{"id":976478,"date":"2026-04-27T10:15:22","date_gmt":"2026-04-27T10:15:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/976478\/"},"modified":"2026-04-27T10:15:22","modified_gmt":"2026-04-27T10:15:22","slug":"buergerumfrage-2025-die-schere-zwischen-arm-und-reich-geht-auch-in-leipzig-auseinander-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/976478\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerumfrage 2025: Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch in Leipzig auseinander \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das pers\u00f6nliche monatliche Nettoeinkommen ist 2025 moderat gestiegen, vermeldete die Stadt mit der Ver\u00f6ffentlichung der ersten Ergebnisse aus der B\u00fcrgerumfrage 2025 (circa plus 50 Euro), und liegt im Median bei rund 1.930 Euro. M\u00e4nner verdienen im Mittel etwa 290 Euro mehr als Frauen. Das klingt erst einmal nach einer ordentlichen Entwicklung. Aber der Blick ins Detail zeigt einmal mehr, dass nicht alle Bev\u00f6lkerungsgruppen von diesem Einkommensanstieg profitieren. Auch in Leipzig \u00f6ffnet sich die Einkommensschere immer weiter.<\/p>\n<p>Gleich mehrere Grafiken in der Kurzauswertung zeigen, wie die Einkommensentwicklung verlief. Gleich die erste dazugeh\u00f6rende Grafik zeigt, dass sich seit 2015 nichts getan hat am sogenannten <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/Gender-Pay-Gap\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Gender Pay Gap<\/a>. Frauen in Leipzig verdienen nach wie vor weniger als M\u00e4nner. Und auch an der L\u00fccke zwischen den Nettoeinkommen der M\u00e4nner und Frauen hat sich im Grunde nichts ge\u00e4ndert.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/129b5c8774554290a21f5b53ff805e6e.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2026\/04\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Betrug sie 2015 noch 248 Euro, so war sie 2025 sogar auf 293 Euro angewachsen. Und sie w\u00e4re sogar noch gr\u00f6\u00dfer gewesen, wenn die M\u00e4nner 2025 aufgrund der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung nicht sogar \u2013 statistisch betrachtet \u2013 Einkommensverluste h\u00e4tten hinnehmen m\u00fcssen. 2024 betrug die Einkommensl\u00fccke sogar knapp 350 Euro.<\/p>\n<p>Es tut sich also praktisch nichts bei der Schlie\u00dfung dieser Einkommensl\u00fccke zwischen M\u00e4nnern und Frauen.<\/p>\n<p>Und dass die M\u00e4nner 2025 einen statistischen Einkommensverlust hinnehmen mussten, hat nichts mit den regul\u00e4ren Angestelltenverh\u00e4ltnissen zu tun. Denn bei allen Angestellten gab es praktisch Einkommenszuw\u00e4chse, lediglich bei leitenden Angestellten und Beamt\/-innen stagnierten die Einkommen.<\/p>\n<p>Die Konjunkturflaute trifft die Selbstst\u00e4ndigen und Ungelernten<\/p>\n<p>Es sind andere Einkommensgruppen, die 2025 die Folgen der stagnierenden Wirtschaft zu tragen hatten. Zuallererst die Ungelernten und Berufsfremden, die einen statistischen Verlust von ohnehin schon unterdurchschnittlichen 1.490 Euro Nettoeinkommen auf 1.404 Euro hinnehmen mussten. Aber die Wirtschaftslage kostete vor allem Selbstst\u00e4ndige wichtige Eink\u00fcnfte.<\/p>\n<p>Denn genau das sind ja die Ansatzpunkte, bei denen nicht nur gr\u00f6\u00dfere Unternehmen, sondern auch staatliche Auftraggeber zuerst den Rotstift ansetzen: bei Auftr\u00e4gen an selbstst\u00e4ndige Auftragnehmer.<\/p>\n<p>Bei Selbstst\u00e4ndigen ohne Angestellte bedeutete das einen Verlust von 1.809 Euro Nettoeinkommen im Jahr 2025 (was ebenfalls schon unterdurchschnittlich war) auf 1.766 Euro im Folgejahr, 165 Euro unter dem Durchschnitt.<\/p>\n<p>Aber es erwischte auch die Selbstst\u00e4ndigen mit Mitarbeitern, die 2024 noch ein Nettoeinkommen von 3.453 Euro auswiesen, 2025 dann nur noch 2.804 Euro. Nat\u00fcrlich kann das auch mit der Auswahl der Selbstst\u00e4ndigen zu tun haben, die zuf\u00e4llig durch die B\u00fcrgerumfrage erwischt wurden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/haushaltsnettoeinkommen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-655126 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/haushaltsnettoeinkommen.jpg\" alt=\"Entwicklung der Haushaltsnettoeinkommen in Leipzig. Grafik: Stadft Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2025\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Entwicklung der Haushaltsnettoeinkommen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2025<\/p>\n<p>Arbeitslose verzeichneten zwar einen Anstieg ihres Nettoeinkommens von 913 auf 975 Euro. Aber wer die Preisentwicklung im Supermarkt verfolgt, wei\u00df, dass das nicht unbedingt mehr Geld in der B\u00f6rse bedeutete. Im Gegenteil: So k\u00e4rglich n\u00e4hren sich Kaninchen und sind einem abgehobenen Bundeskanzler trotzdem noch zu teuer.<\/p>\n<p>Da lohnt sich auch der Blick auf die Haushaltsnettoeinkommen, die die Leipziger Statistiker auch ausgewertet haben. Arbeitslosenhaushalte hatten demnach im Schnitt 1.075 Euro netto zur Verf\u00fcgung, 289 Euro mehr als 2015. F\u00fcr zehn Jahre ist das wirklich keine opulente Steigerung. Erst recht, wenn man sieht, dass die Durchschnittsnettoeinkommen der Leipziger Haushalte in dieser Zeit um 754 Euro gestiegen sind.<\/p>\n<p>Wer also das Vergn\u00fcgen hat, arbeitslos zu werden, erlebt auch in Leipzig, wie man dabei finanziell wirklich auf den Boden gestaucht wird. Wer auch nur ein paar Anspr\u00fcche im Leben entwickelt hat, versucht rasant, da wieder wegzukommen. Denn eine H\u00e4ngematte, wie es einige Politiker nennen, ist das wirklich nicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nettoaequivalenzeinkommen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-655127 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nettoaequivalenzeinkommen.jpg\" alt=\"Entwicklung der Netto\u00e4quivalenzeinkommen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2025\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Entwicklung der Netto\u00e4quivalenzeinkommen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2025<br \/>\nGelackmeiert ganz unten<\/p>\n<p>Aber die Zahlen aus der B\u00fcrgerumfrage geben noch mehr her. N\u00e4mlich wenn man das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84quivalenzeinkommen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Netto\u00e4quivalenzeinkommen<\/a> f\u00fcr die verschiedenen Einkommensschichten berechnet. Im Median sind diese Netto\u00e4quivalenzeinkommen \u00fcber alle Leipziger Haushalte in den vergangenen zehn Jahren von 1.343 auf 2.006 Euro gestiegen. Das sieht ordentlich aus, kaschiert aber die simple Tatsache, dass die reicheren Haushalte, die einkommensst\u00e4rksten 20 Prozent, deutlich h\u00f6here Zuw\u00e4chse verzeichneten als die Haushalte der einkommenschw\u00e4chsten 20 Prozent.<\/p>\n<p>Denn die reichen Haushalte, die 2015 schon ein deutlich \u00fcberdurchschnittliches Netto\u00e4quivalenzeinkommen von 1.969 Euro hatten, steigerten es bis 2025 um 928 Euro auf 2.897. Bei den einkommens\u00e4rmsten 20 Prozent betrug die Steigerung aber nur 363 Euro \u2013 von 900 auf 1.263 Euro. Ein Zuwachs, der locker von der Inflation aufgefressen wurde. Und der \u00fcbrigens auch nicht mit der Leipziger Mietentwicklung mithielt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/rest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-655128 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/rest.jpg\" alt=\"Die Netto\u00e4quivalenz-Resteinkommen der Leipziger nach Abzug der Miete. Grafik: Stadt Leipzig \/ B\u00fcrgerumfrage 2025\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Die Netto\u00e4quivalenz-Resteinkommen der Leipziger nach Abzug der Miete. Grafik: Stadt Leipzig\/B\u00fcrgerumfrage 2025<\/p>\n<p>Das wird noch deutlicher, wenn die Statistiker das Netto\u00e4quivalenz-Resteinkommen berechnen, also das, was den Haushalten nach Abzug der Miete \u00fcbrig bleibt. Da hatten die einkommenst\u00e4rksten Haushalte 2015 dann noch 1.477 Euro \u00fcbrig zum Leben und die einkommensschw\u00e4chsten noch 553 Euro. Davon versuche mal einer, \u00fcber den Monat zu kommen.<\/p>\n<p>2025 hatte sich die Schere dann noch weiter aufgetan. W\u00e4hrend die einkommenst\u00e4rksten Haushalte nach Abzug der Miete 2.208 Euro \u00fcbrig hatten, blieben den einkommensschw\u00e4chsten nur 764 Euro. Das sind die Haushalte, bei denen ein Bundeskanzler Friedrich Merz immer noch glaubt, die Schere ansetzen zu k\u00f6nnen und f\u00fcr den Bundeshaushalt Milliarden freizuschaufeln.<\/p>\n<p>Was er auch deshalb kann, weil diese \u00e4rmsten 20 Prozent kaum eine Lobby haben in Deutschland. Und ihre Armut letztlich mit Verzicht und Stromabschaltungen bezahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das pers\u00f6nliche monatliche Nettoeinkommen ist 2025 moderat gestiegen, vermeldete die Stadt mit der Ver\u00f6ffentlichung der ersten Ergebnisse aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":976479,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[58886,3364,29,5772,80581,30,71,859],"class_list":["post-976478","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-buergerumfrage","tag-de","tag-deutschland","tag-einkommen","tag-gender-pay-gap","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116476152721804931","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/976478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=976478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/976478\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/976479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=976478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=976478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=976478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}