{"id":972499,"date":"2026-04-25T18:00:01","date_gmt":"2026-04-25T18:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972499\/"},"modified":"2026-04-25T18:00:01","modified_gmt":"2026-04-25T18:00:01","slug":"koelner-drogenkrieg-sermet-a-bricht-erstmals-sein-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972499\/","title":{"rendered":"K\u00f6lner Drogenkrieg: Sermet A. bricht erstmals sein Schweigen"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Es war eine ungew\u00f6hnliche Familienzusammenkunft, die sich in Saal 112 <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/koeln\/koeln-attentate-in-auftrag-gegeben-rockerboss-streitet-alles-ab-1-1268491\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">des K\u00f6lner Landgerichts<\/a> ereignete. Auf der Anklagebank sa\u00df ein Kalker Restaurantbetreiber, im Zeugenstand sein Sohn \u2013 der mutma\u00dfliche K\u00f6lner Drogenboss Sermet A. (24). Dem 50-j\u00e4hrigen Angeklagten wird vorgeworfen, die illegalen Gesch\u00e4fte seines Spr\u00f6sslings nach dessen Verhaftung weiter gef\u00f6rdert und diverse Schwarzgelder entgegengenommen zu haben. W\u00e4hrend Sermet A. in seinem eigenen Verfahren schweigt, sagte er nun zum ersten Mal \u00fcberhaupt im Komplex \u201eK\u00f6lner Drogenkrieg\u201c aus.<\/p>\n<p>K\u00f6ln: Sermet A. entlastet seinen Vater im Zeugenstand<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"2\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">\u201eDer Mann ist unschuldig, der hat nichts gemacht und sitzt seit acht Monaten im Knast\u201c, sagte Sermet A. mit erhobener Stimme in Richtung des Staatsanwalts, dessen Fragen er nicht weiter beantworten wollte. \u201eWarum lassen Sie den nicht auf Kaution raus?\u201c, fragte der mutma\u00dfliche Bandenboss. A. brachte den Vergleich, dass er im Gef\u00e4ngnis mit M\u00e4nnern untergebracht sei, die mit mehreren Tonnen harter Drogen gehandelt h\u00e4tten. Damit wollte er offenbar auf eine Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit hinweisen.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"2250\" alt=\"Auf das Restaurant in Deutz wurde im Juni 2025 ein Sprengstoffanschlag ver\u00fcbt.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"current-image dm-figure__image  dm-figure__image-loading\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/7fd55e16-0420-44ae-b3b2-ebdb201d0d19.jpeg\"  \/><\/p>\n<p class=\"text-flint dark:text-white italic text-base\" data-v-42fecd8d=\"\">Auf das Restaurant in Deutz wurde im Juni 2025 ein Sprengstoffanschlag ver\u00fcbt.<\/p>\n<p class=\"dm-figure__copyright block text-darkgrey text-sm\" data-v-42fecd8d=\"\">Copyright: Arton Krasniqi<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Dem Restaurantbetreiber wird Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis, versuchte r\u00e4uberische Erpressung und Geldw\u00e4sche in vier F\u00e4llen vorgeworfen. Er soll von seinem Sohn \u00fcber Handlanger insgesamt 317.000 Euro Bargeld entgegengenommen und weitergeleitet haben. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass das Geld aus Drogengesch\u00e4ften stammte und der Abwicklung von Gesch\u00e4ften aus dem Bereich der Schwerstkriminalit\u00e4t diente, so hatte es der Staatsanwalt ausgef\u00fchrt. Ihm sei bewusst gewesen, dass sein Sohn Sermet A. seinen Lebensunterhalt mit Drogendeals bestreite.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"5\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Den Vorwurf der Geldw\u00e4sche versuchte Sermet A. im Zeugenstand zu entkr\u00e4ften. Gelder, die bei einem abgeh\u00f6rten Telefonat mit seinem Bruder genannt worden seien, seien etwa nie geflossen. Eine tats\u00e4chlich erfolgte Zahlung habe au\u00dferdem einen legalen Hintergrund gehabt. Hier sei es um die Abwicklung eines Gesch\u00e4fts rund um einen Imbiss gegangen. Der Vater best\u00e4tigte danach einen Geldtransfer von 87.000 Euro, den er auch ordnungsgem\u00e4\u00df quittiert habe. Dass es sich dabei um Gelder aus Drogengesch\u00e4ften handeln k\u00f6nnte, habe er nicht gewusst, lie\u00df der Mann verlauten.<\/p>\n<p>K\u00f6ln: Omin\u00f6ser \u201eStuhlkreis\u201c in Restaurant abgehalten<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"7\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Ferner wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, sein Restaurant in Deutz f\u00fcr eine Einbestellung von Mitgliedern der Drogenbande genutzt zu haben \u2013 im Prozess ist von einem \u201eStuhlkreis\u201c die Rede. Der Angeklagte habe die M\u00e4nner zu einem Drogenraub befragt \u2013 dem Sohn seien zuvor aus einer Lagerhalle in H\u00fcrth 350 Kilogramm Marihuana abhandengekommen und er verd\u00e4chtigte laut Ermittlern seine eigenen Leute. Die Verd\u00e4chtigen seien im Lokal kurzzeitig gefesselt worden. Man habe gedroht, sie \u201emitzunehmen\u201c, und damit laut Anklageschrift Folter angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"8\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Der Gastronom bestreitet, das Treffen einberufen oder daran teilgenommen zu haben. Er sei \u00fcberrascht gewesen, als ein Bekannter seines Sohnes pl\u00f6tzlich mit weiteren M\u00e4nnern in seinem Restaurant, auf das Monate sp\u00e4ter ein Sprengstoffanschlag ver\u00fcbt wurde, aufgetaucht sei. Verd\u00e4chtig machte sich der Angeklagte jedoch damit, dass er im Nachgang Videos aus einer \u00dcberwachungskamera gel\u00f6scht hatte. \u201eDas ist doch nur menschlich, wenn man hinterher erf\u00e4hrt, dass sich Geiselnehmer und Drogendealer da aufgehalten haben\u201c, erkl\u00e4rte Anwalt Heinen. \u201eEr wollte da nicht mit reingezogen werden.\u201c Passiert sei aber dann genau das.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/koeln\/koeln-attentate-in-auftrag-gegeben-rockerboss-streitet-alles-ab-1-1268491\" class=\"dm-imagefeat__imagecontainer dm-imagefeat relative\" aria-label=\"\" tabindex=\"-1\" data-v-07b82d12=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"2725\" alt=\"Der fr\u00fchere Rockerboss Aykut \u00d6. (38) zwischen seinen Verteidigern Frank Nobis (l.) und Michael Hakner\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"dm-imagefeat__image w-full aspect-square sm:aspect-auto aspect-video\" style=\"aspect-ratio:1;\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/9d7583f7-f40d-40f7-af3a-511f57eb1904.jpeg\"  \/><\/a><\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"10\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Eine Kernfrage lautet: Wusste der Angeklagte, dass sein Sohn in Drogengesch\u00e4fte verstrickt war? Davon geht der Staatsanwalt offenbar immer noch aus: \u201eDer Sermet ist ja schon \u00f6fter verurteilt worden\u201c, sagte der Ankl\u00e4ger und fragte, ob der Angeklagte die Prozesse in irgendeiner Weise verfolgt habe. Der 50-J\u00e4hrige sch\u00fcttelte mit dem Kopf. Er sei in die Verfahren nicht involviert gewesen und k\u00f6nne sich h\u00f6chstens an eine Kleinigkeit erinnern. Verteidiger Carsten Heinen erg\u00e4nzte, dass die Ehefrau des Gastronomen sich in erster Linie um den Sohn und dessen Erziehung gek\u00fcmmert habe.<\/p>\n<p>K\u00f6ln: Verteidiger wollten Haftentlassung erreichen<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"12\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Heinen und sein Kollege Gabor Subai sahen nach der Durchf\u00fchrung der Beweisaufnahme keinerlei Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass der Gastronom in die Drogengesch\u00e4fte involviert gewesen sei. Ein Zeuge, der beim \u201eStuhlkreis\u201c dabei gewesen sei, habe den Angeklagten zudem entlastet. Einstige Belastungszeugen hatten im Verfahren die Aussage verweigert. Die Verteidiger regten an, den 50-J\u00e4hrigen aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Schorn verwies jedoch darauf, dass in der Folgewoche ohnehin pl\u00e4diert w\u00fcrde. Ein Urteil soll am Donnerstag fallen.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph leading-[1.5em] mb-8 my-8 dm-article-content-width\" index=\"13\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-8f90ed31=\"\">Gegen Sermet A. hingegen wird wohl noch viele Monate weiterverhandelt, so auch direkt im Anschluss an seine Zeugenaussage. Die Ank\u00fcndigung einer ausf\u00fchrlichen Aussage in dessen Verfahren hat Verteidiger Wolf Bonn bisher nicht eingel\u00f6st. Aktuell wirft Bonn der Staatsanwaltschaft sogar eine Salamitaktik vor. Neue Ermittlungsergebnisse w\u00fcrden ihn \u201enur scheibchenweise\u201c erreichen. Dem erst 24-j\u00e4hrigen Sermet A. droht die Sicherungsverwahrung. Neben den Drogendelikten soll er auch hinter zwei Geiselnahmen und Sprengstoffanschl\u00e4gen stecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war eine ungew\u00f6hnliche Familienzusammenkunft, die sich in Saal 112 des K\u00f6lner Landgerichts ereignete. 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