{"id":964793,"date":"2026-04-22T14:41:23","date_gmt":"2026-04-22T14:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964793\/"},"modified":"2026-04-22T14:41:23","modified_gmt":"2026-04-22T14:41:23","slug":"handelskammer-veroeffentlicht-umfrage-tricksen-mit-hamburgs-olympiastimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964793\/","title":{"rendered":"Handelskammer ver\u00f6ffentlicht Umfrage: Tricksen mit Hamburgs Olympiastimmung"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">H amburgs Olympiakampagne geht in die hei\u00dfe Phase. Seit Mittwoch l\u00e4uft die Briefwahl f\u00fcr das Referendum \u00fcber eine Bewerbung. Am Sonntag hatte Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Die Begeisterung f\u00fcr die Bewerbung von \u201eK\u00f6lnRheinRuhr\u201c scheint gro\u00df zu sein: Von Aachen bis Wuppertal votierten nirgends weniger als 64 Prozent der Abstimmenden daf\u00fcr. Nur, ausgerechnet, die \u201eLeading City\u201c <a href=\"https:\/\/taz.de\/Buergerentscheide-zu-Olympia\/!6172332\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00f6ln ging abgeschlagen mit 57 Prozent ins Ziel<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Und Herten, das als Mountainbike-Standort vorgesehen war, hat sich sogar ganz ins Aus geschossen: Dort stimmten zwar 74 Prozent zu, aber es nahmen zu wenig \u00fcberhaupt an der Abstimmung teil. Herten ist damit bei Olympia sicher nicht dabei.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Dennoch, in NRW insgesamt haben 66 Prozent der Abstimmenden f\u00fcr die Spiele votiert. Genauso viele wie vor Wochen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Bewerbung-fuer-Olympia\/!6124690\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in M\u00fcnchen<\/a>. Damit liegt die Messlatte f\u00fcr Hamburg hoch. Die Zustimmung der Bev\u00f6lkerung ist nicht das einzige Kriterium f\u00fcr eine Vergabe der deutschen Kandidatur, aber bei einer Zustimmung von unter 60 Prozent gilt eine Bewerbung als aussichtslos.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Da traf es sich gut, dass die Hamburger Handelskammer just am Abstimmungssonntag in NRW eine Umfrage aus dem Hut ziehen konnte, nach der beinahe jene magischen 60 Prozent der Ham\u00adbur\u00adge\u00adr:in\u00adnen die Durchf\u00fchrung von Olympischen Spielen \u201eeher bef\u00fcrworten\u201c, genau 59,6 Prozent. Der Rest, 40,4 Prozent, war \u201eeher dagegen\u201c.<\/p>\n<p>      Umfrage gezielt lanciert<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Die Vertretung der Hamburger Unternehmen, die sich schon vorher <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hamburgs-Olympia-Ambitionen\/!6151312\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">deutlich f\u00fcr die Ausrichtung der Spiele positioniert<\/a> hatte, lancierte ihre vom Prognos-Institut durchgef\u00fchrte Umfrage gezielt nur an Medien, von denen sie sich eine wohlwollende Berichterstattung versprach. Mit Erfolg: Das Hamburger Abendblatt sah durch die \u201erelativ aktuelle Umfrage\u201c die Olympiastimmung in der Stadt \u201eim Aufwind\u201c. Auch der NDR berichtete \u00fcber die \u201eneue\u201c Umfrage und einen daraus ablesbaren Stimmungsumschwung.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Nur war die Umfrage gar nicht neu. Die Handelskammer hatte sie zwar am 19. April strategisch platziert. Aber der Befragungszeitraum war vom 20. Februar bis zum 5. M\u00e4rz gewesen. Und damit vor der anderen Umfrage, die bis dahin in der Stadt kursierte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Die hatte der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/klarstellung-des-ndr-zu-olympia-umfragen-in-hamburg,olympia-622.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">NDR beim Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap in Auftrag gegeben<\/a>, das 1.152 Wahlberechtigte befragte. Und von denen sahen 50 Prozent eine Hamburger Olympiabewerbung \u201eeher schlecht\u201c und nur 41 Prozent \u201eeher gut\u201c. Die Befragung war vom 19. bis zum 23. M\u00e4rz durchgef\u00fchrt worden, war also gut zwei Wochen neuer als die Handelskammer-Umfrage.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Ein aktueller Stimmungsumschwung Pro Olympia l\u00e4sst sich aus der Handelskammer-Umfrage also nicht ableiten.<\/p>\n<p class=\"typo-fotocredit pt-xsmall\">\n<p>            Klarstellung des NDR<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Das muss irgendwann auch jemandem beim Sender aufgefallen sein, der sich <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/ndr-hamburgtrend-viele-sehen-olympia-bewerbung-kritisch,hamburgtrend-102.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">zu einer \u201eKlarstellung\u201c gen\u00f6tigt<\/a> sah. Darin hei\u00dft es: \u201eEin aktueller Stimmungsumschwung Pro Olympia l\u00e4sst sich aus der Handelskammer-Umfrage also nicht ableiten.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">Im Gegenteil \u2013 wenn man aus beiden Umfragen eine Tendenz ablesen will, dann h\u00e4tte sich die Stimmung eher gegen die Spiele gedreht. (An dieser Stelle herzlichen Dank an die Handelskammer, dass sie der taz nicht dieselbe Falle gestellt hat.)<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">Die Hamburger Linksfraktion, die sich gegen Olympia in Hamburg ausspricht, hatte auch gleich einen Erkl\u00e4rungsansatz parat: Zwischen beiden Umfragen, am 11. M\u00e4rz und 17. M\u00e4rz, hatte der Senat <a href=\"https:\/\/taz.de\/Milliarden-fuer-die-Spiele\/!6162007\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erst sein Finanzkonzept<\/a> und dann <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hamburger-Olympiabewerbung\/!6162660\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das gesamte Olympiakonzept vorgelegt<\/a>. Auf die NDR-Umfrage h\u00e4tten die B\u00fcr\u00adge\u00adr:in\u00adnen demnach also informierter geantwortet als auf die der Handelskammer.<\/p>\n<p>      Stimmungsumschwung in ein paar Tagen?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Dem liegt vielleicht ein bisschen viel Vertrauen in die demokratische \u00d6ffentlichkeit zugrunde. Ein diametraler Stimmungsumschwung in ein paar Tagen, nur weil die Konzepte des Senats nicht \u00fcberzeugend sind?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Wahrscheinlicher ist etwas anderes: Die starken Ausschl\u00e4ge in kurzer Zeit deuten eher darauf hin, dass viele Ham\u00adbur\u00adge\u00adr:in\u00adnen in der Olympiafrage nicht sehr entschieden sind und ihre Antwort stark von der Tagesform abh\u00e4ngt. Das k\u00f6nnte den Olympiafans Hoffnung machen, dass es sich lohnt, um ihre Stimmen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"15\">Es k\u00f6nnte aber auch darauf hindeuten, dass die Ham\u00adbur\u00adge\u00adr:in\u00adnen ganz andere Sorgen haben und Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 ihnen herzlich egal sind. Dann w\u00fcrde es schwierig werden, das f\u00fcr ein erfolgreiches Referendum notwendige Quorum von 20 Prozent Ja-Stimmen aller Stimmberechtigten zu erreichen. Denn daf\u00fcr m\u00fcssten ja erst mal mindestens 40 Prozent teilnehmen. Hamburg k\u00f6nnte es ergehen wie Herten: keine Stimmen, keine Ringe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"H amburgs Olympiakampagne geht in die hei\u00dfe Phase. 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