{"id":96737,"date":"2025-05-09T10:57:11","date_gmt":"2025-05-09T10:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/96737\/"},"modified":"2025-05-09T10:57:11","modified_gmt":"2025-05-09T10:57:11","slug":"berlin-ringt-mit-russischem-leerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/96737\/","title":{"rendered":"Berlin ringt mit russischem Leerstand"},"content":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 30 Jahren stehen drei Wohnh\u00e4user in Berlin-Karlshorst leer \u2013 sie befinden sich im Eigentum der Russischen F\u00f6deration. Der Berliner Senat und der Bezirk Lichtenberg sehen sich au\u00dferstande, gegen den Leerstand der \u201eRussenh\u00e4user\u201c vorzugehen. Ein politischer Ausweg ist nicht in Sicht.<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Russenhaeuser-Karlshorst-2-\u00a9-IMAGO-Juergen-Ritter.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-53097\" class=\"lazyload wp-image-53097 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Russenhaeuser-Karlshorst-2-\u00a9-IMAGO-Juergen-Ritter.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-53097\" class=\"wp-caption-text\">\u201eRussenh\u00e4user\u201c in Karlshorst: W\u00e4hrend sich der Zustand der H\u00e4user weiter verschlechtert, bleibt die Hoffnung auf eine politische oder rechtliche L\u00f6sung vage. \/ \u00a9 Foto: IMAGO \/ J\u00fcrgen Ritter<\/p>\n<p>\u00a9 Fotos: <a href=\"http:\/\/www.imago-images.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IMAGO<\/a> \/ J\u00fcrgen Ritter<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>In unmittelbarer N\u00e4he zum S-Bahnhof Karlshorst stehen drei leer stehende Wohnh\u00e4user, die unter dem Namen \u201eRussenh\u00e4user\u201c in Berlin bekannt sind. Seit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1994 wurden sie nicht mehr genutzt, obwohl die Wohnungsnot in der Hauptstadt stetig zunimmt. Die Eigent\u00fcmerin ist laut Grundbuch die Russische F\u00f6deration, doch diese zeigt weder Verkaufsbereitschaft noch Interesse an einer Nutzung der Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden stehen dem Verfall der Geb\u00e4ude weitgehend machtlos gegen\u00fcber. Versuche, diplomatische oder rechtliche Wege zur Reaktivierung der Immobilien zu finden, verliefen bislang im Sande. Auch die Hoffnung auf eine Enteignung scheint aktuell kaum realistisch.<\/p>\n<p>Andernacher Stra\u00dfe und K\u00f6nigswinterstra\u00dfe: Sowjetisches Erbe in st\u00e4dtebaulicher Sackgasse<\/p>\n<p>Die drei Geb\u00e4ude befinden sich an der Andernacher Stra\u00dfe 5 und 5a sowie an der K\u00f6nigswinterstra\u00dfe 24\/24a im Bezirk Lichtenberg. Urspr\u00fcnglich dienten sie der sowjetischen Milit\u00e4radministration als Wohnraum. W\u00e4hrend viele andere Immobilien nach 1994 in den Besitz der Bundesrepublik oder des Landes Berlin \u00fcbergingen, blieben diese drei H\u00e4user in russischem Eigentum.<\/p>\n<p>Heute wirken sie wie Relikte vergangener Zeiten: Die Fassaden sind verwittert, Teile der D\u00e4cher eingest\u00fcrzt. Im Inneren klaffen L\u00f6cher in den B\u00f6den, Spuren fr\u00fcherer Bewohnerinnen und Bewohner sind kaum noch vorhanden. Und dennoch werden Rasen gem\u00e4ht und M\u00fclltonnen geleert \u2013 ein minimaler Unterhalt, ohne erkennbare Nutzungsperspektive.<\/p>\n<p>\u201eRussenh\u00e4user\u201c in Karlshorst: Diplomatische Immunit\u00e4t oder kommunale Fehleinsch\u00e4tzung?<\/p>\n<p>Lange Zeit gingen die Berliner Beh\u00f6rden davon aus, dass es sich um diplomatisch gesch\u00fctzte Liegenschaften handelt, f\u00fcr die das Zweckentfremdungsverbot nicht gilt. Das Ausw\u00e4rtige Amt widersprach inzwischen dieser Auffassung. Demnach genie\u00dfen die Geb\u00e4ude keinen diplomatischen Sonderstatus \u2013 der Eigent\u00fcmer sei rechtlich genauso zu behandeln wie jede andere Privatperson.<\/p>\n<p>Trotz dieser Klarstellung z\u00f6gern die zust\u00e4ndigen Stellen. Das Bezirksamt Lichtenberg verweist auf mangelnden Zugang zu den Objekten und beklagt die fehlende Kooperation der russischen Seite. Der Senat wiederum sieht keine rechtlichen M\u00f6glichkeiten, die Geb\u00e4ude ohne Mitwirkung Russlands dem Wohnungsmarkt zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Rechtsgrundlagen bieten theoretische Hebel \u2013 aber niemand zieht sie<\/p>\n<p>Das Denkmalrecht k\u00f6nnte ein m\u00f6glicher Ansatzpunkt sein: Mindestens eines der Geb\u00e4ude steht unter Denkmalschutz. Nach Paragraf 17 des Berliner Denkmalschutzgesetzes w\u00e4re unter bestimmten Bedingungen eine Enteignung denkbar \u2013 etwa zur Abwendung drohender Sch\u00e4den, so Tagesspiegel. Allerdings fehlt es auch hier an praktischer Umsetzung: Eine Innenbesichtigung durch die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden hat bislang nicht stattgefunden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird immer wieder die Idee diskutiert, die Immobilien im Rahmen von Sanktionen gegen Russland zu beschlagnahmen oder gar an die Ukraine zu \u00fcbertragen. Die CDU-Abgeordnete Lilia Usik brachte diesen Vorschlag im vergangenen Jahr ins Gespr\u00e4ch. Ob ein solches Vorgehen rechtlich Bestand h\u00e4tte, bleibt jedoch fraglich.<\/p>\n<p>30 Jahre Leerstand: Zustand der H\u00e4user verschlechtert sich, Hoffnung auf L\u00f6sung bleibt vage<\/p>\n<p>Die \u201eRussenh\u00e4user\u201c sind l\u00e4ngst zum Symbol eines ungel\u00f6sten Konflikts zwischen kommunaler Zust\u00e4ndigkeit, internationalem Eigentumsrecht und geopolitischen Spannungen geworden. Das K\u00fcnstlerkollektiv \u201ealnobf\u201c versuchte im Sommer 2024, mit einem Pop-up-Kiosk vor Ort Aufmerksamkeit f\u00fcr die Thematik zu schaffen \u2013 doch auch diese Initiative blieb ohne konkrete Folgen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zustand der H\u00e4user sich weiter verschlechtert, bleibt die Hoffnung auf eine politische oder rechtliche L\u00f6sung vage. Der Verweis der Senatsverwaltung, dass \u201ekonkrete Pl\u00e4ne zur Nutzung der H\u00e4user eine R\u00fcck\u00fcbertragungsbereitschaft der Russischen F\u00f6deration voraussetzen\u201c, steht sinnbildlich f\u00fcr die derzeitige Pattsituation.<\/p>\n<p>Quellen: Der Tagesspiegel, rbb24, Deutsche Welle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit \u00fcber 30 Jahren stehen drei Wohnh\u00e4user in Berlin-Karlshorst leer \u2013 sie befinden sich im Eigentum der Russischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":96738,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[24957,24958,24960,296,24961,39185,29,30,39186,1952,39187,4312,4313,9353,31732,39188,4319,4320,4321,4322,2192],"class_list":{"0":"post-96737","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-bauprojekte-berlin-lichtenberg","9":"tag-bauprojekte-lichtenberg","10":"tag-bauvorhaben-lichtenberg","11":"tag-berlin","12":"tag-berlin-lichtenberg","13":"tag-berlin-lichtenberg-neubau-wohnungen","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-karlshorst-wohnen","17":"tag-lichtenberg","18":"tag-lichtenberg-wohnen","19":"tag-mietwohnung","20":"tag-mietwohnung-berlin","21":"tag-mietwohnungen","22":"tag-mietwohnungen-berlin","23":"tag-russenhaeuser-karlshorst","24":"tag-wohnbau-berlin","25":"tag-wohnprojekte","26":"tag-wohnprojekte-berlin","27":"tag-wohnungen-berlin","28":"tag-wohnungsbau"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114477520936008829","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96737\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/96738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}