{"id":970980,"date":"2026-04-25T03:18:16","date_gmt":"2026-04-25T03:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/970980\/"},"modified":"2026-04-25T03:18:16","modified_gmt":"2026-04-25T03:18:16","slug":"alltag-im-ukraine-krieg-wie-das-leben-in-weimars-partnerstadt-schowkwa-laeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/970980\/","title":{"rendered":"Alltag im Ukraine-Krieg: Wie das Leben in Weimars Partnerstadt Schowkwa l\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p>Waffen im Unterricht: Krieg im Alltag pr\u00e4sent<\/p>\n<p class=\"text\">\nTrotzdem ist <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/ukraine-krieg-russland-kommandeure-entlassen-berichte-gefaelscht-100.html\" title=\"Freitag: Falsche Lageberichte \u2013 zwei ukrainische Kommandeure entlassen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Krieg allgegenw\u00e4rtig<\/a>. Die Stadt will vorbereitet sein. Vor vielen Gesch\u00e4ften, Restaurants und \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden stehen Generatoren, denn immer wieder wird der Strom abgeschaltet. Aber nicht nur das erinnert an die Gefahr. Vor den Kellerfenstern der Schulen liegen Sands\u00e4cke. Im Inneren gibt es Schutzr\u00e4ume.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nKinder und Jugendliche werden f\u00fcr den Ernstfall geschult. Die \u00e4lteren Sch\u00fcler lernen im Unterrichtsfach &#8222;Verteidigung&#8220;, mit einer Waffe umzugehen. Mit dem Handy stoppen sie die Zeit, wie lange sie f\u00fcr das Zusammenbauen der Waffen brauchen.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Der Krieg belastet mich emotional sehr.\u00a0<\/p>\n<p>Mariia (15)<br \/>\nSch\u00fclerin in Schowkwa<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nAuch Drohnenfliegen und Erste Hilfe stehen auf dem Stundenplan. &#8222;Ich f\u00fchle mich sicher in Schowkwa&#8220;, sagt Mariia, eine 15-j\u00e4hrige Sch\u00fclerin. &#8222;Aber der Krieg belastet mich emotional sehr. Ich kann jede Nacht in meinem bequemen Bett liegen, wei\u00df aber, dass M\u00e4nner, kaum \u00e4lter als ich selbst, uns gerade an der Front besch\u00fctzen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nT\u00e4glich beten Mariia und die anderen f\u00fcr die M\u00e4nner an der Front. Jeden Morgen um 9 Uhr wird die ukrainische Hymne \u00fcber Lautsprecher abgespielt. In der ganzen Stadt ist sie zu h\u00f6ren. Menschen verharren, Autos halten an. Sie gedenken ihrer Helden. Auch Schowkwa hat seine Opfer. Mehr als 120 M\u00e4nner der rund 35.000 Einwohner sind bis jetzt gefallen. Im Park hinter dem Schloss h\u00e4ngen \u00fcberlebensgro\u00dfe Portr\u00e4ts von Vermissten. Keiner wei\u00df, ob die V\u00e4ter, S\u00f6hne und Br\u00fcder noch am Leben sind.\n<\/p>\n<p>Den Blick aufs Leben nach dem Krieg richten<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Wir geben die Hoffnung nat\u00fcrlich nicht auf und bereiten uns auf ein Ende des Krieges, auf unseren Sieg vor&#8220;, sagt Oleg Volskyi. &#8222;Wir beginnen bereits, Stra\u00dfen zu bauen. Wir renovieren Kinderg\u00e4rten und Schulen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWeimar will helfen. Auch beim aktuellen Besuch hatte Oberb\u00fcrgermeister Kleine einen symbolischen Scheck dabei. Von den 10.000 Euro Spenden aus der Bev\u00f6lkerung soll ein Skatepark gebaut werden. &#8222;Unsere Jugendlichen haben nicht viele Freizeitm\u00f6glichkeiten&#8220;, sagt Volskyi.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr sie will auch der F\u00f6rderverein der St\u00e4dtepartnerschaft Weimar-Schowkwa Gutes tun. Dem jungen Verein ist es gelungen, Spendengelder f\u00fcr einen Austausch einzuwerben. &#8222;Im Sommer werden 20 Kinder aus Schowkwa nach Weimar kommen und hier eine gute Zeit verbringen&#8220;, sagt Vereins-Chef Wolfram Wiese. &#8222;Viele der Kinder sind Kriegswaisen. Sie sollen mal abschalten und auf andere Gedanken kommen. Wir haben ein abwechslungsreiches Programm f\u00fcr sie zusammengestellt.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Juni werden die Jugendlichen, die zwischen zw\u00f6lf und 16 Jahre alt sind, in Weimar Gleichaltrige treffen. Sie sollen gemeinsam Tennis spielen, ins Freibad gehen und Weimar kennenlernen.\n<\/p>\n<p>Ukrainische Sch\u00fcler in Weimar erwartet<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Ich habe mich schon im Internet \u00fcber Weimar erkundigt und jetzt schon viel \u00fcber die Stadt gelernt.&#8220; Mariia ist eine der Auserw\u00e4hlten und freut sich sehr auf den Besuch. Wie viele andere Kinder aus Schowkwa ist sie musisch-k\u00fcnstlerisch aktiv. Sie singt und spielt Bandura, ein traditionelles ukrainisches Instrument.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSie will den Jugendlichen in Weimar davon erz\u00e4hlen, und sie m\u00f6chte, dass auch sie einmal ihre Stadt kennenlernen. &#8222;Wir hoffen, dass es sehr bald so weit sein wird und wir auch Kinder aus Weimar ruhigen Gewissens nach Schowkwa schicken k\u00f6nnen&#8220;, sagt Wolfram Wiese.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch Weimars Oberb\u00fcrgermeister Kleine hat Pl\u00e4ne f\u00fcr eine lebendige St\u00e4dtepartnerschaft nach dem Krieg. &#8222;Wir haben in den letzten Tagen auch die Feuerwehr von Schowkwa besucht. Ich kann mir auch auf dieser Ebene einen regen Austausch vorstellen. Nat\u00fcrlich auch mit unserer Mal- und Zeichenschule oder der Musikschule von Weimar. Ganz zu schweigen vom Sport. Das funktioniert eigentlich immer.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Ideen, wie es nach dem Krieg weitergehen kann, sind bunt, und es gibt viele. Was daf\u00fcr fehlt, ist Frieden. Auf den hoffen sie alle &#8211; und das m\u00f6glichst bald.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Waffen im Unterricht: Krieg im Alltag pr\u00e4sent Trotzdem ist der Krieg allgegenw\u00e4rtig. Die Stadt will vorbereitet sein. 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