{"id":969574,"date":"2026-04-24T14:07:21","date_gmt":"2026-04-24T14:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969574\/"},"modified":"2026-04-24T14:07:21","modified_gmt":"2026-04-24T14:07:21","slug":"leipzig-organist-michael-schoenheit-seit-40-jahren-am-gewandhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969574\/","title":{"rendered":"Leipzig: Organist Michael Sch\u00f6nheit seit 40 Jahren am Gewandhaus"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><a href=\"#Kindheit\">Michael Sch\u00f6nheit wuchs<\/a> in einem musikalischen Haushalt auf und entschied sich fr\u00fch f\u00fcr ein Musikstudium.<\/li>\n<li><a href=\"#So\">Vor 40 Jahren<\/a> wurde er \u00fcberraschend zum Gewandhaus-Organisten ernannt.<\/li>\n<li><a href=\"#Das\">Nach der Wende<\/a> gewann er das Publikum durch breites Repertoire und viele Bach-Konzerte zur\u00fcck.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"text\">\n&#8222;<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/mdr-klassik-radio\/podcast\/bach-kantate\/podcast-die-bach-kantate-102.html\" title=\"Bach-Kanal mit Michael Maul und Bernhard Schrammek \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bach<\/a> ist Anfang und Ende aller Musik.&#8220; Dieser Satz von Max Reger ist f\u00fcr den Organisten Michael Sch\u00f6nheit au\u00dferordentlich wichtig. In den vergangenen beiden Spielzeiten hat er das komplette Orgelwerk des Leipziger Thomaskantors und st\u00e4dtischen Musikdirektors im Gewandhaus aufgef\u00fchrt. Und zwar an beiden Orgeln des gro\u00dfen Saals. Unz\u00e4hlige Stunden hat Michael Sch\u00f6nheit in seinen 40 Jahren am Gewandhaus an diesen Instrumenten verbracht.\n<\/p>\n<p><a name=\"Kindheit\">Kindheit<\/a> voller Musik in Saalfeld<\/p>\n<p class=\"text\">\nGeboren und aufgewachsen ist Michael Sch\u00f6nheit in der Th\u00fcringer Kleinstadt Saalfeld. An der dortigen Johanneskirche war sein Vater Walter Sch\u00f6nheit Kantor und leitete unter anderem die Th\u00fcringer S\u00e4ngerknaben, den M\u00e4delchor und den Oratorienchor. Die Musik wurde f\u00fcr Sohn Michael pr\u00e4gend, weil &#8222;in unserem Haushalt die Musik an allererster Stelle stand&#8220;, erz\u00e4hlt er MDR KULTUR.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSchon im Grundschulalter war Michael Sch\u00f6nheit klar, er will Musiker werden. Ausl\u00f6ser war die Auff\u00fchrung von Bachs h-Moll-Messe, die sein Vater mit dem Saalfelder Oratorienchor und Mitgliedern des Gewandhausorchesters in Saalfeld auff\u00fchrte. F\u00fcr den Vater schien es eine einmalige Gelegenheit zu sein. 1985, wenige Woche vor einer weiteren Auff\u00fchrung, starb Walter Sch\u00f6nheit und sein Sohn Michael \u00fcbernahm das Pult.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZu dieser Zeit hatte Michael Sch\u00f6nheit sein Studium an der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/ausflug-tipps\/leipzig-musik-orte-entdecken-102.html\" title=\"Leipzig: 23 Hotspots f\u00fcr Fans von Musik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leipziger Musikhochschule<\/a> in den F\u00e4chern Kirchenmusik und Dirigieren abgeschlossen. Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod seines Vaters trat er in dessen Fu\u00dfstapfen und wurde zum Kantor an der Saalfelder Johanniskirche gew\u00e4hlt.\n<\/p>\n<p><a name=\"So\">So<\/a> kam Sch\u00f6nheit an die Gewandhaus-Orgeln<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs h\u00e4tte ein Stelle f\u00fcrs Leben sein k\u00f6nnen, doch es kam anders: 1986 kehrte Gewandhausorganist Matthias Eisenberg nicht von einer Konzertreise in die DDR zur\u00fcck. Michael Sch\u00f6nheit war damals bei einer Weiterbildung in Weimar, als ihn ein Telefonat von Gewandhauskapellmeister Kurt Masur erreichte, bei dem er einen Teil seines Studiums absolviert hatte, und fragte, ob Sch\u00f6nheit neben seiner T\u00e4tigkeit als Kantor auch Gewandhausorchester sein wolle.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer damalige Gewandhauskapellmeister habe sehr klug gefragt, meint Sch\u00f6nheit heute. Denn zu dieser Zeit war er erst seit einem halben Jahr in Saalfeld t\u00e4tig und h\u00e4tte einen pl\u00f6tzlichen Weggang nicht mit seinem Gewissen vereinbaren k\u00f6nnen. Was folgte, war enormer Stress: &#8222;Ich habe eigentlich st\u00e4ndig ge\u00fcbt und ich bin froh gewesen, dass ich einen Assistenten in Saalfeld hatte, der mir viele Proben abgenommen hat&#8220;, berichtet Sch\u00f6nheit bei MDR KULTUR.\n<\/p>\n<p><a name=\"Das\">Das<\/a> Ende der DDR \u2013 ein Einschnitt<\/p>\n<p class=\"text\">\nDrei Jahre nach Beginn seiner Arbeit als Gewandhausorganist begannen in Leipzig die Montagsdemonstrationen und ein gutes Jahr sp\u00e4ter kam es zur deutschen Wiedervereinigung. &#8222;M\u00f6glichkeiten, Freiheiten waren nat\u00fcrlich schlagartig da&#8220;, erinnert sich Michael Sch\u00f6nheit. Das Ganze hatte aber auch eine Kehrseite: Pl\u00f6tzlich blieb das Publikum weg.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSeit 1990 hat es Michael Sch\u00f6nheit geschafft, das Orgelpublikum ins Gewandhaus zur\u00fcckzuholen. Nicht zuletzt durch sein enorm breites Repertoire, das vom Barock \u00fcber die franz\u00f6sische Romantik bis zur Gegenwart reicht. Aber auch dadurch, dass er regelm\u00e4\u00dfig mit seinem Ensemble Merseburger Hofmusik im Gro\u00dfen Saal auftritt, denn seit langem ist Michael Sch\u00f6nheit zus\u00e4tzlich auch Domorganist in Merseburg.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn zwei Jahren wird Michael Sch\u00f6nheit in den Ruhestand gehen. Aktuell spielt er mit dem Gedanken, in die N\u00e4he der Ostsee zu ziehen. Und vielleicht wird er dort noch einige Konzerte geben. Angesichts der klammen Finanzsituation in Leipzig wird wohl keinen hauptamtlichen, also festangestellten Nachfolger  geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Michael Sch\u00f6nheit wuchs in einem musikalischen Haushalt auf und entschied sich fr\u00fch f\u00fcr ein Musikstudium. 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