{"id":972794,"date":"2026-04-25T21:00:18","date_gmt":"2026-04-25T21:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972794\/"},"modified":"2026-04-25T21:00:18","modified_gmt":"2026-04-25T21:00:18","slug":"jazzclub-huerth-les-grandes-dames-meet-latin-fever","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/972794\/","title":{"rendered":"Jazzclub H\u00fcrth: \u201eLes Grandes Dames\u201c meet \u201eLatin Fever\u201c"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Jazzkeller H\u00fcrth-Gleuel bot an diesem Abend nicht nur eine B\u00fchne, sondern einen Resonanzraum f\u00fcr Erinnerungen, Neuinterpretationen und \u00fcberraschende musikalische Dialoge. W\u00e4hrend der Jugendchor des Albert-Schweitzer-Gymnasium \u201eLatin Fever\u201c mit temperamentvollen Rhythmen einen energiegeladenen Auftakt setzte, lag der eigentliche dramaturgische Kern des Abends in der Hommage an die \u201eGrandes Dames\u201c der Musikgeschichte.<\/b>\n<\/p>\n<p><b>H\u00fcrth (sis). <\/b>Merle Kneissl und Sabine K\u00fchlich widmeten sich diesem Programm mit sp\u00fcrbarer Hingabe und einem feinen Gesp\u00fcr f\u00fcr stilistische Vielfalt. Die Auswahl der St\u00fccke war dabei ebenso klug wie wirkungsvoll: Klassiker, die man zu kennen glaubt, wurden nicht einfach reproduziert, sondern neu interpretiert und in einen heutigen Kontext gesetzt.Einen besonders intensiven Moment schuf Kneissl mit ihrer Interpretation des Chansons \u201eIch wei\u00df nicht, zu wem ich geh\u00f6re\u201c von Marlene Dietrich. Deren inspirierende St\u00e4rke und Haltung in den 30er\/40er Jahren stellt einen Meilenstein der Les Grandes Dames dar berichtete K\u00fchlich. Mit warmer Stimme und reduzierter Begleitung gelang es Merle Kneissl, die deutliche Aussage des Liedes eindrucksvoll herauszuarbeiten. \u201eIch versuche nicht, Dietrich zu kopieren, ich erz\u00e4hle ihre Geschichten mit meiner eigenen Stimme\u201c, erkl\u00e4rte sie und genau das machte die Darbietung so \u00fcberzeugend. Ein atmosph\u00e4rischer Kontrast folgte mit dem Bossa-Nova-Klassiker Corcovado, bekannt durch Astrud Gilberto. \u201eDurch ihre Interpretation des englischen Text erlangte dieser Song Weltruhm,\u201c erz\u00e4hlte Kneissl &#8211; Astrud Gilbertos Name hingegen schaffte es nicht mal aufs Albumcover. Die Stimmen von K\u00fchlich und Kneissl verschmolzen zu einem weichen, fast schwebenden Klangbild. Das von K\u00fchlich und Tsankova vertextete Stan Getz Solo beinhaltete eine weibliche Perspektive auf den Song Corcovado. Sabine K\u00fchlich \u00fcberzeugte hier als Multitalent: ihr Klavierspiel war fein und groovy, das Pianosolo erschien wunderbar melodi\u00f6s. Kneissls und K\u00fchlichs hingebungsvolle gesangliche Interpretation lie\u00dfen Raum f\u00fcr Zwischent\u00f6ne und unterstrichen die Sehnsucht &#8211; Saudade dieses St\u00fccks. <\/p>\n<p>Mit \u201eThe Lady with the Lamp\u201c brachte K\u00fchlich zudem eine eigene Komposition auf die B\u00fchne eine musikalische Hommage an Florence Nightingale. Das St\u00fcck verband erz\u00e4hlerische Tiefe mit feinen jazzigen Strukturen und zeigte eindrucksvoll K\u00fchlichs F\u00e4higkeit, historische Figuren musikalisch lebendig werden zu lassen. <\/p>\n<p>Kneissl \u00fcberzeugt auch am Kontrabass \u201eIch hatte kein Vorbild, ich hab mich vor genau einem Jahr schockverliebt in dieses Instrument. Das ist ein ganz neuer Selbstausdruck, der frisch in meinem Leben ist und eine ganz neue Perspektive schenkt. Am Drumset erdete Marcus M\u00f6ller mit Feingef\u00fchl und klarem Groove. Er komplettierte das rhythmische Fundament mit feinem Gesp\u00fcr f\u00fcr Timing und Dynamik.<\/p>\n<p>Merle Kneissl setzte mit ihrem Song \u201eDream of you\u201c einen weiteren interessanten Akzent. Emotional nostalgisch und zugleich reflektiert, spiegelte das St\u00fcck ihre eigene musikalische Handschrift wider. Die junge Komponistin schl\u00e4gt eine Br\u00fccke von 2026 zur Tradition des Great American Songbooks.<\/p>\n<p>Einen weiteren Spannungsbogen erzeugten die swingenden Passagen im Stil von Ella Fitzgerald und Doris Day, in denen K\u00fchlich ihre ganze Virtuosit\u00e4t entfalten konnte. \u201eSwing l\u00e4chelt\u201c, kommentierte sie und das Publikum l\u00e4chelte h\u00f6rbar mit.<\/p>\n<p>Auch abseits der B\u00fchne wurde die Bedeutung des Abends hervorgehoben. Der Vorsitzende des Jazzclub H\u00fcrth, G\u00fcnter Reiners, betonte: \u201eDie Workshops im Albert-Schweitzer Gymnasium zeigen, wie wichtig es ist, jungen Menschen fr\u00fch die Begegnung mit Jazz zu erm\u00f6glichen. K\u00fchlichs Komposistion \u201eThey call us the keeper of the Flame\u201c ist hier Programm. Drei Generationen standen auf der B\u00fchne und sind vereint in ihrer Liebe zum Detail. Wenn Erfahrung und Neugier aufeinandertreffen, entsteht genau das, was wir heute erleben durften: zeitlose und immerw\u00e4hrend lebendige Musik.\u201c<\/p>\n<p>Wie sehr dieses Konzept beim Publikum ankam, zeigte sich auch in den Stimmen aus dem Saal. Eine Zuh\u00f6rerin fasste ihre Eindr\u00fccke begeistert zusammen: \u201eDiese Mischung aus jungen Stimmen, erfahrenen K\u00fcnstlerinnen und diesen wunderbaren Liedern das geht direkt ins Herz. Man sp\u00fcrt, dass hier etwas Echtes passiert.\u201c<\/p>\n<p>Der langanhaltende Schlussapplaus best\u00e4tigte eindrucksvoll die Wirkung des Abends: Das Publikum erhob sich von den Pl\u00e4tzen, feierte die Musikerrinnen und Musiker mit stehenden Ovationen sang bei der Zugabe Que sera sera noch einmal schwelgend mit. Ein w\u00fcrdiger Ausklang f\u00fcr ein Konzert, das nicht nur unterhielt, sondern ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u201eJetzt freuen wir uns auf den 22. Mai, wenn der junge Pianist David Yolono Mayo mit seinem Trio im H\u00fcrther Jazzkeller auftritt\u201c, so Reiners abschlie\u00dfend. Mehr Infos unter: www.jazzclub-huerth.de <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Jazzkeller H\u00fcrth-Gleuel bot an diesem Abend nicht nur eine B\u00fchne, sondern einen Resonanzraum f\u00fcr Erinnerungen, Neuinterpretationen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":972795,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,1420,1209],"class_list":{"0":"post-972794","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-koeln","11":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116467363177477039","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/972794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=972794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/972794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/972795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=972794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=972794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=972794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}