{"id":962467,"date":"2026-04-21T16:07:23","date_gmt":"2026-04-21T16:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/962467\/"},"modified":"2026-04-21T16:07:23","modified_gmt":"2026-04-21T16:07:23","slug":"oberbuergermeister-wahlkampf-2027-in-leipzig-falk-fiebig-tritt-fuer-volt-an-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/962467\/","title":{"rendered":"Oberb\u00fcrgermeister-Wahlkampf 2027 in Leipzig: Falk Fiebig tritt f\u00fcr Volt an \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Es sind noch knapp \u00fcber 300 Kalendertage bis zum ersten Wahlgang der Wahl zur Oberb\u00fcrgermeisterin oder zum Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Leipzig und das Bewerberfeld f\u00fcllt sich langsam. Am 12. April 2026 fand die Aufstellungsversammlung der Partei Volt statt. Der Leipziger Unternehmer Falk Fiebig zieht nun f\u00fcr Volt in den Wahlkampf, wir trafen uns am 20. April zum Gespr\u00e4ch per Zoom.<\/p>\n<p>Falk Fiebig (52) wurde in Wermsdorf (Sachsen) geboren, hat in Dresden und Leipzig studiert, lebt seit 1994 in Leipzig und ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmensverbundes. <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1799478fedff47beb715bf83bb3c34ad.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/04\/1\"\/><\/p>\n<p><b>Herr Fiebig, Sie ziehen in den Wahlkampf um das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters von Leipzig. Warum tun Sie sich das an?<\/b><\/p>\n<p>Die Frage ist eigentlich schnell beantwortet. Es sind meine Kinder und unsere n\u00e4chste Generation. Die sind jetzt so alt, wie ich es war, als ich kurz nach der Wende ins Arbeitsleben gestartet bin. Ich hatte damals ganz andere Voraussetzungen, ganz andere Chancen und ein Gef\u00fchl der Euphorie. Auch noch w\u00e4hrend meine Kinder aufgewachsen sind, hatte ich das Gef\u00fchl, wir gehen in die richtige Richtung. Es ging mir in vielen Teilen zu langsam, ich war auch nicht mit allem einverstanden, aber die Richtung hat meiner Meinung nach gestimmt, wie der Zusammenarbeit in Europa, der wirtschaftlichen St\u00e4rke, der Migrationsfrage und bei Rechten f\u00fcr queere Personen. Das alles hat mich bewegt und hat gestimmt von der Grundausrichtung. Die Kinder starten und ich habe das Gef\u00fchl, ich hinterlasse etwas was schlechter ist, als meine eigenen Startbedingungen. Das hat mich bewegt zu sagen: Das will ich nicht. Ich m\u00f6chte mehr als nur das und gehe deshalb in die Politik.<\/p>\n<p><b>Sie bewerben sich ja nicht um irgendein politisches Mandat, sondern um das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters. Dieser ist ja Chef der Stadtverwaltung und auch die 71., sprich die bei Gleichstand entscheidende, Stimme im Stadtrat. Haben Sie in irgendeiner Form Verwaltungserfahrung oder Erfahrung mit einem politischen Mandat?<\/b><\/p>\n<p>Ich habe die Erfahrungen aus der F\u00fchrung meiner Firmen die Mitarbeit in Innung, Handelsverband und dem Aufbau von Freizeitvereinen. In der Zusammenarbeit mit Beh\u00f6rden und Verwaltungen kenne ich die Verwaltung nicht von innen, aber ich sehe es eher als St\u00e4rke an einen Blick von au\u00dfen mitzubringen. Bei Volt sind wir inzwischen in vielen Stadtr\u00e4ten und Kommunal\u00e4mtern vertreten, wo wir mit frischem Wind und innovativen Ans\u00e4tzen arbeiten. Eine Erfahrung, auf die ich bauen kann und die ich mitbringen werde. Die Motivation und das Gef\u00fchl, welches die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Leipzig momentan haben, da denke ich, bringe ich einen ziemlich einmaligen pers\u00f6nlichen Blick mit. Ich kann analysieren, strukturieren, optimieren und das alles sehr Konsens orientiert.<\/p>\n<p><b>Wer sich um das Amt bewirbt, will es ja auch f\u00fcr die n\u00e4chsten sieben Jahre aus\u00fcben. Was w\u00e4re Ihre Vision, sollten Sie gew\u00e4hlt werden? Was soll in diesen sieben Jahren passieren, was soll sich verbessern, was soll am Ende der sieben Jahre erreicht sein?<\/b><\/p>\n<p>Die Vision ist, dass wir am Ende ein Leipzig haben, welches in vielerlei Hinsicht viel mehr in Europa verankert ist und mit dieser Verankerung in Europa auch eine gr\u00f6\u00dfere St\u00e4rke als jetzt hat. Nat\u00fcrlich wirtschaftlich, aber vor allen Dingen m\u00f6chte ich mich f\u00fcr den menschlichen Zusammenhalt starkmachen. Ich m\u00f6chte ein politischer Oberb\u00fcrgermeister sein. Viele sagen Oberb\u00fcrgermeister das ist ein reines Verwaltungsamt, ich aber denke, Leipzig sollte eine Stadt sein die sich positioniert, mit ihrem Oberb\u00fcrgermeister an der Spitze. Eine Stadt die bereit sein sollte eine F\u00fchrungsrolle zu \u00fcbernehmen. Wir m\u00fcssen uns nicht verstecken, wir sind zwar wirtschaftlichen N\u00f6ten unterworfen, aber wir sollten nach vorn und nach Europa schauen. Von daher w\u00fcnsche ich mir eine weltoffene Stadt, eine Stadt, die wesentlich mehr verkn\u00fcpft ist und die infolgedessen auch mehr urbane Resilienz hat. Eine Stadt die in der Lage ist, soziale Risiken abzufedern und auch Projekte von anderen St\u00e4dten zu \u00fcbernehmen. Ich denke, der Konsens und die Vermittlung ist das Entscheidende Darin sehe ich meine St\u00e4rke Ich sehe uns vor einem Wahlkampf der stark gepr\u00e4gt sein von den politischen R\u00e4ndern. Ich sehe mich nicht als Ideologen, sondern ich sehe mich durchaus als jemanden, der pragmatisch arbeiten kann, der einen Konsens sucht und der sich bem\u00fcht alle zu integrieren.<\/p>\n<p><b>Als Oberb\u00fcrgermeister st\u00fcnden Sie auch vor der Aufgabe die Leipziger Stadtgesellschaft wieder zu einen. Was w\u00fcrden Sie daf\u00fcr tun?<\/b><\/p>\n<p>Mein Wahlkampf hat zwei Haupts\u00e4ulen, die eine davon ist \u201egemeinsam statt einsam\u201c, wir wollen die Menschen zusammenzubringen. Wir sind gerade auf einem Weg in Deutschland, auf dem es sehr stark um die politischen R\u00e4nder geht. Ich denke, dass wir wieder in der Lage sein sollten, miteinander zu reden, dass wir alle Seiten einander n\u00e4her bringen m\u00fcssen, dass wir die Mitte der Gesellschaft zusammenhalten m\u00fcssen. Da sehe ich eine ganz gro\u00dfe Aufgabe, diesen Zusammenhalt zu st\u00e4rken. Im Wahlkampf und auch sp\u00e4ter werden wir das sogenannte lila Sofa im Rucksack haben. Das ist ein aufblasbares Sofa und wir m\u00f6chten es an ganz vielen Stellen in Leipzig aufploppen lassen und immer wieder das Angebot machen: Setz dich zu uns aufs Sofa, wir h\u00f6ren dir zu. Wir wollen den Menschen mit ihren Fragen und ihren Problemen und dem was sie bewegt, die M\u00f6glichkeit geben sich auszutauschen. Die Chance sich nicht in Ideologien zu verlieren, sondern einfach fragen: Was ist denn ganz konkret dein Problem? Ich denke, daf\u00fcr steht auch Volt, das praxisorientiert einfach anzugehen.<\/p>\n<p><b>Nicht nur im Wahlkampf, auch in der n\u00e4chsten Amtszeit muss sich der neue Oberb\u00fcrgermeister mit dem Sparzwang besch\u00e4ftigen. Gerade Leipzig als Stadt der Kultur, des Sports und der Bildung leidet unter diesem, haben Sie schon Ideen?<\/b><\/p>\n<p>Nicht nur Leipzig leidet unter dem Sparzwang, das ist ein riesengro\u00dfes Problem welches alle Kommunen haben. Nat\u00fcrlich muss sich da ein Oberb\u00fcrgermeister stark machen, aber da bin ich nur eine Stimme von vielen. Nat\u00fcrlich haben wir hier ganz konkrete praktische Probleme vor Ort. Ich denke aber, wenn ich heute sagen w\u00fcrde: Die L\u00f6sung ist das, das und das. Das w\u00e4re nicht ehrlich von mir. Besonders, weil nicht aus der Verwaltung komme, und es heute noch nicht vollst\u00e4ndig beurteilen kann. Alles, was ich sehe ben\u00f6tigt eigentlich mehr als weniger Geld. Ich kann mir Prozesse anschauen und ich kann diese optimieren und effizienter gestalten. Was ich aber sagen kann, wir werden nicht an unserer Zukunft sparen. Kein Rotstift bei Bildung und Teilhabe.<\/p>\n<p><b>Man muss als Oberb\u00fcrgermeister viel moderieren, manchmal muss man aber auch mit der Faust auf den Tisch hauen. K\u00f6nnen Sie das?<\/b><\/p>\n<p>Ich kann beides. Wissen Sie, was ich als Erstes machen w\u00fcrde, wenn ich in das Oberb\u00fcrgermeisteramt eintreten w\u00fcrde? Also, jetzt gar nicht mal inhaltlich, sondern weil Sie nach meinem Arbeitsstil fragen. Ich w\u00fcrde als allererstes in die Kantine zu den Mitarbeitenden gehen, weil ich es wichtig finde, dass es dort gut l\u00e4uft, wo Menschen zusammenkommen. Die Kantine ist nur der erste Schritt, ich denke der n\u00e4chste ist die IT. Es ist essenziell f\u00fcr uns alle Dienstleister die daf\u00fcr sorgen, dass wir unseren Job machen k\u00f6nnen gut einzubinden. Es ist mir sehr wichtig alle zu h\u00f6ren, auf der anderen Seit ist es aber auch so, dass wir vorankommen m\u00fcssen. Ich war im Gespr\u00e4ch mit Volt Dezernentinnen aus Wiesbaden, die berichteten, was wir f\u00fcr starke und innovative Menschen in der Leipziger Verwaltung haben. Wir haben einen riesigen Pool an motivierten Leipzigern, diese gilt es auch von ganz oben zu unterst\u00fctzen. Mein Vorteil ist, dass ich ohne Seilschaften und Befindlichkeiten starte. Service am B\u00fcrger ist aber nicht mehr \u00fcberall angesagt und dort wird es auch sehr harte Entscheidungen geben.<\/p>\n<p><b>Es gibt viele sch\u00f6ne Ausdr\u00fccke, mit denen sich Menschen politisch einordnen. Rechts, links, Mitte, liberal, konservativ, progressiv und weitere, wo w\u00fcrden Sie sich selbst einordnen?<\/b><\/p>\n<p>Mein Herz oder mein Verstand?<\/p>\n<p><b>Ich meine als Mensch, trennen Sie Herz und Verstand wirklich?<\/b><\/p>\n<p>Die Entscheidung, zu Volt zu gehen war keine emotionale, sondern das war eine ganz bewusste Entscheidung. Ich sehe das gro\u00dfe Ziel eines vereinten Europas, als absolut notwendige Grundlage an, um zwischen den gro\u00dfen Machtbl\u00f6cken USA und China, die beide nicht gerade europafreundlich auftreten, eine Zukunftsperspektive zu haben. Darum geht es in meiner politischen Arbeit, ob das jetzt als B\u00fcrgermeister ist oder in anderen Bereichen. Deswegen auch die Ansage: Ich w\u00e4re ein politischer Oberb\u00fcrgermeister. Aber mein Herz schl\u00e4gt durchaus sehr stark f\u00fcr soziale Projekte. Ich bin ein Mensch, der integriert, der von seiner Herkunft, in seinem famili\u00e4ren und betrieblichen Umfeld sehr viel mit behinderten Menschen, also mit Inklusion zu tun hat. Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Bei mir steht nicht die Ideologie, sondern die pragmatische Arbeit im Vordergrund. Deswegen ganz klar die Aussage, mein Herz schl\u00e4gt sehr viel sozialer.<\/p>\n<p><b>Sie sind von Volt aufgestellt, letztendlich ist, oder sollte zumindest sein, das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters aber ein parteien\u00fcbergreifendes. Sind Sie sich dessen bewusst?<\/b><\/p>\n<p>Da gebe ich Ihnen recht. Ich freue mich \u00fcber die Unterst\u00fctzung, die ich in der Partei habe. Aber wie schon zuvor erw\u00e4hnt gilt es alle Akteure zusammenzubringen. Mein Ziel ist es zu vermitteln und zu verbinden.<\/p>\n<p><b>Gibt es noch etwas, was Sie den W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern sagen wollen?<\/b><\/p>\n<p>Haltet Ausschau nach unserem lila Sofa und redet mit uns, jedes Gespr\u00e4ch ist wertvoll! Leipzig hat schon einmal bewiesen, dass wir die Welt ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, unsere St\u00e4rke ist der Zusammenhalt, lasst uns dahin zur\u00fcckfinden!<\/p>\n<p><b>Herr Fiebig, ich danke Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n<p>Falk Fiebig ist bis jetzt der f\u00fcnfte Bewerber, sieht man von Dirk Th\u00e4richen ab der am 22. April seine Kandidatur offiziell bekannt machen wird. Wir werden im Laufe des Wahlkampfes erneut mit den Kandidaten, also auch mit Falk Fiebig sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sind noch knapp \u00fcber 300 Kalendertage bis zum ersten Wahlgang der Wahl zur Oberb\u00fcrgermeisterin oder zum Oberb\u00fcrgermeister&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":962468,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[30734,3364,29,30,2134,198875,22589,71,179629,859],"class_list":["post-962467","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-volt","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-interview","tag-kandidatenvorstellung","tag-kandidatur","tag-leipzig","tag-obm-wahl","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116443561698649670","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/962467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=962467"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/962467\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/962468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=962467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=962467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=962467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}