{"id":961820,"date":"2026-04-21T09:40:25","date_gmt":"2026-04-21T09:40:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/961820\/"},"modified":"2026-04-21T09:40:25","modified_gmt":"2026-04-21T09:40:25","slug":"so-half-das-wuppertal-komitee-vor-90-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/961820\/","title":{"rendered":"So half das Wuppertal-Komitee vor 90 Jahren"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An die Unterst\u00fctzung aus Amsterdam f\u00fcr Wuppertaler Gewerkschafter und Widerstandsk\u00e4mpfer gegen die Nationalsozialisten w\u00e4hrend der Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse 1935\/36 erinnerte eine Veranstaltung am vergangenen Samstag im Widerstandsmuseum in Amsterdam. Davon berichtet der \u201eVereins zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf Initiative des Vereins und der Berliner Rosa-Luxemburg-Stiftung waren dazu nach Angaben des Vereins 90 Personen zusammengekommen. Neben der 48-k\u00f6pfigen Delegation aus Wuppertal, die mit einem Reisebus nach Amsterdam kam, bestand das Publikum vor allem aus Angeh\u00f6rigen des niederl\u00e4ndischen Wuppertal-Komitees. Sie waren mit ihren Familien aus den Niederlanden, aber auch \u2013 wie Robert F. Teitel und A Min Tjoa \u2013 aus den USA und \u00d6sterreich angereist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Delegation aus Wuppertal wurde, so der Verein, angef\u00fchrt von dem Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Helge Lindh, dem NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft IG Metall, Knut Giesler, und Heinz S\u00fcnker, Professor f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik an der Bergischen Universit\u00e4t. Im Bus sa\u00dfen auch die US-Amerikanerin Lisa Cole, Angeh\u00f6rige der Wuppertaler Gewerkschafter August und Hermann Gehlen, die extra aus den USA gekommen waren.<\/p>\n<p>Helge Lindh: Solidarische Hilfe wird auch heute gebraucht      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Helge Lindh w\u00fcrdigte in seinem Gru\u00dfwort die Arbeit des Amsterdamer Wuppertal-Komitees, wie der Verein berichtet: \u201eWir verneigen uns vor den Mitgliedern des Wuppertal-Komitees.\u201c Er betonte die Aktualit\u00e4t dieser Menschenrechtsarbeit: \u201eIn Zeiten wie diesen brauchen wir solidarische Hilfe wie vor 90 Jahren \u2013 f\u00fcr die von Hinrichtung bedrohten Menschen im Iran, genauso wie f\u00fcr die Aktivisten von Memorial in Russland und f\u00fcr die eingesperrten Politiker in der T\u00fcrkei wie den abgesetzten Oberb\u00fcrgermeister von Istanbul Ekrem \u0130mamo\u011flu.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Von 1935 bis 1937 wurden in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Velbert insgesamt mehr als 1900 Menschen verhaftet und 649 Personen von ihnen am Landgericht Wuppertal wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu teilweise mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Prozesse erhielten eine gro\u00dfe internationale Beachtung, herausragend war dabei die Arbeit des Wuppertal-Komitees. Das von niederl\u00e4ndischen Intellektuellen in Amsterdam gegr\u00fcndete \u201eCentraal Wuppertal Comit\u00e9\u201c begann Weihnachten 1935, Geld f\u00fcr die Familien der Verhafteten zu sammeln. Die Liste der 123 namentlich bekannten Frauen und M\u00e4nner, die die Wuppertaler unterst\u00fctzten, liest sich wie ein \u201eWho is Who\u201c der niederl\u00e4ndischen Intellektuellen der Arbeiter-, Frauen- und Friedensbewegung. Darunter waren viele j\u00fcdische Menschen, aber auch Prediger und Aktivisten der christlichen Kirchen, Theosophen und religi\u00f6se Sozialisten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Hauptaufgabe des Komitees bestand darin, die internationale \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Massenverhaftungen, die Massenprozesse und den Repressionsapparat des NS-Regimes zu informieren. Auf dem H\u00f6hepunkt der Kampagne entsandten franz\u00f6sische Gewerkschaften und niederl\u00e4ndische Organisationen Delegationen zu den Prozessen nach Wuppertal.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Nachricht von der Ankunft der niederl\u00e4ndischen und franz\u00f6sischen Delegation vor dem Landgericht in Wuppertal verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Anwesenheit der \u201eAusl\u00e4nder\u201c ermutigte die Angeklagten und ihre Angeh\u00f6rigen enorm. Sie waren nicht allein. Zudem brachten in den Folgemonaten Kurierinnen und Kuriere Unterst\u00fctzungsgelder illegal aus den Niederlanden nach Wuppertal, die \u00fcber die \u201eRote Hilfe\u201c an die Familien der politischen Gefangenen verteilt wurden. Die Gestapo in Wuppertal war hingegen fassungslos, sie musste sich aber im Jahr der Olympiade 1936 in Berlin gegen\u00fcber den ausl\u00e4ndischen Beobachtern zur\u00fcckhalten. Die Gestapo res\u00fcmierte 1941: \u201eDas Wuppertal-Komitee war die \u00fcbelste Hetzzentrale gegen Deutschland\u201c und hat entscheidend dazu beigetragen, die breite \u00d6ffentlichkeit des Auslandes gegen das Dritte Reich aufzuputschen. Red<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An die Unterst\u00fctzung aus Amsterdam f\u00fcr Wuppertaler Gewerkschafter und Widerstandsk\u00e4mpfer gegen die Nationalsozialisten w\u00e4hrend der Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse 1935\/36&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":961821,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[209054,550,3364,43908,29,30,618,142733,136007,21465,63014,1209,505,10434,4418,6226],"class_list":["post-961820","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-209054","tag-amsterdam","tag-de","tag-delegation","tag-deutschland","tag-germany","tag-gewerkschaft","tag-gewerkschaftsprozesse","tag-komitee","tag-niederlanden","tag-niederlaendische","tag-nordrhein-westfalen","tag-prozesse","tag-verein","tag-wuppertal","tag-wuppertaler"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116442040067940802","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/961820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=961820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/961820\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/961821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=961820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=961820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=961820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}