{"id":961651,"date":"2026-04-21T07:56:18","date_gmt":"2026-04-21T07:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/961651\/"},"modified":"2026-04-21T07:56:18","modified_gmt":"2026-04-21T07:56:18","slug":"expedition-altstadt-euregio-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/961651\/","title":{"rendered":"Expedition Altstadt &#8211; Euregio Aktuell"},"content":{"rendered":"<p>Aktuell sieht man an vielen Stellen im Stadtgebiet Plakate und Bewegtbilder mit H\u00e4usern der Altstadt. Dazu prangt schwarz auf gelb der Schriftzug \u201eExpedition Altstadt\u201c. Doch was verbirgt sich hinter der Kampagne? Um diese Frage zu l\u00fcften, trafen sich Stadtbaur\u00e4tin Frauke Burgdorff, Stadtkonservatorin Monika Kr\u00fccken und ihr Kollege Dr. Andreas Priesters aus der st\u00e4dtischen Denkmalpflege am Mittwoch, 15. April, an vor einigen der bekanntesten H\u00e4userfassaden der Aachener Altstadt zu einem gemeinsamen Pressetermin.<\/p>\n<p>\u201eAachen ist eine Stadt der Geschichten, die viel zu erz\u00e4hlen hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Stadtgesellschaft gemeinsam in vielen kleinen Schritten entschieden, wie die Altstadt wiederaufgebaut werden soll. Die \u201aExpedition Altstadt\u2018 zeigt diesen eigenen Weg von Aachen auf und verdeutlicht, was daraus entstanden ist: eine gute Stadt\u201c, erl\u00e4uterte Frauke Burgdorff.<\/p>\n<p><strong>Eine architektonische und baugeschichtliche Entdeckungstour<br \/><\/strong>Die \u201eExpedition Altstadt\u201c versteht sich als architektonische und baugeschichtliche Entdeckungstour durch die Innenstadt und die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Projekt wurde von der st\u00e4dtischen Abteilung Denkmalpflege und Arch\u00e4ologie zusammen mit dem Stadtmarketing und der Onlineredaktion der Stadt Aachen, der RWTH Aachen, Lehrgebiet Denkmalpflege und historische Bauforschung, sowie der Agentur yellapark entwickelt. Das Ministerium f\u00fcr Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW unterst\u00fctzt das Projekt im Rahmen des F\u00f6rderprogramms \u201eStarke Heimat\u201c.<\/p>\n<p>Nicht nur Touristinnen und Touristen sind eingeladen, \u00fcber die \u201eExpedition Altstadt\u201c das ein oder andere zur j\u00fcngeren Geschichte der Stadt zu erfahren. Es geht insbesondere um die Zeit nach 1945: um Wiederaufbau, um Erneuerung, um Heimat, st\u00e4dtebauliche Konzepte und das \u201eAachener Modell\u201c.<\/p>\n<p><strong>Das \u201eAachener Modell\u201c<br \/><\/strong>Statt auf eine konsequente Neuordnung und Anpassung an moderne Verkehrsmittel zu setzen, versuchte man in Aachen, den Charakter der historischen Altstadt weitgehend zu bewahren. Die liebgewordene \u00fcberschaubare Ordnung sollte gerettet und die vom Strom der Zeit teilweise verwaschenen Stra\u00dfenz\u00fcge saniert werden. Dazu setzten die damaligen Protagonistinnen und Protagonisten vor allem auf das Versetzen von historischen Fassaden und Bauteilen (sogenannte Translozierungen), auf Rekonstruktionen oder sie griffen tief in die Trickkiste, um stadtplanerische Modernisierung mit dem Erhalt des Stadtbildes zusammenzubringen. Aus \u00f6konomischer Not heraus recycelten sie alte Fassadenteile und Materialien aus zerst\u00f6rten H\u00e4usern. Dabei entstanden vielfach moderne H\u00e4user im historischen Gewand, die heute wie selbstverst\u00e4ndlich Teil unserer Altstadt sind. Stadtkonservatorin Monika Kr\u00fccken erkl\u00e4rte beim Pressetermin dazu: \u201eAuf der einen Seite wollte man damals an alter Architektur und dem urspr\u00fcnglichen Stadtgrundriss festhalten, auf der anderen Seite aber auch neue, moderne Bauweisen einbringen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein Neubau mit alten Wurzeln<br \/><\/strong>Ein eindrucksvolles Beispiel f\u00fcr diese Form des Wiederaufbaus ist das Haus am Hof 9. Der sp\u00e4tere Stadtkonservator Dr. Leo Hugot w\u00e4hlte in den 1960er Jahren die hier bestehende Baul\u00fccke als Standort f\u00fcr sein zuk\u00fcnftiges Wohnhaus und Architekturb\u00fcro und verwendete f\u00fcr die Fassade Elemente wie Blausteine und Simse aus einem ehemaligen Haus an der Eilfschornsteinstra\u00dfe. Mit R\u00fccksicht auf die \u00fcbrige Bebauung am Hof verzichtete Hugot auf ein ganzes Geschoss. Und wer heute in den Keller hinabsteigt, st\u00f6\u00dft dort noch immer auf die Bruchsteinmauern des mittelalterlichen Blasiusspitals. Ein Haus also, in dem Geschichte nicht nur erz\u00e4hlt wird, sondern bis heute in den Mauern weiterlebt.<\/p>\n<p><strong>Ein Onlineportal f\u00fcr Aachens Altstadtfassaden<br \/><\/strong>Teil der Kampagne ist auch der \u201eDenkmalfinder\u201c, in dem online knapp 40 H\u00e4user und Fassaden vorgestellt, ihre Geschichten erz\u00e4hlt und auf bauliche Details und Spuren hingewiesen werden, die vielleicht dem ersten Blick entgehen. Abrufbar sind die Geb\u00e4udesteckbriefe per Smartphone \u00fcber QR-Codes an den jeweiligen Fassaden oder direkt per Karte und Webseite auf <a href=\"http:\/\/www.aachen.de\/denkmalfinder\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"><strong>www.aachen.de\/denkmalfinder<\/strong><\/a>. Dazu gibt es Hintergrundinfos zu den damaligen Planungen, zu handelnden Akteurinnen und Akteuren und auch zu zeitgen\u00f6ssischen Diskursen und B\u00fcrgerprotesten. Die Abteilung Denkmalpflege hofft, damit zur Entdeckung eines weniger pr\u00e4senten, aber unsere Stadt pr\u00e4genden Themas einzuladen. Besonders vor dem Hintergrund, dass \u2013 Achtung, Superlativ! \u2013 Aachen die h\u00f6chste Dichte translozierter Bauwerke in ganz Deutschland besitzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aktuell sieht man an vielen Stellen im Stadtgebiet Plakate und Bewegtbilder mit H\u00e4usern der Altstadt. 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