{"id":978375,"date":"2026-04-28T04:13:18","date_gmt":"2026-04-28T04:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/978375\/"},"modified":"2026-04-28T04:13:18","modified_gmt":"2026-04-28T04:13:18","slug":"prozess-in-stuttgart-anwaelte-sprengen-verhandlung-wegen-angriff-auf-elbit-systems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/978375\/","title":{"rendered":"Prozess in Stuttgart: Anw\u00e4lte sprengen Verhandlung wegen Angriff auf Elbit Systems"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Prozessauftakt verl\u00e4uft chaotisch. Die Anw\u00e4lte der Verteidigung liegen praktisch von der ersten Minute an im Clinch mit der Vorsitzenden Richterin Kathrin Lauchst\u00e4dt. Aus Protest weigern sich die Verteidiger, ihre Pl\u00e4tze einzunehmen. Schlie\u00dflich bricht Lauchst\u00e4dt die Sitzung ab und vertagt das Verfahren kurzerhand auf den 4. Mai. Bis dahin sind weder die Personalien der Angeklagten festgestellt, noch hat der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft die Anklage verlesen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In dem Verfahren am Landgericht Stuttgart geht es am Montag um eine n\u00e4chtliche Attacke in Ulm. Angeklagt sind f\u00fcnf junge Mitglieder der militanten Pro-Pal\u00e4stinenser-Szene.\u00a0Die Staatsanwaltschaft wirft den irischen, britischen, spanischen und deutschen Staatsangeh\u00f6rigen \u201emitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Sachbesch\u00e4digung und Hausfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen\u201c vor.\n  <\/p>\n<p>            Ein Schaden von einer Million Euro soll entstanden sein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die drei Frauen und zwei M\u00e4nner sollen sich laut Anklage sp\u00e4testens ab Mitte August 2025 in die Organisation \u201ePalestine Action Germany\u201c eingegliedert und am 8. September mit mindestens sechs bislang unbekannten Beteiligten <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/baden-wuerttemberg\/prozessauftakt-wer-hinter-dem-angriff-auf-den-ruestungskonzern-in-ulm-steckt-114079196\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">die R\u00e4ume der Firma Elbit Systems Deutschland in Ulm verw\u00fcstet haben<\/a>.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nach den Vorw\u00fcrfen der Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten nachts in den Firmenr\u00e4umen gew\u00fctet, Mobiliar, Computer, Messanlagen zerschlagen und Rauchbomben gez\u00fcndet haben. Bis heute kann man ein von den mutma\u00dflichen T\u00e4tern selbst aufgenommenes Video von der n\u00e4chtlichen Zerst\u00f6rungsorgie in den sozialen Medien sehen. Zu h\u00f6ren sind darauf Intifada-Rufe, zu sehen ist etwa eine Szene, in der ein junger Mann \u201eBaby Killer\u201c an die Wand spr\u00fcht. Weitere bisher unbekannte Beteiligte besch\u00e4digten die Glasfl\u00e4chen sowie die Fassade des Eingangsbereichs. Bei der Attacke soll ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden sein.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Als die <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/organisationen\/mp-polizei\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Polizei<\/a> eintraf, wurden f\u00fcnf Beschuldigte noch vor Ort verhaftet. Sie sitzen seither in Untersuchungshaft.\u00a0\u201eUlm5\u201c werden sie seither in der Szene der Unterst\u00fctzer genannt. Die Elbit Systems Deutschland, eine hundertprozentige Tochter der Elbit Systems Ltd, ein israelischer R\u00fcstungskonzern. Mit der Begr\u00fcndung, die Produkte des Konzerns w\u00fcrden im Gazakrieg eingesetzt, trommelt die Unterst\u00fctzerszene seit Monaten heftig f\u00fcr die Angeklagten. Immer wieder kam es zu Demonstrationen vor den verschiedenen Gef\u00e4ngnissen in Baden-W\u00fcrttemberg, in denen die Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen. Bei Elbit in Ulm werden etwa Funkger\u00e4te f\u00fcr die Bundeswehr hergestellt.\n  <\/p>\n<p>            Der israelische Botschafter, Ron Prosor, erhob Terrorvorw\u00fcrfe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Tat hatte damals erhebliches Aufsehen verursacht, wurde vielfach verurteilt \u2013 auch vom israelischen Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, der von \u201eTerror\u201c sprach. Zudem stand der Vorwurf des Antisemitismus  im Raum. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden wird nun im Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts Stuttgart neben der JVA Stammheim verhandelt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bereits in den fr\u00fchen Morgenstunden sind Unterst\u00fctzer aus der radikalen \u201eFree Palestine\u201c-Szene angereist und demonstrieren teils lautstark vor dem Verhandlungssaal. Die Polizei zeigt starke Pr\u00e4senz, die Unterst\u00fctzer stehen Schlange am Einlass, besetzen nahezu alle Besucherpl\u00e4tze. Im Saal brechen sie in lautstarke Jubelrufe auf, als die Angeklagten hereingef\u00fchrt werden und skandieren im Sprechchor \u201eFree Palestine\u201c. Die Justizbeamten schreiten nicht ein.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Die Richterin l\u00e4sst sich nicht beeinflussen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Von der ersten Minute an agieren die elf Verteidiger sehr offensiv. Die Anw\u00e4lte stellen bereits, kurz nachdem die Vorsitzende Richterin Lauchst\u00e4dt das Wort ergreift, erste Antr\u00e4ge, obwohl sie nicht das Wort haben. Sie monieren die trennende Sicherheits-Glaswand zwischen ihnen und den Angeklagten und die Sitzordnung, die einen Kontakt zu ihren Mandaten unm\u00f6glich mache.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Als die Richterin nicht darauf eingeht und sich weigert, sofort ihre Antr\u00e4ge zu behandeln, sondern darauf verweist, dass diese erst nach der Feststellung der Personalien und nach der Anklageverlesung gestellt werden k\u00f6nnen, ziehen die Anw\u00e4lte aus Protest aus. Es folgt eine zweist\u00fcndige Verhandlungspause, danach angesichts des Eklats um die Platzwahl der endg\u00fcltige Abbruch und Vertagung auf den kommenden Montag.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bereits im Vorfeld verschickte die Riege der Anw\u00e4lte eine Vielzahl von Pressemitteilungen. Die Verteidiger versuchten darin, eine Linie zu ziehen zu den einstigen RAF-Prozessen in den 70er Jahren in Stammheim, im inzwischen allerdings abgerissenen Verhandlungssaal. Die Wahl des Ortes sei eine Art Vorverurteilung, man habe kein \u201eVertrauen in einen fairen Prozess\u201c, hie\u00df es. Die Angeklagten h\u00e4tten \u201eaus tiefster moralischer \u00dcberzeugung gehandelt\u201c, die Untersuchungshaft sei unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig, es sei bei der Aktion niemand zu Schaden gekommen.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Prozessauftakt verl\u00e4uft chaotisch. 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