{"id":969795,"date":"2026-04-24T16:10:20","date_gmt":"2026-04-24T16:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969795\/"},"modified":"2026-04-24T16:10:20","modified_gmt":"2026-04-24T16:10:20","slug":"vom-skandalstueck-zum-klassiker-goethes-schauspiel-stella-am-staatstheater-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/969795\/","title":{"rendered":"Vom Skandalst\u00fcck zum Klassiker: Goethes Schauspiel \u201eStella\u201c am Staatstheater Augsburg"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zwei Frauen lieben einen Mann, ein Mann liebt zwei Frauen &#8211; klingt ganz einfach, ist aber ziemlich kompliziert, wie nicht nur jeder wei\u00df, der sich schon selbst einmal in dieser Situation befunden hat. Denn literarisch ist die Dreiecksbeziehung ein dankbares Thema, weil sie nicht nur ein emotionales Dilemma beschreibt, sondern auch gesellschaftliche Konventionen hinterfragt. Zumal im Jahr 1776, als Goethes \u201eStella\u201c uraufgef\u00fchrt wurde und einen satten Skandal produzierte. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/taenzerische-wucht-das-ballett-augsburg-zeigt-strawinskys-les-noces-und-le-sacre-du-printemps-114016889\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Der ist nun am Staatstheater Augsburg nicht zu erwarten<\/a>, wenn das St\u00fcck am Samstag in der Brechtb\u00fchne Premiere hat. Anlass zu Kontroverse und zum Nachdenken gibt es dennoch reichlich, verspricht Dramaturg Max Sauer.\n  <\/p>\n<p>            Die Augsburger Inszenierung von \u201eStella\u201c wird als \u201eSchauspiel f\u00fcr Liebende\u201c tituliert<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Fernando, Stella, C\u00e4cilie, das sind die drei Personen, um die es in Goethes St\u00fcck geht. Der Offizier ist mit C\u00e4cilie verheiratet, hat mit ihr ein Kind, aber auch von der Baroness Stella will er nicht lassen. Urspr\u00fcnglich hatte der Dichter ein Ende geschrieben, in dem Fernando, C\u00e4cilie und Stella sich zu einer gl\u00fccklichen Dreierbeziehung arrangieren und dies \u201eSchauspiel f\u00fcr Liebende\u201c genannt. Nachdem dieses \u201eHappy End\u201c zum Skandal geworden war, schrieb Goethe das St\u00fcck mehrmals um, bis schlie\u00dflich knapp 30 Jahre sp\u00e4ter eine weitere Fassung auf die B\u00fchne kam, die nun aber den Untertitel \u201eTrauerspiel\u201c bekam und mit dem Tod von zwei der Beteiligten endete.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/portraet-carla-silva-ist-die-frau-im-hintergrund-des-ballets-augsburg-113991197\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Die Augsburger Inszenierung von Milena M\u00f6nch<\/a> wird als \u201eSchauspiel f\u00fcr Liebende\u201c tituliert. Ein Hinweis auf die Lesart und das Ende? Nicht ganz, schr\u00e4nkt Dramaturg Sauer ein. \u201eF\u00fcr uns der wichtigste Punkt des St\u00fcckes ist der, dass die drei Personen ihre Gef\u00fchle sehr klar artikulieren und alles aussprechen, was sie empfinden.\u201c An diesem Punkt sei dann eben auch alles m\u00f6glich: die Beziehung zu dritt ebenso wie der Tod eines oder mehrerer Beteiligter. \u201eDeshalb sehen wir das gr\u00f6\u00dfte Potenzial darin, hier zu enden und damit den Raum zu geben, dass sich die Zuschauer mit dem Text auseinandersetzen.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Max Sauer wechselt vom Staatstheater Augsburg ans Theater Heilbronn<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es gehe um Liebe, nichts als Liebe, die einfach entsteht, nicht steuerbar ist, und die Beteiligten dazu zwinge, mit diesem Gef\u00fchl umzugehen, beschreibt Max Sauer den Fokus in \u201eStella\u201c. Weil Goethe die verschiedenen Formen von Liebe und ihren Konsequenzen so radikal ausstelle, hat das Team sich dazu entschieden, auch radikal bei Goethe zu bleiben. Hei\u00dft: die Originalsprache beizubehalten, obwohl sie in vielen Passagen, das gibt Sauer unumwunden zu, schwer und schw\u00fclstig ist. \u201eEs war ein langer Prozess, die Sprache zu akzeptieren, wie sie ist\u201c, beschreibt er, \u201eaber wenn wir es \u00fcberschrieben oder etwas hinzugef\u00fcgt h\u00e4tten, w\u00e4re viel von der Dimension der Gef\u00fchle verloren gegangen\u201c. Trotzdem werde es \u2013 auch abgesehen davon, dass die Auff\u00fchrung nur pausenlose 70 Minuten dauern wird \u2013 \u201eganz flott\u201c, verspricht der Dramaturg. Denn die Inszenierung konzentriert sich allein auf die drei Liebenden Stella (Mirjana Milosavljevi\u0107), <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/augsburgs-neue-dreigroschenoper-der-mensch-ist-eine-hyaene-zeigt-die-israelische-regisseurin-sapir-heller-113611700\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">C\u00e4cilie (Natalie H\u00fcnig) und Fernando (Patrick Rupar)<\/a> \u201eund es gibt reichlich Ankn\u00fcpfungspunkte an eigene Erfahrungen\u201c, ist sich Sauer sicher. \u201eDenn in der Figur von Stella formuliert Goethe sehr klar dieses Angebot: Steht zu eurer Liebe.\u201c\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stellafotojan-pieterfuhr3874.jpg\" alt=\"Patrick Rupar und Mirjana Milosavljevi\u0107 in einer Szene von Goethes &quot;Stella&quot;.\" title=\"Patrick Rupar und Mirjana Milosavljevi\u0107 in einer Szene von Goethes &quot;Stella&quot;.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Patrick Rupar und Mirjana Milosavljevi\u0107 in einer Szene von Goethes &#8222;Stella&#8220;.<br \/>\n    Foto: Jan-Pieter Fuhr\/Staatstheater Augsburg<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Patrick Rupar und Mirjana Milosavljevi\u0107 in einer Szene von Goethes &#8222;Stella&#8220;.<br \/>\n    Foto: Jan-Pieter Fuhr\/Staatstheater Augsburg<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Max Sauer ist \u201eStella\u201c die letzte gro\u00dfe Produktion, die er am <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/organisationen\/aa-theater-augsburg\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Staatstheater<\/a> <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> betreut. F\u00fcr eine Spielzeit war er hier, bevor er nun zusammen mit Swantje Lea Kleff (Regisseurin des Weihnachtsm\u00e4rchens \u201eRapunzel\u201c) die Leitung des Schauspiels am Theater Heilbronn \u00fcbernimmt. Hierbei kann Sauer, der in Unterfranken aufgewachsen ist und im kleinen Ort Wipfeld seinen Lebensmittelpunkt hat, nicht nur auf sein Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gie\u00dfen, sondern auch auf eine reichhaltige Erfahrung bei diversen Theatern zur\u00fcckblicken: Regensburg, Bremen, T\u00fcbingen, Basel z\u00e4hlten unter anderem zu seinen Stationen.\n  <\/p>\n<p>            Goethes \u201eStella\u201c l\u00e4uft ab dem 25. April am Staatstheater Augsburg<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nicht zu vergessen eben auch Wipfeld, wo er anl\u00e4sslich eines Ortsjubil\u00e4ums eine B\u00fcrgerb\u00fchne aufbaute, die dem Amateurniveau l\u00e4ngst entwachsen ist. \u201eDie sind in hochprofessionell\u201c, urteilt er, mittlerweile nur noch als Zuschauer beteiligt. Zuletzt arbeitete Max Sauer am Landestheater T\u00fcbingen, wo sein Schwerpunkt auf dem Kinder- und Jugendtheater lag. \u201eDa muss man sein Publikum zielgenau abholen\u201c, wei\u00df er. Ein wenig habe er die Brille des Kinder- und Jugendtheaters noch auf, gesteht er. \u201eEs ist immer noch so, dass ich denke, jetzt k\u00f6nnten aber mal alle mitklatschen, wie man es vom jugendlichen Publikum gewohnt ist\u201c, sagt Sauer und schmunzelt ein wenig. Auch bei Goethes \u201eStella\u201c wird er darauf wohl vergeblich warten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Info: <\/strong>\u201eStella &#8211; Schauspiel f\u00fcr Liebende\u201c, von Johann Wolfgang von Goethe, in einer Inszenierung von Milena M\u00f6nch am Staatstheater Augsburg. Premiere: Samstag, 25. April, um 19.30 Uhr auf der Brechtb\u00fchne im Gaswerk. Infos: <a href=\"https:\/\/staatstheater-augsburg.de\/stella\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"underline \">www.staatstheater-augsburg.de<\/a>.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei Frauen lieben einen Mann, ein Mann liebt zwei Frauen &#8211; klingt ganz einfach, ist aber ziemlich kompliziert,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":969796,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1846],"tags":[680,772,138874,3364,29,548,663,3934,30,13,18401,14511,145727,210555,14,15,1269,6903,12,12130,210556],"class_list":["post-969795","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-augsburg","tag-augsburg","tag-bayern","tag-brechtbuehne","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-heilbronn","tag-johann-wolfgang-von-goethe","tag-max-sauer","tag-milena-moench","tag-nachrichten","tag-news","tag-prozess","tag-schauspiel","tag-schlagzeilen","tag-staatstheater","tag-wipfeld"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116460560608540842","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=969795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969795\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/969796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=969795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=969795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=969795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}