{"id":974160,"date":"2026-04-26T11:07:21","date_gmt":"2026-04-26T11:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/974160\/"},"modified":"2026-04-26T11:07:21","modified_gmt":"2026-04-26T11:07:21","slug":"digitalisierung-in-deutschland-chaos-statt-fortschritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/974160\/","title":{"rendered":"Digitalisierung in Deutschland: Chaos statt Fortschritt"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deutschland hat die Digitalisierung erfunden. Zumindest wenn man die Apps z\u00e4hlt, die man braucht, um ein simples Gewerbe zu betreiben. Elster-Secure-App, Ausweis-App, Zoll-Ident-App, Datev-App. Und irgendwo dazwischen ein PDF-Formular auf einer HTML-Seite, die aussieht, als h\u00e4tte sie jemand 2003 in der Mittagspause zusammengeklickt. Man f\u00fcllt alles aus, klickt auf \u201eAbsenden\u201c \u2013 und bekommt die freundlichste aller Fehlermeldungen: \u201efehlgeschlagen\u201c. Die Hotline empfiehlt Gelassenheit. Zwei Wochen warten, dann noch mal versuchen. So funktioniert digitale Verwaltung in Deutschland: mit Geduld und einem erstaunlich hohen Vertrauen. Man meldet ein Gewerbe neu an, oder noch schlimmer: man zieht um und meldet das Gewerbe in einer anderen Gemeinde an. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vier Monate sp\u00e4ter stellt man fest: Die neue Adresse ist nie angekommen. Stattdessen beginnt der analoge Teil der Digitalisierung: ein Telefonat, eine Mail, ein weiteres Formular. Leider trifft das vor allem die, die eigentlich loslegen wollen. Gr\u00fcnderInnen, Selbstst\u00e4ndige, kleine Gewerbetreibende: Menschen, die mit einer Idee starten und vielleicht davon leben m\u00fcssen, dass es schnell geht. Stattdessen Warteschleifen, Freischaltungen und keine KI, die \u00fcbernehmen kann. Was Aufbruch sein sollte, wird zur Geduldsprobe. Jede Beh\u00f6rde baut ihre eigene App, ihr eigenes Portal. Daten, die l\u00e4ngst beim Staat liegen, werden wieder neu abgefragt. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dabei w\u00e4re die L\u00f6sung nicht kompliziert. Wer ein Gewerbe anmeldet, ist dem Staat bekannt. Adresse, Steuernummer, Branche \u2013 alles vorhanden. Andere L\u00e4nder zeigen, dass es geht: <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/estland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Estland<\/a> hat eine solche Infrastruktur seit Jahren. Dort gilt ein Prinzip, das hier surreal klingt: Daten werden nur einmal erhoben. Danach geh\u00f6ren sie dem System. Muss es wirklich so sein, dass in Deutschland die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde f\u00fcr viele Gesch\u00e4ftsmodelle nicht der Markt ist, sondern die B\u00fcrokratie? Gerade jetzt, in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit, in der Jobs wackeln und viele den Mut fassen, sich mit eigenen Ideen selbstst\u00e4ndig zu machen. Wollen wir wirklich, dass dieser Mut an Formularen scheitert \u2013 und in Resignation endet?<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unsere Autorin ist Start-up-Gr\u00fcnderin und Social-Media-Expertin. Sie wechselt sich hier mit Blogger Richard Gutjahr ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland hat die Digitalisierung erfunden. 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