{"id":977052,"date":"2026-04-27T15:37:16","date_gmt":"2026-04-27T15:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977052\/"},"modified":"2026-04-27T15:37:16","modified_gmt":"2026-04-27T15:37:16","slug":"wie-laesst-sich-der-bremer-aerztemangel-loesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977052\/","title":{"rendered":"Wie l\u00e4sst sich der Bremer \u00c4rztemangel l\u00f6sen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\n<p>Standdatum: 27. April 2026.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nHeike Zeigler<\/p>\n<p>Audio<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Vor einem Haus h\u00e4ngt ein Schild auf dem Arztpraxis steht. \" data-image-owner=\"Imago | IMAGO \/ Zoonar\" data-image-title=\"Vor einem Haus h\u00e4ngt ein Schild auf dem Arztpraxis steht. \" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/artzpraxen-ueberlastet-bremen-viertel-problem-100~_v-800x450_c-1777297040800.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/artzpraxen-ueberlastet-bremen-viertel-problem-100~_v-640x360_c-1777297040800.jpg\"\/><\/p>\n<p>In manchen Bremer Stadtteilen gibt es zu wenig Arztpraxen f\u00fcr zu viele Patienten.(Symbolbild)<\/p>\n<p>Bild: Imago | IMAGO \/ Zoonar<\/p>\n<p>Audio-Ende<\/p>\n<p class=\"article-intro\"><strong>In manchen Bremer Stadtteilen sind die Arztpraxen \u00fcberlastet. Die Politik will deshalb in bestimmten F\u00e4llen mitreden d\u00fcrfen, wo sich \u00c4rzte niederlassen. Doch f\u00fcr diese Idee gibt es Gegenwind.<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich sind sich sowohl Bremens Gesundheitssenatorin, Claudia Bernhard (Die Linke), als auch die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Bremen (KVHB), die Vertretung der \u00c4rzteschaft, einig \u2013 dass dringend etwas getan werden muss. Doch was genau, dar\u00fcber sind sie sich offenbar nicht einig.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Senatorin ist dabei ein wichtiger Baustein: Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die unter kommunaler Aufsicht stehen. Doch genau darum gibt es Streit. In der Regel werden<strong> <\/strong>Arztpraxen und auch MVZs von \u00c4rzten oder privaten Investoren auf eigene Rechnung gef\u00fchrt. Sie entscheiden selbst, wo sie sich niederlassen.<\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nWarum ein kommunales MVZ? <\/p>\n<p>Dort sollen, laut Bernhard, mehrere \u00c4rzte und weitere Gesundheitsexperten wie beispielsweise Logop\u00e4den und Ern\u00e4hrungsberater zusammen praktizieren. Auch \u00dcbersetzungsdienste beispielsweise f\u00fcr Gefl\u00fcchtete k\u00f6nnten sich dort ansiedeln, so die Senatorin.<\/p>\n<p>Bernhard geht davon aus, dass \u00c4rzte in ihren Sprechstunden vieles mitmachen m\u00fcssen, was \u00fcber die eigentlichen \u00e4rztlichen Aufgaben hinausgeht. Sie erhofft sich durch ein kommunales MVZ Entlastung \u2013 beispielsweise, weil aufkl\u00e4rende Gespr\u00e4che \u00fcber Gesundheitsvorsorge an anderer Stelle erledigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>In einem kommunalen MVZ k\u00f6nnte die Politik mitentscheiden, welche \u00c4rzte und Gesundheitsberufe dort praktizieren und in welchem Stadtteil das MVZ seinen Standort haben soll. Doch genau das scheint nicht im Sinne der KVHB. Bernhard f\u00fchlt sich jedenfalls von ihr bei diesem Ziel nicht unterst\u00fctzt. <\/p>\n<p>Sie vermutet, dass es daran liegt, dass ein kommunales MVZ unter staatlicher Aufsicht geleitet w\u00fcrde: &#8222;Es gibt einen Grunddissenz mit der KV. Und der Grunddissenz bedeutet letztendlich: Die freie unternehmerische Arztpraxis soll aus ihrer Sicht erhalten bleiben.&#8220;<\/p>\n<p>\u00c4rzte wollen keine Einmischung durch den Staat<\/p>\n<p>Bernhard will die Zulassung von Arztsitzen nicht mehr allein der \u00c4rzteschaft und den Krankenkassen \u00fcberlassen. Der akute \u00c4rztemangel in einigen Stadtteilen in Bremen sowie in Bremerhaven zeigt aus ihrer Sicht, dass das bisherige System nicht ausreichend funktioniert. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Wir ringen darum, dass wir im Zulassungsausschuss dabei sein d\u00fcrfen, letztendlich auch Sitz und Stimme bekommen. Da sind wir aber von Bundesgesetzgebung abh\u00e4ngig, um das hinzubekommen.<\/p>\n<p>Claudia Bernhard, Gesundheitssenatorin (Die Linke)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die KV in Bremen dagegen h\u00e4lt nicht viel von dieser Art der politischen Einmischung. Martina Kemme vom Vorstand der KVHB:<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Da hat \u2013 in meiner Welt \u2013\u00a0die Landespolitik erstmal nichts drin verloren.<\/p>\n<p>Martina Kemme, Mitglied im Vorstand der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung in Bremen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Derzeit laufen sowohl auf Bundes- als auch auf L\u00e4nderebene Gespr\u00e4che dar\u00fcber, ob und wie die Politik mehr Einfluss darauf bekommen kann, welcher Arzt sich wo niederl\u00e4sst. Au\u00dferdem pr\u00fcft eine Arbeitsgruppe der Bundesl\u00e4nder, ob die Planungsbezirke f\u00fcr die Zulassung von Arztsitzen kleinteiliger \u00a0werden sollten. <\/p>\n<p>In Bremen beispielsweise richten sich die bisherigen Vorgaben f\u00fcr die erlaubte Anzahl an \u00c4rzten auf das gesamte Stadtgebiet von Bremen. Das bedeutet aber, dass der Mangel an \u00c4rzten in einzelnen Stadtteilen nicht ber\u00fccksichtigt wird. Auch nicht, wenn dort besonders viele Menschen oder auch Kinder leben.<\/p>\n<p>\u00c4rztemangel in bestimmten Stadtteilen<\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nWer entscheidet, wo sich \u00c4rzte niederlassen?<\/p>\n<p>Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Recht der \u00c4rzte auf Selbstverwaltung. Wahrgenommen wird das von den Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Bundesl\u00e4ndern. Damit einher geht aber auch der gesetzliche Auftrag, die Versorgung aller Patienten sicherzustellen. Diesen Auftrag aber sehen Kritiker des Systems heute nicht erf\u00fcllt. Sie sprechen von einem tr\u00e4gen Apparat, der vor allem von den Interessen der Facharztgruppen geleitet sei. Diesen fehle aber oft der gesamtgesellschaftliche Blick, der n\u00f6tig sei, um den \u00c4rztemangel gezielt zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>F\u00fcr Kemme w\u00fcrde dies aber dennoch nicht die Probleme in den einzelnen Stadtteilen beseitigen: &#8222;Man kann ja nicht staatlich geplant \u00c4rzte einfach versetzen. Das hei\u00dft, ich muss auch da wieder jemanden finden, der sich da tats\u00e4chlich niederlassen m\u00f6chte.&#8220;<\/p>\n<p>Manche Stadtteile scheinen f\u00fcr \u00c4rzte attraktiver als andere, r\u00e4umt Kemme ein. Doch statt \u00c4rzten vorzuschreiben, wo sie sich niederlassen, fordert sie staatlich finanzierte Lockmittel. Beispielsweise einen finanziellen Zuschuss f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Praxis. Oder auch die Zusicherung einer Wohnung und eines Kindergartenplatzes. Dass das allerdings auch nicht unbedingt funktioniert, zeigt das Beispiel Bremerhaven. Selbst eine Pr\u00e4mie von 150.000 Euro hat nicht wie erhofft zus\u00e4tzliche \u00c4rzte in die Seestadt gelockt. <\/p>\n<p>Offensichtlich haben Gesundheitsressort und KV Bremen unterschiedliche Vorstellungen, wie der \u00c4rztemangel behoben werden kann. Zumindest aber signalisiert Kemme Gespr\u00e4chsbereitschaft, um zu kl\u00e4ren: &#8222;Was k\u00f6nnen wir als KV machen? Und was kann Politik machen? Das funktioniert. Man muss blo\u00df miteinander reden.&#8220;<\/p>\n<p>Dies sei auch dringend n\u00f6tig, meint eine Haus\u00e4rztin in Gr\u00f6pelingen, die anonym bleiben will. Sie muss immer wieder kranke Menschen abweisen, weil ihre Praxis \u00fcberlastet ist. So geht es derzeit fast allen Hausarztpraxen in Gr\u00f6pelingen. Die \u00c4rztin fordert, dass Kassen\u00e4rztliche Vereinigung und Politik endlich gemeinsam an L\u00f6sungen arbeiten. Bisher schieben sie sich nur gegenseitig die Schuld zu, das aber helfe keinem, sagt sie. <\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Zwei, Der Morgen, 21. April 2026, 06:36 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Standdatum: 27. April 2026. 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