{"id":969480,"date":"2026-04-24T13:15:16","date_gmt":"2026-04-24T13:15:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969480\/"},"modified":"2026-04-24T13:15:16","modified_gmt":"2026-04-24T13:15:16","slug":"ki-update-deep-dive-kliniken-entwickeln-eigene-sprachmodelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969480\/","title":{"rendered":"KI-Update Deep-Dive: Kliniken entwickeln eigene Sprachmodelle"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              KI-Update Deep-Dive: Kliniken entwickeln eigene Sprachmodelle <\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>        <strong>Sieben Millionen Patientenf\u00e4lle als Grundlage<\/strong><\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat 2024 eine gemeinn\u00fctzige Tochtergesellschaft gegr\u00fcndet, die Innovative Digitale Medizin (IDM gGmbH). Deren Ziel ist es, KI-Anwendungen f\u00fcr den deutschsprachigen Gesundheitsraum zu entwickeln \u2013 und zwar nicht nur f\u00fcr das UKE selbst, sondern f\u00fcr alle Kliniken und Praxen. &#8222;Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass die KI-Modelle, die auf solidarisch gewonnenen Gesundheitsdaten trainiert werden, auch dem System zur\u00fcckgegeben werden sollten&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Nils Schweingruber, einer der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IDM. Diese Folge des KI-Updates erschien zuerst im neuen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Digital-Health-Podcast-UKE-Ausgruendung-entwickelt-KI-Sprachmodell-fuer-Kliniken-11242455.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Digital Health Podcast von heise online<\/a>. Er wird von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/autor\/Marie-Claire-Koch-3672523\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Marie-Claire Koch<\/a> verantwortet.<\/p>\n<p>      <a class=\"akwa-inline-img__link\" href=\"https:\/\/heise.de\/-9719449\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"[Link auf https:\/\/heise.de\/-9719449]\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO\" height=\"200\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 200 \/ 200; object-fit: cover;\" width=\"200\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Das UKE arbeitet seit 2009 durchgehend mit einer digitalen Patientenakte und verf\u00fcgt inzwischen \u00fcber sieben Millionen dokumentierte Patientenf\u00e4lle. Diese Daten bilden die Grundlage f\u00fcr das Training der KI-Modelle. \u201eWir gehen davon aus, dass diese KI sehr gut generalisiert und auch an anderen Orten in diesem Gesundheitssystem funktionieren wird\u201c, sagt Schweingruber. Alle Daten werden dabei datenschutzgerecht und anonymisiert verwendet und verlassen die Klinik nicht.<\/p>\n<p>Argo schreibt Arztbriefe<\/p>\n<p>Das erste <a href=\"https:\/\/www.idmedizin.de\/de\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Produkt der IDM<\/a> ist Argo, ein gro\u00dfes Sprachmodell, das beim Schreiben von Arztbriefen unterst\u00fctzt. \u201eMan kann aus der Patientenakte auf Argo zugreifen. Und Argo generiert dann die Epikrise, die man dann anpassen und in seinen Arztbrief \u00fcbernehmen kann\u201c, erl\u00e4utert der IDM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Die Epikrise ist der Teil des Arztbriefs, in dem sich \u00c4rztinnen und \u00c4rzte kritisch mit dem Krankheitsverlauf auseinandersetzen \u2013 welche Diagnosen gestellt wurden, wie behandelt wurde und worauf Weiterbehandelnde achten sollten.<\/p>\n<p>Dieser Abschnitt kostet im Klinikalltag besonders viel Zeit, weil er h\u00e4ndisch geschrieben oder diktiert werden muss. \u201eIch sage auch immer gerne, wir haben eine KI entwickelt, die Arztbriefe schreibt, um den Arztbrief abzuschaffen\u201c, so Schweingruber. Langfristig soll Argo die gesamte Arztbriefschreibung \u00fcbernehmen und dabei helfen, dieses klassische Instrument grunds\u00e4tzlich zu \u00fcberdenken. \u201eWenn man sich damit besch\u00e4ftigt, kommt man auf einmal an einen Punkt, wo man sich dar\u00fcber unterh\u00e4lt, was wollen wir anstelle eines Arztbriefes?\u201c<\/p>\n<p>Noch in diesem Jahr soll Argo nicht mehr nur Epikrisen generieren, sondern als komplettes Werkzeug f\u00fcr die Arztbriefschreibung dienen. Auch die Entwicklung von KI-Agenten f\u00fcr die Diagnostik und Behandlung ist geplant. Daf\u00fcr strebt die IDM die Zertifizierung nach ISO 13485 an, die f\u00fcr Hersteller von Medizinprodukten erforderlich ist.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KI-Update\" height=\"1080\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080; object-fit: cover;\" width=\"1920\"\/><\/p>\n<p class=\"a-inline-textbox__synopsis\">\n          Wie intelligent ist K\u00fcnstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI f\u00fcr unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im &#8222;KI-Update&#8220; von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werkt\u00e4glich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.\n        <\/p>\n<p>Orpheus ersetzt herk\u00f6mmliche Spracherkennung<\/p>\n<p>Das zweite Produkt ist Orpheus, eine KI-gest\u00fctzte Spracherkennung, die seit Anfang 2025 am UKE im Einsatz ist. Alle 15.000 Mitarbeitenden des Klinikums k\u00f6nnen damit arbeiten. \u201eWir hatten fr\u00fch alle Berufsgruppen immer mit dabei und ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass wenn man ein solches KI-Tool wie moderne Spracherkennung in sein Unternehmen einf\u00fchrt, man das nicht nur an einer Stelle machen sollte, sondern eigentlich an allen Stellen\u201c, betont Schweingruber.<\/p>\n<p>Inzwischen l\u00e4uft Orpheus laut IDM an vier Universit\u00e4tskliniken, \u00fcber 30 Krankenh\u00e4usern, vier Universit\u00e4ten und mehr als 200 weiteren ambulanten Gesundheitseinrichtungen. Der entscheidende Unterschied zu kommerziellen L\u00f6sungen ist, dass Orpheus lokal im eigenen Rechenzentrum betrieben werden kann. F\u00fcr Praxen ohne eigene Infrastruktur hostet die IDM das System in einer deutschen Cloud.<\/p>\n<p><strong>Daten bleiben in Europa<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Schweingruber ist die IDM ein Beispiel daf\u00fcr, warum Europa eigene KI-Infrastruktur braucht. \u201eWenn man sich herk\u00f6mmliche Spracherkennung in seinem Unternehmen holt, zahlt man erstens daf\u00fcr sehr viel Geld und die Daten flie\u00dfen letztendlich zu den Unternehmen, die das nat\u00fcrlich dankend annehmen und darauf ihre KI weiterentwickeln und uns wieder zur\u00fcckverkaufen\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eWir durchbrechen diesen Kreislauf und sagen, nein, die Daten bleiben hier bei uns in Europa, in Deutschland und wir entwickeln darauf unsere KI-Modelle hochspezifisch f\u00fcr unser System weiter.\u201c<\/p>\n<p>Die Technologie soll k\u00fcnftig nicht nur Kliniken zur Verf\u00fcgung stehen, sondern allen Akteuren im Gesundheitswesen \u2013 von Praxen \u00fcber Apotheken bis zu Krankenkassen. Auch eine Schnittstelle f\u00fcr Start-ups und andere Software-Anbieter ist geplant, damit diese die KI-Modelle der IDM einbinden k\u00f6nnen, statt auf au\u00dfereurop\u00e4ische Dienste angewiesen zu sein. Zudem will die Organisation in diesem Jahr auch Open-Source-Komponenten ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Schweingruber ist \u00fcberzeugt, dass Kliniken k\u00fcnftig ohne KI kaum noch arbeitsf\u00e4hig sein werden. \u201eWir haben ja so viel Daten, die kannst du als Mensch ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr selbst erfassen. Du brauchst KI-Technologie, um dich durch diesen ganzen Datendschungel durchzunavigieren\u201c, sagt er. Personaleinsparungen erwartet er dadurch aber nicht \u2013 im Gegenteil: \u201eWir werden nicht weniger Personal, sondern wir werden ein h\u00f6heres Patientenaufkommen haben und daf\u00fcr diese Technologie brauchen.\u201c<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:igr@heise.de\" title=\"Isabel Gr\u00fcnewald\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">igr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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