{"id":972144,"date":"2026-04-25T14:33:26","date_gmt":"2026-04-25T14:33:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972144\/"},"modified":"2026-04-25T14:33:26","modified_gmt":"2026-04-25T14:33:26","slug":"offenbar-auch-prien-und-hubertz-betroffen-bundesregierung-sieht-russland-hinter-attacke-auf-signal-konten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972144\/","title":{"rendered":"Offenbar auch Prien und Hubertz betroffen: Bundesregierung sieht Russland hinter Attacke auf Signal-Konten"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBRma tspBRmb\">Die Vorf\u00e4lle um den Messengerdienst Signal sind offenbar brisanter als bisher bekannt: Auch Mitglieder der Bundesregierung sind Berichten zufolge von Angriffen auf ihre Konten betroffen. Es soll sich nach Informationen der Agentur dpa um einzelne Kabinettsmitglieder handeln.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Offiziell \u00e4u\u00dfert sich die Regierung bislang nicht. Nach Angaben <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/signal-attacke-ministerinnen-betroffen-a-a4ad5e41-c595-41d3-bcab-87a522925838\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">des \u201eSpiegel\u201c<\/a> geh\u00f6ren Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Familienministerin Karin Prien (CDU) zu den Opfern der Kampagne, die sich unter anderem in Deutschland gegen Politiker, Journalisten und Milit\u00e4rs richtet. \u201eDie Signal-Konten der beiden Politikerinnen sollen kompromittiert worden sein\u201c, schreibt das Magazin weiter. Aus Regierungskreisen wurde demnach best\u00e4tigt, dass \u201edieser Angriff mutma\u00dflich aus Russland kommt\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Der f\u00fcr sicherheitsrelevante Themen zust\u00e4ndige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) z\u00e4hlt dem Vernehmen nach nicht zu denjenigen, auf deren Chats und Daten die Angreifer zugreifen konnten, so die dpa. Zur Zahl der Betroffenen und der Identit\u00e4t weiterer Betroffener macht die Bundesregierung keine Angaben. Nach Informationen des Magazins wurden mindestens 300 Signal-Konten von Personen aus dem politischen Betrieb attackiert.<\/p>\n<p> Russland-Experte erhebt Vorw\u00fcrfe gegen  <\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Erst am Mittwoch hatte das Blatt berichtet, dass <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nachrichtendienste-vermuten-russland-dahinter-hackerangriff-auf-das-handy-von-bundestagsprasidentin-klockner-15512291.html?icid=in-text-link_15521758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner<\/a> zu den Opfern der Phishingkampagne geh\u00f6re. Die Politikerin bekleidet das zweith\u00f6chste Staatsamt und ist Mitglied des CDU-Pr\u00e4sidiums. Das Parteigremium kommunizierte dem Bericht zufolge bislang in einem Signal-Gruppenchat \u2013 Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz eingeschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/angriffe-nehmen-offenbar-deutlich-zu-messenger-signal-wird-fur-politik-militar-und-medien-zum-problem-15515144.html?icid=single-topic_15521758___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCOpx\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angriffe nehmen offenbar deutlich zu Messenger Signal wird f\u00fcr Politik, Milit\u00e4r und Medien zum Problem <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Das Magazin berichtete weiter, Mitarbeiter des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) h\u00e4tten den Kanzler in der Sache pers\u00f6nlich aufgesucht. Anders als bei der Bundestagspr\u00e4sidentin habe sein Signal-Nutzerkonto aber offenbar keine Auff\u00e4lligkeiten gezeigt.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Eine Sprecherin von Prien erkl\u00e4rte demnach auf Anfrage: \u201eZu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung k\u00f6nnen wir keine Auskunft geben.\u201c Ein Sprecher von Hubertz sagte dem Bericht zufolge, f\u00fcr die Integrit\u00e4t und Sicherheit von interner und externer Kommunikation des Ministeriums g\u00e4lten klare Grunds\u00e4tze. \u201eDazu geh\u00f6rt, dass wir uns grunds\u00e4tzlich nicht zu m\u00f6glichen oder tats\u00e4chlichen Sicherheitsvorf\u00e4llen \u00e4u\u00dfern\u201c, wurde der Sprecher zitiert.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Im Zusammenhang mit der seit Monaten andauernden internationalen Phishingkampagne gegen Nutzer der Messaging-App Signal ermittelt Generalbundesanwalt Jens Rommel bereits seit Februar. Laut einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft geht es um den Anfangsverdacht der Spionage. <\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Die Angriffswelle zur heimlichen \u00dcbernahme von Signal-Konten richtet sich au\u00dfer gegen Politiker auch gegen Beamte, Diplomaten, Milit\u00e4rs und Journalisten. <\/p>\n<p>Messenger Signal<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Der Dienst Signal wurde 2012 vom Unternehmer Moxie Marlinspike ins Leben gerufen. Im Februar 2018 gr\u00fcndet er gemeinsam mit dem WhatsApp-Mitgr\u00fcnder Brian Acton die gemeinn\u00fctzige Signal Foundation, die Entwicklung und Betrieb des Messengers \u00fcberwacht. Acton hatte WhatsApp 2017 im Streit um den Umgang mit Nutzerdaten f\u00fcr zielgerichtete Werbung verlassen.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">\u201eWir sind an keines der gro\u00dfen Technologieunternehmen gebunden, und wir k\u00f6nnen auch niemals von einem aufgekauft werden\u201c, schreibt Signal auf seiner Webseite. Die Entwicklung werde unterst\u00fctzt durch Zuwendungen und Spenden. Acton hatte der Stiftung eine Anschubfinanzierung von 50 Millionen Dollar zur Verf\u00fcgung gestellt. (Tsp)<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Mit dem CDU-Politiker Marc Henrichmann, der Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Kontrolle der Nachrichtendienste ist, machte am Freitag erstmals ein deutscher Politiker Russland f\u00fcr die Angriffswelle verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft hat sich zu einem m\u00f6glichen Auftraggeber bisher nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Die Regierung der Niederlande, wo ebenfalls entsprechende Angriffe wie in Deutschland festgestellt wurden, sieht Russland hinter der Kampagne. Der niederl\u00e4ndische Geheimdienst schreibt in einer Mitteilung explizit, dass die Angriffe auch darauf zielten, WhatsApp-Konten zu \u00fcbernehmen.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/meister.jpeg\"   alt=\"Stefan\u00a0Meister\u00a0ist Russland-Experte und Programmleiter Internationale Ordnung und Demokratie bei der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik. Fotograf: DIRK ENTERS\" width=\"767\" height=\"767\" loading=\"lazy\" class=\"tspBEle\"\/><\/p>\n<p class=\"tspC2qy\"><strong>Stefan Meister   <\/strong> ist Programmleiter Internationale Ordnung und Demokratie bei der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik (DGAP).<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Auch Russland-Experte Stefan Meister h\u00e4lt es f\u00fcr wahrscheinlich, dass der Kreml hinter den Angriffen steht. \u201eIch selbst und einige Kollegen, die zu Russland arbeiten, sind bereits vor \u00fcber einem Jahr darauf aufmerksam geworden\u201c, sagte er dem Tagesspiegel. \u201eSignal wurde sehr beliebt, weil sichere Verbindungen besonders wichtig geworden sind. Vor allem, wenn man mit Personen in Russland oder in autorit\u00e4ren Staaten kommuniziert.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Gerade unter deutschen Politikerinnen und Politikern sei Signal im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern popul\u00e4r geworden, sagte Meister. Entsprechend seien sie derzeit st\u00e4rker von den Angriffen betroffen. <\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung k\u00f6nnen Nachrichten nicht ohne Weiteres abgefangen werden. Die russische Regierung selbst sperrte den Nachrichtendienst 2024 \u2013 angeblich, weil Signal \u201egegen die Vorschriften der russischen Gesetzgebung\u201c versto\u00dfe, die einzuhalten seien, damit es nicht \u201ef\u00fcr terroristische und extremistische Zwecke\u201c genutzt werde.<\/p>\n<blockquote class=\"tspBZm7\">\n<p>Beh\u00f6rden, Politik und \u00d6ffentlichkeit haben lange gebraucht, um auf die seit vielen Jahren bestehenden Gefahren angemessen zu reagieren.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspBZm8\"><strong>Stefan Meister<\/strong>, Russland-Experte<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Kern der aktuellen Phishingkampagne ist keine Sicherheitsl\u00fccke des Signal-Messengers, den Experten sogar f\u00fcr einen recht sicheren Kommunikationskanal halten. Vielmehr setzen die Angreifer auf die Schwachstelle Mensch.<\/p>\n<p class=\"tspBRma\">Um Zugriff auf die Adressb\u00fccher und Daten bestimmter Nutzer zu erhalten, schicken die Angreifer zun\u00e4chst eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben beziehungsweise Links oder einen QR-Code anzusteuern. Als Absender erscheint dabei etwa \u201eSignal-Support\u201c.<\/p>\n<p>Lesen Sie bei T+<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/hubig-und-dobrindt-drangen-auf-mehr-macht-im-digitalen-raum-so-will-die-bundesregierung-polizei-und-geheimdienste-aufrusten-15511550.html?icid=topic-list_15521758___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Russland-Experte Meister. \u201eAber wir sehen, wie lange Beh\u00f6rden, Politik und \u00d6ffentlichkeit brauchen, um auf die seit vielen Jahren bestehenden Gefahren angemessen zu reagieren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Vorf\u00e4lle um den Messengerdienst Signal sind offenbar brisanter als bisher bekannt: Auch Mitglieder der Bundesregierung sind 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