{"id":977103,"date":"2026-04-27T16:03:27","date_gmt":"2026-04-27T16:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977103\/"},"modified":"2026-04-27T16:03:27","modified_gmt":"2026-04-27T16:03:27","slug":"new-yorker-oper-will-zwei-chagall-gemaelde-verkaufen-bilder-sollen-aber-im-museum-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977103\/","title":{"rendered":"New Yorker Oper will zwei Chagall-Gem\u00e4lde verkaufen &#8211; Bilder sollen aber im Museum bleiben"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Den echten Sammler erkennt man nicht an dem, was er hat, sondern an dem, wor\u00fcber er sich freuen w\u00fcrde.\u201c Dieses Zitat soll von Marc Chagall stammen, einem der ber\u00fchmtesten Maler des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Wie recht er damit haben k\u00f6nnte, k\u00f6nnte bald der geplante Verkauf zweier seiner Werke zeigen. Die Metropolitan Opera in New York will zwei Wandgem\u00e4lde des gro\u00dfen Meisters verkaufen: \u201eThe Sources of Music\u201c und \u201eThe Triumph of Music\u201c.<\/p>\n<p>Seit 1966 h\u00e4ngen die Gem\u00e4de im Foyer<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auf 55 Millionen Dollar sch\u00e4tzt das Auktionshaus Sotheby\u2019s den Wert der beiden Gem\u00e4lde. Das mag zun\u00e4chst hoch klingen, ist im Kunstmarkt aber noch keine Seltenheit. In der Vergangenheit erzielten Werke bedeutender K\u00fcnstler auf Versteigerungen schon deutlich gr\u00f6\u00dfere Summen. Nur: Anders als bei anderen Verk\u00e4ufen wird der K\u00e4ufer die Werke nicht in seinem Wohnzimmer aufh\u00e4ngen k\u00f6nnen. Denn die Chagall-Werke sollen zwar ihren Besitzer wechseln \u2013 nicht aber ihren Standort. Die Gem\u00e4lde bleiben im Foyer der Met Opera h\u00e4ngen. Der K\u00e4ufer erhielte lediglich eine Gedenktafel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Bei den beiden Werken handelt es sich um mehrere Stockwerke hohe Wandgem\u00e4lde, die seit der Er\u00f6ffnung des Hauses im Lincoln Center im Jahr 1966 im Foyer der Met Opera h\u00e4ngen. Selbst durch die \u00e4u\u00dferen Glasfronten sind sie sichtbar. Die jeweils rund elf mal neun Meter gro\u00dfen Kunstwerke wurden von Chagall eigens f\u00fcr die Er\u00f6ffnung des Opernhauses angefertigt. Die Bilder zeigen unter anderem den Komponisten Mozart, der \u00fcber Manhattan zu schweben scheint, sowie zahlreiche Figuren seiner Oper \u201eZauberfl\u00f6te\u201c.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr den Verkauf ist materieller Art<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch der damalige Intendant der Met, Rudolf Bing, ist auf einem der Gem\u00e4lde mit einer Mandoline zu sehen. Es ist also nicht \u00fcbertrieben zu sagen, dass die Kunstwerke eng mit der Met, ihrer Identit\u00e4t und Geschichte verbunden sind. Vielleicht will man sie auch deswegen nicht hergeben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Hinzu kommt, dass Chagall die Gem\u00e4lde in Frankreich gemalt hatte. Dort gilt das sogenannte \u201edroit moral\u201c, das moralische Recht des K\u00fcnstlers. Konkret hei\u00dft das: Seine Erben k\u00f6nnen verbieten, dass ein Werk ver\u00e4ndert wird. Weil Chagall die Bilder eben genau f\u00fcr ihren jetzigen Ort geschaffen hat, h\u00e4tte die Met gar nicht die M\u00f6glichkeit, die Werke umzuplatzieren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der aktuelle Intendant Peter Gelb sieht das nicht als Problem, im Gegenteil: \u201eDie Chagalls unmittelbar hinter der Fassade der Met sind ein ikonisches Symbol New Yorks. Ihr Wert liegt f\u00fcr jeden Eigent\u00fcmer darin, sie in der Met zu belassen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Grund f\u00fcr den Verkauf ist aber ein durchaus materieller: Die Met steckt in einer tiefen finanziellen Krise. \u201eSeit der Pandemie sind wir st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen Geldspritzen\u201c, sagt Gelb.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Vielleicht hatte der K\u00fcnstler am Ende recht: Den echten Sammler erkennt man nicht an dem, was er hat \u2013 sondern an dem, wor\u00fcber er sich freuen w\u00fcrde. Im besten Fall sind das in Zukunft noch immer die Millionen Besucher der Met \u2013 und ein Sammler mit einem ungew\u00f6hnlichen Besitz. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den echten Sammler erkennt man nicht an dem, was er hat, sondern an dem, wor\u00fcber er sich freuen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":977104,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-977103","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116477519944268693","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=977103"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977103\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/977104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=977103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=977103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=977103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}