{"id":97283,"date":"2025-05-09T15:43:13","date_gmt":"2025-05-09T15:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/97283\/"},"modified":"2025-05-09T15:43:13","modified_gmt":"2025-05-09T15:43:13","slug":"stromversorgung-wirtschaftsministerin-reiche-dringt-auf-neubau-von-gaskraftwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/97283\/","title":{"rendered":"Stromversorgung: Wirtschaftsministerin Reiche dringt auf Neubau von Gaskraftwerken"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Bundeswirtschaftsministerin <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/katherina-reiche\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katherina Reiche<\/a> (CDU) hat sich f\u00fcr den schnellen Ausbau von Gaskraftwerken in Deutschland ausgesprochen. &#8222;Wir brauchen flexible Gaskraftwerke, die dann Strom liefern, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und das brauchen wir schnell&#8220;, sagte sie auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Geplant sei eine Ausschreibung von mindestens 20 Gigawatt, um die Versorgungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als Beleg f\u00fcr die Dringlichkeit verwies Reiche auf den <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/2025-05\/stromausfall-energiewende-blackout-solarenergie-windenergie\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel<\/a> Anfang des Monats. Damit der Ausbau bezahlbar bleibt, brauche es langfristige Gasliefervertr\u00e4ge sowie einen &#8222;Realit\u00e4tscheck&#8220; der Energiewende. Dabei solle gepr\u00fcft werden, ob der Ausbau der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren &#8222;ideal&#8220; gewesen sei oder &#8222;beim Ausbau der erneuerbaren Energien die Systemrisiken und Systemkosten vergessen&#8220; wurden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Reiche k\u00fcndigte an, die entstandenen Zusatzkosten offenzulegen. Dazu z\u00e4hlten der Netzausbau, Kosten f\u00fcr Netzengp\u00e4sse sowie die Vorhaltung fossiler Reservekapazit\u00e4ten. &#8222;Wir brauchen eine Art Monitoring und Sich-ehrlich-Machen \u00fcber den Stand der Energiewende&#8220;, sagte sie.\n<\/p>\n<p>        Neubau von Gaskraftwerken im Koalitionsvertrag beschlossen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der &#8222;technologieoffene&#8220; Neubau von Gaskraftwerken im Umfang von 20 Gigawatt ist im <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/koalitionsvertrag\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Koalitionsvertrag<\/a> von Union und SPD festgehalten. Bislang deckt Deutschland seinen Gasbedarf vermehrt durch Importe \u00fcber LNG-Terminals. Daran will Schwarz-Rot laut Koalitionsvertrag festhalten: &#8222;Wir erm\u00f6glichen und flankieren langfristige, diversifizierte, g\u00fcnstige Gasliefervertr\u00e4ge mit internationalen Gasanbietern&#8220;, hei\u00dft es dort. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-04\/koalitionsvertrag-gruene-union-spd-klima-wohnungsbau\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kritiker bef\u00fcrchten<\/a>, dass darunter k\u00fcnftig auch wieder russisches Gas fallen k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags den US-Sonderletter &#8222;Was jetzt, America?&#8220; sowie das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Ausbau ist grunds\u00e4tzlich nicht neu \u2013 auch die vorherige Bundesregierung aus SPD, Gr\u00fcnen und FDP hatte Gaskraftwerke in diesem Umfang vorgesehen. Allerdings schw\u00e4cht die neue Koalition aus <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/cdu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CDU<\/a>, CSU und SPD die klimapolitischen Bedingungen deutlich ab. Anders als unter der Ampel geplant sollen die Kraftwerke nicht absehbar auf Wasserstoff oder Beimischungen umgestellt werden m\u00fcssen. Stattdessen soll der Einsatz von CCS \u2013 der Abscheidung und Speicherung von CO\u2082 \u2013 erm\u00f6glicht werden. Die geplante Nutzung von CCS gilt in der Theorie als klimaschonend, ist aber mit hohen Energie- und Investitionskosten verbunden. <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dar\u00fcber hinaus sollen die Gaskraftwerke nicht mehr nur in sogenannten Dunkelflauten einspringen, wenn Wind- und Solarstrom ausbleiben. Vielmehr hei\u00dft es im Koalitionsvertrag: &#8222;Ein gr\u00f6\u00dferes Energieangebot dient der Stabilisierung und Reduzierung der Stromkosten. Dazu sollen k\u00fcnftig Reservekraftwerke nicht nur zur Vermeidung von Versorgungsengp\u00e4ssen, sondern auch zur Stabilisierung des Strompreises zum Einsatz kommen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Damit \u00e4ndert sich die angedachte Rolle von Gaskraftwerken grundlegend: Sie sollen nicht nur als Reserve vorgehalten, sondern auch k\u00fcnftig aktiv zur Stromerzeugung eingesetzt werden. In der Vergangenheit kam es jedoch gerade deshalb zu starken Preisanstiegen, weil in gro\u00dfem Umfang Erdgas verstromt wurde.\n<\/p>\n<p>        Keine R\u00fcckkehr zur Atomkraft        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zur Entlastung der Industrie forderte Reiche eine Senkung von Stromsteuer und Gasspeicherumlage sowie einen europ\u00e4ischen Industriestrompreis. Eine R\u00fcckkehr zur Kernkraft lehnte sie ab. Der Ausstieg sei vollzogen, ein Wiedereinstieg angesichts fehlenden Vertrauens und fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz nicht realistisch. Im Wahlkampf hatte die Union die Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke im April 2023 noch als &#8222;Fehlentscheidung&#8220; bezeichnet und eine <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2024-11\/energiepolitik-union-kernkraft-friedrich-merz-energiewende\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00fcfung ihrer Wiederinbetriebnahme angek\u00fcndigt<\/a>. <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zugleich sprach sich Reiche f\u00fcr neue Freihandelsabkommen aus.<br \/>\nDeutschland brauche Handelsvertr\u00e4ge mit Staaten wie Chile, Indien,<br \/>\nAustralien und Mexiko \u2013 sowie ausdr\u00fccklich auch mit den USA.\n<\/p>\n<p>        Abschaffung des &#8222;Heizungsgesetzes&#8220; angek\u00fcndigt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Von Bedeutung d\u00fcrfte auch die Zukunft des Geb\u00e4udeenergiegesetzes (GEG) sein. Im Koalitionsvertrag hei\u00dft es dazu: &#8222;Wir werden das Heizungsgesetz abschaffen.&#8220;\u00a0Der Begriff &#8222;Heizungsgesetz&#8220; bezieht sich umgangssprachlich auf die Novelle des GEG, die unter Leitung des fr\u00fcheren Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Gr\u00fcne) erarbeitet wurde und im Januar 2024 in Kraft trat.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mit dem weiteren Anstieg des CO\u2082-Preises werden die Kosten f\u00fcr fossiles Heizen k\u00fcnftig deutlich ansteigen. Der Expertenrat f\u00fcr Klimafragen warnte aus diesem Grund zu Jahresbeginn davor, den unter der Ampelregierung gef\u00f6rderten Umstieg des Geb\u00e4udesektors r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.\n<\/p>\n<p>        Fridays for Future planen Proteste        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Klimabewegung Fridays for Future warf der neuen Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Unt\u00e4tigkeit<br \/>\nbeim Klimaschutz vor und k\u00fcndigte zahlreiche Protestaktionen<br \/>\nan. Es gebe einen Koalitionsvertrag, &#8222;der von fossilen Projekten nur so<br \/>\nwimmelt&#8220;, sagte Sprecherin Carla Reemtsma vor dem Bundeskanzleramt<br \/>\n in Berlin. Man bekomme das Gef\u00fchl, &#8222;diese Koalition h\u00e4tte auf einem v\u00f6llig anderen<br \/>\nPlaneten verhandelt&#8220;, sagte sie. Die Regierung befinde sich im &#8222;schieren Gasrausch&#8220;, sagte Franziska Wild von Fridays for Future Bayern.\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Bundesregierung<br \/>\n habe die Aufgabe, das Land durch die &#8222;hei\u00dfeste Legislaturperiode der<br \/>\nGeschichte zu f\u00fchren&#8220;, sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer. In den<br \/>\nersten 100 Tagen ihrer Amtszeit m\u00fcsse die Regierung zahlreiche<br \/>\nVorhaben beschlie\u00dfen und umsetzen, um der Erderw\u00e4rmung entgegenzuwirken.<br \/>\n In diesem Zeitraum werde es 100 Protestaktionen in ganz Deutschland<br \/>\ngeben, k\u00fcndigte Neubauer an.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vor ihrer <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-04\/neue-bundesregierung-minister-union-aussenminister-wirtschaftsminister-innenminister#bundeswirtschaftsministerin-katherina-reiche\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ernennung zur Wirtschaftsministerin<\/a> war Reiche Chefin der E.on-Tochter Westenergie, bei dem schwedischen Energieunternehmen Ingrid Capacity sa\u00df sie im Aufsichtsrat. Von 1998 bis 2015 war Reiche Mitglied des Bundestags. Die Diplomchemikerin wechselte 2015 zur Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Verbands kommunaler Unternehmen, der viele Stadtwerke vertritt. Ihr Wechsel l\u00f6ste damals eine Debatte aus, ob es eine \u00dcbergangszeit f\u00fcr Abgeordnete geben sollte, die in die Wirtschaft wechseln. <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Juni 2020 \u00fcbernahm Reiche den Vorsitz im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung.\u00a0 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich f\u00fcr den schnellen Ausbau von Gaskraftwerken in Deutschland ausgesprochen. &#8222;Wir brauchen flexible&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":97284,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,31,3364,29,30,13,30427,1215,14,15,16,12,1136,25844],"class_list":{"0":"post-97283","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-cdu","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-katherina-reiche","16":"tag-koalitionsvertrag","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-politik","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-stromversorgung","22":"tag-wirtschaftsministerium"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114478645456966225","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97283"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97283\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97284"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=97283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}