{"id":964829,"date":"2026-04-22T15:01:20","date_gmt":"2026-04-22T15:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964829\/"},"modified":"2026-04-22T15:01:20","modified_gmt":"2026-04-22T15:01:20","slug":"urteil-im-raser-prozess-ex-nachwuchsspieler-des-1-fc-koeln-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/964829\/","title":{"rendered":"Urteil im Raser-Prozess: Ex-Nachwuchsspieler des 1. FC K\u00f6ln verurteilt"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Sichtlich angespannt stehen Jannis K. und Luka P. (Namen ge\u00e4ndert) am Mittwoch neben ihren Verteidigern und erwarten die Verk\u00fcndung des Urteils. Wenig sp\u00e4ter steht fest: Die beiden ehemaligen Nachwuchsspieler des <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/1-fc-koeln\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1. FC K\u00f6ln<\/a> m\u00fcssen ins Gef\u00e4ngnis. Eine Jugendkammer des K\u00f6lner Landgerichts verurteilt die beiden 22-J\u00e4hrigen f\u00fcr ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge nach Jugendstrafrecht zu viereinhalb beziehungsweise f\u00fcnf Jahren Haft. Die Kammer geht damit deutlich \u00fcber die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus.<\/p>\n<p>Richter kritisiert fehlende Einsicht der Angeklagten      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDas sind hohe Strafen, das ist uns durchaus bewusst\u201c, sagt der Vorsitzende Richter Tilman M\u00fcller. Die Haftdauer w\u00fcrde nahezu ein Viertel des bisherigen Lebens der beiden M\u00e4nner ausmachen. \u201eDas ist viel f\u00fcr einen jungen Menschen\u201c, sagt M\u00fcller. \u201eAber es kann nicht sein, dass Ihr Leben jetzt einfach so weitergeht. Anders als Ihre Opfer haben Sie noch eine Perspektive.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kammer ist davon \u00fcberzeugt, dass die beiden sich am Abend des 1. Dezember 2023 ein illegales Rennen geliefert haben, bei dem zwei unbeteiligte Frauen starben. \u201eWir haben keine Zweifel daran, dass Sie ein Rennen gefahren sind\u201c, sagt M\u00fcller. \u201eEs ging darum, zu schauen, wer der Schnellste ist, auch wenn es keinen Startpunkt und keine Zielfahne gab.\u201c Die Kammer erkannte zwar an, dass vor allem Jannis K. Reue gezeigt hatte. \u201eAber ein Gest\u00e4ndnis war das nicht\u201c, betont M\u00fcller. Er kritisiert, dass die Angeklagten immer wieder von einem \u201eUnfall\u201c gesprochen hatten. \u201eDas war kein tragischer Unfall, zwei Menschen sind einem Verbrechen zum Opfer gefallen \u2013 man muss es benennen und ein klares Zeichen setzen.\u201c Die beiden Angeklagten h\u00e4tten sicher nicht den Vorsatz gehabt, Menschen zu t\u00f6ten. Aber sie h\u00e4tten es in Kauf genommen. <\/p>\n<p>Zusammensto\u00df bei mehr als 200 km\/h endet t\u00f6dlich      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kurz vor der Ausfahrt Wesseling beschleunigten sie ihre Autos auf mehr als 200 Kilometer pro Stunde \u2013 die zul\u00e4ssige H\u00f6chstgeschwindigkeit lag bei Tempo 120. Auf dem rechten Fahrstreifen fuhr zu diesem Zeitpunkt mit etwa 100 Stundenkilometern ein <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/vw-polo\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VW Polo<\/a>. Darin: eine 49-j\u00e4hrige Frau aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/luedenscheid\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">L\u00fcdenscheid<\/a> und Kostenpflichtiger Inhalt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/panorama\/toedlicher-unfall-auf-a555-wer-war-die-getoetete-studentin-ylvi_aid-145998219\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ihre 23 Jahre alte Tochter, Studentin in Bonn<\/a>. Sie waren nach einem Konzertbesuch in K\u00f6ln auf dem Heimweg.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einem \u201eWettstreit dar\u00fcber, wer das Fahrzeug zuerst \u00fcberholt\u201c, so das Gericht, wechselten die beiden jungen M\u00e4nner nacheinander auf den Standstreifen, ihre Autos stie\u00dfen um 23.20 Uhr seitlich gegeneinander. Beide verloren die Kontrolle, die Airbags sprangen auf. Der Audi prallte mit 205 Stundenkilometern ins Heck des Polos. Der Kleinwagen explodierte f\u00f6rmlich durch die Wucht des Aufpralls, drehte sich, schleuderte auf die linke Spur und ging in Flammen auf. F\u00fcr Mutter und Tochter gab es keine Rettung. Sie starben noch am Unfallort. Tage vergingen, bis Rechtsmediziner ihre Identit\u00e4t zweifelsfrei kl\u00e4ren konnten. In einer bewegenden Erkl\u00e4rung hatte der Vater der 23-J\u00e4hrigen im Prozess geschildert, wie der Verlust von Tochter und Ex-Partnerin sein Leben ver\u00e4ndert hat. Er sprach von der Zerst\u00f6rung zweier Familien.<\/p>\n<p>Ihr komplettes Leben drehte sich um Fu\u00dfball      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Richter M\u00fcller appelliert bei der Urteilsbegr\u00fcndung an das Verantwortungsbewusstsein der Angeklagten: \u201eWir haben die Hoffnung, dass Sie durch die Haftzeit etwas anders auf die Tat zur\u00fcckschauen.\u201c Welches Leid sie an jenem Abend verursacht h\u00e4tten, sei den beiden M\u00e4nnern bis heute nicht klar. Im Prozess war deutlich geworden, dass sich das komplette Leben der beiden um Fu\u00dfball und schnelle Autos gedreht hatte. \u201eSie m\u00fcssen jetzt \u00fcber einen Plan B nachdenken\u201c, sagt M\u00fcller. Die Kammer verh\u00e4ngte f\u00fcr beide eine F\u00fchrerscheinsperre von zwei Jahren, die nach der Haft in Kraft tritt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Staatsanwaltschaft hatte f\u00fcr Jannis K. zwei Jahre und acht Monate Haft gefordert, f\u00fcr Luka P. eine dreij\u00e4hrige Freiheitsstrafe. Sie hatten bis zuletzt bestritten, ein Rennen gefahren zu sein. Ihre Verteidiger hatten auf Freispruch beziehungsweise eine Bew\u00e4hrungsstrafe pl\u00e4diert. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sichtlich angespannt stehen Jannis K. und Luka P. 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