u201eBosetti Late Night\u201c ger\u00fcckt. Bei der letzten Bundestagswahl gingen gerade einmal 12 Prozent der Stimmen von Arbeitern an die SPD, w\u00e4hrend die AfD 38 Prozent auf sich verbuchen konnte, f\u00fchrte Bosetti aus. \u201eDas ist komplett absurd. Denn es gibt nichts Marktradikaleres als die AfD. Die AfD ist der absolute Albtraum eines jeden Arbeiters.\u201c  <\/p>\n<p>Die Partei um Alice Weidel und Tino Chrupalla sei etwa gegen Gewerkschaften und das Tariftreuegesetz. Auch solle nach deren Willen die Erbschaftssteuer abgeschafft und auf eine Erh\u00f6hung des Mindestlohns verzichtet werden. \u201eWas musst du als Arbeiterpartei alles falsch machen, damit dir eine Partei, die Arbeitern schadet, die Stimmen von Arbeitern wegnimmt?\u201c<\/p>\n<p>Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, positionierte sich Bosetti vor dem BMW Motorradwerk Berlin, um sich bei Arbeitern \u00fcber ihr Wahlverhalten zu erkundigen. \u201eIch kann den Klingbeil nicht leiden\u201c, sagt einer der Angesprochenen. Seine AfD-Sympathien gesteht er der Satirikerin eher schamhaft durch die Blume. \u201eMeine Ansichten m\u00f6gen nicht die besten sein.\u201c Ein anderer Arbeiter prescht mutiger nach vorn. Welche Partei seine Interessen vertrete? \u201eDie ist blau und hei\u00dft AfD.\u201c <\/p>\n<p>Bosetti erkl\u00e4rte ihm, dass sich diese weder f\u00fcr den Mindestlohn noch f\u00fcr Gewerkschaften begeistern k\u00f6nne. Ob er die AfD denn gar nicht an jenen Programmpunkten messen wollen w\u00fcrde, die sie ank\u00fcndige? \u201eNee, absolut nicht.\u201c Ihren Vorschlag, es bei der n\u00e4chsten Wahl mit der SPD zu versuchen, der \u201eklassischen Arbeiterpartei\u201c, quittierte er mit geradezu \u00fcberreiztem Lachen.<\/p>\n<p>Um \u201edie Rettung der SPD\u201c gem\u00e4\u00df dem Sendungstitel anzukurbeln, begr\u00fc\u00dfte Sarah Bosetti die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, sowie den Juso-Vorsitzenden Philipp T\u00fcrmer. Mit Blick auf den Einspieler vor den BMW-Werkstoren stellte Schwan fest, weder seien die Arbeiter repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlt noch h\u00e4tten sie Recht mit ihren Aussagen. <\/p>\n<p>\u00dcberraschend sei das Ergebnis der Stichprobe aber auch nicht, immerhin sei vielfach die Erfahrung gemacht worden, dass insbesondere Arbeiter \u201enach rechts gehen\u201c, wenn der Staat sie nicht ad\u00e4quat versorge. Bereits in den 1950er-Jahren h\u00e4tten empirische Untersuchungen des Soziologen Heinrich Popitz zum Arbeiterbewusstsein ergeben, dass diese in ihrer Mentalit\u00e4t und Grundeinstellung nicht links seien. <\/p>\n<p>Die SPD habe in den Koalitionen der letzten Jahre vergessen, bei der Bev\u00f6lkerung einzul\u00f6sen, dass sie f\u00fcr mehr stehe, als einigerma\u00dfen ger\u00e4uschlos zu regieren, beanstandete Philipp T\u00fcrmer. Sie habe sich darin verloren, die Sozialdemokratie damit gleichzusetzen, der \u201ebeste Verwalter\u201c zu sein. \u201eDas war das Versprechen von Olaf Scholz: Ich mache das hier merkelm\u00e4\u00dfig.\u201c Dabei m\u00fcsste das Parteiversprechen eigentlich sein, dass \u201ewir noch nicht in der bestm\u00f6glichen Gesellschaft leben, sondern dass es da noch was anderes gibt\u201c. Die SPD habe es sich zu \u201esehr im Status quo bequem gemacht\u201c. <\/p>\n<p>\u201eWarum sind Sie bei der SPD und nicht bei der Linken?\u201c, fragt Bosetti, was vom Publikum augenscheinlich als provokativer aufgefasst wurde, als die Frage wohl gemeint gewesen war. Doch T\u00fcrmer geriet ins Drucksen. \u201eAls die Linke entstanden ist \u2013 historisch betrachtet ist das noch nicht so lange her\u00a0\u2013, da waren viele SPD-Mitglieder, die r\u00fcbergegangen sind. Aber es gab auch viele linke SPD-Mitglieder, die in der SPD geblieben sind \u2013 und die waren nicht weniger links\u201c, schilderte er. <\/p>\n<p>\u201eEs ist eine Grundentscheidung\u201c, fuhr er fort, \u201ewie man glaubt, dass man gesellschaftliche Ver\u00e4nderung organisiert. Und ich glaube, dass das der historische Auftrag der Sozialdemokratie ist. Und dass die Sozialdemokratie der richtige Ort ist, an dem Menschen mit teilweise unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden sich zu einer Kampfgemeinschaft zusammenzutun.\u201c Programmatische Unterschiede benannte der Juso-Vorsitzende hingegen nicht.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglich von der CDU eingef\u00fchrte soziale Marktwirtschaft bezeichnete T\u00fcrmer als \u201eKompromiss\u201c, der heute nicht mehr funktioniere. \u201eDie SPD ist eigentlich mal erfunden worden in einer Zeit, wo es einen \u00e4hnlichen Konflikt gab\u201c, begann er einen historischen Exkurs. \u201eUnd sie war gut darin, wenn sie diesen Konflikt aufgenommen hat, weil man kann nicht f\u00fcr alle sein. Man muss auch manchmal entscheiden: Wenn ich hier f\u00fcr die 90 Prozent bin, muss ich vielleicht gegen die 10 Prozent sein, die davon profitieren, dass sie den Rest ausbeuten.\u201c <\/p>\n<p>Schwan nahm den r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Ball auf. Die SPD sei vielmehr nach der Verabschiedung des Godesberger Programms 1959 erfolgreich geworden, insistierte sie. \u201eGesine, ich rede nicht vom 20. Jahrhundert, ich rede vom 19. Jahrhundert\u201c, wandte T\u00fcrmer ein, w\u00e4hrend er ihre Armlehne beschwichtigend t\u00e4tschelte. \u201eAber im 19. Jahrhundert war sie ja auch nicht gerade in der Mehrheit\u201c, erwiderte die fr\u00fchere Kandidatin f\u00fcr das Amt der Bundespr\u00e4sidentin. \u201eIch glaube, das letzte Mal hatten wir 1873 so ein schlechtes Ergebnis wie gerade eben\u201c, konterte wiederum der Juso. Der historische Disput stand sinnbildlich f\u00fcr \u201edie Oma der Parteienlandschaft\u201c, wie Bosetti die SPD eingangs charakterisiert hatte.<\/p>\n<p>Ausgerechnet dank der \u201eElder Stateswoman\u201c richtete sich der Blick wieder nach vorn. Die SPD solle weniger \u00fcber die \u201eglorreiche Vergangenheit\u201c reden, sondern eine Zukunftserz\u00e4hlung entwickeln. Zudem m\u00fcsse sie den Arbeiterbegriff \u00f6ffnen. \u201eSie muss die Situation von Arbeitern in jeder Form von Berufst\u00e4tigkeit im Blick haben und vertreten.\u201c Ihre Tochter etwa geh\u00f6re als Altenpflegerin klassischerweise nicht dazu. \u201eWir sind eine Partei der Arbeit, aber wir sind keine Arbeiterpartei\u201c, forderte Schwan.<\/p>\n<p>\u201eDas Schlimme ist\u201c, warf T\u00fcrmer ein, \u201emanche in meiner Partei muss ich sogar nach l\u00e4ngeren Gespr\u00e4chen unterstellen, dass sie selbst vielleicht ein wenig vergessen haben, was denn eigentlich die sozialdemokratische Agenda sein soll.\u201c Schwan nutzte die Vorlage des Juso-Vorsitzenden f\u00fcr eine konsternierte Replik: \u201eVielleicht haben sie es auch nie gewusst.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei \u201eBosetti Late Night\u201c geht es um die Rettung der SPD. 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