{"id":977289,"date":"2026-04-27T17:44:11","date_gmt":"2026-04-27T17:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977289\/"},"modified":"2026-04-27T17:44:11","modified_gmt":"2026-04-27T17:44:11","slug":"die-neue-schwaebische-sinfonie-mit-grossen-werken-von-mendelssohn-und-brahms-in-schloss-kirchheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977289\/","title":{"rendered":"Die Neue Schw\u00e4bische Sinfonie mit gro\u00dfen Werken von Mendelssohn und Brahms in Schloss Kirchheim"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die in diesen Fr\u00fchlingstagen sich geradezu euphorisch entfaltende Natur begleitete nicht ganz unpassend das Programm des sonnt\u00e4glichen Konzerts auf Schloss <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/mindelheim\/ort\/Kirchheim\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Kirchheim<\/a>. Im Zedernsaal breitete die Neue Schw\u00e4bische Sinfonie unter der Leitung von Gerhard Fackler mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms ein Panorama aus, das sozusagen von den dunklen Seiten des Winters und dem nicht mehr aufzuhaltenden Licht des Fr\u00fchlings k\u00fcndete. Es entstanden kontrastreiche Bilder, St\u00fcrme und Stationen. Doch diese sich ergebenden Geschichten und Gef\u00fchle sind alles andere als nur illustrativer Zierrat. Ihre Wirkung ist getragen besonders von der kompositorisch genialen Meisterschaft dieser beiden Tonsch\u00f6pfer.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 3 in a-moll, genannt die \u201eSchottische\u201c, ist das Ergebnis einer Reise des jungen Genies in die Highlands mit ihren d\u00fcsteren Schl\u00f6ssern, Geschichten, Gem\u00e4uern und der windumtosten Natur des Meeres. Mendelssohn arbeitete lange daran bis zur Auff\u00fchrung, war zwischendurch schon mit der s\u00fcdlich \u201ehei\u00dfen\u201c Vierten, seiner \u201eItalienischen Sinfonie\u201c, besch\u00e4ftigt. Und er fand eine wunderbare L\u00f6sung f\u00fcr die \u00e4u\u00dferlich rauere \u201eSchottische\u201c.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Musik mit vielen feinen Hell-Dunkel-Schwankungen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wilden, rauschenden, gef\u00e4hrlich pfeifenden\u00a0St\u00fcrmen im ersten Satz folgt ein \u00fcberm\u00fctig seliges, von einem lustvoll perlenden Klarinettensolo eingeleitetes Vivace. Der Balladen-Ton, die\u00a0Lied-Elemente im Adagio, der energisch punktierte Gestus im Finale &#8211; all dies mit den vielen feinen Hell-Dunkel-Schwankungen erscheint wie ein metaphorisches Spiel des Lebens, realisiert mit gr\u00f6\u00dfter Tonkunst. Dirigent Gerhard Fackler geizte nicht mit riskant rasenden Tempi in den flirrenden Szenen, zog mit seinem Orchester aber die\u00a0\u00fcberzeugenden melodischen Elemente in den Raum.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Noch gewaltiger in den Kontrasten als der mit eher apollinisch heiterem Zauber gesegnete Mendelssohn geht Johannes Brahms diesen Entwicklungsweg vom Dunkel ins Licht, ganz im Sinn\u00a0der lateinischen Sentenz \u201eper aspera ad astra\u201c. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/oliver-triendl-auf-entdeckungstour-mit-antal-doratis-fulminantem-klavierkonzert-105479415\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Sie findet statt in seiner Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68,<\/a> die ebenfalls einer sehr langen Entstehungsgeschichte unterworfen war, bis sie, \u00fcbrigens vor 150 Jahren, zur Urauff\u00fchrung kam. Immer sp\u00fcrte ihr Sch\u00f6pfer Brahms, wie auch andere gro\u00dfe Komponisten-Kollegen, den sinfonischen Riesen im R\u00fccken, Ludwig van Beethoven. Doch auch Brahms\u00a0&#8211; wie Mendelssohn &#8211;\u00a0fand den Weg, wie seine Erste zeigt. Der Klang der instrumentale Palette, die Brahms einsetzt, reicht vom Piccolo bis\u00a0zum geradezu archaisch tief knarzenden\u00a0Kontrafagott. Es ereignen sich melismatische Holzbl\u00e4sermischungen und gezielte Auftritte, oft in Choralform,\u00a0einer Blech-Phalanx. Die Pauke scheint den Koloss, vom ersten Einsatz bis zum Finale,\u00a0mal kantig, mal sanft.in Bewegung zu bringen.\n  <\/p>\n<p>            Ekstatisch rauschendes Finale<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Was sich in den vier S\u00e4tzen abspielt bis hin zum ekstatisch kulminierenden Finale, ist ein von Brahms inszenierter Prozess mit feinsten kammermusikalischen Szenen, solistisch leuchtenden Instrumentalkombinationen (Dace Salminas Violin-Solo im Andante), dem lieblich, auch doppelb\u00f6dig-schaukelnden Spuk (Allegretto) bis zur motorisch unerbittlichen Attacke. Gerhard Fackler, auswendig dirigierend, forderte vor allem dramaturgisch nicht nachlassende\u00a0Spannung ein und bekam sie auch vom Orchester, das eine \u00fcberaus respektable und applaudierte Interpretation dieses gigantischen Werks ablieferte.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die in diesen Fr\u00fchlingstagen sich geradezu euphorisch entfaltende Natur begleitete nicht ganz unpassend das Programm des sonnt\u00e4glichen Konzerts&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":977290,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,106245,5256,211849,30,13,63359,11385,14,15,4894,4562,12,33754,10423,211850],"class_list":["post-977289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-augsburg","tag-augsburg","tag-bayern","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-felix-mendelssohn-bartholdy","tag-fruehlingstag","tag-gerhard-fackler","tag-germany","tag-headlines","tag-johannes-brahms","tag-kirchheim","tag-nachrichten","tag-news","tag-orchester","tag-reise","tag-schlagzeilen","tag-sinfonie","tag-werken","tag-zedernsaal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116477917183498240","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=977289"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977289\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/977290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=977289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=977289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=977289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}