{"id":965366,"date":"2026-04-22T20:16:30","date_gmt":"2026-04-22T20:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/965366\/"},"modified":"2026-04-22T20:16:30","modified_gmt":"2026-04-22T20:16:30","slug":"animi-ardor-in-stuttgart-mercedes-designer-und-maschinenbau-chefin-uebernehmen-traditionsfriseur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/965366\/","title":{"rendered":"\u201eAnimi ardor\u201c in Stuttgart: Mercedes-Designer und Maschinenbau-Chefin \u00fcbernehmen Traditionsfriseur"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Alissa Staib (39) erz\u00e4hlt, wie sie zum Friseurhandwerk kam, muss sie schmunzeln. \u201eUnsere Gro\u00dfeltern waren Friseure und haben uns immer gesagt: Macht was Gescheites und werdet nicht <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Friseur\" title=\"Friseur\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friseur<\/a>.\u201c Mit diesem Rat im Ohr studierte sie Wirtschaftsingenieurwesen, promovierte und leitet heute ein mittelst\u00e4ndisches Maschinenbauunternehmen. Ihr Bruder Florian (35) ging den kreativen Weg und arbeitet seit 13 Jahren als UX-Designer bei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Mercedes-Benz\" title=\"Mercedes-Benz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes-Benz<\/a>. Zwei klassische Bilderbuch-Karrieren \u2013 und doch fehlte etwas.<\/p>\n<p>\u201eMaschinenbau ist eben nicht so sexy\u201c, sagt Alissa Staib. Die Erinnerung an die Gro\u00dfeltern, an deren Leidenschaft f\u00fcr ihren Beruf, lie\u00df die Geschwister nicht los. Vor drei Jahren er\u00f6ffneten sie bereits ihren ersten Friseursalon in Schorndorf \u2013 in den ehemaligen R\u00e4umen ihrer Gro\u00dfeltern. Jetzt wagen die beiden aus dem Wieslauftal im Rems-Murr-Kreis den n\u00e4chsten Schritt und \u00fcbernehmen den traditionsreichen Salon von Ren\u00e9 Asch (68) in der Silberburgstra\u00dfe 145 im Stuttgarter Westen, der fortan den lateinischen Namen \u201eanimi ardor\u201c \u2013 \u201eBegeisterung wecken\u201c \u2013 tragen wird.<\/p>\n<p>Geschwister wollen Friseur-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Handwerk\" title=\"Handwerk\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handwerk<\/a> neu denken <\/p>\n<p>Die \u00dcbernahme des seit 40 Jahren bestehenden Traditionsgesch\u00e4fts nennt Alissa Staib einen \u201eGl\u00fccksfall wie ein Sechser im Lotto\u201c. Das sieht auch Ren\u00e9 Asch so, der den Salon seit 1987 f\u00fchrte und zu einer Stuttgarter Friseur-Ikone wurde. Als der 68-J\u00e4hrige beschloss, k\u00fcrzer zu treten, kamen mehrere Angebote. Wichtig war ihm, dass die Nachfolger sein bestehendes Team \u00fcbernehmen. Das ist gelungen: Alle acht Mitarbeiter bleiben \u2013 ein weiterer Arbeitsplatz kommt sogar noch hinzu.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.374db9df-0730-4650-be79-d835a535c901.original1024.media.jpeg\"\/>     Salonleiter Florian M\u00fcller und die neuen Eigent\u00fcmer Florian und Alissa Staib (von Links) wollen den Friseurberuf neu denken.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Was die Staibs anders machen wollen? \u201eFlexible Arbeitszeiten, Online-Buchungstool, maximale Transparenz \u00fcber alle Zahlen\u201c, z\u00e4hlt Florian Staib auf. \u201eWir wollen nicht dieses Typische: Ich bin Friseurmeister und Diktator. Bei uns k\u00f6nnen alle mitgestalten.\u201c Der Fokus liegt auf der Wertsch\u00e4tzung des Handwerks und des Personals \u2013 moderne F\u00fchrungsans\u00e4tze treffen auf traditionelles K\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dragqueen Didi Divalicious: Glanz und Glamour f\u00fcr den Salonalltag <\/p>\n<p>F\u00fcr die Leitung des Salons konnten die Geschwister Florian M\u00fcller (28) gewinnen, eine bekannte Gr\u00f6\u00dfe in der Stadt \u2013 nicht nur als Friseurmeister, sondern auch als schillernde Dragqueen. Als Didi Divalicious ist er bekannt f\u00fcr Auftritte im Landesmuseum und beim Drag Bingo. Seine Kunstfigur soll dem Salon ein besonderes Gesicht geben. \u201eMir ist wichtig, dass die Menschen bei uns nicht nur einen Haarschnitt bekommen. Sie sollen etwas erleben und rausgehen mit dem Gef\u00fchl: Jetzt geht es mir richtig gut.\u201c<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.5d382797-18ca-400e-b567-714987ae6ff0.original1024.media.jpeg\"\/>     Am 15. April stieg die Er\u00f6ffnungsfeier im \u201eanimi ardor\u201c.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Waschen, schneiden, legen im Salonalltag. Glamour-Per\u00fccke und Leoparden-Outfit am Abend. F\u00fcr M\u00fcller liegen diese Welten nicht weit auseinander. \u201eIch bin vom Charakter her nicht sehr viel anders, wenn ich Didi Divalicious bin. Vielleicht ein kleines bisschen aufgedrehter\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eF\u00fcr mich geht es darum, mich selbst auszudr\u00fccken und einfach ich zu sein.\u201c Der 28-J\u00e4hrige sieht sich als Sprachrohr f\u00fcr die queere Community. Wie sein Traum-Salon auss\u00e4he? \u201eDer w\u00e4re schon rosa\u201c, lacht er, \u201emit Leoprint-M\u00f6beln!\u201c<\/p>\n<p> Ren\u00e9 Asch bleibt Friseur-Stammkunden erhalten <\/p>\n<p>Ren\u00e9 Asch gibt seinen Friseursalon nach vier Jahrzehnten ab. Ganz loslassen kann und will der 68-J\u00e4hrige aber nicht \u2013 er bleibt dem Gesch\u00e4ft zwei bis drei Tage die Woche als freier Mitarbeiter erhalten. \u201eIch habe nach 40 Jahren immer noch Lust darauf\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.4c696194-63c1-47ef-9c35-e211986272e3.original1024.media.jpeg\"\/>     Nach 40 Jahren \u00fcbergibt Ren\u00e9 Asch nun das Zepter seines Friseurgesch\u00e4fts.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Die Entscheidung, den Salon an die Geschwister Staib zu \u00fcbergeben, fiel ihm nicht schwer. \u201eIch gebe mein Gesch\u00e4ft in sehr gute H\u00e4nde. Es ist sch\u00f6n zu sehen, dass es weitergeht und in die Neuzeit gef\u00fchrt wird. F\u00fcr mich als analogen Menschen ist jetzt eine Grenze erreicht.\u201c Zukunftsthemen wie Digitalisierung, modernes Betriebsmanagement oder Work-Life-Balance sieht er als St\u00e4rken seiner Nachfolger. <\/p>\n<p> Stuttgarter Friseur-Ikone: \u201eDas Leben war gut zu mir\u201c <\/p>\n<p> Seit 1956 ist die Familie Asch in der Silberburgstra\u00dfe pr\u00e4sent. Damals er\u00f6ffnete sein Vater das erste Friseurgesch\u00e4ft. \u201eIn den 90er Jahren gab es keine Modenschau hier in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>, die wir nicht gemacht haben\u201c, erinnert sich der 68-J\u00e4hrige. <\/p>\n<p>Mit seinem Kreativteam war er auf Events in ganz Europa unterwegs. Die Liste der Highlights ist lang: Frisuren-Shows im Bauhaus Dessau \u2013 \u201eals Bauhaus-Anh\u00e4nger war das ein Highlight meiner Karriere\u201c \u2013, ein Engagement bei der Olympiade 1992 in Barcelona, unz\u00e4hlige Fotoshootings mit bekannten Fotografen und Models. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.858ecf8c-1544-476e-9573-a23bcb8e284a.original1024.media.jpeg\"\/>     Im Salon \u201eanimi ardor\u201c soll der Friseur-Besuch ein Erlebnis sein.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>\u201eDas Leben war gut zu mir. Ich durfte viel erleben und bin sehr dankbar daf\u00fcr\u201c, res\u00fcmiert Asch. Seine Frau Angie (70) nimmt den Teilruhestand ihres Mannes mit Humor: \u201eIch bin froh, dass er auch mal l\u00e4nger zuhause ist. Aber \u00fcber die drei Tage, wo er im Salon ist, freue ich mich auch \u2013 da kann ich das machen, was ich will\u201c, sagt sie mit einem Schmunzeln.<\/p>\n<p> Neue Eigent\u00fcmer wollen Image des Friseurberufs verbessern <\/p>\n<p>Jeanette Asch, Ren\u00e9s Schwester, arbeitet seit 40 Jahren im Salon und wurde ebenfalls \u00fcbernommen. \u201eIch habe ein lachendes und ein weinendes Auge\u201c, sagt sie. \u201eEtwas geht zu Ende, aber es geht auch weiter. Wir waren noch sehr analog, sehr viel mit Papier unterwegs. Es ist f\u00fcr uns spannend, so ins 21. Jahrhundert katapultiert zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Die neuen Eigent\u00fcmer sind \u00fcberzeugt, dass ihr Konzept den Ruf des Handwerks verbessern und junge Talente anziehen wird. \u201eWir wollen das Image des Friseurberufs in ein besseres Licht r\u00fccken\u201c, sagt Alissa Staib. Sie wollen ein Zeichen setzen: Der Friseur ist ein kreativer, zukunftssicherer Beruf, der Wertsch\u00e4tzung verdient \u2013 und der in der Stuttgarter Silberburgstra\u00dfe nun ein glamour\u00f6ses Update erh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Alissa Staib (39) erz\u00e4hlt, wie sie zum Friseurhandwerk kam, muss sie schmunzeln. \u201eUnsere Gro\u00dfeltern waren Friseure und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":965367,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[209749,1634,3364,29,22068,30,617,377,209750,1441,85897,5329],"class_list":["post-965366","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-animi-ardor","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-friseur","tag-germany","tag-handwerk","tag-mercedes-benz","tag-rene-asch","tag-stuttgart","tag-textmanager","tag-video"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116450203600758523","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/965366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=965366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/965366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/965367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=965366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=965366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=965366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}