{"id":962295,"date":"2026-04-21T14:22:26","date_gmt":"2026-04-21T14:22:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/962295\/"},"modified":"2026-04-21T14:22:26","modified_gmt":"2026-04-21T14:22:26","slug":"verteidigungsfaehigkeit-schneller-werden-wollen-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/962295\/","title":{"rendered":"Verteidigungsf\u00e4higkeit: Schneller werden wollen alle"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>In olivgr\u00fcn getaucht ist die Hannover Messe in diesem Jahr keineswegs. Am ehesten noch an den St\u00e4nden der Bundeswehr. Obwohl Verteidigung und Sicherheit erstmals eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen auf dem Messegel\u00e4nde. Welchen Beitrag die Industrie zur Verteidigungsf\u00e4higkeit leisten kann und soll, wurde gleich zu Messebeginn deutlich.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es geht um das Hochskalieren eine lange Zeit schrumpfenden Branche: So brachte es FAZ-Journalist Sven Astheimer auf den Punkt. Er moderierte in Hannover auf der Messe eine Diskussion mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Spitzen der deutschen Industrie. Nur eine der Gespr\u00e4chsrunden an diesem Tag auf der <a href=\"https:\/\/nw-ihk.de\/praxis\/hannover-messe-center-stage\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Center Stage<\/a>: Gerade hatte Astheimer, um im Zeitplan zu bleiben, seinen FAZ-Kollegen Carsten Knop abger\u00e4umt, der unter anderem Digitalminister Karsten Wildberger am Diskussionspodium hatte. Zuvor war Kanzler Merz da, sp\u00e4ter am Nachmittag sollte Forschungsministerin Dorothee B\u00e4r auflaufen. \u201eDas Kabinett im Halbstundentakt\u201c, bemerkte Astheimer.<\/p>\n<p><strong>Raus aus der Schmuddelecke<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeitenwende hat daf\u00fcr gesorgt, dass die gemessen an der Automobil- oder Chemieindustrie eher kleine Verteidigungsbranche kein Randthema mehr ist. Sagte Astheimer. Und auch aus der Schmuddelecke herauskommt: Er sieht im Gegenteil eine \u201eunheimliche Dynamik.\u201c Klaus Rosenfeld, als Schaeffler-Vorstandschef in der Diskussionsrunde, erwartet zwar f\u00fcr sein Unternehmen einen m\u00f6glichen Milliardenumsatz im Bereich Defence. Allerdings werde der in seiner Bedeutung das Automobilzuliefergesch\u00e4ft keineswegs erreichen oder verdr\u00e4ngen. Das Auto l\u00e4uft nicht, jetzt also Verteidigung? So eben nicht, sagte Rosenfeld. Er sieht, Gesch\u00e4ft hin oder her, die Industrie in der Pflicht, an der Verteidigungsf\u00e4higkeit mitzuwirken. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Philipp Steinberger, Chef des Elektrotechnik-Unternehmens W\u00f6hner und Mitglied im ZVEI-Vorstand, der von der Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Verteidigungsbereitschaft sprach.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Fingerzeit auf die DSEI im kommenden Jahr<\/strong><a href=\"https:\/\/assets.coco-online.de\/89141776777803-MeDh5VET\/defence-park_large_w.jpg\" data-lightbox=\"1776781340\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"aspect-ratio:768\/576;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/defence-park_medium_w.jpg\" alt=\"Roboter mit Milit\u00e4rhelm auf einer Messe im Defence Park, Ausstellungsbereich f\u00fcr Verteidigungstechnologie\" title=\"Roboter mit Helm im Defence Park \u2013 Ausstellung f\u00fcr Verteidigung und Sicherheitstechnologie\" data-media-id=\"299531\" width=\"768\" height=\"576\"\/><\/a>Martialisches Gesicht der Messe &#8211; aber selbst in der Defence Production Area die Ausnahme. Foto: Pohlmann<\/p>\n<p>Die Messe hat Verteidigung und Sicherheit in diesem Jahr mit der Defence Production Area auf das Gel\u00e4nde geholt. In der Gr\u00f6\u00dfe \u00fcberschaubar, ist sie mehr ein Fingerzeig auf die, wie es hei\u00dft, bereits gut gebuchte DSEI \u2013 Defense and Security Equipment International \u2013 n\u00e4chstes Jahr in Hannover: \u201eIch bin froh, dass es diese Messe gibt\u201c, sagte Boris Pistorius mit Blick auf die DSEI. Was die Industrie k\u00fcnftig leisten muss, beschrieb er so: \u201eIndustrieelle St\u00e4rke als Voraussetzung f\u00fcr die Verteidigung unserer Demokratie und Sicherheit.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Und diese St\u00e4rke, das machte der Verteidigungsminister deutlich, braucht man unter schwierigen Bedingungen umso mehr. Wirtschaft muss resilient sein, sagte er und wies darauf hin, was Unternehmen in der Ukraine gerade leisten m\u00fcssen \u2013 und zu leisten gelernt haben. \u201eVerteidigungsf\u00e4higkeit beginnt im Betrieb\u201c, so Pistorius. Er warnte einmal mehr vor der Achillesferse einseitiger Abh\u00e4ngigkeiten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem forderte er mehr Geschwindigkeit: Es d\u00fcrfte nicht mehr Jahre dauern zwischen Prototyp und Serie. An anderer Stelle wies er darauf hin, dass die Innovationszyklen bei Drohnen in der Ukraine inzwischen bei sechs bis zw\u00f6lf Wochen liegen<\/p>\n<p>Skalierung, also im engeren Sinne die Produktion gro\u00dfer St\u00fcckzahlen, ist aber nur ein Aspekt, wenn es um das notwendige Wachstum der Verteidigungswirtschaft geht. Boris Pistorius nahm in Hannover die Rahmenbedingungen f\u00fcr Zusammenwirken von Industrie und Bundeswehr ins Visier, um das Ziel der Verteidigungsf\u00e4higkeit zu erreichen. Er will den Markteintritt f\u00fcr Unternehmen einfacher gestalten und H\u00fcrden abbauen. Denn, darauf wies BDI-Chefin Tanja G\u00f6nner hin, knapp zwei Drittel der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen wissen nach einer Umfrage eben nicht, wie sie an Auftr\u00e4ge in diesem Bereich kommen. Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung vereinfachen, Finanzierung erm\u00f6glichen, zeitgem\u00e4\u00dfe Beschaffungsvorg\u00e4nge aufbauen, Mittelstand und Start-ups einbinden, \u00fcberhaupt schneller, flexibler und innovationsfreundlicher werden: Pistorius nannte die gerade eingerichteten Innovationszentren der Bundeswehr, in denen Unternehmen und Truppe schon fr\u00fch zusammenarbeiten sollen. Insgesamt soll das B2G-Gesch\u00e4ft \u2013 was man als Business to Government ebenso lesen kann wie mit Blick auf die Verteidigung als Business to Germany \u2013 einfacher werden.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Zielkonflikt: Sicherheit gegen Risiko<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs geht inzwischen schneller\u201c, best\u00e4tigte W\u00f6hner-Chef Philipp Steinberger. Aber geht da noch mehr? Das wollen alle, einschlie\u00dflich des Verteidigungsministers, aber Pistorius wies auch auf Zielkonflikte hin. Wenn man Sicherheitsanforderungen reduziert, schneller und einfacher wird, werden die Risiken gr\u00f6\u00dfer. Man m\u00fcsse eben differenzieren, so der Minister, und deutete die M\u00f6glichkeit an, zum Beispiel Zertifizierungen auszulagern. Wenige Tage vor Messebeginn hatte T\u00dcV-Nord-Vorstandschef Dr. Dirk Stenkamp ebenfalls in Hannover genau darauf hingewiesen, dass etwa Materialpr\u00fcfungen von privaten Pr\u00fcfunternehmen \u00fcbernommen werden k\u00f6nnten.\u00a0<\/p>\n<p>Es gibt also Fortschritte, die St\u00e4rke der Industrie kommt in der Verteidigung an. Aber schneller geht immer. Und bei Astheimers Frage, ob Deutschland bis zum mehr oder weniger selbst gesetzten Ziel 2029 verteidigungsbereit sein werde, wollte sich Pistorius nicht in die Karten sehen lassen: \u201eDas w\u00fcrde Putin auch gerne wissen. Ich sage nicht, wo wir stehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In olivgr\u00fcn getaucht ist die Hannover Messe in diesem Jahr keineswegs. 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