{"id":977369,"date":"2026-04-27T18:27:18","date_gmt":"2026-04-27T18:27:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977369\/"},"modified":"2026-04-27T18:27:18","modified_gmt":"2026-04-27T18:27:18","slug":"vom-lost-place-zum-vorzeigehaus-ein-ort-an-dem-stuttgart-so-richtig-schoen-alt-aussieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/977369\/","title":{"rendered":"Vom Lost Place zum Vorzeigehaus: Ein Ort, an dem Stuttgart so richtig sch\u00f6n alt aussieht"},"content":{"rendered":"<p>Gerade weil es so klein und unscheinbar ist, sticht es heraus: das Haus mit der Nummer 49 in der Hauptst\u00e4tter Stra\u00dfe gleich beim Wilhelmsplatz. Heute w\u00fcrde man von einem Tiny House sprechen, fr\u00fcher war es eher Standardma\u00df. Am Freitag wurde dort Richtfest gefeiert. Der Zimmerermeister \u00fcberbrachte zum Abschluss der achtmonatigen Zimmermannsarbeiten seine guten W\u00fcnsche in Reimform und der Bauherr Erhard Bruckmann, Vorsitzender des Stuttgarter Versch\u00f6nerungsvereins, sprach vom Bauger\u00fcst aus die Worte: \u201eM\u00f6ge dieses Haus stets ein Ort sein, an dem Menschen, denen diese wunderbare Stadt am Herzen liegt und diese nicht nur unter dem Aspekt der Grundfl\u00e4che zum Geldverdienen sehen, mit klugen Gedanken zusammenwirken zur Sch\u00f6nheit unserer geliebten Heimatstadt.\u201c <\/p>\n<p>Beklatscht und gefeiert wurde allerdings kein Neubau, sondern die schrittweise Wiederherstellung des \u00e4ltesten profanen Geb\u00e4udes der Stuttgarter Innenstadt. Sein Alter betr\u00e4gt mindestes 434 Jahre. In einer Stadtansicht von 1592 ist es bereits dargestellt. Der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Versch%C3%B6nerungsverein\" title=\"Versch\u00f6nerungsverein\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Versch\u00f6nerungsverein<\/a> z\u00e4hlt es neben dem Geburtshaus Hegels, das auf das 17. Jahrhundert datiert wird, und dem Gasthaus Tauberquelle aus dem 18. Jahrhundert zu den stadtbildpr\u00e4genden Geb\u00e4uden in dem im Krieg stark zerst\u00f6rten Stadtzentrum. \u201eMit diesem Alter hat das Geb\u00e4ude eine herausragende Wirkung f\u00fcr das kollektive Erinnerungsged\u00e4chtnis <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>\u201c, betont der Verein. Angesichts des Mangels an alten Bauwerken in der Stuttgarter City sei der Erhalt und die Sanierung des Hauses dringend geboten. Das Geb\u00e4ude veranschauliche auch \u201edie Ma\u00dfst\u00e4blichkeit der historischen Leonhardsvorstadt\u201c und sei daher von gro\u00dfem stadtgeschichtlichem Interesse.<\/p>\n<p> Die Einweihung des H\u00e4usles in der Hauptst\u00e4dter Stra\u00dfe 49 im 16. Jahrhundert d\u00fcrfte allerdings weniger feierlich vonstatten gegangen sein als das jetzige Richtfest. Es hatte urspr\u00fcnglich die Funktion eines <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.lost-place-stuttgart-altes-armenhaus-wird-von-resten-der-bordell-nutzung-befreit.ab82ec6a-6c7f-425a-9d0a-fecf2c32dd7b.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Armenhauses<\/a>. Im Laufe der Jahrhunderte, abh\u00e4ngig auch von architektonischen Moden, ver\u00e4nderte sich die Fassade \u2013 und die Nutzung. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, den das Geb\u00e4ude unzerst\u00f6rt \u00fcberstand, hat der Versch\u00f6nerungsverein seine Geschichte dokumentiert. Demnach war in dem einstigen Armenhaus bis in die 1960er Jahre hinein ein Lebensmittelladen der bekannten Karl-Gaissmaier-Handelskette aus Ulm untergebracht. In den 1970er Jahren folgt der \u201e\u00dcbergang zu Rotlicht-affinen Nutzungen\u201c. Im Erdgeschoss befand sich ein Imbiss, sp\u00e4ter die sogenannte \u201eSissybar\u201c. Im Obergeschoss gab es \u201eZimmerprostitution\u201c. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.472d6807-6398-462e-9034-1688d578d3c9.original1024.media.jpeg\"\/>     Erhard Bruckmann, Vorsitzender des Versch\u00f6nerungsvereins, spricht beim Richtfest.    Foto: Lichtgut\/Max Kovalenko    <\/p>\n<p>Vor 15 Jahren dann beschloss die Stadt nach einigem Z\u00f6gern von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen und das Geb\u00e4ude f\u00fcr rund 300.000 Euro zu erwerben. Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, die daran ihren Verdienst hatte, formuliert es r\u00fcckblickend so: \u201eWir haben das Geb\u00e4ude dem Milieu entrissen.\u201c Bis die Stadt jedoch tats\u00e4chlich Zugriff darauf hatte, verging noch viel Zeit; der Alteigent\u00fcmer hatte vor dem Verkauf die Miet- und Pachtvertr\u00e4ge auf viele Jahre hinaus verl\u00e4ngert. Ende 2022 beschloss der Gemeinderat dann, das Haus dem Versch\u00f6nerungsverein f\u00fcr die n\u00e4chsten 150 Jahre im Wege des Erbbaurechts zu \u00fcbertragen. <\/p>\n<p>2027 soll das Geb\u00e4ude fertig sein <\/p>\n<p>Es folgten eine gr\u00fcndliche denkmalkundliche Voruntersuchung des denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude und schlie\u00dflich der Start der auf rund 1,5 Millionen Euro veranschlagten Sanierung. Der Versch\u00f6nerungsverein bringt daf\u00fcr Eigenmittel auf; Unterst\u00fctzung kommt vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Gleichwohl hofft der Verein auf weitere Spenden aus der B\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Ihr soll das Geb\u00e4ude auch zugute kommen. Im Erdgeschoss entsteht ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, den Vereine und interessierte Gruppen bei Bedarf nutzen k\u00f6nnen. Ins Ober- und ins Dachgeschoss zieht der bisher in unmittelbarer Nachbarschaft in der Weberstra\u00dfe untergebrachte Versch\u00f6nerungsverein selbst ein, samt Archiv und Bibliothek. \u201eWer einen Raum braucht f\u00fcr schmales Geld, kann sich gerne an uns wenden\u201c, sagt Bruckmann. <\/p>\n<p> Bis dahin dauert es allerdings noch etwas. Beim Betreten des nun mit einem erneuerten Dach versehenen Geb\u00e4udes wird deutlich: Hier ist noch eine Menge zu tun. Mehr als ein Gerippe ist nicht vorhanden. Im Erdgeschoss t\u00fcrmen sich die alten Steine. Bruckmann, der die Zusammenarbeit mit den Denkmalbeh\u00f6rden ausdr\u00fccklich lobt, ist dennoch zuversichtlich, dass das modernisierte uralte H\u00e4usle im n\u00e4chsten Jahr bezogen werden kann. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gerade weil es so klein und unscheinbar ist, sticht es heraus: das Haus mit der Nummer 49 in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":977370,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[199833,211867,1634,145987,3364,29,211865,30,211866,95062,1441,85897,111553,54141],"class_list":["post-977369","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-aeltestes-haus","tag-armenhaus","tag-baden-wuerttemberg","tag-bilder_box","tag-de","tag-deutschland","tag-erhard-bruckmann","tag-germany","tag-hauptstaetter-strasse-49","tag-redmarke","tag-stuttgart","tag-textmanager","tag-veronika-kienzle","tag-verschoenerungsverein"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116478086276350434","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=977369"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/977369\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/977370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=977369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=977369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=977369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}