{"id":973462,"date":"2026-04-26T03:54:20","date_gmt":"2026-04-26T03:54:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/973462\/"},"modified":"2026-04-26T03:54:20","modified_gmt":"2026-04-26T03:54:20","slug":"crossing-europe-ki-bisher-kaum-ersatz-fuer-kreativitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/973462\/","title":{"rendered":"Crossing Europe: KI bisher kaum Ersatz f\u00fcr Kreativit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Am Dienstag startet in Linz das Filmfestival Crossing Europe. Als Vehikel f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Themen sind heuer Familiengeschichten ein roter Faden bei den Einreichungen gewesen. Die Festivalleiterinnen Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler haben mit der APA dar\u00fcber gesprochen, was die Pandemie damit zu tun hat, wie gro\u00df die Herausforderung durch Fair Pay ist, was sie sich von einer Streamingabgabe erhoffen und wie verbreitet KI im europ\u00e4ischen Film bereits ist.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Im Programm sind heuer Familiengeschichten &#8222;wahnsinnig pr\u00e4sent&#8220;, sagt Katharina Riedler. &#8222;Deshalb haben wir das Motto &#8218;Family Ties&#8216; \u00fcber das Festival gesetzt &#8211; mit Familiengeschichten quer durch alle Programmsektionen und Produktionsl\u00e4nder. Dieses Thema hat sich schon \u00fcber mehrere Jahre angebahnt und heuer war das nochmals verst\u00e4rkt.&#8220; Dass sich die Filmschaffenden trotz multipler Krisen rundherum ausgerechnet auf Familiengeschichten konzentrieren, sieht Sabine Gebetsroither bei Dokus als Nachwirkung der Pandemie, wo man zu Hause blieb: &#8222;Man geht klassisch auf den Dachboden und findet die Kiste mit den Familienfotos.&#8220; Bei den j\u00fcngeren Filmschaffenden komme dazu, &#8222;dass in den 1980ern und 1990ern viele Familien alles auf VHS aufgenommen haben. Das war die erste Generation, die quasi von ihren Eltern mit der Videokamera beobachtet wurde und da gibt es Material&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Interessant ist, dass die Konstellation Familie vor allem im Spielfilmbereich dazu genutzt wird, gro\u00dfe Konflikte zu erz\u00e4hlen &#8211; zum Beispiel die Auswirkungen, die der Ukrainekrieg auf eine Familie hat&#8220;, sagt Riedler. Als Beispiel nennt sie den Film, &#8222;How to divorce during the war&#8220;, der im Panorama l\u00e4uft und in dem es um ein Elternpaar in Litauen geht, das &#8211; just als der Ukrainekrieg ausbricht &#8211; beschlie\u00dft, sich scheiden zu lassen. &#8222;In Polen und im Baltikum ist der Krieg ganz anders pr\u00e4sent als bei uns, Tag f\u00fcr Tag. Und das wollen wir auch hereinholen: Dass die Wahrnehmungen der gro\u00dfen Themen variieren, je nachdem in welcher Ecke von Europa man sitzt&#8220;, erg\u00e4nzt Gebetsroither.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Ein vom Festival selbst gew\u00e4hlter Schwerpunkt sind die 1980er-Jahre. &#8222;Einerseits haben wir das Gef\u00fchl gehabt, dass sich die 80er und auch die 90er trendm\u00e4\u00dfig im europ\u00e4ischen Filmschaffen abzeichnen. Und andererseits sind sie f\u00fcr uns sehr interessant, weil sie visuell sehr pr\u00e4sent sind&#8220;, erkl\u00e4rt Riedler die Beweggr\u00fcnde. Daher habe ein Kuratorenteam f\u00fcnf Filme ausgew\u00e4hlt. Alle haben einen anderen Ansatz, so Gebetsroither. &#8222;Das ist spannend, weil sich da pl\u00f6tzlich ein diverses Europa auftut zu einem Zeitpunkt, wo Europa ja nur in zwei Bl\u00f6cke geteilt war.&#8220;<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Das Festival verf\u00fcgt heuer \u00fcber ein Budget von rund 980.000 Euro, rechnet Gebetsroither vor. &#8222;Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Spur mehr&#8220;, denn &#8222;in Anbetracht dessen, dass uns bewusst war, dass die Inflation nicht verschwinden wird, haben wir versucht, einfach alles, was geht, aufzustellen. Sei es jetzt \u00fcber F\u00f6rdermittel, aber genauso Sponsoren und Partner&#8220;. Dennoch &#8222;haben wir schon Einschnitte bei den F\u00f6rderungen heuer erlebt&#8220;. Zudem &#8222;versuchen wir seit Jahren, das Thema Fair Pay wirklich zu leben&#8220;, auch wenn man noch nicht bei 100 Prozent sei. Daf\u00fcr w\u00e4re ein Budget von 1,127. 000 Euro &#8211; also fast 150.000 Euro mehr &#8211; n\u00f6tig. Helfen k\u00f6nnte auch, wenn im Rahmen der geplanten Streamingabgabe ein gewisser Anteil der Einnahmen an Festivals, Programmkinos und Verleiher gehen w\u00fcrde, hofft sie.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Dieses Jahr geht sich alles noch halbwegs aus. Wir haben ein bisschen schrauben m\u00fcssen. Aber mit dem Budget k\u00f6nnen wir das Festival in der normalen Gr\u00f6\u00dfe und auch mit der internationalen Ausrichtung heuer noch super umsetzen, auch wenn wir schon unmerklich ein paar Dinge eingeschr\u00e4nkt haben&#8220;, betont Gebetsroither. Sollte es zu einem weiteren Wegfall von Mitteln bzw. zu weiteren Preissteigerungen &#8211; heuer waren es bei den Filmmieten rund zehn Prozent &#8211; kommen, k\u00f6nne es aber sein, dass man etwa bei der Internationalit\u00e4t oder am Rahmenprogramm sparen m\u00fcsse, die aber &#8222;zur DNA eines Festivals einfach fix dazugeh\u00f6ren. Weil wir wollen ja nicht nur einfach Filme zeigen, sondern wir wollen ja drumherum auch was anbieten&#8220;, sagt Riedler, &#8222;das w\u00e4re f\u00fcr uns ein wahnsinnig gro\u00dfes Minus&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Anders als vielleicht in Werbevideos ist in den Filmen, die f\u00fcr das Festival eingereicht wurden, noch kaum k\u00fcnstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen, schildert Riedler &#8211; &#8222;zumindest nicht so, dass es sp\u00fcrbar w\u00e4re. Oder dass sie daf\u00fcr benutzt wird, um Personen, Arbeitskr\u00e4fte oder Kreativit\u00e4t zu ersetzen. Das freut uns sehr. Also wir sehen die KI momentan haupts\u00e4chlich da, wo sie tats\u00e4chlich k\u00fcnstlerisch als Gestaltungsmittel eingesetzt wird, was sehr sch\u00f6n ist, und was auch wirklich sehr spannende Arbeiten hervorbringt&#8220;. Aufgrund einer entsprechenden Abfrage bei den Einreichungen &#8222;wissen wir aber auch, dass sie in manchen Produktionen zum Beispiel beim organisatorischen Part eingesetzt wird&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Wo die KI generell in der Branche bemerkbar sei, seien die Untertitel, sagt Gebetsroither. &#8222;Man merkt schon, dass da leider viel bereits komplett KI-m\u00e4\u00dfig gemacht wird&#8220;, was f\u00fcr die Qualit\u00e4t nicht immer f\u00f6rderlich sei. &#8222;Das sind Nuancen, aber da muss man einfach aufpassen.&#8220; Es sei eben auch ein Kostenfaktor, &#8222;weil einfach eine Firma zu beauftragen, die Untertitel professionell zu \u00fcbersetzen und zu erstellen, ist deutlich teurer als es die KI machen zu lassen&#8220;. Andererseits w\u00fcrden &#8222;kleinere L\u00e4nder, die weniger Kapazit\u00e4ten in der Filmproduktion haben, auf diese Tools zur\u00fcckgreifen, weil das m\u00f6glich macht, dass der Film mehr gesehen wird&#8220;. Es gebe auch spannende Projekte, wie man unterrepr\u00e4sentierten Sprachen wie F\u00e4r\u00f6isch oder Gr\u00f6nl\u00e4ndisch helfen k\u00f6nne, &#8222;dass sie weiterleben und dass Filme weiter in diesen Sprachen gedreht werden&#8220;, sieht sie auch positive Beispiele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Dienstag startet in Linz das Filmfestival Crossing Europe. 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