{"id":964789,"date":"2026-04-22T14:39:33","date_gmt":"2026-04-22T14:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964789\/"},"modified":"2026-04-22T14:39:33","modified_gmt":"2026-04-22T14:39:33","slug":"oktoberfest-muenchen-gibt-es-bald-warsteiner-und-koelsch-auf-der-wiesn-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964789\/","title":{"rendered":"Oktoberfest M\u00fcnchen: Gibt es bald Warsteiner und K\u00f6lsch auf der Wiesn? &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Zun\u00e4chst war es nur um das Monopol der M\u00fcnchner Brauereien auf dem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oktoberfest\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oktoberfest<\/a> gegangen. Nun aber steht die gesamte Vergabe der Festzelte auf dem Spiel. Eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei hat im Auftrag eines M\u00fcnchner Wirtepaars einen Antrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, der die bisherige Praxis grunds\u00e4tzlich infrage stellt. Die Regierung best\u00e4tigte am Mittwoch, dass bei der Vergabekammer S\u00fcd am 16. April ein Antrag der WE Gutshof GmbH eingegangen sei. Er richte sich \u201egegen die von der Landeshauptstadt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> beabsichtigte Zuteilung des Paulaner-Festzelts und der Schottenhamel-Festhalle an die vorgesehenen Brauereien bzw. Wirte f\u00fcr das Oktoberfest 2026\u201c. Zuerst hatten\u00a0M\u00fcnchner Merkur\/tz dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Sollten die Wirte Recht bekommen, k\u00f6nnte es mit der jahrzehntelangen Gewissheit dahin sein, dass auf dem gr\u00f6\u00dften Volksfest der Welt nur <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchner_Bier\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchner Bier<\/a> ausgeschenkt werden darf. Schon seit Januar geht im Rathaus das Schreckensszenario um, dass k\u00fcnftig wom\u00f6glich auch ausl\u00e4ndische Brauereien auf der Wiesn zugelassen werden m\u00fcssen. Nun hat das Thema noch einmal an Brisanz gewonnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der WE Gutshof GmbH ist Alexander Egger, der mit seiner Frau Kathrin Wickenh\u00e4user-Egger das Wirtshaus M\u00fcnchner Stubn am Hauptbahnhof betreibt und seit 2022 auch ein kleines gleichnamiges Zelt auf dem Oktoberfest. Das Wirtspaar h\u00e4tte aber nun gern ein gro\u00dfes Festzelt. Beworben haben sie sich daher bei der Stadt gleich mehrmals: um ein Volkss\u00e4ngerzelt, eine Imbisshalle, eine H\u00fchnerbraterei\u00a0\u2013 und eben um zwei Standorte zweier gro\u00dfer Wiesnzelte: den der Br\u00e4urosl und den der Paulaner-Festhalle. F\u00fcr den Standort der Schottenhamel-Festhalle, um die es nun in dem Antrag geht, hatte sich das Paar urspr\u00fcnglich nicht beworben, dieser wurde nun offenbar von ihren Anw\u00e4lten ins Spiel gebracht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Br\u00e4urosl hat mehr als 8000 Pl\u00e4tze. Der Wirt hei\u00dft seit 2021 Peter Reichert, er f\u00fchrt in der Innenstadt den \u201eDonisl\u201c. Diese Traditionswirtschaft hatte er von der Brauerei\u00a0Hacker-Pschorr nur im Verbund mit dem Br\u00e4urosl-Zelt bekommen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Lorenz Stiftl, der das Wirtshaus \u201eZum Sp\u00f6ckmeier\u201c betreibt \u2013 und neuer Wirt der Paulaner-Festhalle werden soll. Die sogenannte Festhalle Schottenhamel ist das \u00e4lteste Wiesn-Zelt und in Familienbesitz.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/13a6ba32-bcf9-48a0-a979-1d371dddc313.jpeg\"   alt=\"Wurden bereits als Nachfolger von Christian Schottenhamel in der \u201eMenterschwaige\u201c gehandelt: Am Ende gab es aber keine Einigung zwischen Kathrin Wickenh\u00e4user-Egger, ihrem Mann Alexander Egger und der Brauerei.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Wurden bereits als Nachfolger von Christian Schottenhamel in der \u201eMenterschwaige\u201c gehandelt: Am Ende gab es aber keine Einigung zwischen Kathrin Wickenh\u00e4user-Egger, ihrem Mann Alexander Egger und der Brauerei. Florian Peljak<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die bislang von der Stadt gepflegte Vergabe der Zelte\u00a0\u2013 meist eine reine Formalie\u00a0\u2013 will das Paar Egger nun anfechten. Anders als bislang soll sich die Stadt seinem Willen nach bei der Zeltvergabe nach den Regelungen des europ\u00e4ischen Vergaberechts richten. \u201eDies w\u00fcrde grunds\u00e4tzlich eine EU-weite Ausschreibung der jeweiligen Standpl\u00e4tze bedeuten\u201c, hei\u00dft es von der Regierung von Oberbayern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nun l\u00e4uft eine Nachpr\u00fcfung, die innerhalb von f\u00fcnf Wochen zu einer Entscheidung der Vergabekammer f\u00fchren soll. So lange darf die Stadt f\u00fcr das Schottenhamel- Zelt und die Paulaner-Festhalle keine Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen. Ob die Frist eingehalten werden k\u00f6nne, h\u00e4nge \u201ema\u00dfgeblich vom prozessualen Verhalten der Verfahrensbeteiligten ab\u201c, so ein Sprecher. Eine Einsch\u00e4tzung zu den Erfolgsaussichten der Antragsteller will die Beh\u00f6rde nicht abgeben: \u201eWir bitten um Verst\u00e4ndnis, dass uns zum Ausgang des Nachpr\u00fcfungsverfahrens derzeit keine Ausk\u00fcnfte m\u00f6glich sind.\u201c Was sie gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur dpa noch klarmacht: Auf andere Standpl\u00e4tze oder Volksfeste hat die Entscheidung der Vergabekammer \u201ekeine unmittelbaren Rechtswirkungen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Vergabekammer S\u00fcdbayern ist organisatorisch bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt, aber in ihrer Entscheidung \u00e4hnlich wie ein Gericht im Rahmen der Gesetze unabh\u00e4ngig. Das Verfahren bei der Vergabekammer findet nicht-\u00f6ffentlich statt. Gegen ihre Entscheidungen k\u00f6nnen die Beteiligten Beschwerde beim Bayerischen Obersten Landesgericht einlegen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auf Nachfrage teilt das zust\u00e4ndige Referat f\u00fcr Arbeit und Wirtschaft mit, dass man \u201ekeinen Anhaltspunkt\u201c f\u00fcr eine Gef\u00e4hrdung des Oktoberfests sehe: Das Bewerbungsverfahren sei in den vergangenen Jahren bereits mehrfach wegen juristischer Auseinandersetzungen \u201egerichtlich \u00fcberpr\u00fcft und best\u00e4tigt worden\u201c.<\/p>\n<blockquote class=\"css-138iw2u\"><p>Ich h\u00e4tte gern kein Warsteiner-Bier oder 0,2-K\u00f6lsch auf der Wiesn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Christian Schottenhamel<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Christian Schottenhamel zeigt sich unterdessen verwundert \u00fcber den neuerlichen Vorsto\u00df des Wirtepaars, das nun auch sein Zelt ins Visier nimmt: Immerhin sei doch zun\u00e4chst keine Bewerbung f\u00fcr den Standort des Schottenhamel-Festzelts abgegeben worden. Es wirke daher so, als habe sich Egger neben einem Brauereizelt noch eins von jenen f\u00fcnf Zelten, die sich formal jedes Jahr aufs neue um einen Wiesnplatz bewerben m\u00fcssen, herausgepickt und mit dem Schottenhamel-Festzelt eben das traditionsreichste. Gedanken, dass eine \u201eBahnhofsgastst\u00e4tte\u201c\u00a0\u2013 mehr ist die M\u00fcnchner Stubn in seinen Augen nicht\u00a0\u2013 ihm den Platz streitig machen k\u00f6nnte, macht sich Schottenhamel allerdings nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die \u00fcbrigen Wirte der gro\u00dfen Zelte sind mit ihm einer Meinung: Man spreche sich, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung, \u201ef\u00fcr eine Beibehaltung der bislang geltenden Regeln der Stadt M\u00fcnchen bei der Zeltvergabe\u201c aus. Es gehe hier nicht zuletzt auch darum, die Wiesn als einzigartiges Kulturgut zu sch\u00fctzen. Dies sollte nicht, so Sprecher Peter Inselkammer, \u201epers\u00f6nlichen Interessen geopfert werden\u201c. Die ebenfalls m\u00f6glicherweise betroffene Paulaner-Brauerei teilt mit, den Antrag \u201ezur Kenntnis\u201c genommen zu haben. Man sei jedoch zuversichtlich, \u201edass das Verfahren best\u00e4tigen wird, dass die Stadt M\u00fcnchen bei der Vergabe die anwendbaren rechtlichen Vorgaben eingehalten hat\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Generell glaubt Schottenhamel au\u00dferdem nicht, dass Egger bessere Chancen h\u00e4tte, wenn in Zukunft nach EU-Recht entschieden werde: \u201eIch glaube nicht, dass er mit der Aktion einem gro\u00dfen Zelt n\u00e4her kommt.\u201c F\u00fcr ihn stehe das Oktoberfest f\u00fcr Regionalit\u00e4t, sagt der langj\u00e4hrige Wirt. \u201eIch h\u00e4tte gern kein Warsteiner-Bier oder 0,2-K\u00f6lsch auf der Wiesn.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zun\u00e4chst war es nur um das Monopol der M\u00fcnchner Brauereien auf dem Oktoberfest gegangen. 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